Träume- Bedeutung & Beeinflussung, Tipps gegen Alpträume

Intro

Träume nicht dein Leben … lebe deinen Traum. Wir träumen jede Nacht, ohne auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben, was wir da eigentlich tun.

Was sind Träume? Unterdrückte Wünsche und Bedürfnisse oder einfach nur ein Reset des Gehirns?

Warum Träumen und was passiert mit uns während wir Träumen? Was sagt die Wissenschaft und die Psychologie zum Träumen? Welche Tipps können bei Alpträumen helfen? Was bedeuten unsere Träume und können wir unsere Träume eigentlich beeinflussen? 

Auf geht’s ins Land der Träume … 

Definition: Was sind Träume?

Träume sind einer der komplexesten und rätselhaftesten Aspekte des Schlafs. Sie sind ein Bewusstseinszustand, der durch sensorische, kognitive und emotionale Vorgänge während des Schlafs gekennzeichnet ist. Der Träumende hat dabei eine eingeschränkte Kontrolle über den Inhalt und die visuellen Bilder. 

Es gibt keinen kognitiven Zustand, der so umfangreich erforscht und doch so häufig missverstanden wurde wie das Träumen. Dabei bestehen signifikante Unterschiede zwischen den neurowissenschaftlichen und den psychoanalytischen Ansätzen in der Traumanalyse. Die Neurowissenschaftler interessieren sich dabei mehr für die Traumentstehung sowie die Traumstruktur. Aus psychoanalytischer Sicht hingegen, konzentriert man sich auf die Sinngebung von Träumen, ihre Einordnung und den Zusammenhängen der Geschichte des Träumers.

Berichte über Träume sind in der Regel eine zuverlässige Quelle voller emotionaler und intensiver Erlebnisse die Themen, Anliegen, Figuren und Objekte enthalten, welche dabei eng mit dem wachen Leben übereinstimmen. Diese Elemente schaffen eine neue Realität, die lebensechte Zeitspannen und Zusammenhänge erleben lässt.

Die rechte und die linke Hemisphäre des Gehirns scheinen dabei auf unterschiedliche Weise zur Traumbildung beizutragen. Forscher kamen zu dem Schluss, dass die linke Hemisphäre für den Ursprung des Traums verantwortlich zu sein scheint, während die rechte Hemisphäre für die Lebhaftigkeit der Träume verantwortlich ist.

Warum träumen wir? 

Auch wenn wir uns nicht an das Träumen erinnern, träumt jeder Mensch zwischen 3-6 mal pro Nacht. Es wird geschätzt, dass jeder Traum dabei zwischen 5-20 min. andauert.

Träume sind Geschichten und Bilder, die unser Verstand im Schlaf hervorbringt und können uns helfen zu Lernen, sowie ein Langzeitgedächtnis zu entwickeln. Dabei können sie amüsant, witzig, aufregend, beängstigend und manchmal auch bizarr sein. Bilder und Symbole die in Träumen erscheinen, haben Bedeutungen und Verbindungen, die für jeden Menschen individuell sind. Träume können uns helfen, entsprechend mehr über unsere Gefühle, Überzeugungen und Werte zu erfahren. 

Sind Träume nur ein Teil des Schlafzyklus oder dienen sie einem weiteren Zweck? Es gibt verschiedene Theorien darüber, warum wir träumen. 

Mögliche Erklärungen für Träume

  • Darstellung unbewusster Sehnsüchte und Wünsche
  • Interpretation von Zufallssignalen des Gehirns und des Körpers während des Schlafs
  • Verarbeitung und Vertiefung der tagsüber aufgenommenen Informationen
  • Eine Form von Psychotherapie 

Es bleibt viel Unbekanntes über Träume, denn sie lassen sich nur schwer im Labor untersuchen. Neueste Technologien und Forschungsmethoden können dazu beitragen, unser Verständnis vom Träumen stetig zu verbessern. Mehr zum Thema Traum und Forschung später im Text. 

