Niedriger Ruhepuls (Bradykardie)- Ursache, Symptome & Gefahren

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Dass ein hoher Puls ungesund ist, dürfte vielen klar sein, doch was ist mit einem niedrigen Ruhepuls? Bei einer Bradykardie schlägt das Herz weniger als 60 Mal pro Minute. Ein niedriger Ruhepuls kann normal sein, wenn man schläft oder sehr durchtrainiert ist, kann jedoch auch ein Zeichen für Probleme mit dem Herzen sein.

Was bedeutet ein niedriger Ruhepuls, wie kommt es dazu und welche Symptome treten dabei auf? Welches sind die Gefahren und Komplikationen bei einem niedrigen Ruhepuls, wann sollte man damit zum Arzt und welche Vorbeugungsmassnahmen und Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

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Keypoints: Die wichtigsten Fakten über niedriger Ruhepuls

  • Unter Bradykardie versteht man eine verlangsamte Herzfrequenz unter 60 Schlägen pro Minute (bpm)
  • Studien zeigen, dass Menschen im Schnitt länger leben, wenn ihr Herz langsamer schlägt
  • Eine Bradykardie kann ein ernstes Problem darstellen, wenn die Herzfrequenz sehr langsam ist und das Herz dadurch nicht genügend sauerstoffreiches Blut in den Körper pumpen kann
  • Die Ursachen für einen niedrigen Puls können Herzprobleme, Medikamente, Schilddrüsenerkrankungen, Schlafapnoe, entzündliche Erkrankungen oder auch ein Elektrolytungleichgewicht sein
  • Eine niedrige Pulsfrequenz ist nicht immer ein Grund zur Sorge. Eine Ruheherzfrequenz zwischen 40 – 60 Schlägen pro Minute ist im Schlaf und bei trainierten Sportlern durchaus üblich
  • Eine Bradykardie kann zu Symptomen wie Schwindel, Kurzatmigkeit oder auch Schmerzen in der Brust führen und sollte immer ärztlich abgeklärt werden
  • Alles, was das Risiko von Herzproblemen erhöht, kann auch das Risiko einer Bradykardie erhöhen
  • Zu den Risikofaktoren für eine Bradykardie gehören Alter, erhöhter Blutdruck, Rauchen, starker Alkohol- oder Drogenkonsum sowie Stress und Angstzustände
  • Die Behandlung von niedrigem Ruhepuls richtet sich nach der jeweiligen Ursache der Bradykardie

Was bedeutet ein niedriger Ruhepuls? 

Die normale Ruheherzfrequenz eines Erwachsenen beträgt in der Regel 60-100 Schläge in der Minute. Als niedriger Ruhepuls, in der Fachsprache Bradykardie, werden Werte von unter 60 Schlägen in der Minute bezeichnet. Im Schlaf oder als junger, gesunder und sehr fitter Erwachsener kann eine Herzfrequenz von 40-60 Schlägen pro Minute normal sein.

Eine Anleitung zur korrekten Pulsmessung findest du hier

Bradykardie Diagnose

Geht es um die Diagnose erniedrigter Puls, wird sich der Arzt über Symptome sowie die medizinische und familiäre Vorgeschichte erkundigen. Außerdem wird er die Pulsfrequenz messen, das Herz abhören sowie verschiedene Tests durchführen, wie z. B. Elektrokardiogramm (EKG) und Blutuntersuchungen. Gegebenenfalls empfiehlt er zudem weitere Untersuchungen wie ein Langzeit EKG oder einen Stress-Test am Herzen mit Belastungs-EKG.

Bradykardie Formen

Tritt ein niedriger Ruhepuls im Schlaf oder bei Sportlern auf, handelt es sich meist um eine harmlose Form der Bradykardie. Es können jedoch auch Erkrankungen dahinterstecken, wenn ein verlangsamter Herzschlag ohne Anlass auftritt.

Niedriger Ruhepuls Ursachen und Risikofaktoren

Eine langsame Herzfrequenz kann viele Ursachen haben. Für manche Menschen ist eine Bradykardie normal, vor allem, wenn sie sehr trainiert sind. Ein niedriger Ruhepuls kann jedoch auch verschiedene andere Ursachen haben, wie z. B. 

Bradykardie Ursachen durch Herzerkrankungen

Aufgrund von Schädigungen des Herzens durch Alterungsprozesse oder Herzerkrankungen wie z. B. Herzinfarkt, Kardiomyopathie oder Myokarditis (Herzmuskelentzündung) sowie angeborene Herzfehler.

Die häufigste Ursache für eine Bradykardie ist eine Fehlfunktion des natürlichen Schrittmachers des Herzens, des Sinusknotens. Er steuert, wie schnell die oberen und unteren Herzkammern das Blut durch den Körper pumpen.

