Demenz-Arten, Behandlung, Tipps & Unterstützung für Angehörige

Intro

Und plötzlich ist sie da … die Vergesslichkeit. Merken tun wir es zu Beginn in einfachen und kleinen Dingen. Demenz ist eine Erkrankung, die aus geliebten und vertrauten Menschen plötzlich Fremde macht und lässt uns zu Fremden werden.

Doch was ist eine Demenz eigentlich und wie kommt es überhaupt dazu? Welche Arten und Stadien von Demenz gibt es und wie kann sie behandelt werden? Was bringt Gedächtnistraining und was sagt die Forschung zum Thema Demenz? Welche Lebensmittel unterstützen unsere Gehirnleistung und welche Tipps helfen uns im Umgang mit Demenzerkrankten? Wo finde ich Hilfe und Unterstützung als Angehöriger? 

Definition: Was ist Demenz?

Der Begriff Demenz bezeichnet eine Reihe von Symptomen die das Erinnerungsvermögen, das Denkvermögen sowie die sozialen Fähigkeiten erheblich beeinträchtigen und das tägliche Leben massiv einschränken können.

Obwohl Demenz im Allgemeinen mit einem Abbau des Erinnerungsvermögens einhergeht, kann der Gedächtnisverlust unterschiedliche Ursachen haben. Gedächtnisverlust allein bedeutet noch nicht das man an Demenz erkrankt ist … obwohl er oft eines der 1. Anzeichen der Krankheit sein kann.

Demenz wird durch die Schädigung oder den Verlust von Nervenzellen und deren Verbindungen im Gehirn verursacht. Je nachdem welcher Bereich des Gehirns betroffen ist kann sich eine Demenzerkrankung unterschiedlich auswirken und verschiedene Krankheitssymptome hervorrufen.

Einteilung

Demenzerkrankungen werden oft nach ihren gemeinsamen Merkmalen eingeteilt, z. B. nach den Proteinen, die sich im Gehirn ablagern oder nach dem Teil des Gehirns der betroffen ist. Einige Krankheiten, die durch eine Reaktion auf Medikamente oder einen Vitaminmangel verursacht werden, ähneln auf den ersten Blick Demenzerkrankungen, können sich durch eine entsprechende Therapie jedoch wieder verbessern.

Alzheimer Krankheit 

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache für eine fortschreitende Demenz bei älteren Erwachsenen, aber es gibt noch eine Reihe anderer Ursachen für Demenz. Je nach Ursache können einige Demenz-Symptome auch reversibel, also wieder umkehrbar sein.

Diagnose Demenz: Das Krankheitsbild Demenz

Es gibt keinen alleinigen Test für Demenz. Denn die Diagnose Demenz basiert auf einer Kombination von verschiedenen Untersuchungen und Beurteilungen. Diese können jeweils von einem Hausarzt oder einem Spezialisten in einer Memory-Klinik oder einem Spital durchgeführt werden.

Der Mini-Mental-Test

Der Mini-Mental-Test, auch der Mini Mental State Examination (MMSE) genannt, ist der am häufigsten verwendete Test, wenn es um Demenz und deren Verlauf. Dieser Test kann verwendet werden, um die Diagnose einer Demenz zu stellen sowie deren Verlauf und Schweregrad zu beurteilen. Er besteht aus einer Reihe von Fragen und Testaufgaben, von denen jede bei richtiger Beantwortung mit Punkten bewertet wird. 

Wie funktioniert der Mini-Mental-Test?

Der Mini-Mental-Test überprüft eine Reihe verschiedener geistiger Fähigkeiten, darunter Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Sprache einer Testperson und ist nur ein Teil der Evaluierung einer Demenzerkrankung. Mediziner werden den MMSE-Wert einer Person zusammen mit deren Vorgeschichte, Symptomen, einer körperlichen Untersuchung und den Ergebnissen anderer Tests wie z.B. Schädel-Scan berücksichtigen. Der MMSE-Wert kann ebenfalls verwendet werden, um die Entwicklung einer Person zu beurteilen bei der bereits eine Demenzerkrankung diagnostiziert wurde und kann Aufschluss darüber geben wie schwer die Symptome einer Person sind und wie schnell die Demenz fortschreitet

Demenz Symptome

Demenziellen Symptome variieren je nach der Ursache.

Häufige Anzeichen und Symptomen von Demenz

  • Kognitive Veränderungen. Der Gedächtnisverlust wird dabei meist von einer anderen Person bemerkt
  • Kommunikationsprobleme oder Wortfindungsstörung. Mehr zur Worfindungsstörung hier.
  • Schwierigkeiten mit visuellen sowie räumlichen Fähigkeiten, z. B. sich beim Autofahren verirren
  • Probleme beim logischen Denken oder beim Lösen von simplen Aufgaben
  • Schwierigkeiten bei der Bewältigung komplexer Aufgaben wie z. B. Planen und Organisieren
  • Erschwerte Koordination und Motorik 
  • Verwirrung und Desorientierung
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Depressionen und Ängste
  • Unangemessenes Verhalten
  • Paranoia und Halluzinationen 

Demenz Komplikationen 

Komplikationen die durch eine Demenz verursacht werden können sind: 

Eine schlechte Ernährung

Viele Demenzkranke reduzieren aufgrund der Tatsache, dass sie nicht mehr Kauen oder Schlucken können ihre Nahrungsaufnahme oder stellen sie gänzlich ein, was die Nährstoffzufuhr massiv beeinträchtigt 

Lungenentzündungen

Schluckbeschwerden erhöhen das Risiko des Verschluckens oder der Aspiration von Nahrung in die Lunge, was die Atmung blockieren und eine Lungenentzündung verursachen kann

Unfähigkeit Aufgaben der Selbstversorgung auszuführen

Mit fortschreitender Demenz können simple Dinge wie z.B. das Baden, das Ankleiden, das Bürsten der Haare oder das Reinigen der Zähne, die selbstständige Benutzung der Toilette oder die vorschriftsmäßige Einnahme von Medikamenten beeinträchtigt werden

Probleme mit der persönlichen Sicherheit

Einige alltägliche Situationen können für Menschen mit einer Demenz große Gefahren mit sich bringen. Dazu gehören das Autofahren, das tägliche Kochen, das Gehen und das Alleinleben

Anzeichen für Demenz: Wie erkenne ich eine Demenz?

Einige behandelbare Krankheiten können Demenz-Symptome hervorrufen, daher ist es wichtig die Ursache der Demenz zu ermitteln. Einen Arzt sollte man dann aufsuchen, wenn einem bei sich selber oder bei einer anderen Person oben genannte Zustände (Demenz Komplikationen) auftreten. 

Demenz Risikofaktoren: Was sind die Ursachen von Demenz? 

Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die zu einer Demenzerkrankung beitragen können. Einige Faktoren, wie z.B. das Alter, lassen sich nicht ändern. Andere wiederum lassen sich beeinflussen.

Risikofaktoren die nicht beeinflussbar sind 

Das Alter

Das Risiko an einer Demenz zu erkranken steigt mit zunehmendem Alter, insbesondere ab dem 65. Lebensjahr. Demenz ist jedoch kein normaler Bestandteil des Alterns und kann auch bei deutlich jüngeren Menschen auftreten

Familiengeschichte

Wenn Demenz in der Familie gehäuft auftritt erhöht sich das Risiko selbst daran zu erkranken. Bei vielen Menschen mit einer familiären Vorgeschichte treten nie Symptome auf, bei anderen Menschen ohne familiäre Vorgeschichte dafür schon. Es gibt Tests mit denen festgestellt werden kann, ob eine bestimmte genetische Mutation vorliegt … mehr dazu später

Down-Syndrom

Im mittleren Alter entwickeln viele Menschen mit Down-Syndrom eine früh einsetzende Alzheimer-Demenz

Demenz-Risikofaktoren die beeinflussbar sind 

Ernährung und Bewegung

Die Forschung zeigt, dass ein Bewegungsmangel das Demenzrisiko erhöhen kann. Es ist zwar keine bestimmte Ernährungsweise bekannt welche das Demenzrisiko senkt, doch weisen gewisse Forschungsergebnisse darauf hin, dass Menschen, die sich ungesund ernähren häufiger an Demenz erkranken als Menschen die sich z.B. nach einer mediterranen Ernährungsweise mit viel Gemüse, Vollkornprodukten, Nüssen und Samen ernähren.

