Schlafregression- Schlafrückschritte Erklärung und hilfreiche Tipps

Intro

Der Begriff Schlafregression bezieht sich auf eine Zeitspanne, in der sich das Schlafverhalten eines Babys oder Kleinkindes verändert. Eine Schlafregression ist eine abrupte Veränderung des Schlafverhaltens von Säuglingen und Kleinkindern. In der Regel hängen diese Schlafprobleme mit den Entwicklungsveränderungen des Babys zusammen und halten dabei sowohl Baby als auch Eltern auf Trab.

In diesem Text erfährst du was ist eine Schlafregression ist, welche Gründe es dafür gibt, welche Anzeichen und Symptome dabei auftreten und wie lange diese andauern. Zudem gehen wir speziell auf die 4-, 6-, 8-, 12- und 18-Monate sowie 2-Jahre-Schlafregression ein und verraten dir gute Tipps, die helfen diese Zeit gut zu überstehen.

Alles zum Thema Schlaf: Arten und Phasen findest du hier

Was ist eine Schlafregression?

Eine Regression bedeutet übersetzt einen Rückschritt. Geht es um eine Schlafregression ist dabei das Phänomen gemeint, dass ein einst guter Schläfer plötzlich nicht mehr gut schlafen lässt. Der Grund, warum das Kind plötzlich nicht mehr gut schläft, hat allerdings rein gar nichts mit einem Rückschritt an sich zu tun, ganz im Gegenteil. Denn das Kind lernt in diesen Phasen viele neue kognitive und motorische Fähigkeiten und macht damit eher Fort- anstatt Rückschritte

Es gibt nicht viele Forschungsergebnisse zu Rückfällen im Schlafverhalten von Säuglingen. Einige ältere Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass Schlafregressionen eine Reaktion auf Entwicklungsveränderungen sind, die Säuglinge in ihren ersten Lebensjahren durchmachen.

Es gibt 6 Phasen der Schlafregression beim Säugling und zwar wenn das Baby 4-,6,8,12– und 18 Monate sowie 2 Jahre alt ist. Der bekannteste und gleichzeitig auch der grösste Schlafrückschritt ist die 4-Monats-Schlafregression. In der Regel stehen diese Entwicklungsschritte im Zusammenhang mit den verschiedenen Meilensteinen, die ein Baby in diesen Altersstufen durchläuft, wie z. B. das Erlernen des Sitzens, Krabbelns und Laufens. Ebenso hat ein Fallbericht ergeben, dass Schlafregressionen parallel zu den entwicklungsbedingten Veränderungen des Gehirns auftreten können, die etwa im Alter von 2-21 Monaten stattfinden. Mehr über die Schlafrückschritte in den verschiedenen Altersphasen gleich.

Manchmal ist aber auch das, was wie eine Schlafstörung aussieht, eigentlich eher eine durch Wachstumsschmerzen, Zahnen, Hunger sowie Reflux verursachte Schlaflosigkeit oder die noch fehlende Entwicklung von Schlafgewohnheiten. Mehr zu den verschiedenen Schlafregressionsphasen gleich.

Gründe für Schlafregression

Schlafregressionen können verschiedene Gründen haben, darunter:

  • Entwicklungsfortschritte (Krabbeln, Laufen, Sprechen lernen)
  • Übergang zu einem Mittagsschläfchen pro Tag
  • Trennungsängste
  • Zunehmendes Bedürfnis nach Unabhängigkeit
  • Lebensveränderungen (Töpfchentraining, Wechsel vom Kinderbett ins Bett, Geburt eines Geschwisterchens)

Anzeichen und Symptome: Wie äussert sich eine Schlafregression?

Zu den Anzeichen einer Schlafregression gehören:

  • Widerstand gegen den Mittagsschlaf oder die Schlafenszeit
  • Probleme beim Einschlafen
  • Verkürzte Nickerchen oder Überspringen eines Nickerchens
  • Häufiges Erwachen in der Nacht
  • Unruhe und Weinen

Dauer: Wie lange dauert eine Schlafregression?

Bei den Schlafrückschritten gibt es entsprechend Unterschiede in Bezug auf deren Zeitpunkt und Dauer. Die häufigsten finden dabei im Alter von 4, 6, 8, 12– und 18 Monaten sowie 2 Jahren statt und dauern dabei zwischen 2 und 6 Wochen an.

