Haarausfall- Ursachen & Arten, Behandlungsmöglichkeiten & Hausmittel

Intro 

Haarausfall, auch Alopezie genannt, kann entweder nur die Kopfhaut oder gleich den ganzen Körper betreffen und dabei temporär oder aber auch dauerhaft sein. 

Was sind die Ursachen für Haarausfall und welche Arten gibt es? Wie kann man Haarausfall behandeln, wie vorbeugen und welche Hausmittel können helfen? 

Welchen Einfluss haben Hormone, Vitamine und Mineralstoffe, wenn es um unsere Haare geht und welche Rolle spielt Stress dabei? 

Gehen wir der Sache auf den Grund … 

Anzeichen von Haarausfall 

Ein Anzeichen für Haarausfall kann z. B. eine allmähliche Schütterung der Haare auf dem Oberkopf sein. Dies ist die häufigste Form des Haarausfalls und betrifft vor allem Menschen im höheren Alter. Bei Männern beginnt das Haar oft am Haaransatz auf der Stirn zu schwinden. Bei älteren Frauen kann eine zurückweichende Haarlinie (frontale fibröse Alopezie) das erste Anzeichen sein. 

Allen Arten von Haarausfall, ob bei Männern oder Frauen, haben eines gemeinsam, sie sind ein Symptom dafür, dass im Körper etwas nicht in Ordnung ist. 

Ursachen für Haarausfall: Was verursacht Haarausfall?

Typischerweise verlieren Menschen 50 bis 100 Haare pro Tag. Dies fällt in der Regel nicht grossartig auf, weil gleichzeitig neue Haare nachwachsen. Haarausfall tritt dann auf, wenn die ausgefallenen Haare nicht mehr durch neue Haare ersetzt werden. Übermässiger oder abnormaler Ausfall von Haaren wird auch als Alopezie bezeichnet.

Die Ursache für Haarausfall kann in der Veranlagung (erblich bedingt), hormonellen Veränderungen, medizinischen Erkrankungen sowie auch im normalen Alterungsprozess liegen. Erblich bedingter Ausfall von Haaren im Alter ist die häufigste Ursache für Kahlheit.  

Umgang mit Haarausfall

Viele Menschen lassen ihren Haarausfall unbehandelt und unverhüllt fortschreiten. Andere wiederum kaschieren ihn mit Frisuren oder Mützen. Und wieder andere entscheiden sich für eine der verfügbaren Behandlungen, um weiteren Ausfall zu verhindern oder das Haarwachstum wieder herzustellen.

Bevor eine Behandlung gegen Haarausfall in Betracht gezogen wird, sollte mit einem Arzt (Dermatologen) über die Ursache sowie die Behandlungsmöglichkeiten des Haarausfalls gesprochen werden. Obwohl der Haarverlust meist gesundheitlich völlig unbedenklich ist, beeinträchtigt er oft die Psyche der Betroffenen sehr. 

Wer verliert Haare?

Grundsätzlich kann Jeder Haare auf dem Kopf verlieren, bei Männern ist dies jedoch häufiger der Fall. Unter Kahlheit versteht man in der Regel einen übermässigen Haarausfall auf der Kopfhaut.

7 Faktoren für Haarausfall 

Positive Familienanamnese (Vererbung)

Die häufigste Ursache für Haarausfall ist eine erblich bedingte Erkrankung, die mit zunehmendem Alter auftritt. 

Hormonelle Veränderungen 

Eine ganze Reihe von Erkrankungen kann zu dauerhaftem oder vorübergehendem Ausfallen der Haare führen, dazu gehören z. B. hormonelle Veränderungen aufgrund von Schwangerschaft, Geburt, Wechseljahren oder Schilddrüsenproblemen. 

Medizinische Erkrankungen

Zu den medizinischen Erkrankungen gehört die Alopecia areata, die im Zusammenhang mit der Immunabwehr steht und zu lückenhaftem Haarausfall, Kopfhaut-Infektionen wie Ringelflechte und eine Haarausfallstörung namens Trichotillomanie führt. Als Trichotillomanie wird ein zwanghaftes Auszupfen von Haaren (Kopfhaaren, Wimpern, Augenbrauen) bezeichnet. 

Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel

Haarausfall kann eine Nebenwirkung bestimmter Arzneimittel sein, z. B. solche die zur Behandlung von Krebs, Arthritis, Depressionen, Herzproblemen, Gicht sowie hohem Blutdruck eingesetzt werden.

Strahlentherapie des Kopfes

Nach einer Strahlentherapie kann es sein, dass das Haar nicht mehr genauso nachwächst, wie es vorher war.

Ein sehr stressiges Ereignis

Viele Menschen leiden mehrere Monate nach einem körperlichen oder emotionalen Trauma unter einem allgemeinen Haarausfall. Diese Art von Haarausfall ist allerdings nur vorübergehend.

Frisuren und Behandlungen

Übermässiges Haarstyling oder Frisuren, die das Haar stark einschnüren (z. B. Zöpfe) können ebenso eine Art von Haarausfall verursachen die als Traktionsalopezie bezeichnet wird. Auch Haarbehandlungen mit heissem Öl und Dauerwellen können zu Haarausfall führen. Wenn es zu Narbenbildung kommt, kann der Haarausfall dabei dauerhaft bleiben.

Welche Arten von Haarausfall gibt es?

Haarausfall kann auf viele verschiedene Arten in Erscheinung treten, unabhängig davon was die Ursachen dafür sind. Er kann plötzlich oder schleichend auftreten und entweder nur die Kopfhaut oder aber den ganzen Körper betreffen. Manche Menschen verlieren Haare in Form von kreisrunden oder lückenhaften kahlen Stellen auf der Kopfhaut, im Bart oder an den Augenbrauen. Die Haut kann dabei jucken oder schmerzen bevor die Haare ausfallen.

Beim Kämmen oder Waschen der Haare oder auch bei leichtem Ziehen daran können sich immer einzelne Haare lösen. Diese Art führt in der Regel zu einer allgemeinen Ausdünnung des Haares, ist aber nur vorübergehend.

Plötzliches Ausfallen der Haare

Ein physischer oder psychischer Impuls kann dazu führen, dass Haare plötzlich ausfallen. 

Ganzkörperlicher Haarausfall

Einige Krankheitsbilder sowie medizinische Behandlungen (z. B. die Chemotherapie bei Krebs) können dazu führen, dass die Haare am ganzen Körper ausfallen. In der Regel wachsen die Haare wieder nach.

Erblich bedingter Haarausfall: Androgenetische Alopezie 

Das erblich bedingte Ausfallen der Haare wird auch androgenetische Alopezie genannt und kann sowohl Männer als auch Frauen betreffen. Er entsteht durch das Verkürzen der Wachstumsphase der einzelnen Kopfhaare. 

Erblich bedingter Haarausfall wird durch genetische und hormonelle Faktoren beeinflusst und tritt vorwiegend ab dem mittleren Lebensalter auf. Typisches Merkmal für androgenetische Alopezie: Der Haarausfall beginnt an den Schläfen sowie am hinteren Schädeldach und breitet sich von diesen Stellen aus langsam über den restlichen Kopf aus. 

Androgenetischer Haarausfall gilt nicht als eine Erkrankung, sondern wird als normale Alterungserscheinung angesehen und führt bei Männern zu einer Ausdünnung der Haarlinie und geht häufig in eine Glatze über. Bei Frauen beginnt die androgene Alopezie mit einer allmählichen Verbreiterung des Haaransatzes, gefolgt von einer zunehmenden Verdünnung, die im oberen Bereich des Kopfes beginnt. 

Kreisrunder Haarausfall

Beim kreisrunden Haarausfall, auch als Alopecia areata bezeichnet, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Hinter der Alopecia areata steckt eine überschiessende Entzündungsreaktion. Dabei greift das körpereigene Immunsystem die Wurzeln der Haarfollikel an, diese können dabei zerstört werden. Kreisrunder Haarausfall kann bei beiden Geschlechtern auftreten manifestiert sich jedoch hauptsächlich bei jungen Menschen vor dem 30. Lebensjahr.

Sie ist die häufigste Form von nicht-hormonell bedingtem Haarausfall und kommt sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen vor. Es kann dabei zu kurzen Haaren kommen, die aussehen, als seien sie abgebrochen. 