Übermässiger Alkoholkonsum

In mehreren groß angelegten Studien wurde ein Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und einem erhöhten Risiko für eine früh einsetzende Demenz festgestellt.

Kardiovaskuläre Risikofaktoren

Dazu gehören Bluthochdruck (Hypertonie), hoher Cholesterinspiegel, Fettablagerungen in den Arterienwänden (Atherosklerose) und Fettleibigkeit

Depressionen

Obwohl noch nicht ausreichend erforscht, können Depressionen im fortgeschrittenen Alter ein Hinweis auf die Entwicklung einer Demenz sein

Diabetes

Diabetes kann das Demenzrisiko erhöhen, insbesondere wenn der Diabetes schlecht eingestellt ist

Rauchen

Rauchen kann das Risiko für die Entwicklung von Demenz sowie Blutgefäßkrankheiten erhöhen

Luftverschmutzung

Studien an Tieren haben gezeigt, dass Partikel aus verunreinigter Luft die Degeneration des Nervensystems beschleunigen können. Studien an Menschen haben ergeben, dass die Belastung durch Schadstoffe in der Luft, insbesondere durch Verkehrsabgase und Holzverbrennung, mit einem höheren Demenzrisiko verbunden ist

Kopftrauma

Menschen, die ein schweres Kopftrauma erlitten haben, weisen ein höheres Risiko für die Alzheimer-Krankheit auf. Mehrere große Studien haben ergeben, dass bei Menschen ab 50 Jahren, welche ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben, das Risiko für Demenz und Alzheimer-Krankheit steigt. Das Risiko steigt ebenfalls bei Menschen mit schweren und mehrfachen Schädel-Hirn-Traumata. Einige Studien deuten darauf hin, dass das Risiko in den ersten 6 Monaten bis 2 Jahren nach dem Schädel-Hirn-Trauma am größten ist

Schlafstörungen

Menschen die unter einer Schlafapnoe und anderen Schlafstörungen leiden haben möglicherweise ein höheres Risiko an Demenz zu erkranken.

Tipps für einen gesunden, erhohlsamen Schlaf hier

Vitamin- und Nährstoffmängel

Niedrige Werte von Vitamin-D, Vitamin B-6, Vitamin B-12 und Folsäure können das Risiko einer Demenzerkrankung erhöhen.

Mehr zu Vitamin-D, Vitamin-B12 und Folsäure hier

Medikamente

Es gibt gewisse Medikamente, welche die Gedächtnisleistungen beeinträchtigen können. Dazu gehören vor allem Beruhigungsmittel und Schlaftabletten.

Demenz Diagnostik 

Wie wird Demenz diagnostiziert?

Ärzte diagnostizieren eine Demenz, indem sie Fragen zur Krankengeschichte der Person stellen sowie eine körperliche Untersuchung, eine Untersuchung des geistigen Zustands sowie Labor- und bildgebende Untersuchungen durchführen. Mithilfe dieser Tests kann herausgefunden werden, ob der Verlust der geistigen Fähigkeiten evtl. auf eine behandelbare Krankheit zurückzuführen ist. 

Selbst wenn die Ursache nicht behandelt werden kann, ist es trotzdem von Vorteil zu wissen an welcher Art von Demenz die betroffene Person leidet. Die Bestimmung des Demenz-Typs kann dem Arzt helfen Medikamente oder andere Behandlungen einzuleiten, der Zustand und das Verhalten zu verbessern und damit der betroffenen Person selber, aber auch seinen Angehörigen, Abhilfe verschaffen.

Anamnese und körperliche Untersuchung 

Bei der Anamnese und der körperlichen Untersuchung befragt der Arzt die betroffene Person sowie einen nahen Angehörigen nach jüngsten Krankheiten oder anderen Lebensereignissen, die einen Gedächtnisverlust verursacht haben könnten. 

Der Arzt wird auch nach anderen Verhaltensauffälligkeiten fragen und kann die Person bitten alle Medikamente mitzubringen, die er oder sie einnimmt. Damit kann der Arzt herausfinden, ob das Problem möglicherweise durch eine Überdosierung oder einer Wechselwirkung mit anderen Medikamenten verursacht wird. Bei einer körperlichen Untersuchung wird der Arzt andere medizinische Ursachen ausschließen.

Untersuchung des geistigen Zustandes

Ein Arzt oder eine andere medizinische Fachkraft führt ebenso eine Untersuchung des geistigen Zustands durch. Bei dieser Testung kann die betreffende Person u.a. dazu aufgefordert werden den heutigen Tag und das aktuelle Jahr zu nennen, eine Reihe von Wörtern zu wiederholen, ein Uhren-Zifferblatt zu Zeichnen (detaillierter werden wir später auf den Uhrestest noch eingehen) oder von 100 in 7er-Schritten rückwärtszuzählen.

Labortests

Labortests werden durchgeführt, um zu ermitteln, ob eine Erkrankung vorliegt die behandelt werden kann.

Zu den Routine-Blutuntersuchungen gehören:

  • Schilddrüsenhormon-Tests um eine evtl. Schilddrüsenunterfunktion festzustellen
  • Bluttest auf Vitamin-B12 um einen etwaigen Vitaminmangel auszuschliessen
  • Ein komplettes Blutbild um nach Infektionen zu suchen
  • Überprüfung der Leberwerte: ALT- oder AST-Bluttests zur Überprüfung der Leberfunktion 
  • Eine Bestimmung der Elektrolyte: Mit diesem Test wird der Elektrolytgehalt des Blutes sowie der Nierenfunktion überprüft
  • Glucose-Test zur Überprüfung des Blutzuckerspiegels
  • HIV-Test
  • Bluttest zur Bestimmung der Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSR): Dieser Test sucht nach Anzeichen von vorhandenen Entzündungen im Körper
  • Toxikologisches Screening: Bei diesem Test werden Blut, Urin oder Haare untersucht um nach Substanzen zu suchen die evtl. für die Problematik verantwortlich sein könnten
  • Blutuntersuchung auf antinukleäre Antikörper zur Diagnose von Autoimmunkrankheiten
  • Tests nach Schwermetallen im Blut
  • Eine Lumbalpunktion zur Untersuchung auf bestimmte Proteine in der Rückenmarksflüssigkeit 

Bildgebende Untersuchungen

Bildgebende Untersuchungen des Gehirns wie CT- und MRT-Untersuchungen können durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Symptome nicht durch ein anderes Problem verursacht werden. Diese Tests können Hirntumore, Normaldruckhydrozephalus oder andere Erkrankungen ausschliessen die ebenfalls zu einem Verlust der geistigen Fähigkeiten führen könnten.

MRT- und CT-Untersuchungen können Anhaltspunkte für Schlaganfälle bei vaskulärer Demenz liefern. Auch Einzelphotonen-Emissions-CT (SPECT) und PET-Scans können helfen die verschiedenen Formen von Demenz zu erkennen und zu unterscheiden.

Elektroenzephalogramm (EEG) 

In einigen Fällen kann die elektrische Aktivität des Gehirns mit Hilfe eines Elektroenzephalogramms (EEG) gemessen werden. Ärzte verwenden diesen Test jedoch nur selten, um eine Demenz zu diagnostizieren. Mit diesem Test kann eine Demenz von einem Delirium unterschieden werden und nach ungewöhnlichen Hirnaktivitäten gesucht werden, die bei der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auftreten. 