Kind 4 Monate

Generell handelt es sich bei der 4-monatigen Schlafregression weniger um eine Rückentwicklung als vielmehr um den Beginn einer dauerhaften Veränderung des Schlafrhythmus des Babys

In der Regel ist die 4-monatige Schlafregression die 1. Veränderung im Schlafverhalten von Säuglingen. Sie tritt jedoch nicht zwingend bei allen Babys auf. Zu Anzeichen und möglichen Symptomen in dieser speziellen Phase gehören:

  • Veränderte Schlafgewohnheiten
  • Häufiges Aufwachen in der Nacht
  • Unruhiger Schlaf
  • Einschlafprobleme
  • Unruhiger Schlaf

Kind 6 Monate

Die Frage, ob es die 6-Monats-Schlafregression tatsächlich gibt, ist sehr umstritten. Normalerweise wachen Babys in diesem Alter nachts auf, weil sie Hunger haben. In dieser Phase kann es zu Unruhe, nächtlichem Aufwachen sowie einem verlängerten Mittagsschlaf kommen. 

Kind 8 Monate

Diese Phase wird auch als 8 bis 10-monatige Schlafregression bezeichnet, da sie zu jedem Zeitpunkt innerhalb dieser Altersspanne in Erscheinung treten kann. Wie bei den meisten Schlafrückschritten fällt auch diese Phase mit entwicklungsbedingten Veränderungen und Anpassungen zusammen, z. B. wenn das Kind lernt, sich aufzurichten oder zu krabbeln. Zudem bekommen einige Babys ihre mittleren Schneidezähne zwischen 8 und 12 Monaten, was ebenfalls zur Schlaflosigkeit beitragen kann. 

Kind 12 Monate 

Auch diese Schlafregressionsphase tritt nicht bei allen Kleinkindern auf. Wie bei den anderen Schlafregressionen scheint auch die 12-Monats-Schlafregression auf die wachsenden Fähigkeiten des Neugeborenen und seine wachsende Umweltwahrnehmung zurückzugehen. 

Kind 18 Monate 

Kleinkinder machen in der Mitte ihres 2. Lebensjahres viele Veränderungen durch. Einige davon betreffen die zirkadianen Rhythmen des Kleinkindes, den 24-Stunden-Schlaf-Wach-Rhythmus. Babys entwickeln in den ersten 4 Lebensmonaten einen Schlaf-Wach-Rhythmus. Kleinkinder streben in diesem Alter nach mehr Unabhängigkeit und wollen wach bleiben, um ihre wachsenden Fähigkeiten zu trainieren und die Welt um sich herum zu entdecken. Während dieser 18-monatigen Schlafrückentwicklung können selbst Säuglinge, die früher gut geschlafen haben, weniger schlafen oder mehr Schwierigkeiten beim Einschlafen haben.

Es gibt mehrere Faktoren, die zu der 18-monatigen Schlafregression beitragen können, darunter Trennungsängste oder Einschlafen ohne Betreuungsperson, Veränderungen im zirkadianen Rhythmus, Änderungen des Schlafrhythmus sowie wachsende Unabhängigkeit. Für einige bedeutet die 18-monatige Schlafregression eine dauerhafte Veränderung der kindlichen Schlafgewohnheiten. Es kann sein, dass das Kind keinen Mittagsschlaf mehr hält, länger aufbleibt oder morgens länger schläft. Zu den Anzeichen und Symptomen der 18-monatigen Schlafregression gehören:

  • Längerdauerndes Einschlafen
  • Häufiges Aufwachen in der Nacht
  • Nächtliches Weinen
  • Zunehmende nächtliche Aktivität

Kind 2 Jahre

Die 2-Jahres-Schlafregression ist in der Regel die letzte. Ursachen dafür können Veränderungen, wie z. B. das Töpfchentraining oder der Umzug in ein Kleinkindbett sowie Trennungsangst, Nachtangst oder Alpträume sein. 

Was hilft gegen Schlafregressionen? Gute Tipps gegen Schlafregression

Um Babys auf Schlafrückschritte vorzubereiten, sollte man schon früh damit beginnen, gute Schlafgewohnheiten und eine optimale Einschlafroutine zu etablieren.

8 Tipps gegen Schlafregression

Vermeide Aufregung am Abend

Schläft dein Baby unruhig kann es evtl. daran liegen, dass die Zeit vor dem Schlafengehen zu aufregend war. Reizüberflutung durch Hektik oder laute Geräusche vor dem Schlafengehen können Kinder von einem erholsamen Schlaf abhalten. Achte deshalb gerade vor dem Schlafengehen besonders darauf eine ruhige Atmosphäre zu schaffen.

