Eisenmangel Selbsttest- Anzeichen richtig deuten

Intro

Kopfschmerzen und Müdigkeit, 2 sehr unspezifische Symptome … hinter welchen sich auch ein Eisenmangel verstecken könnte. Das Spurenelement Eisen (Ferrum) ist für unseren Körper lebenswichtig, denn es sorgt für genügend Sauerstoff für unsere Muskeln, Zellen und Organe und hilft zudem auch bei der Immunabwehr. Ein Eisenmangel macht sich durch Anzeichen wie blasser Haut, Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder brüchigen Nägeln bemerkbar und besonders bei Kindern, Jugendlichen im Wachstum sowie Schwangeren ist ganz besonders Vorsicht geboten. Ärzte gehen davon aus, dass jede 10. Frau im gebärfähigen Alter unter Eisenmangel leidet. Doch wie erkennen wir einen Eisenmangel und welchen Eisenmangel Selbsttest gibt es? 

In diesem Text gehen wir zudem auf die Eisenmangelanämie ein und schauen uns an welche Anzeichen, Symptome, Ursachen, Risikofaktoren, Behandlungsmöglichkeiten, Komplikationen sowie Tipps zur Vorbeugung es gibt. 

Mehr zum Thema Eisen Mangel, Vorkommen und Tagesbedarf hier

Definition: Was ist ein Eisenmangel?

Rund 8 % der deutschen Bevölkerung leiden unter einem Eisenmangel. Wird dieser länger nicht erkannt und behandelt, kann eine Eisenmangelanämie die Folge dabei sein. Die Eisenmangelanämie ist die häufigste Form der Anämie (Blutarmut). Sie tritt auf, wenn der Körper nicht genug Eisen zur Herstellung von Hämoglobin hat. Ist nicht genügend Eisen in unserem Blut vorhanden, kann der Rest des Körpers auch die benötigte Menge Sauerstoff entsprechend nicht mehr aufnehmen. 

Die Symptome eines Eisenmangels können jahrelang existieren, ohne dass man die Ursache dafür kennt. Eine häufige Ursache für eine Eisenmangelanämie bei Frauen im gebärfähigen Alter ist ein Eisenverlust aufgrund einer starken Menstruation oder einer Schwangerschaft. Eine mangelhafte Ernährung sowie auch bestimmte Darmerkrankungen, welche die Eisenaufnahme des Körpers beeinträchtigen, können ebenfalls zu einer Eisenmangelanämie führen. Mehr Eisenmangel Ursachen und Symptome später im Text.

Unser Körper kann Eisen nicht selbst herstellen, wir müssen es über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen. Mehr zu Sinn und Unsinn von Nahrungsergänzungsmittel hier.

Unser Eisenbedarf ist sowohl von Alter und Geschlecht, als auch von weiteren Faktoren wie z. B. unserem Lebensstil abhängig. Leistungssportler, Vegetarier oder Veganer haben dabei einen erhöhten Eisenbedarf. Weitere Eisenmangel Risikofaktoren später detaillierter. 

Symptome: Was sind die Anzeichen eines Eisenmangels?

Die Symptome einer Eisenmangelanämie können zunächst nur mild und wenig ausgeprägt erscheinen und werden möglicherweise kaum bemerkt. 

Zu den Symptomen einer mässigen bis schweren Eisenmangelanämie gehören:

  • Allgemeine Erschöpfung und Müdigkeit
  • Schwäche
  • blasse und trockene Haut
  • Kurzatmigkeit
  • Schwindel
  • Kribbeln in den Beinen
  • kalte Hände und Füsse
  • Schneller sowie unregelmässiger Herzschlag
  • Brüchige Nägel
  • Kopfschmerzen
  • Haarausfall

Einen Eisenmangel Selbsttest: Der Symptom Check später im Text

Ursachen und Risikofaktoren: Was verursacht Eisenmangel?

Eisenmangel Ursachen

Ungenügende Eisenaufnahme

Wer über einen längeren Zeitraum hinweg zu wenig Eisen zu sich nimmt, kann damit einen Eisenmangel verursachen. Lebensmittel wie z. B. Fleisch, aber auch einige grüne Blattgemüse enthalten besonders viel Eisen

Da Eisen in Zeiten des schnellen Wachstums und Entwicklung besonders wichtig ist, benötigen Schwangere und Kleinkinder unter Umständen zusätzliche eisenhaltige Lebensmittel in ihrer Ernährung.

Mehr eisenhaltige Lebensmittel im Text Eisen 

Schwangerschaft oder menstruationsbedingter Blutverlust

Starke Menstruationsblutungen sind eine sehr häufige Ursache für eine Eisenmangelanämie bei Frauen im gebärfähigen Alter. Gleiches gilt auch für eine Schwangerschaft, da der Körper in dieser Zeit mehr Eisen benötigt, um genügend Sauerstoff für das Baby mitzuproduzieren.