Autopsie 

Nach dem Tod kann eine Autopsie durchgeführt werden, um die Ursache der Demenz sicher festzustellen. Diese Informationen können für Angehörige hilfreich sein die sich Gedanken über genetische Ursachen machen.

Uhren-Test 

Demenz Uhrentest

Der Uhren-Test nach Watson hat eine hohe Aussagekraft und wird häufig zur Abklärung eines Demenzverdachts, zum Beispiel bei Alzheimer, angewendet. Ein Uhrentest allein reicht jedoch nicht aus um eine Demenzerkrankung zu diagnostizieren, er kann lediglich einen Hinweis darauf geben. Mit dem Test zum Zeichnen einer Uhr soll festgestellt werden ob ein Verlust der kognitiven Fähigkeiten der getesteten Person vorliegt.

Beim Ablesen von Uhren müssen die Anordnung der Zeiger auf der Uhr sowie die Zeit, die sie anzeigen richtig gedeutet werden. Diese Fähigkeit ist bei Menschen mit früher Demenz entsprechend oft nicht mehr vorhanden. 

Kognitiven Fähigkeiten 

Bei einer Demenz sind viele Aspekte der kognitiven Fähigkeiten betroffen, darunter:

  • Geistige Fähigkeiten (flexibles Denken sowie Selbstkontrolle)
  • Visuell-räumliche Fähigkeiten
  • Fähigkeit die Beziehung von Objekten im Raum wahrzunehmen 
  • Fähigkeit Abläufe und Bewegungen in abstrakter Form darzustellen
  • Aufnahme- und Konzentrationsfähigkeit

Alle diese Fähigkeiten sind mit beteiligt, wenn eine Person aufgefordert wird eine Uhr zu zeichnen. Schwierigkeiten bei dieser Aufgabe deuten darauf hin, dass eine Person an Demenz erkrankt sein könnte.

Durchführung Uhren-Test 

Der Uhrentest nach Watson kann von einem Arzt oder einer anderen qualifizierten Fachkraft durchgeführt werden und erfordert dabei nur einen Bleistift und ein Blatt Papier mit einem vorgezeichneten Kreis. Beim Uhrentest nach Sunderland muss der Proband auch den Kreis selbst zeichnen. 

Der Arzt fordert die Testperson zunächst auf die Zahlen auf das Zifferblatt der Uhr zu zeichnen. Anschließend wird die Person gebeten die Zeiger so einzuzeichnen, dass sie eine bestimmte Uhrzeit anzeigen. Es können dabei verschiedene Zeiten verwendet werden, die meisten Ärzte wählen 10 min. nach 11 als Standardwert. Das Wort „Zeiger“ wird dabei nicht verwendet, um keine Hinweise zu geben. In der Regel werden insgesamt 3 Zeichnungen angefertigt, wobei jede Zeichnung innerhalb einer bestimmten Zeitspanne erfolgen muss.

Auswertung Uhren-Test 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Uhrentest zu bewerten. Einige Methoden sind komplex und vergeben bis zu 10, 15 oder 20 Punkte, je nachdem ob die Zahlenreihenfolge, die Platzierung der Zahlen und die Platzierung der Zeiger korrekt sind oder nicht. Fehler wie fehlende Zahlen, fehlende Zeiger, wiederholte Zahlen, die falsche Zahlenfolge oder die falsche Uhrzeit können ebenfalls in die Bewertung miteinfließen. Bei der einfachsten Bewertungsmethode wird 1 Punkt vergeben, wenn die Zeichnung korrekt ist und 0 Punkte wenn sie nicht korrekt ist. 

Studien deuten darauf hin, dass der Test zum Zeichnen einer Uhr eine frühe Demenz erkennen kann, selbst wenn andere Tests wie der Mini-Mental-State-Test (MMSE) normal ausfallen.

Demenz Typen: Welche Arten von Demenz gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Demenz: Schauen wir uns die verschiedenen Arten nun etwas genauer an. 

Altersdemenz, die senile Demenz 

Da hauptsächlich ältere Menschen dement werden spricht man oft von einer Altersdemenz. 

Mit seniler Demenz ist die senile Demenz vom Alzheimertyp (SDAT) gemeint, eine Manifestation der Alzheimer-Krankheit welche im hohen Alter auftritt. Im Gegensatz dazu steht die präsenile Alzheimer-Krankheit, die schon in den Jahren von 50-60 auftreten kann. Heute werden präsenile und senile Demenz vom Alzheimertyp meist zusammenfassend als Alzheimer-Krankheit oder Demenz vom Alzheimertyp (DAT) bezeichnet. 

Demenz in jungem Alter 

Mit 30 oder 40 Jahren dement werden … damit rechnet niemand. Passieren tut es trotzdem. Demenz ist zwar eine Alterskrankheit, doch in seltenen Fällen erkranken Menschen schon mit 30 oder 40 Jahren daran. 

Ursache für eine Demenz die vor dem 65. Lebensjahr beginnt können verschiedene Krankheiten sein:

  • Neurodegenerative Erkrankungen wie z.B. Alzheimer, die Lewy-Körperchen-Demenz oder Parkinson 
  • Durchblutungsstörungen wie z.B. Schlaganfall
  • Hirntumore
  • Eine sehr seltene erblich bedingte Form von Alzheimer die bereits mit knapp über 40 Jahren auftreten kann
  • Menschen mit Trisomie-21 erkranken häufiger schon sehr jung an Demenz 

Die Symptome zeigen sich bei Jüngeren oft früh, doch die Diagnose gestaltet sich schwierig. 

Genetisch bedingte Demenz 

Nur etwa 1% aller Alzheimer-Fälle ist eindeutig erblich bedingt. Bisher sind nur 3 Gene bekannt, die für die erblich bedingte Demenz verantwortlich sind: 

APP (Chromosom 21), Presenilin-1 (Chromosom 14) und Presenilin-2 (Chromosom 1). Weist eines dieser 3 Gene Mutationen auf bricht die Alzheimer-Krankheit definitiv aus. Betroffene erkranken in der Regel sehr früh, zwischen dem 30. und dem 65. Lebensjahr. Die Krankheit wird autosomal-dominant vererbt, was bedeutet, dass wenn 1 Elternteil betroffen ist besteht eine 75%ige Wahrscheinlichkeit das die Kinder ebenfalls daran erkranken. Diese vererbbare Form der Demenz wird auch familiäre Alzheimer-Krankheit genannt. 

Demenz Gentest 

Wenn es Anzeichen für eine erblich bedingte Alzheimer-Krankheit gibt kann ein Gentest durchaus sinnvoll sein. Gesunde Angehörige über 18 Jahren können sich, wenn sie möchten, testen lassen wenn bei erkrankten Familienmitgliedern eine entsprechende Genveränderung nachgewiesen wurde. Die Genauigkeit mit der eine spätere Erkrankung vorhergesagt werden kann liegt dabei bei nahezu 100%

Ob ein solcher Gentest bei gesunden Familienangehörigen sinnvoll ist muss individuell erwogen werden und kann nur nach einer ausführlichen ärztlichen Beratung und Aufklärung entschieden werden. Beim Alzheimer-Gentest handelt es sich um eine Testung an der DNA, dieser entsprechende Test ist sehr kostspielig. 

Alzheimer Demenz

Die Alzheimer-Krankheit macht 45-70% aller Demenzen aus und ist somit die häufigste Form der Demenz. Obwohl bis heute nicht alle alle Ursachen der Alzheimer-Krankheit bekannt sind, weiss man, dass ein kleiner Prozentsatz mit Mutationen in 3 Genen zusammenhängt, die von den Eltern auf die Kinder vererbt werden können.