Gradual fading, schläfrig ins Bett bringen

Bei dieser Methode wird das Kind ins Bett gebracht, wenn es schläfrig, aber noch nicht eingeschlafen ist, um ihm das selbstständige Einschlafen damit zu erleichtern.

Kontrolliertes Weinen

Eine umstrittene Methode, bei welcher das Kind über einen Zeitraum hinweg alleine weinen gelassen wird, in der Hoffnung, dass es sich dabei wieder von alleine beruhigt.

Gute-Nacht-Routine: Erstelle ein Einschlaf-Ritual

Zu den Routineoptionen gehören hier z. B. das Vorlesen einer Gute-Nacht-Geschichte, das Singen von Liedern vor dem Zubettgehen sowie eine sanfte Massage oder ein warmes Bad vor dem Schlafengehen. Diese sollten dabei täglich und in der gleichen Reihenfolge durchgeführt werden.

Unterschied von Tag und Nacht

Für dein Baby sollte klar werden wann Tag und wann Nacht und somit Schlafenszeit ist. Dabei helfen können Tipps wie tagsüber viel Tageslicht und Abends hingegen das Zimmer abdunkeln sein.

Anpassung der Schlafumgebung

Zu einem guten Schlaf gehört auch eine gute und passsende Schlafumgebung. Dazu zählen ein ruhiger Platz für das Babybett, eine gute Raumdurchlüftung sowie eine bequeme Matratze.

Die richtige Geräuschkulisse

White noises, monotone Hintergrundgeräusche wie z. B. Meeresrauschen können deinem Baby beim Einschlafen helfen. Im Netz gibt es dazu zahlreiche Geräusche zum runterladen.

Änderungen des Lebensstils

Bestimmte Änderungen im Tagesablauf des Kindes können ihm helfen, besser zu schlafen. Dazu gehören u. a. der Verzicht auf koffeinhaltige Nahrungsmittel und Getränke sowie die Verschiebung des Mittagsschlafes oder eine Runde mit dem Kind draussen an der frischen Luft drehen vor dem Schlafengehen wie auch das Kind tagsüber körperlich aktiv zu halten. 

Baby schläft unruhig, wann zum Arzt?

In der Regel dauern Schlafregressionen in den verschiedenen Altersphasen Tage bis Wochen an, bei der 18-Monate-Schlafregression können es bis zu 6 Wochen sein. Falls die Schlafprobleme länger anhalten oder sich zunehmend verschlimmern sollte ein Kinderarzt oder eine Kinderärztin aufgesucht werden. Ebenfalls wenn beim Kind plötzlich ein Mangel an Grössen- oder Gewichtszunahme auftritt, das Kind keinen oder weniger Appetit hat, ein vermindertes Wasserlassen oder verminderter Stuhlgang auftritt oder sich eine abnorme Atmung zeigt. Weitere Richtwerte für die versciedenen Altersklassen sind:

  • Kinder bis 8 Monate mehr als 40 Minuten zum Einschlafen brauchen oder Nachts länger als 60 Minuten wach sind
  • Kinder von 6 Monaten nachts mehr als dreimal aufwacht
  • Kinder von 18 Monaten mehr als 30 minuten brauchen um nachts einzuschlafen

Alles zum Thema Schlaf sowie Tipps für einen besseren Schlaf findest du hier

Fazit 

Eine Schlafregression bezeichnet das Phänomen, dass ein einst guter Schläfer plötzlich nicht mehr gut schlafen lösst. Der Grund dafür hat allerdings nichts mit einem Rückschritt zu tun, sondern deutet vielmehr auf Entwicklungsveränderungen hin, die Säuglinge in ihren ersten Lebensjahren durchmachen.

Es gibt 6 Phasen der Schlafregression beim Säugling: Die 4-6-8-12-18 Monate und 2 Jahre Schlafregression. Die bekannteste und gleichzeitig auch die grösste ist dabei die 4-Monats-Schlafregression.

Gründe für Schlafregressionen sind neben Entwicklungsfortschritten auch Trennungsängste, ein zunehmendes Bedürfnis nach Unabhängigkeit sowie andere Lebensveränderungen

Zu den Anzeichen und Symptomen gehören dabei Widerstand gegen den Mittagsschlaf oder die Schlafenszeit, Einschlafprobleme, verkürzte Nickerchen, häufiges Erwachen in der Nacht oder auch Unruhe und Weinen. Um Babys auf Schlafrückschritte vorzubereiten, sollte man schon früh damit beginnen, gute Schlafgewohnheiten und eine optimale Einschlafroutine zu etablieren sowie gute Tipps gegen Schlafregression zu befolgen.