Symptome des kreisrunden Haarausfalls

Zu den Symptomen gehört ein recht plötzlicher und lückenhafter Haarausfall im Gegensatz zum hormonell bedingten Ausfallen der Haare, das in der Regel schleichender verläuft. Diese Stellen treten üblicherweise im Kopf- oder Barthaar auf, seltener sind auch andere behaarte Körperstellen davon betroffen. 

Diffuser Haarausfall

Der diffuse Haarausfall kann zahlreiche unterschiedliche Ursachen haben und tritt gehäuft bei Frauen auf. Ein diffuser Haarausfall zeigt kein regelmässiges Muster, sondern kann an mehreren Stellen gleichzeitig beginnen und das Haar dabei an allen beliebigen Stellen ausdünnen. Als Ursachen dafür werden u.a. Veränderungen des Hormonhaushaltes, Stoffwechselerkrankungen, Medikamente, eine Mangelernährung oder Essstörungen (Magersucht, Bulimie), diverse Infektionskrankheiten sowie Vergiftungen genannt. Der diffuse Haarausfall kann in jedem Lebensabschnitt auftreten und zählt zum nicht vernarbenden Haarausfall. 

Medikamentös bedingter Haarausfall 

Einige Medikamente, darunter Hormonpräparate, Blutdrucksenker (Betablocker), Medikamente zur Cholesterinsenkung (Statine), Gerinnungshemmer, Schilddrüsenmedikamente (Thyreostatika) sowie bestimmte Psychopharmaka oder Zytostatika (Chemotherapie) können Haarausfall verursachen, indem sie die Haarwurzel schädigen oder die Wachstumszyklen der Haare negativ beeinflussen.

Das Ausfallen der Haare aufgrund von Medikamenten heilt in den meisten Fällen nach dem Absetzen der Medikamente aus. 

Krankheitsbedingter Haarausfall 

Haarausfall kann auch ein Symptom einer schweren Erkrankung sein, u.a. die chronisch entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn, Diabetes mellitus, Blutarmut (Anämie) sowie Syphilis. Wenn der Haarausfall das Symptom einer Grunderkrankung ist, kann durch die Behandlung der Grunderkrankung oftmals auch das Ausfallen der Haare gestoppt werden.

Mechanisch bedingter Haarausfall 

Durch Hitzeeinwirkung z. B. können Haare beschädigt werden und ausfallen. Dazu zählen Verbrennungen oder das Ausreissen von Haaren. Das Ausfallen der Haare bedingt durch leichte Verbrennungen oder ausgerissenen Haaren bessert sich mit der Zeit wieder von allein.

Androgene Alopezie 

Androgene Alopezie bei Frauen ist auf die Wirkung von Androgenen, männlichen Hormonen, zurückzuführen die normalerweise nur in einer geringen Menge vorhanden sind.

Eine Androgene Alopezie kann durch eine Vielzahl von Faktoren hervorgerufen werden, die alle in Zusammenhang mit der Wirkung von Hormonen stehen (Eierstockzysten, Antibabypillen mit hohem Androgenindex, Schwangerschaft sowie Wechseljahre).

Angeborene Haarlosigkeit

Manchen Menschen fehlt von Geburt an die Körperbehaarung in bestimmten Körperregionen oder gar am gesamten Körper. Die verschiedenen Formen dieser angeborenen Haarlosigkeit führen alle auf Gendefekte zurück. Unabhängig davon, welche Form des Haarausfalls vorzuliegen scheint, sollte ein plötzlich einsetzender Haarausfall ärztlich abgeklärt werden, um die Ursachen dafür auszuschliessen.

Haarausfall Frauen

Die häufigste Art des Haarausfalls bei Frauen ist die androgenetische Alopezie, welche weiter oben im Text bereits erwähnt wurde. 

Haarausfall Männer 

Es gibt 3 besonders häufige Formen von Haarausfall bei Männern:

  • genetisch bedingten Haarverlust (androgenetische Alopezie)
  • kreisrunder Haarausfall
  • diffuser Haarausfall 

Wann zum Arzt: Welcher Arzt hilft bei Haarausfall?

Wenn es um Haarausfall geht, ist der Hautarzt (Dermatologe) die richtige Anlaufstelle.