Alzheimer-Patienten weisen dabei Plaques und Geflechte in ihren Gehirnen auf. Dabei handelt es sich um Verklumpungen eines Proteins namens Beta-Amyloid, bei den Verflechtungen um faserige Knäuel, die aus dem Tau-Protein bestehen. Man geht davon aus, dass diese Verklumpungen gesunde Neurone und verbindende Fasern schädigen.

Vaskuläre Demenz 

Eine vaskuläre Demenz (15-25% aller Demenzen) wird durch entsprechende Schäden an den Blutgefässen verursacht, die das Gehirn mit Blut versorgen. Gefässprobleme können zu Schlaganfällen führen sowie eine Schädigung der Fasern in der weißen Substanz des Gehirns verursachen.

Zu den häufigsten Anzeichen einer vaskulären Demenz gehören Schwierigkeiten bei Problemlösungen, ein verlangsamtes Denken sowie ein Konzentrations- und Organisationsverlust.

Frontotemporale Demenz 

Die frontotemporale Demenz macht ca. 3-18% aller Demenz-Arten aus und ist durch den Zerfall von Nervenzellen sowie deren Verbindungen in den Frontal- und Temporallappen des Gehirns gekennzeichnet. Dies sind die Bereiche, die im Allgemeinen mit Persönlichkeit, Verhalten und Sprache in Verbindung gebracht werden.

Die häufigsten Symptome betreffen somit auch das Verhalten, die Persönlichkeit, das Denken, das Urteilsvermögen, die Sprache sowie die Bewegungsabläufe

Die kortikale Demenz 

Kortikale Demenzen entstehen aufgrund von Problemen in der Großhirnrinde, der äußeren Schicht des Gehirns. Sie spielt eine entscheidende Rolle für das Erinnerungsvermögen sowie die Sprache. Menschen mit dieser Art von Demenz leiden in der Regel unter schwerem Gedächtnisverlust und können sich nicht an Wörter erinnern, geschweige denn eine Sprache verstehen. Die Alzheimer-Krankheit und die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit sind 2 Formen der kortikalen Demenz.

Die subkortikale Demenz 

Subkortikale Demenzen entstehen aufgrund von Problemen in den Teilen des Gehirns die unterhalb der Hirnrinde liegen. Menschen mit subkortikalen Demenzen neigen dazu Veränderungen in ihrer Denkfähigkeit und ihrer Fähigkeit Aktivitäten auszuführen zu zeigen.

In der Regel leiden Menschen mit subkortikaler Demenz weder unter Vergesslichkeit noch unter Sprachproblemen. Die Parkinson-Krankheit, die Huntington-Krankheit und HIV können diese Arten von Demenz verursachen. Bei einigen Demenzformen sind beide Teile des Gehirns betroffen. Ein Beispiel dafür: Die Lewy-Körperchen-Demenz ist sowohl kortikal als auch subkortikal.

Lewy-Körperchen-Demenz

Lewy-Körperchen sind anormale, blasenförmige Eiweißklumpen die in den Gehirnen von Menschen mit Lewy-Körperchen-Demenz, Alzheimer- und Parkinson-Krankheit gefunden wurden und machen 3-10% aller Demenzen aus. Es handelt sich hierbei um eine der häufigeren Formen der fortschreitenden Demenz. Zu den häufigen Anzeichen und Symptomen gehören das Sehen von Dingen die nicht da sind (visuelle Halluzinationen) und Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten. Weitere Anzeichen sind unkoordinierte oder langsame Bewegungen wie Zittern und Steifheit (Parkinsonismus).

Parkinson Demenz

Die Parkinson-Krankheit betrifft in erster Linie die Motorik. Doch kommt es bei bis zu 40% aller Erkrankten ebenfalls zu Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeiten. Die Häufigkeit der Demenz steigt mit der Dauer der Parkinson-Erkrankung und dem Alter der Patienten. Die Parkinson-Krankheit wird durch einen Dopaminmangel ausgelöst, einem Botenstoff im Gehirn der von zentraler Bedeutung für die ordnungsgemäße Steuerung von Bewegungsabläufen ist. Ursache für die Parkinson-Demenz ist, ähnlich wie bei Alzheimer, ein Mangel des Botenstoffs Acetylcholin. Dadurch wird die Signalübertragung im Gehirn stark beeinträchtigt, was sich in den Symptomen einer Demenz äußert.

Mischformen der Demenz

Gemischte Formen der Demenz machen 5-20% aller Demenzen aus. Autopsien an den Gehirnen von Menschen die 80 Jahre und älter waren und an Demenz litten zeigten, dass viele von ihnen eine Kombination aus mehreren Ursachen hatten, z. B. die Alzheimer-Krankheit, vaskuläre Demenz und die Lewy-Körperchen-Demenz. 

Primäre Demenz 

Unter den Begriff primäre Demenz fallen alle Demenzformen, die eigenständige Krankheitsbilder sind. Ihren Ursprung haben diese im Gehirn, wo immer mehr Nervenzellen absterben. Zu den häufigsten primären Demenzen gehört die Alzheimer-Krankheit, gefolgt von der vaskulären Demenz. Andere primäre Demenzformen sind die frontotemporale- und die Lewy-Körperchen-Demenz

Sekundäre Demenz

Als sekundäre Demenz werden Erkrankungen bezeichnet die durch Medikamente, andere Erkrankungen wie z.B. Alkoholismus, Schilddrüsenerkrankungen oder Vitaminmangelzustände entstehen. Sekundäre Demenzformen sind eher selten und machen ca. 10% aller Demenz Fälle aus. 

Andere mit Demenz in Verbindung gebrachte Krankheiten

Chorea Huntington

Diese durch eine genetische Mutation verursachte Krankheit führt dazu, dass bestimmte Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark zugrunde gehen. Anzeichen und Symptome dieser Krankheit sind ein deutlicher Rückgang der kognitiven Fähigkeiten und treten in der Regel im Alter von 30 – 40 Jahren auf.

Traumatische Hirnverletzung (TBI)

Diese Erkrankung wird hauptsächlich durch wiederholte Kopfverletzungen verursacht, betrifft vor allem Boxer oder Fussballspieler und können ein Schädel-Hirn-Trauma aufweisen. Je nachdem welcher Teil des Gehirns dabei verletzt wird kann diese Erkrankung Anzeichen und Symptome von Demenz wie Depression, Reizbarkeit, Gedächtnisverlust und Sprachstörungen wie auch Parkinson. Die Symptome treten unter Umständen erst Jahre nach dem Ereignis auf.

Creutzfeldt-Jakob-Krankheit

Diese seltene Erkrankung des Gehirns tritt in der Regel bei Menschen ohne bekannte Risikofaktoren auf. Sie kann auf Ablagerungen infektiöser Proteine, so genannter Prionen, zurückzuführen sein. Anzeichen und Symptome dieser tödlichen Erkrankung treten in der Regel nach dem 60. Lebensjahr auf. Die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit hat in der Regel keine bekannte Ursache, kann aber weitervererbt werden. 

Parkinson-Krankheit 

Viele Menschen mit der Parkinson-Krankheit entwickeln im Laufe der Zeit Demenz -Symptome (Parkinson-Demenz).

Demenzähnliche Erkrankungen welche durch eine entsprechende Therapie wieder rückgängig gemacht werden können: 

Infektionen und Immunstörungen

Fieber, der Versuch des Körpers eine Infektion zu bekämpfen, kann ebenso demenzähnliche Symptome entstehen lassen. Multiple Sklerose und andere Erkrankungen, bei welchen das körpereigene Immunsystem die Nervenzellen angreift, können ebenfalls demenzielle Symptome verursachen.

Stoffwechselprobleme und endokrine Anomalien

Menschen mit Schilddrüsenproblemen, niedrigem Blutzucker (Hypoglykämie), zu wenig oder zu viel Natrium oder Kalzium oder Problemen bei der Aufnahme von Vitamin B-12 können ebenfalls demenzartige Symptome sowie andere Persönlichkeitsveränderungen entwickeln.

