Vitamin-A- Funktion, Vorkommen, Tagesbedarf, Mangel & Präparate

Intro

Vitamin-A … da war doch was im Zusammenhang mit Karotten und unseren Augen … Das A-Vitamin kann definitiv keine Superkräfte für die Nachtsicht verleihen oder von Kontaktlinsen befreien, aber der Verzehr einer ausreichenden Menge davon kann die Augengesundheit positiv unterstützen.

Welche Lebensmittel enthalten Vitamin-A und was passiert bei einem entsprechenden Mangel oder einer Überdosierung? Welche Aufgaben hat das A-Vitamin im Zusammenhang mit unserer Haut sowie unserem Immunsystem? 

Definition: Was ist Vitamin-A? 

Das A-Vitamin gehört zu den fettlöslichen Vitaminen

Es ist nur ein Halb-Mythos, dass der Verzehr von Karotten die Sehkraft im Dunkeln verbessern kann. Beta-Carotin, der Hauptnährstoff der Karotte, ist sowohl für die charakteristische orange Farbe verantwortlich, eine Vitamin-AVorstufe und hilft zudem den Augen sich im Dunkeln anzupassen. 

Funktion 

Vitamin-A (Retinol, Retinsäure) ist ein wichtiger Nährstoff für Sehkraft, Wachstum, Zellteilung, Fortpflanzung sowie Immunität. Ebenso ist das A-Vitamin für die Lichtwahrnehmung in der Netzhaut erforderlich. Ein Mangel davon zeigt sich daher zuerst an Sehstörungen, vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen. 

Zudem regt das A-Vitamin die Produktion und Aktivität weißer Blutkörperchen an, ist am Knochenaufbau beteiligt und trägt zur Erhaltung gesunder Endothelzellen (kleiden die Innenflächen des Körpers aus) bei. 

Das A-Vitamin hat auch antioxidative Eigenschaften. Antioxidantien sind Wirkstoffe, die ihre Zellen vor den Auswirkungen freier Radikale schützen können und Moleküle die entstehen wenn der Körper Nahrung abbaut oder Tabakrauch und Strahlung ausgesetzt ist. Freie Radikale können eine Rolle bei Herzkrankheiten, Krebs und anderen Krankheiten spielen.

Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass der Verzehr einer Vielzahl von Lebensmitteln, die reich an diesem Vitamin sind, insbesondere Obst und Gemüse, vor bestimmten Krankheiten schützt. Gesundheitliche Nutzen von Vitamin-A-haltigen Ergänzungen sind eher weniger eindeutig. 

Vitamin-A Typen: Wirkstoffklassen 

Die beiden Hauptformen in der Ernährung sind die Vitamin-A-Vorstufe Retinol und Provitamin-A Carotinoide wie Beta-Carotin, welche in Retinol umgewandelt werden. Das vorgebildete A-Vitamin stammt dabei aus tierischen Erzeugnissen, angereicherten Lebensmitteln und Vitaminpräparaten. Carotinoide kommen hingegen natürlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor.

In der Ernährung sind 2 Arten von Vitamin-A:

  • Vorgebildetes Vitamin-A (Retinol): Findet sich in tierischen Produkten wie z. B. Fleisch, Fisch, Geflügel sowie Milchprodukten 
  • Vorstufen von Vitamin-A, auch Provitamin-A genannt: Sind in pflanzlichen Lebensmitteln wie z. B. Obst und Gemüse enthalten. Die häufigste Form von Provitamin-A ist dabei Beta-Carotin

Retinol 

Retinol ist einer der bekanntesten Hautpflegebestandteile auf dem Markt. Als rezeptfreie Version der Retinoide wird Retinol aus Vitamin-A gewonnen und dabei hauptsächlich zur Behandlung von Akne eingesetzt. Retinol ist die stärkste frei verkäufliche Version. Schwere Akne wird in der Regel entsprechend mit einem verschreibungspflichtigen Retinoid zusammen mit anderen Medikamenten behandelt, um Entzündungen und Bakterien zu bekämpfen. Es hilft freie Radikale zu neutralisieren und kurbelt gleichzeitig die Produktion von Elastin sowie Kollagen an. 