Wann sollte man wegen ausfallender Haare zum Arzt? 

Konsultiert werden sollte ein Arzt, wenn der anhaltende Haarausfall beunruhigend ist und behandelt werden möchte. Auch sollte ein Arzt dann informiert werden, wenn beim Kämmen oder Waschen der Haare plötzlich lückenhafter Haarausfall bemerkt wird oder mehr Haare als gewohnt ausfallen.

Ab wann spricht man von einem übermässigen Haarausfall?

Als übermässiges ausfallen der Haare wird der Verlust von mehr als 100 Haaren pro Tag bezeichnet. Wenn mehr Haare ausfallen, nimmt die Haarmenge mit der Zeit automatisch ab. 

Vorbeugung gegen Haarausfall 

Die meisten Fälle von Haarausfall sind genetisch bedingt. Dieser Art lässt sich nicht vorbeugen. Einige Tipps jedoch können helfen, vermeidbaren Haarausfall zu verhindern: 

6 Tipps Haarausfall vorzubeugen 

  • 1. Gehe sanft mit deinem Haar um
  • Vermeide beim Bürsten und Kämmen ein Ziehen an den Haaren, vor allem wenn das Haar nass ist 
  • 2. Ein grobzinkiger Kamm kann helfen, das Ausreissen der Haare zu verhindern
  • 3. Vermeide Haarbehandlungen mit extremer Hitze wie z. B. Lockenwickler und Lockenstäbe oder Behandlungen mit heissem Öl sowie Dauerwellen
  • 4. Vermeide zu viel Spannung im Haar, z. B. bei Frisuren mit Gummibändern, Haarspangen und Zöpfen
  • 5. Schütz dein Haar vor Sonnenlicht und anderen Quellen ultravioletten Lichts
  • 6. Hör auf zu Rauchen. In einigen Studien wurde ein Zusammenhang zwischen Rauchen und dem Ausfallen der Haare festgestellt

Behandlung von Haarausfall: Was hilft gegen Haarausfall?

Es gibt einige Studien zu diesem Thema, viele davon mit sehr vielversprechenden Erfolgen und Zusammenhängen. Eine Studie ergab, dass mehrere Teilnehmer, welche unter Haarausfall litten eine niedrige Protein- und Aminosäurezufuhr aufwiesen. 

Eine weitere Studie legt ebenfalls einen Zusammenhang zwischen Nährstoffen und dem Ausfallen von Haaren nahe. In einer Übersichtsarbeit in der Zeitschrift Dermatology and Therapy wurde dazu die Rolle verschiedener Vitamine und Mineralstoffe bei der Prävention von Haarausfall untersucht. 

Vitaminen und Mineralstoffen welche einen Beitrag gegen Haarausfall leisten könnten

Es bedarf jedoch weiteren Studien, um zu untersuchen, ob ein Nährstoffmangel tatsächlich mit dem Ausfallen von Haaren zusammenhängt. Wer die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittel in Erwägung zieht, sollte zunächst mit einem Arzt sprechen. 

Bei einer anderen veröffentlichten Studie wurde ein Zusammenhang zwischen Kräutern und Gemüsesorten in der Mediterranen Ernährung und einem geringeren Risiko für androgenetische Alopezie (Glatzenbildung bei Männern) beobachtet. Mehr zu mediterrane-Diät im passenden Text.

Wieder andere Studien ergaben, dass Kokosnussöl durchaus dazu beitragen kann Haarausfall aufgrund von Schäden durch ultraviolettes Licht oder schlechten Pflegegewohnheiten zu verhindern. Jedoch ist es auch hier wieder so, dass weitere Untersuchungen erforderlich sind, um dies wissenschaftlich fundieren zu können. 

Fakt ist: Je früher die Symptome des Haarausfalls angegangen werden, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit das irreversible Schäden vermieden werden.

Medikamente gegen Haarausfall

Wer nach einer Behandlung zur Vorbeugung oder zum Nachwachsen von Haaren sucht, dem stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Die Wirksamkeit der einzelnen Möglichkeiten ist dabei immer individuell und von Person zu Person verschieden. 

Es gibt verschiedene frei verkäufliche Medikamente zur Prävention und Behandlung. 