Innere Blutungen

Bestimmte Erkrankungen können innere Blutungen verursachen, welche zur Entstehung einer Eisenmangelanämie beitragen können. Beispiele hierfür sind Magengeschwüre, Darmpolypen sowie Darmkrebs. Auch die häufige Einnahme bestimmter Schmerzmittel, wie z. B. Aspirin, kann zu Magenblutungen führen.

Die Unfähigkeit Eisen zu absorbieren

Bestimmte Erkrankungen oder Operationen, die sich auf den Darm auswirken, können die Eisenaufnahme des Körpers entsprechend beeinträchtigen. Auch wenn die Ernährung ausreichend Eisen enthält, können Menschen mit Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) z. B. die Eisenmenge, die der Körper aufnehmen kann, beeinträchtigen und begrenzen.

Hier geht’s zur Zöliakie 

Endometriose

Bei einer Endometriose kann es während der Regelblutung zu einem sehr starken Blutverlust kommen. 

Genetik

Gerade Erkrankungen wie z. B. Zöliakie, welche eine optimale Eisenaufnahme erschweren können, werden in der Familie weitergegeben. 2 weitere Beispiele hierfür sind auch die Von-Willebrand-Krankheit und die Hämophilie, welche ebenfalls weitervererbt werden können.

Eisenmangel Risikofaktoren

Einige Menschen haben ein höheres Risiko für eine Eisenmangelanämie als andere, dazu gehören:

  • Frauen im gebärfähigen Alter 
  • Schwangere 
  • Menschen, mit schlechten Ernährungsgewohnheiten
  • Säuglinge, Kinder sowie Teenager im Wachstumsschub
  • Vegetarier oder Veganer (Mehr zu Vegetarismus und Veganismus hier)
  • Über 65-jährige
  • Hochleistungs- und Ausdauersportler, z. B. Langstreckenläufer

Ein Eisenmangel Selbsttest: Gehöre ich zur Risikogruppe für Eisenmangel? später im Text.

Besteht bei dir ein erhöhtes Risiko für eine Eisenmangelanämie? Dann solltest du dich mit einem Arzt zusammensetzen, um herauszufinden, ob eine Blutkontrolle der Eisenwerte oder eine Ernährungsumstellung für dich von Vorteil sein könnte.

Warum tritt ein Eisenmangel häufiger bei Frauen auf?

Schwangerschaft, starke Menstruationsblutungen, Endometriose sowie auch Myome in der Gebärmutter sind häufige Gründe und Ursachen für das Auftreten einer Eisenmangelanämie bei Frauen. 

Was bedeutet eine starke Menstruationsblutung? 

Typischerweise dauert eine Menstruationsblutung rund 5 Tage und der Blutverlust beträgt dabei im Normalfall um die 80 ml. Frauen mit einer verstärkten Menstruationsblutung bluten in der Regel mehr als 7 Tage lang und verlieren dabei bis zu doppelt so viel Blut wie im Normalfall.

Komplikationen einer Eisenmangelanämie

In den meisten Fällen sind Eisenmangelanämien leicht zu behandeln. Bleibt der Eisenmangel jedoch unbehandelt, können andere Gesundheitsprobleme auftreten, dazu gehören:

Schneller oder unregelmässiger Herzschlag

Bei einer Blutarmut muss das Herz mehr Blut pumpen, um die geringe Sauerstoffmenge damit wieder auszugleichen. Dies kann zu einem schnellen sowie auch unregelmässigen Herzschlag führen. In schweren Fällen sogar zu einer Herzinsuffizienz oder Herzvergrösserung.

Schwangerschaftskomplikationen

In schweren Fällen von Eisenmangel kann es zu einer Frühgeburt oder einem niedrigen Geburtsgewicht des Kindes kommen. Eisenpräparate können bei einem Mangel entsprechend helfen, dies zu verhindern.

Wachstumsretardierung

Bei Säuglingen und Kindern mit starkem Eisenmangel kann es zu Wachstums- sowie Entwicklungsverzögerungen kommen. Zudem können die Kinder auch anfälliger für Infektionskrankheiten sein.

Eisenmangel Behandlung 

Wie eine Eisenmangelanämie behandelt wird, hängt vor allem davon ab, wie gravierend das Problem ist und wodurch es verursacht wird. Die meisten Formen dieser Erkrankung sind dabei auf eine unzureichende Eisenaufnahme über die Ernährung oder auf Probleme bei der Aufnahme und Verwertung von Eisen zurückzuführen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten eines Eisenmangels gibt es?

