Kollagen- Wirkung & Vorkommen

Intro

In jüngster Zeit hat Kollagen als Nahrungsergänzungsmittel und Bestandteil von Shampoos und Cremen deutlich an Beliebtheit zugelegt. Doch was ist Kollagen und wie wirkt es? Wie wirkt sich ein Kollagenmangel aus? Welchen Einfluss hat das Protein auf unsere Haut, Knochen, Haare sowie die Wundheilung und wo finden wir kollagenhaltige Lebensmittel und Getränke in der Ernährung?

Keypoints

  • Kollagen ist das am häufigsten vorkommende Protein im menschlichen Körper und wird dabei in Knochen, Muskeln, Haut sowie Sehnen vorgefunden
  • Es sorgt für ein Gerüst und bildet damit Stabilität und Struktur
  • Die Kollagenproduktion nimmt mit dem Alter sowie durch Faktoren wie Zigarettenrauchen und UV-Licht ab
  • In der Medizin wird es oft als Füllmaterial in der plastischen Chirurgie sowie als Verband für schwere Verbrennungen verwendet
  • Kollagenhaltige Füllstoffe können kosmetisch eingesetzt werden um z. B. Falten im Gesicht zu glätten
  • Kollagen kann zur Wundheilung beitragen, indem es neue Hautzellen an die Wundstelle bindet und damit die Wundheilung fördert
  • Membrane auf Kollagenbasis werden in der Zahnmedizin sowie der Implantatbehandlung eingesetzt, um das Wachstum bestimmter Zelltypen zu fördern
  • Kollagen kann als Antioxidans wirken und durch freie Radikale verursachte Schäden bekämpfen
  • In Lebensmitteln kommen sowohl Kollagen als auch Nährstoffe welche bei der körpereigenen Kollagenproduktion helfen vor
  • Nahrungsergänzungsmittel enthalten meist den Kollagen-Typ I, der ideal als Anti-Aging-Produkt geeignet ist, sowie Kollagen-Typ II, der Knorpel und Gelenke unterstützt

Was ist Kollagen?

Kollagen ist ein bei Menschen und Tieren vorkommendes Strukturprotein der extrazellulären Matrix und besteht aus einzelnen, langen Proteinketten, welche sich wiederum aus verschiedenen Aminosäuren zusammensetzen.

Es ist das am häufigsten vorkommende Protein im menschlichen Körper und wird dabei in Knochen, Muskeln, Haut sowie Sehnen vorgefunden. Es ist die Substanz, die unseren Körper zusammenhält und ein Gerüst bildet das für Stabilität und Struktur sorgt.

Wie ist Kollagen aufgebaut?

Kollagen ist ein hartes, unlösliches sowie faseriges Protein und macht etwa ein Drittel des Proteins im menschlichen Körper aus. In den meisten Kollagenen sind die Moleküle dabei zu langen und dünnen Fasern zusammengepackt. Diese fungieren als stützende Strukturen, verankern die Zellen miteinander und verleihen der Haut dadurch Festigkeit und Elastizität. Die Kollagene im menschlichen Körper sind stark und gleichzeitig aber auch sehr flexibel.

Kollagenabbau

Die Kollagenproduktion nimmt mit dem Alter und durch Faktoren wie Zigarettenrauchen und UV-Licht ab. Damit nimmt auch die strukturelle Widerstandsfähigkeit der Haut automatisch ab, es bilden sich Falten und die Gelenkknorpel werden schwächer. Bei Frauen nimmt die Kollagensynthese nach der Menopause drastisch ab.

Kollagenaufbau

Es gibt 11 nicht essenzielle Aminosäuren, die der Körper selbst herstellen kann und 9 essenzielle, die über die Ernährung aufgenommen werden müssen. Kollagen besteht dabei hauptsächlich aus den 3 nicht-essenziellen Aminosäuren Prolin, Glycin und Hydroxyprolin.