Minoxidil 

Das Mittel der Wahl zur Behandlung von androgenetischer Alopezie ist Minoxidil, der aktive Wirkstoff in Rogaine. Topisches Minoxidil ist die gängigste Behandlung für androgene Alopezie oder hormonell bedingten Haarausfall, während Kortikosteroide hauptsächlich zur Behandlung von nicht-hormonellem Ausfall eingesetzt werden. 

Kortikosteroide

Kortikosteroide reduzieren die Entzündung und senken die Immunreaktion bei Alopecia areata

Finasterid

Finasterid ist ein weiteres Medikament gegen Haarverlust. In einer Studie im Indian Journal of Dermatology wurde festgestellt, dass Finasterid beim Nachwachsen von Kopfhaar wirksam ist. An anderen Stellen des Körpers liess Finasterid jedoch keine Haare nachwachsen.

Medikamente wie Minoxidil (zum Auftragen auf die Kopfhaut) oder Finasterid (als Medikament zum Einnehmen) hemmen nachweislich die Wirkung von Testosteron. 

Low Level Laser Therapie (LLLT) 

Die Low Level Laser Therapie (LLLT) oder niedrig dosiertes rotes Laserlicht ist eine moderne Behandlungsmethode gegen Haarausfall und Haarausdünnung und soll dabei das Haarwachstum ankurbeln. Dabei handelt es sich um eine Methode mit sehr vielversprechender Wirkung, insbesondere in Kombination mit topischen Seren, ungefährlich und schmerzfrei. 

Behandlung mit plättchenreichem Plasma (PRP)

Die Abkürzung PRP steht hier für Platelet-Rich-Plasma, plättchenreiches Plasma und wird aus dem Eigenblut gewonnen. Anschliessend wird das mit Wachstumsfaktoren angereicherte Plasmakonzentrat direkt in die Kopfhaut injiziert und soll die Angiogenese und damit auch das Haarwachstum anregen. 

Shampoo bei Haarausfall

Shampoos, die versprechen kaputte Haare zu reparieren oder sogar vor Haarausfall zu schützen, gibt es inzwischen viele. Eine echte Wirkung attestieren Dermatologen den angeblichen Wundermitteln allerdings nicht. Auch die Wirkung von Koffein-Shampoos ist nicht nachgewiesen. Theoretisch möglich, wissenschaftlich jedoch noch zu wenig erforscht. 

Haartransplantationen 

Bei der Haartransplantation handelt es sich um ein chirurgisches Verfahren, bei dem Haarfollikel aus einem Körperteil, der so genannten „Spender-Stelle“ entnommen werden und in eine kahle oder kahl werdende Stelle des Körpers, die so genannte „Empfänger-Stelle“, eingepflanzt werden. Diese Technik wird in 1. Linie zur Behandlung der männlichen Glatze eingesetzt. Haartransplantationen sind schmerzhaft und kostspielig aber in der Regel erfolgreicher als freiverkäufliche Produkte zur Haarwiederherstellung. 

Zwischen 10 und 80 % der transplantierten Haare wachsen innerhalb von schätzungsweise 3-4 Monaten vollständig nach. Wie normales Haar, wird jedoch auch transplantiertes Haar mit der Zeit dünner. 

Für eine erfolgreiche Haartransplantation müssen die Haartransplantate überleben und sich an die neuen Bereiche anpassen, in die sie verpflanzt werden. Klinische Studien zeigen, dass etwa 85-95 % aller implantierten Transplantate problemlos an der transplantierten Stelle anwachsen.

Es gibt 2 Arten von Transplantationsverfahren: Slitgrafts (Schlitz-Transplantate) und Micrografts (Mikro-Transplantate). Slitgrafts enthalten dabei 4-10 Haare pro Transplantat. Micrografts enthalten 1-2 Haare pro Transplantat.