Eisenpräparate

Eisentabletten können dazu beitragen den Eisenhaushalt im Körper wiederherzustellen. Wenn möglich, sollten Eisentabletten immer auf nüchternen Magen eingenommen werden, um damit die Eisenaufnahme zu erleichtern. Oral eingenommene Eisenpräparate können neben Verstopfung auch zu schwarzem Stuhlgang führen. Optimal zu kombinieren sind hier Vitamin-C-Präparate

Mehr dazu, warum Vitamin-C und Eisen eine optimale Kombination abgeben hier

Wichtig: Eisenpräparate sollten nur im Falle eines nachgewiesenen Eisenmangels eingenommen werden. Denn eine unnötige Eisenzufuhr kann die Gesundheit belasten.

Ernährung

Eine Ernährung, die eisenhaltige Lebensmittel enthält, kann dabei helfen, einen Eisenmangel zu bekämpfen oder diesem vorzubeugen. Zu den eisenhaltigen Lebensmittel gehören u.a.:

  • Rotes Fleisch
  • Dunkelgrünes Blattgemüse
  • Trockenfrüchte
  • Nüsse

Mehr eisenhaltige Lebensmittel gibt’s im Text Eisen

Behandlung der Blutungsursache

Eisenpräparate helfen bei Blutungsstörungen nur bedingt, wenn übermässige Blutungen die Ursache des Mangels sind. Frauen mit starken Regelblutungen kann hier deshalb auch die Antibabypille verschrieben werden, um auf diese Weise die Monatsblutung abzuschwächen.

Ist die Blutung auf eine Verletzung oder ein anderes Ereignis zurückzuführen, könnten unter Umständen auch chirurgische Eingriffe erforderlich sein, um die Blutung zu stoppen. In besonders schweren Fällen kann eine Transfusion roter Blutkörperchen oder intravenöses Eisen den Blut- und Eisenverlust schnell ausgleichen.

Tipps zur Vorbeugung eines Eisenmangels

Einer Eisenmangelanämie, die durch eine unzureichende Eisenaufnahme verursacht wird, kann durch eine Ernährung mit eisen- sowie auch vitamin-C haltigen Lebensmitteln entgegengewirkt werden.

Mehr zum Eisen Tagesbedarf sowie eisenhaltige Lebensmittel im Text Eisen

Selbsttests auf Eisenmangel 

Eisenmangel Selbsttest: Der Symptom Check

Ein Eisenmangel kann sich in verschiedenen sowie unterschiedlichen Symptomen zeigen. Diese beginnen oft schleichend und verstärken sich dabei mit zunehmendem Mangel. 

Typische Anzeichen eines Eisenmangels

  • Müdigkeit 
  • Verminderte körperliche Leistungsfähigkeit 
  • Mangelnde Konzentrationsfähigkeit 
  • Kopfschmerzen 
  • Schwindel
  • Haarausfall (Mehr zu Ursachen für Haarausfall hier)
  • Unruhige Beine 
  • Blasse Gesichtsfarbe
  • Kurzatmigkeit
  • Trockene Haut (Mehr zum Thema trockene Haut hier)
  • brüchige Nägel

Eisenmangel Selbsttest: Der Bluttest für zu Hause 

Hier gibt es den Heim-Test auf Eisenmangel:

Dieser Eisenmangel Selbsttest für zu Hause gibt einen Hinweis darauf, ob der Ferritin-Wert im Blut bei mehr oder weniger als 20 ng/ml liegt.

Eisenmangel Selbsttest: Gehöre ich zur Eisenmangel Risikogruppe?

Der Fragenkatalog

  • Bin ich Weiblich?
  • Leide ich unter einer verstärkten oder verlängerten Menstruationsblutung?
  • Leide ich unter chronischen Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn) oder Zöliakie?
  • Ernähre ich mich vegetarisch oder vegan? (Mehr zu Veganismus und Vegetarismus hier)
  • Betreibe ich Leistungssport?
  • Bin ich schwanger oder stelle ich?
  • Hatte ich in der Vergangenheit schon Eisenmangel?

Je mehr Fragen hier mit Ja beantwortet werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit auf einen bestehenden Eisenmangel.

Wichtig: Selbsttests ersetzen keine ärztliche Diagnose. Bei Anzeichen oder Unsicherheiten sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden.

Ärztliche Tests auf Eisenmangel 

Bluttests

Ein Arzt kann eine Anämie mit Hilfe von verschiedenen Bluttests diagnostizieren. Dazu gehört eine Untersuchung des vollständigen Blutbildes inkl. rote Blutkörperchen (RBC), weisse Blutkörperchen (WBC), Hämoglobin (Hb), Hämatokrit (Hkt), Blutplättchen (PLT) sowie Eisen, Ferritin und Transferrin.