Mehr zu Kalzium und Vitamin-B12 hier

Ernährungsmängel

Eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr (Dehydrierung), ein Thiaminmangel (Vitamin B-Mangel), welcher bei chronischem Alkoholismus häufig vorkommt, sowie eine unzureichende Zufuhr der Vitamine B-6 und B-12 in der Ernährung können demenzähnliche Symptome verursachen. Auch ein Mangel an Kupfer und Vitamin-E kann Demenz-Symptomen hervorrufen.

Mehr über Vitamin-B12 und Vitamin-E hier

Nebenwirkungen von Medikamenten 

Medikamentennebenwirkungen, eine Reaktion auf ein Medikament oder eine Wechselwirkung zwischen mehreren Medikamenten können demenzähnliche Beschwerden begünstigen.

Subdurale Hämatome

Einblutungen zwischen der Hirnoberfläche und der Hirnhaut, welche bei älteren Menschen nach einem Sturz häufig auftreten, zählen zu den Symptomen, die denen einer Demenz gleichen.

Hirntumore

In seltenen Fällen kann eine Demenz die Folge einer Schädigung bedingt durch einen Hirntumor sein.

Normaldruck-Hydrozephalus

Dieser Zustand, der durch vergrösserte Hirnkammern verursacht wird, kann zu Gangstörungen, Schwierigkeiten beim Wasserlassen sowie Gedächtnisverlust führen.

Demenz Phasen, Demenz Stadien 

Da eine dementielle Erkrankung von verschiedenen Faktoren bestimmt ist, lässt sich der Verlauf einer Demenz nicht mit Sicherheit vorhersagen. Mehr zum Verlauf der Demenz, dem 7-Stadien-Modell von Barry Reisberg später genauer. Der Zeitpunkt der Diagnose spielt dabei ebenso eine Rolle wie der Lebensstil, die körperliche Verfassung und die Persönlichkeit des Betroffenen. Gezielte Vorbereitungen helfen Schwierigkeiten zu vermeiden und Problemen kompetent entgegenzutreten. Dabei gilt es auch zu beachten, in allen Demenz-Stadien gibt es immer auch gute, normale Phasen.

Die 3 Phasen der Demenz

Die 1. Phase:

In der 1. Phase (leichte Demenz) tritt hauptsächlich das Vergessen in den Vordergrund. Dabei werden häufig Namen, Termine, Daten oder Ereignisse vergessen. Sachen werden Verlegt, Schlüssel, Handys und Portemonnaies sind plötzlich nicht mehr auffindbar. Auch machen sich Schwierigkeiten bei der örtlichen und zeitlichen Orientierung bemerkbar. Erste Schwierigkeiten im Alltag treten auf, z. B. im Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel oder Vergessen der Medikamenteneinnahme. 

Die betroffene Person wird zunehmend unsicherer in ihrem Verhalten und zieht sich als Folge daraus immer weiter zurück, wirkt niedergeschlagen, verzweifelt oder teilweise auch wütend. Hilfe wird in dieser Phase sehr oft abgelehnt. 

Die 2. Phase:

In der 2. Phase (mittelgradige Demenz) häufen sich die Aussetzer und motorische Schwächen kommen hinzu. Das Ankleiden oder das Essen gestalten sich zunehmend schwieriger. Auch die Kontrolle über Darm oder Blase können verloren gehen. Betroffene können in dieser Phase ihren Alltag nicht mehr ohne Hilfe meistern. In der 2. Phase fängt auch das Langzeitgedächtnis an zu leiden, Namen werden vergessen oder verwechselt, Wörter fangen an sich zu wiederholen und das Sprachverständnis lässt langsam nach. Es kommt zum abrupten Stimmungswechsel der Betroffenen, bis hin zu aggressivem Verhalten. Auch eine Tag-Nacht-Umkehrung kann in dieser Phase stattfinden, Betroffene schlafen tagsüber sehr viel und sind nachts wach. Betroffene fangen an sich in gewohnten Umgebungen zu verirren, können sogar davonlaufen. 

In dieser Phase stellen die Persönlichkeits- und Verhaltensveränderungen die grösste Herausforderung für das Umfeld und die Angehörigen dar.

Die 3. Phase:

In der 3. Phase (schwere Demenz) sind betroffene auf dauerhafte Unterstützung, Begleitung und Pflege angewiesen. Angehörige werden in dieser Phase kaum mehr erkannt und die Sprache ist auf einige wenige Wörter begrenzt. Schluckstörungen können auftreten und betroffene Patienten können häufig nur noch wenige Schritte gehen. Selbst die Fähigkeit aufrecht zu Sitzen kann verloren gehen und es kommt zur Bettlägerigkeit. Blase und Darm können in dieser Phase nicht mehr kontrolliert werden und Krampfanfälle können dazukommen. 

Demenz Verlauf: Das 7-Stadien-Modell 

Für Angehörige und Pflegende ist das 7-Stadien-Modell von Barry Reisberg (New York University School of Medicine’s Silberstein Aging and Dementia Re­search Center) sehr wichtig. Es gliedert den Verlauf der Alzheimer-Krankheit in 7 Stadien auf: 

Stadium 1

Keine Auffälligkeiten. Die betroffene Person ist verhaltenstechnisch unauffällig und es sind keine Defizite im täglichen Leben bemerkbar. Das 1. Stadium wird auch als Latenzphase bezeichnet.

Stadium 2

Leichte Vergesslichkeit. Es treten erste leichte Gedächtnislücken auf, die subjektiv der normalen Altersvergesslichkeit zugeschrieben werden. Gegenstände werden verlegt oder bekannte Namen fallen Betroffenen nicht auf Anhieb ein. 

Stadium 3 

Leichter Verlust von kognitiven Fähigkeiten. Im 3. Stadium werden Gedächtniseinbußen deutlicher sichtbar, vor allem bei komplexen Aufgaben treten plötzlich Fehler auf. Betroffene weisen in diesem Stadium vermehrt Wortfindungsstörungen auf und haben Mühe sich neue Namen oder neue Sachen zu merken. Ebenso nimmt auch die Orientierungsfähigkeit ab. Die Unsicherheit und Ängstlichkeit der Betroffenen verursachen zusätzlichen Stress.

Stadium 4

Mässiger Verlust kognitiver Fähigkeiten. Eine örtliche Desorientierung tritt auf und nimmt zu, komplexe Angelegenheiten können selbständig nicht mehr erledigt werden. Auf die kognitiven Defizite reagiert der Patient entweder mit Verleugnung oder mit sozialem Rückzug (Antriebslosigkeit, Desinteresse).

Stadium 5

Mittelschwere kognitive Beeinträchtigung. Betroffene sind hier auf Hilfe in praktisch allen Lebenslagen angewiesen. Namen, Adressen, Jahreszahlen, Uhrzeit oder Aufenthaltsort ist nicht mehr abrufbar und der Betroffene ist nicht mehr fähig aus eigenem Antrieb heraus zu agieren. Einfache Tätigkeiten wie z.B. Duschen, Anziehen oder Kaffeetrinken brauchen hier Unterstützung. 

Stadium 6 

Schwere kognitive Verluste. Das Kurzzeitgedächtnis arbeitet im 6. Stadium nicht mehr. Der betroffene Patient mag sich noch an seinen Namen erinnern, seine Geschichte jedoch hat er weitgehend vergessen, ebenso seine Erkrankung. Personen können nicht mehr zugeordnet werden, es wird nur noch in Wörter oder kurzen Sätzen gesprochen. 

Tag und Nacht können hier nicht mehr unterschieden werden und auch eine Inkontinenz tritt in diesem Stadium häufig auf. In diesem Demenzstadium kommt es meist zu massiven Persönlichkeitsveränderungen, Wahnvorstellungen und großer Unruhe sowie zu zwanghaftem Wiederholen von Worten oder Handlungen (Ticks) bis hin zu aggressivem Verhalten. 