4 Hausmittel gegen Haarausfall

  • 1. Apfelessig: Apfelessig nutzt seine desinfizierende Wirkung, um Bakterien, Pilze und verstopfte Poren zu reinigen 
  • 2. Kokosöl: Das nährstoffreiche Kokosöl enthält wichtige Vitamine und wertvolle Fettsäuren, welche das Haarwachstum anregen und das Haar entsprechend stärken. Zudem wirkt sich Kokosöl ebenfalls positiv auf ein übersäuertes Kopfhaut-Milieu aus 
  • 3. Koffein: Koffein ist nicht nur ein Muntermacher, sondern kann auch gegen den Verlust von Haaren helfen. Tipp: Statt den Kaffeesatz wegzuwerfen diesen lieber als Haar-Shampoo benutzen. Dazu einfach den Satz mit etwas Wasser vermischen und in das Haar einmassieren. 10 min. einwirken lassen und wieder gut ausspülen
  • 4. Haferflocken: Haferflocken stärken aufgrund ihrer wichtigen Nährstoffe auch unser Haar. Haferflocken enthalten Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen, Kalium und Phosphor und regen damit das Haarwachstum an

Haarausfall und Stress 

Es ist zum Haare raufen … da ist definitiv etwas dran. 

Stress und Haarausfall können in direktem Zusammenhang stehen, müssen jedoch nicht zwangsläufig von Dauer sein. Je besser man den Stress in den Griff bekommt, desto schneller kann das Haar wieder nachwachsen. Wer aufgrund von Stress oder Ängsten Haare verliert, hat gute Chancen, dass sie wieder nachwachsen, sobald sich der Stresspegel wieder normalisiert hat.

Stress kann ein Telogeneffluvium auslösen, bei dem alle Haare in die Ruhephase übergehen und anschliessend ausfallen. Beim Telogeneffluvium fallen mehr Haare als gewöhnlich über den ganzen Kopf verteilt aus. Verantwortlich dafür ist meist ein zurückliegender einmaliger oder andauernder Auslöser wie z. B. das Ende der Schwangerschaft, eine Erkrankung, ein Stressor oder Eisenmangel. Zur Behandlung genügt in der Regel das Entfernen dieses Auslösers und ein beobachtendes Abwarten während einiger Monate.

Auch eine Operation oder ein schneller Gewichtsverlust sind Ereignisse, welche vom Körper als Stress empfunden werden.

Haarausfall und Hormone

Wenn sich der Haaransatz zurückzieht oder das Haar dünner wird kann das Ausfallen der Haare auch hormonell bedingt sein. Die Symptome von hormonell bedingtem Haarausfall können sich von anderen Formen des Haarausfalls unterscheiden.

Die häufigste Form des Haarausfalls bei Männern und Frauen ist die androgene Alopezie, auch androgenetischer Haarausfall genannt. Androgene Alopezie kann sowohl genetisch wie auch hormonell bedingt sein. 

Welche Hormone können Haarausfall verursachen?

– Hohe Testosteronspiegel

– Ein hoher Cortisolspiegel 

– Hohe oder niedrige Schilddrüsenhormonspiegel

Ein weiteres Hormon, welches ebenfalls zu den Haarausfall-Mitverursacher zählt, ist das Cortisol – und dies stressbedingt. Der behandelnde Arzt kann die Testosteron-, Cortisol- und Schilddrüsenwerte im Blut überprüfen, um festzustellen, ob eines dieser hormonellen Ungleichgewichte die Ursache sein könnte.

Bei hormonell bedingtem Haarausfall werden die Haarfollikel nicht vom Immunsystem angegriffen, es handelt sich somit nicht um eine Autoimmunkrankheit. 

Mehr über Hormone hier

Haarausfall, Vitamine und Mineralstoffe 

Können Vitamin- und Mineralstoffergänzungen zur Vorbeugung oder Behandlung von Haarausfall beitragen? 

Die Beantwortung dieser Frage ist angesichts der umfangreichen und widersprüchlichen Nachweise, die zu diesem Thema vorliegen sehr schwierig. Es gibt allerdings gewisse Anhaltspunkte dafür, dass Mikronährstoffe bei nicht vernarbender Alopezie eine Rolle spielen.

Die Rolle von Ernährung und Diät bei der Behandlung von Haarausfall ist ein stetig wachsender Bereich der Forschung. Mikronährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe spielen eine wichtige, aber nicht ganz eindeutige Rolle für die Entwicklung der Haarfollikel und die Funktion der Immunzellen. Ein Mangel an solchen Mikronährstoffen könnte ein veränderbarer Risikofaktor für die Entwicklung, Vorbeugung und Behandlung der Alopezie sein.