Bradykardie Ursachen ausserhalb des Herzens

Arzneimittel

Besonders Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck wie z. B. Betablocker, Beruhigungsmittel, Opioide oder Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen oder psychische Erkrankungen

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) 

Eine Hypothyreose tritt auf, wenn die Schilddrüse nicht genügend Schilddrüsenhormone produziert.

Ungleichgewicht der Elektrolyte

Ein Ungleichgewicht von Substanzen im Blut wie z. B. Kalium oder Kalzium.

Schlafapnoe

Eine Schlafapnoe ist eine Schlafstörung, bei der die Atmung während des Schlafes wiederholt aus- und wieder einsetzt. 

Entzündliche Erkrankungen

Wie z. B. rheumatisches Fieber oder Lupus.

Risikofaktoren für niedrigen Ruhepuls

Zu den Risikofaktoren für eine Bradykardie gehören: 

  • Alter
  • Erhöhter Blutdruck
  • Rauchen
  • Starker Alkoholkonsum
  • Drogenkonsum
  • Stress und Angstzustände

Niedriger Ruhepuls Anzeichen und Symptome 

Ein niedriger Puls kann dazu führen, dass das Gehirn und andere Organe nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden und dabei zu Symptomen wie Brustschmerzen, Gedächtnisprobleme, Schwindel oder Benommenheit, schnelle Ermüdung bei körperlicher Aktivität, Ohnmacht sowie Kurzatmigkeit führen. Manchmal verursacht eine Bradykardie auch keine Symptome.

Bradykardie Folgen: Ist ein niedriger Ruhepuls gefährlich?

Wenn die Bradykardie schwerwiegend oder lang anhaltend ist und dabei nicht behandelt wird, steigt das Risiko auf:

  • Niedriger Blutdruck
  • Ohnmacht
  • Angina pectoris
  • Herzversagen

Niedriger Ruhepuls wann zum Arzt? 

Es gibt viele Ursachen für die Symptome einer Bradykardie. Treten oben genannte Anzeichen auf und ist der Puls niedrig, sollte man deshalb einen Arzt aufsuchen, um eine schnelle und genaue Diagnose sowie eine entsprechende Behandlung zu erhalten.

Bei Ohnmacht, Atembeschwerden oder Schmerzen in der Brust, die länger als ein paar Minuten andauern, wende dich an den Notarzt oder ruf den Rettungsdienst.

Niedriger Ruhepuls Müdigkeit 

Zu den typischen Symptomen, die auf einen niedrigen Puls hinweisen können, gehört auch Müdigkeit. Eine langsame Ruhefrequenz kann harmlos bleiben, aber auch gefährlich werden.

Niedriger Ruhepuls, was tun? 

Je nachdem, welche Ursache hinter einer Bradykardie steckt, erfolgt eine Therapie. Aber nicht immer muss ein niedriger Puls behandelt werden. 

Mehr über Puls zu niedrig was tun? findest du hier

Bradykardie Behandlung

Die Behandlung von niedrigem Ruhepuls richtet sich nach der jeweiligen Ursache der Bradykardie. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann eine entsprechende Behandlung der Schilddrüse die Herzfrequenz wieder auf ein normales Niveau bringen. Möglicherweise muss auch ein Medikament abgesetzt werden, das die Bradykardie verursacht. Manchmal ist auch ein Herzschrittmacher erforderlich, um die Herzfrequenz entsprechend zu erhöhen.

Bradykardie und Tachykardie

Während bei einer Bradykardie die Herzfrequenz verlangsamt ist, bezeichnet man ein zu hoher Ruhepuls von über 100 Schlägen in der Minute als Tachykardie. Beides sind Formen von Herzrhythmusstörungen die lebensbedrohlich werden können.

Niedriger Ruhepuls bei Sportlern

Trainierte Sportler und Sportlerinnen weisen einen niedrigeren Ruhepuls auf als Menschen, die keinen oder nur wenig Sport treiben. Ein niedriger Ruhepuls bei Trainierten ist keine Krankheit, sondern durchaus normal. Das Herz eines Sportlers kann dabei im Ruhezustand sogar nur 30-40 mal pro Minute schlagen. Was daran liegt, dass eine niedrige Pulsfrequenz oft ein Zeichen für eine gute kardiovaskuläre Fitness und eine effiziente Herzfunktion ist. 

Aerobes Training macht sich durch eine effiziente Arbeit des Herzens bemerkbar. So vergrößert sich dabei die Kapazität des linken Ventrikels und die Ventrikelmuskeln werden gestärkt, was zu einem erhöhten Schlagvolumen führt und entsprechend mehr Blut pro Herzschlag gepumpt wird als zuvor. Dies führt wiederum zu einer niedrigeren Ruhefrequenz, da um die gleiche Menge Blut zu pumpen das Herz weniger Schläge benötigt, da das Volumen pro Schlag gestiegen ist.  