Die Funktion von Hb, Ferritin und Transferrin

Das Ferritin gibt Aufschluss darüber, wie gut der Eisenspeicher des Körpers gefüllt ist. Niedrige Ferritin-Werte deuten somit auf eine geringe Eisenspeicherung hin. Transferrin transportiert das Eisen über das Blut zu allen Körperzellen. Der Hb-Wert sinkt erst dann ab, wenn die Eisenspeicher alle leer sind und somit nicht mehr genügend rote Blutkörperchen gebildet werden können. Fällt der Hb-Wert unter den Grenzwert (Frauen 12.0 g/dl, Männer: 13.0 g/dl) spricht man dabei von einer therapiebedürftigen Eisenmangelanämie.

Um wirklich aussagekräftige Resultate zu erhalten, wird zudem oft auch ein Entzündungswert, das CRP, mitbestimmt, um damit akute Infektionen oder Entzündungen auszuschliessen, welche die Ferritin- und Transferrin-Werte verfälschen könnten.

Eisen Normwerte 

Frauen  Männer
Hb-Wert  12 g/dl  13 g/dl
Ferritin  15 ng/ml 15 ng/ml
Transferrin-Sättigung 16 % 16%
Eisen 18-40 Jahre: 37-165 ug/dl 18-40 Jahre: 40-155 ug/dl

Mehr zu Eisen im Blut: Laborwerte hier

Test bei Verdacht auf innere Blutungen

Besteht der Verdacht, dass innere Blutungen die Ursache für die Anämie sind, können weitere Tests erforderlich sein, wie z. B. ein Stuhltest auf okkultes Blut im Stuhl (Blut, welches nicht von blossem Auge erkennbar ist). Dieser kann dabei auf Blutungen im Darm hinweisen.

Endoskopie 

Bei einer Endoskopie kann eine kleine Kamera an einem beweglichen Schlauch angebracht werden, um damit die Auskleidung des Magen-Darm-Trakts besser einzusehen. Dazu zählen Magen- oder Darmspiegelungen, diese können helfen, die Ursachen von Magen-Darm-Blutungen zu erkennen.

Fazit 

Unser Körper kann Eisen nicht selbst herstellen, wir nehmen es über unsere Ernährung zu uns. Rund 8 % der deutschen Bevölkerung leiden unter einem Eisenmangel. Wird dieser länger nicht erkannt und behandelt, kann es zu einer Eisenmangelanämie kommen, die häufigste Form der Anämie (Blutarmut). Ist nicht genügend Eisen in unserem Blut vorhanden, kann entsprechend der Rest des Körpers auch die benötigte Menge Sauerstoff nicht mehr aufnehmen.

Eine häufige Ursache für Eisenmangelanämie bei Frauen im gebärfähigen Alter ist ein Eisenverlust aufgrund einer starken Menstruation oder einer Schwangerschaft. Aber auch eine mangelhafte Ernährung kann ebenfalls zu einer Eisenmangelanämie führen. 

Unser Eisenbedarf ist sowohl von Alter und Geschlecht als auch von weiteren Faktoren wie z. B. unserem Lebensstil abhängig. Leistungssportler, Vegetarier oder Veganer haben dabei einen erhöhten Eisenbedarf.

Die Symptome einer Eisenmangelanämie können zunächst nur mild und wenig ausgeprägt erscheinen und werden möglicherweise sogar kaum bemerkt. Einige Menschen haben dabei ein höheres Risiko für eine Eisenmangelanämie als andere.

Bestimmte Erkrankungen können innere Blutungen verursachen, welche zur Entstehung einer Eisenmangelanämie beitragen können. Erkrankungen wie z. B. Zöliakie, welche eine optimale Eisenaufnahme erschweren können, werden in der Familie weitergegeben, genauso wie die Von-Willebrand-Krankheit und die Hämophilie.

Die meisten Fälle von Eisenmangelanämie sind leicht zu behandeln. Bleibt der Eisenmangel jedoch unbehandelt, können andere Gesundheitsprobleme und Komplikationen auftreten. Wie eine Eisenmangelanämie behandelt wird, hängt vor allem davon ab, wie gravierend das Problem ist und wodurch es verursacht wird. Eine Ernährung, die eisenhaltige Lebensmittel enthält, kann helfen, einen Eisenmangel zu bekämpfen oder entsprechend vorzubeugen.

Ärztliche Eisenmangel Tests oder Eisenmangel Selbsttest, wie z. B. der Symptom Check, der Bluttest für zu Hause oder der Fragenkatalog, ob ich zur Risikogruppe gehöre, können bei der Erkennung eines Eisenmangels helfen.