Stadium 7 

Sehr schwerer kognitiver Verlust. Betroffene haben größtenteils alle ihre Fähigkeiten verloren. Dinge wie Sprechen, Gehen oder Sitzen sind in diesem Stadium nicht mehr möglich. Motorische und verbale Fähigkeiten kommen gänzlich zum Erliegen. 

Unterschied Demenz und Alzheimer

Was ist der Unterschied zwischen Alzheimer & Demenz?

Diese Frage stellen sich viele Betroffene und ihre Angehörigen in der Annahme es würde sich dabei um 2 unterschiedliche Krankheitsbilder handeln. Alzheimer ist eine Form von Demenz, und zwar die weitaus häufigste. Alzheimer beginnt meist schleichend und die Symptome verschlechtern sich langsam aber zunehmend. Die vaskuläre Demenz hingegen tritt oft plötzlich ein und die Symptome nehmen dabei schubweise zu.

Jede Demenz kann von Patient zu Patient unterschiedlich verlaufen, was die Differenzierung der verschiedenen Krankheitsformen erschwert. Zudem gibt es Demenz-Mischformen, etwa Alzheimer- und vaskuläre Demenz. Hier zeigen die Betroffenen Merkmale beider Demenzformen, weshalb eine Diagnose oft schwierig ist.

Demenz und Forschung 

Die Wissenschaft macht große Fortschritte bei der Suche nach neuen Ansätzen für die Diagnose, Behandlung und Vorbeugung von Alzheimer und verwandten Demenzerkrankungen. Diese Fortschritte sind der Teilnahme von Tausenden Menschen zu verdanken, welche an klinischen Studien und anderen Untersuchungen teilgenommen haben und es immer noch tun. 

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit rund 50 Millionen Menschen an Demenz und jedes Jahr kommen etwa 10 Millionen neue Krankheitsfälle hinzu. 

Gegenwärtig gibt es keine Heilung für Demenz. Die Demenzforschung konzentriert sich darauf zu erforschen, wie die Krankheit abläuft, warum sie sich entwickelt und wie sie behandelt werden kann. Ein wichtiger Aspekt dabei ist auch die Frage wie das Leben von Menschen mit Demenz nachhaltig verbessert werden kann.

Demenz Prävention: Was kann man vorbeugend gegen Demenz tun? 

Kann man Demenz vorbeugen? 

Es gibt keine sichere Methode Demenz vorzubeugen, aber es gibt verschiedene Möglichkeiten die man ergreifen kann, welche sich positiv auf eine beginnende Demenz äußern können. 

Massnahmen zur Vorbeugung

Körperliche und soziale Aktivität

Körperliche Aktivität und soziale Interaktionen können den Ausbruch der Demenz verzögern und die Beschwerden mindern. Ziel bei der körperlichen Betätigung ist es, sich 150 min. pro Woche zu bewegen

Nicht nur den Körper, sondern auch den Geist aktiv halten: Geistig anregende Aktivitäten wie Lesen, Rätsel lösen, Wortspiele sowie Gedächtnistraining können den Ausbruch der Demenz hinauszögern

Das Rauchen aufgeben

Einige Studien haben gezeigt, dass Rauchen im mittleren Alter und darüber hinaus das Risiko für Demenz und Blutgefäßerkrankungen erhöhen kann. Wer mit dem Rauchen aufhört kann das Risiko einer Demenz verringern und seine Gesundheit verbessern

Vitaminzufuhr

Einige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Menschen mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel im Blut eher an der Alzheimer-Krankheit und anderen Formen der Demenz erkranken. Vitamin-D kann durch bestimmte Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel und Sonneneinstrahlung aufgenommen werden. Die tägliche Einnahme von Vitaminen des B-Komplexes und Vitamin-C kann ebenfalls hilfreich sein.

Mehr zu Bedeutung, Wirkung und Vorkommen von Vitamin-D und Vitamin-C hier

Behandlung kardiovaskulärer Risikofaktoren

Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte und Diabetes sollten behandelt und Übergewicht abgebaut werden. Hoher Blutdruck kann zu einem erhöhten Risiko für einige Demenzarten führen 

Achte auf eine mentale Gesundheit

Depressionen oder Angstzustände können erfolgreich therapiert werden 

Sorge für eine gute Schlafqualität

Eine gute Schlafhygiene ist wichtig. Wer schnarcht oder während des Schlafs Atemaussetzer hat oder nach Luft schnappt sollte dies mit einem Arzt besprechen, evtl. liegt eine Schlafapnoe vor.

Mehr zum Thema Schlaf hier

Behandle Hörprobleme

Menschen mit Hörverlust haben ein höheres Risiko einen kognitiven Abbau zu entwickeln. Eine frühzeitige Behandlung des Hörverlustes, z. B. durch die Verwendung von Hörgeräten, kann dazu beitragen das Risiko einer Demenz zu verringern

Achte auf eine gesunde Ernährung

Eine Ernährung wie z. B. die einer Mittelmeer-Diät welche reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Omega-3-Fettsäuren ist und zudem auch bestimmten Fischsorten und Nüssen enthält kann die Gesundheit fördern und das Risiko einer Demenzerkrankung senken. Diese Art der Ernährung verbessert die kardiovaskuläre Gesundheit, was wiederum dazu beitragen kann auch das Demenzrisiko zu senken.

Hier gehts zu Mediterrane-Diät

Demenz und Medizinische Behandlung 

Die Mehrzahl der Demenzformen kann nicht geheilt werden, aber es gibt Möglichkeiten die Symptome besser in den Griff zu bekommen. Folgende Medikamente werden eingesetzt, um die Symptome der Demenz temporär zu verbessern.

Medikamentöse Interventionen

Cholinesterase-Hemmer

Diese Medikamente, darunter Donepezil (Aricept), Rivastigmin (Exelon) und Galantamin (Razadyne) wirken, indem sie die Konzentration eines chemischen Botenstoffs erhöhen der am Gedächtnis und Urteilsvermögen beteiligt ist. Obwohl diese Medikamente in erster Linie zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit eingesetzt werden können sie ebenso für andere Demenzerkrankungen verschrieben werden, darunter bei vaskulärer Demenz, Demenz der Parkinson-Krankheit und der Lewy-Körper-Demenz. Zu den Nebenwirkungen können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, eine verlangsamte Herzfrequenz, Ohnmachten sowie Schlafstörungen gehören. 

Memantin

Memantin (Namenda) wirkt durch die Regulierung der Aktivität von Glutamat, einem anderen chemischen Botenstoff der an verschiedenen Hirnfunktionen wie z. B. dem Lernen und dem Erinnerungsvermögen beteiligt ist. In manchen Fällen wird Memantin auch in Kombination mit einem Cholinesterase-Hemmer verschrieben. Häufige Nebenwirkungen von Memantin sind Benommenheit und Schwindel.

Andere Medikamente

Der Arzt kann auch Medikamente zur Behandlung anderer Symptome oder Zustände im Zusammenhang einer Demenz verschreiben, z. B. gegen Depressionen, Schlafstörungen, Halluzinationen, Parkinsonismus oder Unruhe. 

Bei einigen Demenz-Symptomen und Verhaltensauffälligkeiten können zunächst auch nicht-medikamentöse Interventionen in Erwägung gezogen werden, wie z.B:

Nicht medikamentöse Interventionen

Anpassung der Umgebung

Die Reduzierung von Geräuschen und Lärm kann es für Demenzkranke leichter machen sich zu konzentrieren. Möglicherweise müssen Gegenstände versteckt werden, die eine Gefahr für die Sicherheit darstellen, wie z. B. Messer und Autoschlüssel. Überwachungssysteme können Alarm schlagen wenn die demenzkranke Person sich entfernt. Das eigene Zuhause kann somit sicherer gestaltet werden und kann ein Verhaltensmuster zur Bewältigung des Problems vermitteln. Ziel ist es Unfälle (z. B. Stürze) zu vermeiden und auf das Fortschreiten der Demenz vorzubereiten.