Kollagen-Arten

Endogenes Kollagen

Endogenes Kollagen ist natürliches Kollagen, wird vom Körper synthetisiert und hat eine Reihe von wichtigen Aufgaben. Sein Abbau wird mit einer Reihe von gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht.

Exogenes Kollagen

Exogenes Kollagen ist synthetisch und stammt somit aus einer externen Quelle wie z. B. Nahrungsergänzungsmitteln. Es wird hauptsächlich für medizinische und kosmetische Zwecke verwendet, u. a. für die Regeneration von Körpergewebe. 

Kollagen-Typen

Es gibt mind. 16 verschiedene Kollagentypen und alle haben dabei unterschiedliche Strukturen und Funktionen.

Kollagen-Typ I

Dieser Typ macht mit 90 % das am häufigsten vorkommende Kollagen aus. Er verleiht der Haut, den Bändern sowie Sehnen ihre Elastizität und Festigkeit und sorgt im Knochen für Stabilität und Flexibilität. Dieser Kollagentyp kommt in der Ernährung in Haut und Knochen von Rind- und Schweinefleisch sowie von Süsswasser- und Meeresfischen vor.

Kollagen-Typ II 

Dieser Kollagentyp kommt mit einem Anteil von 80 % überwiegend im Knorpelgewebe vor. Er besteht aus eher lockeren Fasern und polstert dabei die Knorpel der Gelenke, Bandscheiben oder den Glaskörper im Auge und kommt dabei in Knorpelgewebe von Hühnerfleisch vor.

Kollagen-Typ-III

Unterstützt die Struktur von Muskeln, Organen, Haut, Sehnen, Knochen, Knorpel sowie auch Blutgefässen, ist für die elastischen Eigenschaften von Geweben und inneren Organen zuständig und wird im Körper häufig in Verbindung mit dem Kollagen-Typ I gefunden. Kollagen-Typ-III findet man in der Ernährung in Haut und Knochen von Rindfleisch.

Fibroblasten (Bindegewebszellen) und Osteoblasten (Zellen des Knochengewebes) stellen vor allem KollagenTyp I und III her. Chondrozyten (Zellen des Knorpelgewebes) bilden hingegen hauptsächlich Kollagen-Typ II.

Wirkung und Aufgaben von Kollagen

Einige Kollagene dienen als Schutzhüllen für empfindliche Organe im Körper, wie z. B. die Nieren. In der Medizin wird es oft als Füllmaterial in der plastischen Chirurgie sowie als Verband für schwere Verbrennungen verwendet.

Kollagen ist resorbierbar, was bedeutet, dass es abgebaut, umgewandelt und wieder in den Körper aufgenommen werden kann. Auch kann es zu kompakten Festkörpern oder gitterartigen Gelen geformt werden. Seine vielfältigen Funktionen und die Tatsache, dass es in der Natur vorkommt, machen es klinisch sehr vielseitig und dabei für verschiedene medizinische Zwecke einsetzbar.

Kollagen als Hautfüller

Kollageninjektionen können die Konturen der Haut verbessern und Hautvertiefungen auffüllen. Kollagenhaltige Füllstoffe können kosmetisch eingesetzt werden um z. B. Falten im Gesicht zu glätten. Auch Narben können damit ausgebessert werden, sofern diese nicht scharfkantig sind.

Mit Kollagen können vor allem oberflächliche Bereiche aufgefüllt werden, grössere Vertiefungen werden in der Regel eher mit Substanzen wie Fett, Silikon oder Implantaten aufgefüllt. In der Dermis, der mittleren Hautschicht, trägt es dazu bei, ein faseriges Netz von Zellen, den Fibroblasten, zu bilden auf deren Grundlage neue Zellen wachsen können. Ausserdem spielt Kollagen auch eine Rolle bei der Erneuerung und Wiederherstellung abgestorbener Hautzellen.