Wirkung von Retinol 

  • leichte Akne behandeln
  • die durch Sonneneinstrahlung verursachten Lichtschäden der Haut reduzieren
  • Anzeichen der Hautalterung, wie z. B. Falten um die Augen, reduzieren
  • das allgemeine Erscheinungsbild der Haut zu verbessern

Retinoide sind dafür bekannt, dass sie sowohl bei alternder als auch zu Akne neigender Haut positive Auswirkungen haben.

Anwendung von Retinol

Wegen des Risikos der Sonnenempfindlichkeit werden Retinole am besten Nachts aufgetragen. Denn ironischerweise kann Sonneneinstrahlung das Risiko für einige der gleichen Effekte erhöhen, gegen die Retinol eigentlich angewendet wird, wie z. B. Altersflecken und Falten. 

Um diese Risiken zu verringern, sollten immer ein Sonnenschutz mit mind. Lichtschutzfaktor 15 verwendet werden. Schwangeren wird im Allgemeinen empfohlen Retinole zu vermeiden. Verschreibungspflichtige Präparate sind zwar stärker, bergen aber auch ein höheres Risiko für Nebenwirkungen.

Einsatz von Retinol bei Hautproblemen

  • feine Linien und Falten
  • Sonnenflecken sowie andere Anzeichen von Sonnenschäden, auch Photoaging genannt
  • ungleichmässige Hautbeschaffenheit
  • Hyperpigmentierung

Retinol Nebenwirkungen

  • trockene sowie gereizte Haut 
  • Hautrötung
  • Juckreiz
  • Schälen der Haut

Um diese Nebenwirkungen zu vermindern, kann versucht werden, Retinol entsprechend nur jeweils jede 2. oder 3. Nacht zu verwenden. 

Seltene, schwerwiegende Retinol Nebenwirkungen 

  • ein Aufflackern von Akne sowie eines Ekzems 
  • Verfärbung der Haut
  • Lichtempfindlichkeit gegenüber UV-Licht
  • Blasenbildung
  • Brennen
  • Schwellungen

Beta-Carotin 

Der Name Beta-Carotin setzt sich aus dem Griechischen „beta“ sowie dem Lateinischen „carota“ (Karotte) zusammen und ist das gelb-orangefarbene Pigment, das Gemüse und Früchten ihre kräftige Farbe verleiht. H. Wachenroder kristallisierte 1831 Beta-Carotin aus Karottenwurzeln und erfand dabei den Namen „Carotin„. 

Beta-Carotin ist eine Vitamin-A-Vorstufe, der menschliche Körper wandelt es entsprechend in Vitamin-A (Retinol) um. Beta-Carotin an sich ist kein essenzieller Nährstoff, Vitamin-A hingegen schon. 

Das A-Vitamin kann dabei über die Nahrung, z. B. durch Beta-Carotin, oder auch in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt werden. Der Vorteil von Beta-Carotin aus der Nahrung ist, dass der Körper nur so viel davon umwandelt, wie er auch wirklich benötigt.

Beta-Carotin-Ergänzungen stehen in Wechselwirkung mit bestimmten Arzneimitteln, darunter Statine und Mineralöl.

Beta-Carotin und Rauchen

Studien zeigen, dass Raucher die viel Beta-Carotin zu sich nehmen ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko haben können.

Die antioxidative Wirkung von Beta-Carotin

Beta-Carotin ist, wie alle Carotinoide, ein Antioxidans. Antioxidantien sind Substanzen, welche die Oxidation anderer Moleküle hemmen und den Körper entsprechend vor freien Radikalen schützen. Oxidativer Stress wird als ein Schlüsselfaktor für den kognitiven Verfall angesehen und Beta-Carotin kann genau diesen entsprechend verlangsamen. 

Einige Studien deuten darauf hin, dass Menschen die täglich mind. 4 Portionen Beta-Carotin-reiches Obst und/oder Gemüse verzehren ein entsprechend geringeres Risiko haben an Krebs oder Herzerkrankungen zu erkranken.