Welches sind die Vitamine und Mineralstoffe, welche am häufigsten im Zusammenhang mit Haarverlust erwähnt werden? 

Biotin: Biotin (Vitamin B7) ist wichtig für die Körperzellen. Ein niedriger Biotinspiegel kann neben Hautausschlägen und brüchigen Nägeln ebenfalls zum Verlust von Haaren führen. Die meisten Menschen nehmen ausreichend Biotin mit der Nahrung zu sich. Biotin findet sich u. a. in Lebensmitteln wie: Eigelb, Vollkorngetreide und Fleisch.

Mehr über Biotin hier 

Eisen: Unsere roten Blutkörperchen sind auf Eisen angewiesen, um Sauerstoff zu transportieren. Niedrige Eisenwerte können zu einer Eisenmangelanämie führen. Zu den entsprechenden Symptomen gehören neben Müdigkeit und blasser Haut auch Haarausfall. Frauen, welche eine starke Regelblutung haben leiden häufiger an Eisenmangel, ebenso wie Menschen mit einer chronischen Krankheit, Vegetarier oder Veganer. Lebensmittel welche von Natur aus reich an Eisen sind, sind z. B. rotes Fleisch, grünes Blattgemüse sowie Hülsenfrüchte. 

Hier gibt es weitere Infos über Eisen

Vitamin-C: Vitamin-C ist wichtig, damit der Darm Eisen überhaupt aufnehmen kann. Vitamin-C-Quellen sind: Zitrusfrüchte, grünes Blattgemüse sowie Paprikaschoten. Wer eisenhaltigen Lebensmittel gleichzeitig mit einer Vitamin-C-haltigen Mahlzeit isst, kann das Eisen dabei besser aufnehmen.

Hier gehts zum Vitamin-C 

Vitamin-D: Vitamin-D ist wichtig für den Knochenbau. Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel kann allerdings auch mit Haarausfall in Verbindung gebracht werden. Die Haut bildet Vitamin-D, wenn sie Sonnenlicht ausgesetzt ist. Der Verzehr von fettem Fisch oder angereicherter Milch z. B. kann den Vitamin-D-Spiegel erhöhen. Magnesium zusammen mit Vitamin-D eingenommen erhöht dessen Bioverfügbarkeit. 

Hier gibt es weitere Infos über Vitamin-D

Zink: Anzeichen für einen niedrigen Zinkspiegel sind neben einer schlechten Wundheilung auch das Vermehrte Ausfallen von Haaren. Zink-Quellen sind: Schalentiere, Fleisch, Bohnen, Nüsse sowie Samen.

Hier gehts zum Text über Zink

Facts

  • Jedes Haar lebt durchschnittlich 2-6 Jahre bevor es ausfällt. Danach kann aus dem gleichen Haarfollikel noch etwa 10 mal ein neues Haar wachsen 
  •  Jedem Menschen fallen täglich ca. 60-100 Haare aus 
  • Bei 1 von 7 Männern ist der Haarausfall genetisch vorprogrammiert 
  • Bei 2 von 3 Männern entsteht bereits vor dem 35. Lebensjahr eine Glatze 
  • 80% der Frauen unter 60 Jahren leiden unter einem pathologischen Ausfallen von Haaren

Fazit 

Haarausfall, auch Alopezie, genannt kann entweder nur die Kopfhaut, oder gleich den ganzen Körper betreffen und kann dabei temporär oder auch dauerhaft sein. 

Die Ursache kann in der Veranlagung (erblich bedingt), hormonellen Veränderungen, medizinischen Erkrankungen oder im normalen Alterungsprozess liegen.

Haarausfall kann auf viele verschiedene Arten in Erscheinung treten, unabhängig davon, was die Ursachen dafür sind. Allen Arten von Haarausfall haben eines gemeinsam, sie sind ein Symptom dafür das im Körper etwas nicht in Ordnung ist.  

Stress und Haarausfall können in direktem Zusammenhang stehen, müssen jedoch nicht zwangsläufig von Dauer sein. 

Die Rolle von Ernährung und Diät bei der Behandlung von Haarausfall ist ein stetig wachsender Bereich der Forschung.