Kollagen in kosmetischen Lotionen 

Viele kollagenhaltige Produkte, darunter Cremen und Puder, behaupten die Haut zu revitalisieren, indem sie den Kollagengehalt im Körper erhöhen. Dies ist jedoch eher unwahrscheinlich, da die Kollagenmoleküle zu gross sind, um von der Haut absorbiert werden zu können. Ein möglicher Nutzen ist wahrscheinlich auf die feuchtigkeitsspendende Wirkung dieser Produkte zurückzuführen und nicht auf die direkte Erhöhung des Kollagengehalts. 

Kollagen zur Wundheilung 

Kollagen kann zur Wundheilung beitragen, indem es neue Hautzellen an die Wundstelle bindet und damit die Wundheilung fördert.

Kollagenverbände können die Heilung unterstützen bei: 

  • Chronischen Wunden, die auf andere Behandlungen nicht ansprechen
  • Wunden, die Körperflüssigkeiten wie Urin oder Schweiss absondern
  • Granulierende Wunden auf denen anderes Gewebe wächst
  • Nekrotische Wunden
  • Verbrennungen II. Grades
  • Hautspenderstellen sowie Hauttransplantationen

Gezielte Geweberegeneration durch Kollagen

Membrane auf Kollagenbasis werden in der Zahnmedizin sowie der Implantatbehandlung eingesetzt, um das Wachstum bestimmter Zelltypen zu fördern. In der Kieferchirurgie können Kollagenbarrieren verhindern, dass schnell wachsende Zellen um das Zahnfleisch herum in eine Zahnwunde eindringen. So bleibt ein Raum erhalten, in dem sich die Zellen regenerieren können. Membrane auf Kollagenbasis können in diesen Fällen die Heilung unterstützen und sind resorbierbar, so dass sie nach dem Eingriff nicht chirurgisch entfernt werden müssen.

Kollagen in der Gefässprothetik

Gewebetransplantate aus Kollagen werden für die Regeneration peripherer Nerven, für Gefässprothesen und für die Rekonstruktion von Arterien verwendet.

Kollagen zur Behandlung von Osteoarthritis

Kollagenergänzungen können bei der Behandlung von Gelenk- sowie Knochenentzündungen helfen. Untersuchungen ergaben, dass kollagenhaltige Nahrungsergänzungsmittel dazu beitragen können, schmerzhafte Gelenksymptome zu lindern und dabei die Gelenkfunktion zu verbessern.

Bei der Aufnahme des Präparates reicherte sich das Kollagen im Knorpel an, was zum Wiederaufbau der extrazellulären Matrix beiträgt. Mehr zu kollagenhaltigen Nahrungsergänzungsmittel später im Text. 

Verhinderung von Kollagenverlust

Eine Lasertherapie kann bei der Behandlung von Dehnungsstreifen helfen, da sie das Wachstum von Kollagen, Elastin sowie auch Melanin anregen kann.

Kollagen als Antioxidans 

Kollagen kann als Antioxidans wirken und durch freie Radikale verursachte Schäden bekämpfen. Freie Radikale sind Verbindungen, die im Körper durch Stress, Luftschadstoffe, Rauchen, schlechte Ernährung, Alkohol und andere Umwelteinflüsse entstehen. Zu viele freie Radikale können Proteine, Zellen sowie auch DNA schädigen.

Mehr zum Thema Antioxidantien und freie Radikale findest du hier 

Kollagenquellen in der Ernährung

Kollagen ist ein Eiweiss, das im gesamten Körper vorkommt, insbesondere jedoch in der Haut, in Knochen, Bändern und Sehnen, Zähnen sowie dem Bindegewebe. In Lebensmitteln kommen sowohl Kollagen als auch Nährstoffe welche bei der körpereigenen Kollagenproduktion helfen, vor. Eine gesunde Ernährung kann dem Körper helfen Kollagen zu produzieren. Zu den Nährstoffen, welche die Kollagenbildung unterstützen können gehören:

Vitamin-C

Grosse Mengen Vitamin-C sind in Zitrusfrüchten wie Orangen sowie in Paprika, Broccoli und Erdbeeren enthalten. Der Anfang des Kollagens bildet das Prokollagen. Unser Körper stellt Prokollagen her, indem er die beiden Aminosäuren Glycin und Prolin kombiniert. Für diesen Prozess wird u. a. Vitamin-C verwendet.