Beta-Carotinhaltige Lebensmittel

  • Aprikosen
  • Broccoli
  • Chinakohl
  • Erbsen
  • Grapefruit
  • Grünkohl
  • Karotten
  • Kürbis
  • Ketchup
  • Kräuter und Gewürze: Chilipulver, Oregano, Paprika sowie Petersilie
  • Paprika
  • Pflaumen
  • Spargel
  • Schnittlauch
  • Spinat
  • Süsskartoffeln
  • Viele Margarinen
  • Zwiebeln

Wer sich gesund und reich an Beta-Carotin ernährt, braucht im Normalfall keine entsprechenden Nahrungsergänzungsmittel. Nahrungsergänzungsmittel können zu einem unerwünschten Überschuss an Beta-Carotin führen, dies kann nicht passieren, wenn die Quelle aus der Nahrung stammt die wir essen.

Medikamente, welche durch Beta-Carotin-Ergänzungen beeinflusst werden

Statine (Cholesterinsenker): Die Wirksamkeit von Simvastatin (Zocor) und Niacin kann verringert werden, wenn Beta-Carotin zusammen mit Selen und den Vitaminen-E und C eingenommen wird. Cholestyramin und Colestipol können den Blutspiegel von diätetischem Beta-Carotin um bis zu 30-40 % senken.

Orlistat: Xenical, ein Medikament zur Gewichtskontrolle, kann die Aufnahme von Beta-Carotin beeinträchtigen, was entsprechend zu einem niedrigeren Beta-Carotin-Spiegel im Blut führt. Langfristiger Alkoholkonsum kann ebenfalls zu Wechselwirkungen mit Beta-Carotin führen und das Risiko für die Entwicklung von Leberproblemen erhöhen.

Vitamin-A Mangel 

Ein Vitamin-A-Mangel ist in westlichen Ländern eher selten, kann aber vorkommen. Erkrankungen, welche die natürliche Verdauung stören, wie z. B. Zöliakie, Morbus Crohn, Leberzirrhose, Alkoholismus sowie zystische Fibrose, können zu einer Malabsorption von A-Vitamin führen.

Symptome eines Vitamin-A Mangels 

Ein leichter Mangel kann zu Müdigkeit, Infektanfälligkeit sowie Unfruchtbarkeit führen. Ebenso wie zu Nachtblindheit sowie Flecken auf dem Weiss der Augen, trockener Haut und trockenen Haaren

Vitamin-A Quellen: Vitamin-A haltige Nahrungsmittel

Das A-Vitamin ist in vielen Lebensmitteln wie z. B. in Spinat, Milchprodukten, Leber, Zwiebeln, Erbsen sowie Kürbis enthalten. 

Weitere Quellen sind Lebensmittel, die reich an Beta-Carotin sind wie z. B. grünes Blattgemüse, Karotten sowie Melone. Viele Obst- und Gemüsesorten sowie auch einige Nahrungsergänzungsmittel enthalten Beta-Carotin, Lycopin, Lutein oder Zeaxanthin. Unser Körper wandelt Beta-Carotin in Vitamin-A um. Viele Frühstücksflocken, Säfte, Milchprodukte und andere Lebensmittel sind entsprechend mit Retinol angereichert. 

13 Vitamin-A reiche Lebensmittel

  • Broccoli
  • Eier
  • Fischöle
  • Grünkohl
  • Karotten
  • Kürbis 
  • Mango
  • Milch
  • Paprika rot 
  • Rinderleber
  • Spinat
  • Süsskartoffeln
  • Tomaten

Vitamin-A Supplements: Vitamin-A haltige Nahrungsergänzungsmittel  

Als orale Nahrungsergänzung kommt das A-Vitamin vor allem denjenigen zugute, die sich schlecht oder eingeschränkt ernähren, oder an einer Krankheit leiden, die einen erhöhten Vitamin-A-Bedarf aufweist (wie z. B. Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, Augenerkrankungen sowie Masern).

In Vitamin-A-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln liegt daher meist eine Form von Retinylacetat oder Retinylpalmitat (vorgebildetes Vitamin-A), Beta-Carotin (Provitamin-A) oder einer Kombination aus vorgebildetem und Provitamin-A vor.

Wer das A-Vitamin wegen seinen antioxidativen Eigenschaften einnimmt muss bedenken, dass das Präparat möglicherweise nicht dieselben Vorteile bietet, wie natürlich vorkommende Antioxidantien in der Nahrung.