Wie gesund ist ein niedriger Ruhepuls?

Studien zeigen, dass Menschen im Schnitt länger leben, wenn ihr Herz langsamer schlägt. Entscheidend dabei ist, ob aufgrund des niedrigen Pulses Beschwerden auftreten. Eine niedrige Pulsfrequenz ohne Beschwerden ist grundsätzlich nicht zu beanstanden. Ein langsamer Herzschlag kann harmlos bleiben oder aber auch gefährlich werden. 

Niedriger Ruhepuls und hoher Belastungspuls

Bei Belastung steigt die Herzfrequenz an. Je weniger fit jemand ist, desto eher schnellt der Puls bei Belastung nach oben und braucht vor allem länger, um wieder runterzukommen. Der Trainingspuls gibt Auskunft über die Leistungsfähigkeit und hilft zudem, die sportliche Leistung zu optimieren und dabei effektiver zu trainieren. Deshalb gestalten immer mehr Sportler ihre Trainingspläne nach ihren Pulswerten.

Bei intensiver sportlicher Betätigung ist die Frequenz, mit welcher das Herz schlägt, deutlich erhöht und die Trainingsfrequenz damit auch deutlich höher als der Ruhepuls. Je schneller die Herzfrequenz nach einer Belastung sinkt, desto besser der Trainingszustand

Niedriger Ruhepuls und hoher Blutdruck

Im Prinzip werden Puls und Blutdruck unabhängig voneinander gesteuert. Ganz so unabhängig voneinander sind die beiden jedoch nicht. Der Sinusknoten gibt vor, wie oft das Herz schlägt. Kann das Blut nicht ungehindert durch die Gefäße fließen, pumpt der Herzmuskel stärker und der Blutdruck wird entsprechend erhöht. Da der Körper darauf bedacht ist, alles im Gleichgewicht zu halten, senkt er den Puls daraufhin entsprechend ab. Dieser Mechanismus funktioniert auch umgekehrt.

Kann man einem niedrigen Ruhepuls vorbeugen?

Eine Bradykardie kann nicht immer verhindert werden. Man kann einer Bradykardie jedoch vorbeugen, indem man sein eigenes Risiko für Herzkrankheiten senkt. Dazu gehören:

  • Regelmäßige Bewegung
  • Aufrechterhaltung eines gesunden Gewichts: Übergewicht erhöht das Risiko eine Herzerkrankung zu entwickeln
  • Gesunde Ernährung die fett-, salz- und zuckerarm sowie reich an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist
  • Stressabbau durch Entspannungsübungen
  • Mit dem Rauchen aufhören
  • Blutdruck und Cholesterinspiegel in einem gesunden Bereich halten

Hausmittel gegen niedrigen Ruhepuls 

Alles, was den Kreislauf in Schwung bringt, erhöht auch den Puls. Zu den Hausmittel gegen einen niedrigen Puls zählen: 

  • Eine ausgewogenen Ernährung mit viel Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen
  • Die aufputschende Wirkung von Koffein in Kaffee, Tee oder Energydrinks 
  • Bewegung 
  • Wechselduschen mit abwechselndem Abbrausen mit kaltem und warmem Wasser
  • Zartbitterschokolade
  • Salz- und jodhaltige Lebensmittel

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Fazit

Als niedriger Ruhepuls (Bradykardie) werden Werte von unter 60 Schlägen in der Minute bezeichnet. 

Geht es um die Diagnose erniedrigter Puls, kommen neben einer Pulsmessung auch Tests wie z. B. Elektrokardiogramm (EKG), Blutuntersuchungen, Langzeit EKG oder Belastungs-EKG zum Einsatz.

Eine langsame Herzfrequenz kann viele Ursachen haben, darunter Alter, Herzprobleme, Arzneimittel, Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Schlafapnoe, entzündliche Erkrankungen sowie ein Elektrolytungleichgewicht. Die Behandlung richtet sich immer nach der jeweiligen Ursache der Bradykardie.

Ein langsamer Herzschlag kann harmlos bleiben oder aber auch gefährlich werden.

Ein niedriger Puls kann zu Symptomen wie Brustschmerzen, Gedächtnisprobleme, Schwindel, schnelle Ermüdung bei körperlicher Aktivität, Ohnmacht wie auch Kurzatmigkeit führen.

Trainierte Sportler weisen einen niedrigeren Ruhepuls auf als Menschen, die keinen oder nur wenig Sport treiben.