Bewegung fördern

Zu den wichtigsten Vorteilen von körperlicher Betätigung bei Menschen mit Demenz gehören die Verbesserung der Kraft, des Gleichgewichts und der kardiovaskulären Gesundheit. Bewegung kann auch bei Symptomen wie Unruhe hilfreich sein. 

Aktivitäten fördern

Tanzen, Malen, Gartenarbeit, Kochen, Singen und andere Aktivitäten können Spaß machen, eine Verbindung zu den Angehörigen herstellen und Betroffenen helfen sich auf das zu konzentrieren was er oder sie noch kann.

Schaffen von Ritualen, vor allem für die Nacht

Nachts ist das Verhalten oft schlimmer. Rituale die beruhigend sind und nicht durch den Lärm des Fernsehens, das Aufräumen der Mahlzeiten und aktive Familienmitglieder gestört werden können für das Zubettgehen helfen. Ein Licht im Schlafzimmer, im Flur oder im Bad Licht brennen lassen hilft Desorientierung zu vermeiden. Das Reduzieren von Koffein, das Verhindern von Nickerchen tagsüber und die Möglichkeit sich tagsüber zu bewegen können nächtliche Unruhe lindern.

Einen Kalender führen

Ein Kalender kann Betroffenen helfen sich an bevorstehende Ereignisse, tägliche Aktivitäten und die Einnahme von Medikamenten zu erinnern. 

Notizzettel

Klug platzierte Notizzettel können dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen. Ein gut sichtbar aufgehängter Hinweis an der Wohnungstür kann z.B. daran erinnern den Schlüssel oder das Portemonnaie einzustecken bevor man das Haus verlässt. Auch die Erinnerungsfunktion des Smartphones kann hier gute Dienste leisten, so können z.B. Erinnerungsfunktionen im Kalender an wichtige Termine erinnern.

Wichtige Dinge immer an den gleichen Platz legen

Mit der Zeit verankern sich diese Dinge unbewusst in unserem Gedächtnis. Ein guter Tipp, um ewige Suche zu ersparen.

Kurzwahlnummern im Telefon abspeichern

Kleine Tasten an Smartphones machen das Tippen schwer. Es gibt Telefone mit grösseren Tasten, welche die Handhabung erleichtern können. 

Vereinfachung von Aufgaben

Unterteilen von Aufgaben in einfachere Teilschritte. Struktur und Routine tragen dazu bei, die Verwirrtheit von Menschen mit Demenz zu verringern.

Erfolge feiern … Misserfolge nicht persönlich nehmen 

Zukunftsplanung

Die gemeinsame Entwicklung eines Plans ist sehr wichtig so lange Erkrankte noch in der Lage sind sich einzubringen und kann helfen Ziele für die zukünftigen pflegerischen Maßnahmen im Interesse aller Beteiligten festzulegen. Selbsthilfegruppen und Rechtsbeistände können hier unterstützend mithelfen bei finanziellen sowie rechtlichen Fragen. 

Demenz und Gedächtnistraining 

Aus zahlreichen Studien geht hervor, dass geistig anregende Aktivitäten während des gesamten Lebens mit einer besseren kognitiven Funktion, einem geringeren kognitiven Abbau und damit auch einem geringeren Demenzrisiko verbunden sind. Gedächtnistraining umfasst Aktivitäten, die das Gehirn herausfordern, wie z. B. Kreuzworträtsel oder Sudoku.

Kann Gedächtnistraining Demenz vorbeugen?

Aus einigen Studien geht hervor, dass kognitives Training einige Aspekte des Erinnerungsvermögens sowie des Denkens verbessern kann, insbesondere bei Menschen mittleren oder höheren Alters. Bislang konnte keine Studien jedoch definitiv beweisen, dass Gehirntraining Demenz vorbeugt. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass Gehirntraining älteren Menschen helfen kann die täglichen Aufgaben besser zu bewältigen. Es sind jedoch längerfristige Studien erforderlich um die genauen Auswirkungen dieser Aktivitäten auf die Wahrscheinlichkeit einer Demenzerkrankung zu ermitteln.

Gehirnjogging

Viele Menschen betreiben Gehirnjogging in der Hoffnung ihre kognitiven Fähigkeiten im Alter aufrechtzuerhalten oder zu verbessern indem sie ihr Gehirn immer aktiv halten.

Die Idee des Gehirnjoggings basiert auf dem Konzept „use it or lose it“. (Benutze es oder verliere es). Je mehr man sein Gehirn regelmäßig fordert, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer kognitiven Beeinträchtigung oder nachlassende Fähigkeit sich Dinge zu merken oder zu lernen und somit einer Demenz im Alter … so die gängige Theorie. Diese Theorie beruht auf der Erkenntnis, dass Menschen die komplexen Tätigkeiten ausüben oder regelmäßigen Aktivitäten wie Kreuzworträtseln oder Puzzles nachgehen im Laufe ihres Lebens seltener an Demenz erkranken. 

Studienlage

Es wurden computergestützte Denksportspiele entwickelt welche Gehirnfunktionen wie Gedächtnis, Problemlösen und logisches Denken fördern, alles Fähigkeiten die im Alter nachlassen oder sich verschlechtern können. Die Ergebnisse mehrerer Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass Menschen die kognitiv anregende Aktivitäten ausüben ein geringeres Risiko für den Abbau von kognitiven Fähigkeiten und Demenz haben. Diese Art von Studien sagt jedoch nicht aus, dass Gehirntraining eine direkte Auswirkung auf die Demenzrate hat. 

Die bisher größte Studie von Gehirntraining am Computer wurde von der Alzheimer’s Society finanziert und umfasste fast 7000 Testpersonen im Alter von über 50 Jahren. Die Ergebnisse zeigten, dass die Anwendung dieses Gehirntrainings-Pakets nach 6 Monaten zu einer Verbesserung des logischen Denkvermögens und des Wortgedächtnisses führte. Je häufiger die Übungen durchgeführt wurden desto wahrscheinlicher war eine Verbesserung dieser Gehirnfunktionen.

Hilfe für Angehörige

Im frühen oder mittleren Stadium einer Demenz kann eine Pflege im eigenen Zuhause mit der nötigen Unterstützung noch möglich sein. Eine vertraute Umgebung kann Betroffenen zudem Trost geben. Es gibt verschiedene Institutionen, welche professionelle Hilfestellungen bieten und somit ein weiteres zu Hause bleiben bestärken und ermöglichen können. Für Angehörige gibt es die Möglichkeit sich in verschiedenen Online-Foren auszutauschen und sich dabei gegenseitig zu unterstützen. 

Institutionen

Demenz ist eine schreckliche Erfahrung für Betroffene … aber auch für Angehörige. Geliebte Menschen verändern sich vor unseren Augen… und wir können nichts dagegen tun. Doch können wir … es ist keine Schande Hilfe anzunehmen.  

Viele Institutionen, Verbände und Vereine bieten Informationen, Tipps und Ratschläge für das Alltagsleben mit Demenz.