Welches sind die beliebtesten Vitamin-A Nahrungsergänzungen? 

Wir haben getestet … hier gehts zu den Resultaten. 

Wieviel Vitamin-A hat … 

Lebensmittelµg Vitamin-A pro 100 gr.
Fleisch
Schweineleber36000
Leberwurst8300
Leberpastete950
Fisch
Aal980
Thunfisch450
Makrele100
Austern93
Gemüse
Karotten1500
Grünkohl862
Spinat795
Feldsalat650
Chicorée572
Kopfsalat187
Paprika179
Broccoli146
Tomaten97
Spargel87
Rosenkohl79
Gurken62
Früchte
Honigmelone784
Aprikosen280
Mandarinen142
Wassermelone87
Pflaumen65
Brombeeren45
Sauerkirsche40
Hülsenfrüchte
Bohnen weiss 67
Sojabohnen63
Kichererbsen30
Milchprodukte
Camembert362
Schlagsahne340
Edamer290
Gouda260
Brie157
Tilsiter120
Fette und Öle
Lebertran25500
Palmöl4300
Butter653
Margarine638
Sojaöl583
Olivenöl37
Ei272

Tagesbedarf 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Frauen 0.8 mg. und für Männer 1 mg. Retinol pro Tag, um den Vitamin-A-Tagesbedarf entsprechend zu decken. Für Kinder liegt der Bedarf je nach Alter und Geschlecht zwischen 0.5 und 1 mg.

Vitamin-A Überdosierung 

Eine Vitamin-A-Vergiftung ist auf die hohen Dosen von Retinol zurückzuführen, die in einigen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten sind. Das A-Vitamin ist fettlöslich, d. h. die Menge, die der Körper nicht sofort verwertet wird absorbiert und entsprechend im Fettgewebe oder in der Leber gespeichert. Wird zu viel davon gespeichert, kann es toxisch werden. 

Die tolerierbare Höchstmenge von 3000 µg Vitamin-A, mehr als das Dreifache der derzeit empfohlenen Tagesdosis, gilt immer noch als sicher. Es gibt allerdings Hinweise darauf, dass eine so hohe Menge das Risiko von Knochenschwund und Hüftfrakturen erhöhen könnte. 

Ein weiterer Grund zu viel Vitamin-A zu vermeiden ist, dass es die positiven Wirkungen von Vitamin-D beeinträchtigen kann.

Beta-Carotin hingegen, ist auch bei einer hohen Zufuhr nicht toxisch. Daher ist es vorzuziehen, ein Multivitaminpräparat zu wählen, dass sein gesamtes oder zumindest den größten Teil des A-Vitamins in Form von Beta-Carotin enthält. Für die meisten Menschen gibt es daher keinen triftigen Grund, einzelne hochdosierte Beta-Carotin Präparate einzunehmen. Insbesondere Raucher sollten diese vermeiden, da einige randomisierte Studien bei Rauchern hochdosierte Vitamin-A-Nahrungsergänzungsmittel mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko in Verbindung brachten. 

Symptome einer Vitamin-A Überdosierung  

  • Verschwommenes Sehen
  • Knochenschmerzen
  • Übelkeit sowie Erbrechen
  • Trockene Haut
  • Lichtempfindlichkeit 

Vitamin-A Nebenwirkungen 

Zu viel Vitamin-A kann schädlich sein. Schon eine einzige hohe Dosis über 200000 µg. kann Übelkeit, Erbrechen, Schwindel sowie verschwommenes Sehen verursachen. Die langfristige Einnahme von oralen Vitamin-A-haltigen Präparaten mit mehr als 10000 µg. pro Tag kann eine Knochenverdünnung, Leberschäden, Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Hautreizungen sowie Schmerzen in den Gelenken und Knochen verursachen. Die Einnahme hoher Dosen von Vitamin-A-Präparaten kann zu Leberschäden führen.  

Wechselwirkungen

Antikoagulantien

Die orale Einnahme von Vitamin-A-Präparaten bei gleichzeitiger Einnahme von Blutverdünnern kann dabei das Blutungsrisiko erhöhen.

Bexarotene (Targretin): 

Die Einnahme von Vitamin-A haltigen Präparaten während der Anwendung dieses topischen Krebsmedikamentes erhöht das Risiko von Nebenwirkungen des Medikaments, wie juckende und trockene Haut.