Mehr zu Vitamin-C hier

Prolin

Prolin ist in Eiweiss, Fleisch, Weizenkeimen, Milchprodukten, Käse, Soja, Kohl, Spargel sowie auch Pilzen enthalten.

Glycin

Glycin findet man in Schweinehaut, Hühnerhaut sowie Gelatine und kommt auch in verschiedenen proteinhaltigen Lebensmitteln vor.

Kupfer

Kupfer ist in Schalentieren, rotem Fleisch, Nüssen wie z. B. Cashewnüssen, Sesamsamen, Kakaopulver und Linsen enthalten.

Anthocyanidine

Anthocyanidine sind in Brombeeren, Heidelbeeren, Kirschen und Himbeeren anzutreffen.

Vitamin-A

Kommt in tierischen Lebensmitteln aber auch als Beta-Carotin in pflanzlichen Lebensmitteln vor.

Mehr über Vitamin-A hier

Tierische Lebensmittel

Kollagen ist im Bindegewebe von tierischen Lebensmitteln enthalten. Eine besonders reichhaltige Kollagenquelle ist somit auch Knochenbrühe, die durch das Kochen der Knochen von Hühnern und anderen Tieren hergestellt wird. Gelatine ist im Grunde gekochtes Kollagen und enthält sehr viele Aminosäuren.

Es ist umstritten, ob der Verzehr von kollagenreichen Lebensmitteln tatsächlich den Kollagengehalt im Körper erhöhen kann. Beim Konsum von Proteinen werden diese in Aminosäuren aufgespalten und dann wieder zusammengesetzt, so dass sich der Verzehr von Kollagen nicht direkt in einer höheren Konzentration im Körper auswirkt.

10 Kollagenhaltige Nahrungsmittel 

  • Rotes Obst und Gemüse wie z. B. Erdbeeren, Kirschen, rote Beete, Tomaten, rote Paprika sowie Heidelbeeren
  • Eier
  • Süsskartoffeln 
  • Lachs 
  • Haferflocken 
  • Huhn mit Haut 
  • Zitrusfrüchte wie Zitronen, Limetten oder Orangen können durch den wesentlichen Cofaktor Vitamin-C wird die Kollagenproduktion erhöhen
  • Grünes Gemüse (Kohl, Broccoli, Mangold sowie Spinat)
  • Austern 
  • Gelatine 

Kollagen als Nahrungsergänzungsmittel

Kollagenhaltige Nahrungsergänzungsmittel gibt es in Kapsel- sowie Pulverform. Das Pulver lässt sich dabei problemlos ins Essen rühren. Expertinnen und Experten halten die Aussage ein Kollagenpulver könne Gelenkprobleme verbessern oder verhindern jedoch für nicht haltbar. Nahrungsergänzungsmittel enthalten meist den KollagenTyp I, der ideal als Anti-Aging-Produkt geeignet ist, sowie KollagenTyp II, der Knorpel und Gelenke unterstützt.

Was bringen Kollagenpräparate?

Studien zufolge kann die zusätzliche Kollageneinnahme zur Verbesserung der Hautbeschaffenheit und der Muskelmasse sowie zur Verringerung von arthrosebedingten Beschwerden beitragen. Bisher existieren nur wenige zuverlässige Informationen über die Sicherheit und Wirksamkeit von Kollagenpräparaten.

Es ist leider nicht so, dass wir eine Kollagenpille schlucken und uns diese um 20 Jahre jünger aussehen lässt. Zwar sind Kollagenergänzungen als Aminosäure sicher gesund, Wunder können sie allerdings nicht vollbringen.

Kollagen-Drinks

Kann man sich eigentlich schön trinken? Die Zugabe von Kollagenpulver zu Getränken ist der neueste Trend … die Wissenschaft jedoch unterstützt diese Behauptungen nicht wirklich.