13 Tipps im Umgang mit Demenzkranken 

1. Von vorne an die betroffene Person herantreten

2. Aufmerksames zuhören

3. Blickkontakt herstellen

4. Vermeiden von Hektik

5. Bilden von einfach verständlichen Sätzen

6. Langsames Sprechen

7. Nachhelfen fehlende Wörter zu ergänzen

8. Ängste und Probleme von Demenzerkrankten Ernst nehmen 

9. Verständnis zeigen

10. Sicherheit vermitteln

11. Kein Widersprechen bei unverständlichen oder unwahren Aussagen

12. Anschuldigungen nicht persönlich nehmen

13. ruhig bleiben 

Demenz und Zeitgefühl 

Bei dementen Patienten kann die räumliche sowie auch die zeitliche Orientierung verloren gehen. Demenzerkrankte wissen z.B. nicht welches das aktuelle Jahr ist. Das Zeitgefühl kann sich dabei so verändern, dass Betroffene den gesamten Tag-Nacht-Rhythmus verlieren genauso wie das Gefühl für Zeitabstände wie Minuten oder Stunden. 

Demenz und Ernährung 

Bei Demenzerkrankten lässt sowohl Geschmackssinn als auch das Hungergefühl langsam nach. Grundsätzlich wird immer eine ausgewogene Ernährung empfohlen. Eine ausgewogene Ernährung liefert nicht nur die nötige Energie, sondern auch wichtige Nährstoffe für das Gehirn. Wichtig ist auch ausreichend zu Trinken, mind. 1,5 Liter pro Tag.

Unterversorgung

In fortgeschrittenen Stadien kommt es bei Demenzerkrankten oft zu Appetitlosigkeit und es kann zu einer Unterversorgung kommen. Wenn es für Betroffene schwierig wird mit Messer und Gabel zu essen kann Fingerfood (kleine Happen die ohne Besteck gegessen werden können) eine gute Option sein. Bei Schluckstörungen darauf achten, dass die Speisen entsprechend angepasst werden (z.B. Pürieren der Speisen)

Struktur gibt Sicherheit, zudem können feste und ritualisierte Essenszeiten ebenfalls dabei helfen das Auslassen von Mahlzeiten zu vermeiden und der Geruch von vertrautem Lieblingsessen kann auch zum Essen verführen. Der mediterranen Ernährung werden positive Eigenschaften im Zusammenhang mit einer Demenz nachgesagt. 

10 Lebensmittel die gut für unser Gehirn sind

  • 1. Avocados: Avocados sind vollgepackt mit einfach ungesättigten Fetten und die sind gut für den Aufbau des Gehirns sowie den Blutfluss.
  • 2. Blattgemüse: Blattgemüse enthält Folsäure, Lutein, Vitamin-E und Betacarotin, alles Nährstoffe, die mit der Gesundheit unseres Gehirns zusammenhängen.
  • 3. Blaubeeren: In einer Harvard-Studie mit 16000 Krankenschwestern wurde der Verzehr von Beeren, insbesondere Heidelbeeren und Erdbeeren, mit einem geringeren Risiko eines kognitiven Rückgangs in Verbindung gebracht.
  • 4. Bohnen: Bohnen sind reich an Antioxidantien, Phytonährstoffen, pflanzlichem Eiweiß, Eisen sowie anderen Mineralstoffen.
  • 5. Broccoli: Broccoli enthält Lutein, Zeaxanthin und Carotinoiden mit antioxidativer Wirkung. Diese können die Blut-Hirn-Schranke überwinden und Schäden durch freie Radikale und normale Alterungsprozesse rückgängig machen.
  • 6. Kaffee: Das Koffein im Kaffee ist ein Adenosin-Rezeptor-Antagonist der die Produktion von Acetylcholin, eines bekannten neuroprotektiven Wirkstoffs im Gehirn, stimuliert.
  • 7. Nüsse: Nüsse sind die beste Quelle gesunder ungesättigter Fette und senken nachweislich das Alzheimer-Risiko.
  • 8. Pilze: Ob frisch, getrocknet oder als Pulver … Pilze steigern die allgemeine Immunität und reduzieren Entzündungen in den Blutgefäßen des Gehirns. Braune Champignons sind eine ausgezeichnete pflanzliche Vitamin-B12-Quelle die mit einem verminderten Alzheimer-Risiko in Verbindung steht.
  • 9. Quinoa: Quinoa ist eines der nährstoffreichsten Nahrungsmittel überhaupt und das einzige Getreide, welches als eine vollständige Proteinquelle gilt. Auch enthält es reichlich Ballaststoffe, Vitamin-E und Mineralstoffe wie Zink, Phosphor und Selen … allesamt wichtige Bausteine für die Gehirnzellen. 
  • 10. Zartbitterschokolade: Dunkle, unverarbeitete Kakaobohnen enthalten sehr viel Flavanole. Diese wirken nachweislich blutdrucksenkend und tragen dazu bei, das Gehirn mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Tatsächlich haben Menschen die dunkle Schokolade essen ein geringeres Schlaganfallrisiko.

9 Lebensmittel die unserem Gehirn schaden

  • 1. Hochgradig verarbeitete Lebensmittel: Chips, Kekse, Fertiggerichte und Weißbrot sind alle reich an Salz, Zucker und gesättigten Fettsäuren, welche die Arterien des Gehirns verstopfen und das Hirngewebe schädigen können. 
  • 2. Verarbeitetes Fleisch: Speck und Wurstwaren enthalten Konservierungsstoffen, Salz sowie gesättigten Fettsäuren die Entzündungen fördern und den Blutgefäßen im Gehirn Schaden zufügen können. 
  • 3. Rotes Fleisch: Rindfleisch und Wild enthalten viele entzündungsfördernde gesättigte Fettsäuren. Auch wenn sie weniger entzündungsfördernd sind als Wurstwaren richten sie auf der Gefäß- und Zellebene immer noch genug Schaden an.
  • 4. Butter und Margarine: Butter und Margarine haben einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren und Transfetten, welche die Arterien verstopfen können.
  • 5. Frittiertes und Fast Food: Fast Food sowie frittierte Lebensmittel enthalten einen hohen Anteil an Transfetten die zum kognitiven Verfall beitragen. 
  • 6. Käse: Käse ist reich an gesättigten Fettsäuren.
  • 7. Gebäck und Süßigkeiten: Süßigkeiten haben einen sehr hohen Zuckergehalt, dieser verursacht Entzündungen und ein Burn-out im Gehirn.
  • 8. Zuckerhaltige Getränke: Zucker verursacht Entzündungen und neuronale Schäden.
  • 9. Übermässiger Alkoholkonsum: Alkohol wirkt neurotoxisch und schädigt die Nervenzellen.

Demenz Facts

  • Etwa 5-8 % der Erwachsenen über 65 Jahre leiden an einer Form von Demenz
  • Viele Demenzkranke mögen Süßes, denn diese Geschmacksrichtung können Sie noch am deutlichsten wahrnehmen
  • Rund zwei Drittel der rund 1.7 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland ist weiblich 
  • Weniger als 2% aller Menschen mit Demenz sind jünger als 65 Jahre 
  • Es gibt rund 50 Krankheiten, die unter den Oberbegriff Demenz fallen … Alzheimer ist nur eine davon, die häufigste

Fazit 

Der Begriff Demenz bezeichnet eine Reihe von Symptomen die das Erinnerungsvermögen, das Denkvermögen sowie die sozialen Fähigkeiten beeinträchtigen und das tägliche Leben damit erheblich einschränken können. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit rund 50 Millionen Menschen an Demenz und jedes Jahr kommen etwa 10 Millionen neue Krankheitsfälle hinzu … und gegenwärtig gibt es keine Heilung für Demenz. 

Eine Demenz wird durch die Schädigung oder den Verlust von Nervenzellen und deren Verbindungen im Gehirn verursacht. Je nach Bereich des Gehirns der betroffen ist kann sich eine Demenzerkrankung unterschiedlich auswirken und dabei verschiedene Krankheitssymptome hervorrufen.

Für Angehörige gibt es verschiedene Möglichkeit sich in verschiedenen online-Foren auszutauschen und sich dabei gegenseitig zu unterstützen. Zudem bieten viele Institutionen, Verbände und Vereine Informationen, Tipps und Ratschläge für das Alltagsleben mit Demenz an.