Orlistat (Alli, Xenical)

Dieses Medikament zur Gewichtsreduzierung kann die Aufnahme von Vitamin-A Quellen aus der Nahrung entsprechend verringern.

Retinoide: 

Retinoide in Kombination mit Vitamin-A-Präparaten könnten das Risiko eines hohen Vitamin-A-Blutspiegels entsprechend erhöhen.

Vitamin-A und Raucher 

Rauchern, Ex-Rauchern und beruflich asbestexponierten Personen wird empfohlen, keine hochdosierten Beta-Carotin- und Retinylpalmitatpräparate einzunehmen, da eine signifikante Erhöhung des Lungenkrebsrisikos bei Studienteilnehmern festgestellt wurde die Nahrungsergänzungsmittel mit Beta-Carotin oder Retinylpalmitat einnahmen.

Vitamin-A und Augen 

Eine große klinische Studie hat gezeigt, dass Menschen mit einem hohen Risiko für eine fortgeschrittene altersbedingte Makuladegeneration das Risiko an dieser Krankheit zu erkranken durch die Einnahme einer bestimmten Vitaminkombination, die auch Beta-Carotin enthält, um 25 % senken konnten. Es ist nicht vollständig klar, welche Rolle Beta-Carotin dabei genau spielte.

Vitamin-A und Haut 

Das A-Vitamin spielt eine essenzielle Rolle beim Aufbau der Hautstruktur. Es unterstützt Regenerationsprozesse und sorgt für eine hautverbessernde Wirkung sowie sichtbar glattere Haut. Retinol stimuliert die Produktion neuer Hautzellen

Die Anwendung von topischen Retinoiden wird zur Behandlung von Akne bei Jugendlichen sowie Erwachsenen eingesetzt. Studien zufolge kann Retinol bei topischer Anwendung die Kollagenproduktion anregen und Falten reduzieren.

Carotinoide sind reich an Antioxidantien. Studien besagen, dass eine Ernährung mit einem hohen Anteil an Carotinoiden, wie z. B. Beta-Carotin, Zellschäden, vorzeitiger Hautalterung sowie anderen Hautkrankheiten vorbeugen kann. 

Neben der oralen Einnahme wird das A-Vitamin ebenso auch in Cremen verwendet, um feine Falten, Flecken und Risse zu vermeiden. 

Vitamin-A und Masern 

Vitamin-A-Ergänzungen werden Kinder mit Masern empfohlen, da bei ihnen ein erhöhtes Risiko für einen entsprechenden A-Vitamin-Mangel besteht. Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln die masernbedingte Sterblichkeit verringern kann. 

Vitamin-A und Akne 

Orale Vitamin-A-Präparate haben nicht die gleiche Wirkung wie topisches A-Vitamin. Als äusserlich anzuwendendes Medikament, kann Vitamin-A u.a. bei Akne helfen. Bei den meisten topischen Medikamenten wird das Vitamin chemisch in ein Retinoid umgewandelt, welches anschliessend auf die Haut aufgetragen werden kann. Beliebte Retinoidprodukte sind z. B. Tazaroten (Tazorac) sowie Adapalen (Differin), beide sind rezeptpflichtig. Schwangere sollten keine Retinoide einnehmen. 

Die Substanz schwächt den natürlichen UV-Schutz der Haut. Wer Retinoide verwendet sollte darauf achten, sich nicht zu lange der Sonne auszusetzen und Sonnenschutzmittel zu verwenden.

Vitamin-A und Immunsystem 

Das A-Vitamin hat einen direkten Einfluss auf unser Immunsystem, indem es die Struktur und Funktion unserer Zellmembranen der Haut– und Schleimhautzellen unterstützt und somit eine effektive Barriere gegen Mikroorganismen aufbaut. Die T-Lymphozyten werden von Vitamin-A aktiviert und somit unser Immunsystem gestärkt. 

Vitamin-A und Haare 

Das Vitamin-A kann sich positiv auf das Haarwachstum sowie die Fettsynthese im Haarfollikel auswirken.  