Die Inhaltsstoffe in Trink-Ampullen sind beispielsweise Hyaluronsäure, Kollagen-Peptide sowie verschiedene Vitamine und sollen aufgenommen werden, um in die Zellen zu gelangen. Dort sollen sie neues Kollagen produzieren und damit ein Aufpolstern der Haut bewirken.

Mehr über Nahrungsergänzungsmittel findest du hier

Kollagen Tagesbedarf

Der Bedarf an Kollagen ist individuell. Je nach Darreichungsform wird eine tägliche Menge zwischen 2500-10000 gr. empfohlen. 

Kollagenmangel

Einige Faktoren können den Kollagengehalt im Körper verringern, dazu gehören neben Nikotinkonsum auch UV-Strahlung. Der Verzicht auf Tabakkonsum und übermässige Sonneneinstrahlung sowie eine gesunde Ernährung und körperliche Betätigung können dazu beitragen, die sichtbare Hautalterung zu verringern, das Kollagen entsprechend zu schützen und damit Haut, Knochen, Muskeln sowie auch Gelenke länger gesund zu halten.

Kollagen und UV-Strahlung

UV-Strahlung beschleunigt die Hautalterung und kann die Entwicklung von Hautkrebs fördern. UV-Strahlung beschleunigt auch den Kollagenabbau und verhindert die Produktion von gesundem Kollagen.

Kollagen für die Haut

Unser Körper stellt von Natur aus Kollagen her, diese Produktion nimmt jedoch mit zunehmendem Alter entsprechend ab. Es ist ein wichtiger Bestandteil der Haut und spielt eine Rolle bei deren Stärkung und Elastizität sowie der Hydratation.

Nahrungsergänzungsmittel können den Körper dazu anregen, selbst Kollagen zu produzieren. Darüber hinaus können Kollagenpräparate die Produktion anderer Proteine fördern, die zur Strukturierung der Haut beitragen, darunter Elastin und Fibrillin.

Mehr zu Funktion und Aufbau der Haut hier

Kollagen als Anti-Aging-Produkt

Ich bin stolz auf die Falten … sie sind das Leben in meinem Gesicht … Brigitte Bardot . Im Laufe der Zeit produziert der Körper weniger Kollagen, was zu trockener Haut und Faltenbildung führt. Nur durch ein kräftiges Kollagengerüst kann unsere Haut länger faltenfrei bleiben. Nahrungsergänzungsmittel enthalten meist den Kollagen- Typ I, der ideal als Anti-Aging-Produkt geeignet ist. 

Kollagen kann von aussen aufgetragen nicht direkt aufpolstern, aber es kann helfen Feuchtigkeit in der Haut zu speichern. Eine Analyse aus 11 Studien die sich hauptsächlich auf Frauen konzentrierten ergab, dass die Einnahme von 3-10 gr. Kollagen täglich über einen Zeitraum von 69 Tagen zu einer Verbesserung der Hautelastizität und des Feuchtigkeitsgehalts führte. 

Kollagen bei der Wundheilung

Die Rolle von Kollagen bei der Wundheilung besteht darin, Fibroblasten anzuziehen und dabei die Ablagerung von neuem Kollagen im Wundbett zu fördern. Die Technologie der Kollagenverbände hilft das Wachstum von neuem Gewebe zu stimulieren. 

Kollagen für Haare und Nägel

Während ein Fingernagel ca. 6 Monate benötigt, um vollständig nachzuwachsen, dauert dies bei Fussnägeln ca. 12-18 Monate. Das Nagelwachstum verlangsamt sich mit zunehmendem Alter, bei bestehenden Erkrankungen oder infolge von Verletzungen, sowie der Einnahme von gewissen Medikamenten.

In Studien führte die Behandlung mit bioaktiven Kollagenpeptiden zu einer Steigerung des Nagelwachstums um 12 % und zu einem Rückgang der Häufigkeit von abgebrochenen Nägeln um bis zu 42 %. Die Einnahme von kollagenhaltigen Ergänzungen kann die Festigkeit der Nägel erhöhen, indem es deren Brüchigkeit verhindert.