Vitamin-A und Wundheilung 

Retinoide haben die einzigartige Fähigkeit, die hemmende Wirkung von entzündungshemmenden Steroiden auf die Wundheilung umzukehren. Zusätzlich dazu, steigert Retinsäure nachweislich die Produktion von Bestandteilen der extrazellulären Matrix wie Kollagen Typ I und Fibronektin. Es spielt in allen Phasen der Wundheilung eine wichtige Rolle und ist bekannt für seine Fähigkeit das Epithelwachstum, Fibroblasten sowie auch Granulationsgewebe zu stimulieren.

Vitamin-A und Schwangerschaft 

Grosse Mengen Vitamin-A können dem noch ungeborenen Kind schaden. Ein Überschuss während der Schwangerschaft wurde mit Geburtsfehlern in Verbindung gebracht. Schwangere sollten deshalb in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten die Tageszufuhr auf max. 3 mg. begrenzen.

Vitamin-A Salben

Das in Cremes enthaltene A-Vitamin wird nicht in den Blutkreislauf aufgenommen und kann daher nicht zu toxischen Konzentrationen beitragen. 

Die in Hautcremen enthaltenen Retinoide können dazu führen, dass die Haut sehr empfindlich auf helles Licht reagiert. Daher wird empfohlen Vitamin-A-haltige Cremes jeweils nachts aufzutragen und nach ihrer Anwendung starke Sonneneinstrahlung zu vermeiden

Facts

  • Der Begriff Vitamin-A beschreibt im eigentlichen Sinne eine ganze Gruppe von Substanzen. Die stärkste davon ist die Retinsäure, auch Vitamin-A-Säure genannt 
  • Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion sowie Diabetiker können pflanzliche Carotinoide nur schlecht in Vitamin-A umwandeln 
  • Das A-Vitamin macht die Haut lichtempfindlich … dies gilt jedoch nur für die Retinsäure, nicht so für Retinol 
  • Vitamin-A ist lichtempfindlich, wichtig bei der Lagerung von Lebensmitteln 
  • Obst sowie Gemüse enthalten Beta-Carotin, die Vorstufe von Vitamin-A. Haupt-Vitamin-A-Lieferanten sind Leber, fette Fische, Eier sowie Milchprodukte  
  • Das A-Vitamin zählt zu den fettlöslichen Vitaminen und sollte deshalb auch entsprechend in Kombination mit einem Öl zu sich genommen werden, ideal dafür Leinöl
  • Veganer haben es besonders schwer, da sie weder Fleisch, noch Fisch, Eier oder Milchprodukte konsumieren und müssen deshalb oft auf Nahrungsergänzungen zurückgreifen um den Körper adäquat mit dem A-Vitamin zu versorgen 

Fazit 

Vitamin-A gehört zu den fettlöslichen Vitaminen. Die beiden entsprechenden Hauptformen in der Ernährung sind die Vitamin-A-Vorstufe Retinol sowie Provitamin-A Carotinoide wie Beta-Carotin, die in Retinol umgewandelt werden. Das vorgebildete A-Vitamin stammt aus tierischen Erzeugnissen, angereicherten Lebensmitteln sowie Vitaminpräparaten. Carotinoide kommen hingegen natürlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor.

Das A-Vitamin ist für die Lichtwahrnehmung in der Netzhaut erforderlich. Ein Mangel davon zeigt sich daher zuerst an Sehstörungen, vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen. Zudem regt es die Produktion und Aktivität weisser Blutkörperchen an, ist am Knochenaufbau beteiligt und hat antioxidative Eigenschaften.

Retinol stimuliert die Produktion neuer Hautzellen, entsprechend wird die Anwendung von topischen Retinoiden u. a. zur Behandlung von Akne eingesetzt. Retinol kann bei topischer Anwendung die Kollagenproduktion anregen sowie Falten reduzieren. Neben der oralen Einnahme wird Vitamin-A auch in Cremen verwendet, um feine Falten, Flecken sowie Risse zu kaschieren.

Für die meisten Menschen gibt es keinen triftigen Grund einzelne hochdosierte Beta-Carotin-Präparate einzunehmen. Insbesondere Raucher sollten diese vermeiden, da einige randomisierte Studien bei Rauchern hochdosierte Vitamin-A-Nahrungsergänzungsmittel mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko in Verbindung brachten.