Kollagen ist reich an Aminosäuren, die der Körper zum Aufbau von Keratin, dem Protein, aus dem das Haar besteht, benötigt. Haarfollikel können durch freie Radikale geschädigt werden. Es könnte hier als Antioxidans wirken, freie Radikale bekämpfen und somit auch Haarschäden verhindern helfen. Forschungsergebnisse dazu sind jedoch begrenzt. 

Kollagen für Knochen, Knorpel und Gelenke

Als Strukturprotein verleiht das körpereigene Kollagen Knochen, Knorpeln, Gelenken, sowie Muskeln und Sehnen vor allem eines … Halt.

Der menschliche Körper enthält insgesamt 206 Knochen. Das Knochen-Grundgerüst besteht aus Typ 1-Kollagen und verleiht den Knochen damit StabilitätGelenke und Sehnen sind hingegen vor allem auf Typ-2-Kollagen angewiesen. Mehr zum Thema wie viele Knochen hat ein Mensch? Anzahl und Verteilung hier.

In den Gelenken kann man sich das Kollagen dabei wie ein Kissen vorstellen, das verhindert, dass die Knochen hart aneinander reiben. Zudem ist es ein Hauptbestandteil der Matrix in Gelenkstrukturen, die auch die Gelenkknorpel beinhaltet. Glycin macht ein Drittel des Kollagens aus und kann Gelenkentzündungen reduzieren. Lysin fördert die Neubildung von Muskelgewebe und beeinflusst ebenso die Knochenstruktur, da es indirekt die Speicherung von Kalzium in den Knochen unterstützt. Lysin fördert ebenso die Aufnahme von Kalzium über den Darm, damit steht mehr Kalzium zur Verfügung das in die Knochen eingebaut werden kann.

Kollagen bei Knieschmerzen und Arthritis

In einer Studie an der Sportler teilnahmen verringerten Kollagenpeptide die mit körperlicher Aktivität verbundenen Kniegelenkschmerzen. Klinische Studien zeigen ebenso, dass sich die Symptome einer Rheumatoiden Arthritis durch die Aufnahmen von Kollagen-Typ II verbessern können. Kollagenpeptide sind deswegen vermutlich auch hilfreich bei Arthritis-Erkrankungen, denn sie könnten helfen das durch die Entzündungen zerstörte Gewebe zu reparieren.

Interessante Kollagen-Facts

  • Einige Arten von Kollagenfasern sind stärker als Stahl
  • Es gibt auch marines Kollagen, das aus Fischhaut gewonnen wird
  • Jahrtausendelang wurde Kollagen zur Herstellung von Klebstoff verwendet. Heute wird es noch für die Herstellung von Musikinstrumentensaiten benötigt
  • Seinen Namen erhielt das Kollagen aus dem Griechischen: „Leim erzeugend“ … ursprünglich aufgrund seiner früheren Nutzung im Holzhandwerk
  • Bänder und Sehnen bestehen zum Grossteil aus Kollagenfasern

Fazit

Kollagen ist ein bei Menschen und Tieren vorkommendes Strukturprotein der extrazellulären Matrix und besteht aus einzelnen, langen Proteinketten, die sich wiederum aus verschiedenen Aminosäuren zusammensetzen.

Kollagen ist das am häufigsten vorkommende Protein im menschlichen Körper und wird in Knochen, Muskeln, Haut sowie Sehnen vorgefunden. Das körpereigene Kollagen verleiht dabei Knochen, Knorpeln und Gelenken, sowie Muskeln und Sehnen vor allem eines … Halt.

Die Kollagenproduktion nimmt mit dem Alter sowie durch Faktoren wie z. B. Zigarettenrauchen oder UV-Licht ab.

Nahrungsergänzungsmittel enthalten meist den KollagenTyp I, der ideal als Anti-Aging-Produkt geeignet ist sowie Kollagen-Typ II, der Knorpel und Gelenke unterstützt. Kollagenhaltige Präparate gibt es in Kapsel- sowie Pulverform.