Wann träumen wir? 

Träume treten am häufigsten während des REM-Schlafs auf und machen 20-25 % der gesamten Schlafzeit aus. Diese Phase wird auch als schnelle Augenbewegung Phase oder REM-Phase (Rapid Eye Movement) bezeichnet. In der REM-Phase wird die Atmung schneller, unregelmäßiger und flacher, die Augen bewegen sich dabei schnell in verschiedene Richtungen und die Muskeln der Gliedmaßen werden vorübergehend gelähmt. Die Herzfrequenz erhöht sich und der Blutdruck steigt. Wenn Menschen während des REM-Schlafs erwachen, berichten sie oft von bizarren und unerklärlichen Erlebnissen … dies sind Träume. 

Die Traumphase, die REM-Schlafphase 

Im Schlaf durchläuft das Gehirn 4 Schlafstadien/Schlafphasen. Die Phasen 1 bis 3 werden als NREM-Schlaf (Non-Rapid-Eye-Movement) bezeichnet. Im Gegensatz zu späteren Schlafstadien bewegen sich die Augen im NREM-Schlaf nicht so schnell hin und her. Phase 4 ist der REM-Schlaf (Rapid Eye Movement), der auch als aktiver Schlaf oder paradoxer Schlaf bezeichnet wird und in der Regel etwa 90 min. nach dem Einschlafen beginnt. In dieser Phase ist der Körper entspannt und wird ruhiggestellt, die Atmung ist schneller und unregelmässig und die Augen bewegen sich schnell hin und her. In dieser Zeit träumt man am meisten. Im Durchschnitt werden in einer Nacht 3-5 solcher REM-Phasen durchlaufen.

Traum-Erinnerung

Studien zur Gehirnaktivität legen nahe, dass die meisten Menschen jede Nacht zwischen 3-6 mal träumen … aber nicht alle erinnern sich an ihre Träume. Etwa 95 % der Träume sind bereits vergessen, wenn wir aus dem Bett steigen. 5 min. nach einem Traum haben wir bereits 50 % des Trauminhalts vergessen und weitere 5 min. später, sind es sogar 90 %. 

Maßnahmen, die helfen können die Traum-Erinnerung zu verbessern

  • natürliches Aufwachen, ohne Wecker
  • sich nach dem Aufwachen so gut wie möglich auf den Traum konzentrieren
  • nach dem Aufwachen so viel wie möglich über den Traum erzählen oder aufschreiben
  • das Notieren von Träumen dabei zu einer Routine machen

Es gibt Hinweise darauf, dass die Traumerinnerung mit Beginn des Erwachsenenalters allmählich nachlässt, nicht jedoch im höheren Alter. Die Träume werden mit der Zeit auch weniger intensiv. Diese Entwicklung vollzieht sich bei Männern schneller als bei Frauen, wobei es geschlechtsspezifische Unterschiede beim Inhalt der Träume gibt. Bei Patienten mit Schlafstörungen ist die Traumerinnerung stärker ausgeprägt und ihre Träume spiegeln den mit ihrem Zustand verbundenen Stress wider. Die Träume von Menschen mit Narkolepsie z. B. sind oft bizarr und negativ geprägt.

Bedeutung: Was bedeuten unsere Träume?

Sind Träume Ausdruck unserer unbewussten Wünsche? Oder doch eher ein Zeichen? Der Traum ist nicht nur ein Merkmal der menschlichen Existenz, er ist überlebenswichtig für den Körper wie auch für die Psyche.

Lange Zeit herrschte der Glaube, Träume seien indirekte verschlüsselte Botschaften von Göttern oder Dämonen und oft wurden ihnen Weissagungen zugesprochen. So soll z. B. der frühere US-Präsident Abraham Lincoln davon geträumt haben, einem Attentat zum Opfer zu fallen … bevor er 3 Tage später tatsächlich im Theater ermordet wurde.

Sind Träume unterdrückte Erinnerungen?

Das Konzept der Unterdrückung geht auf den berühmten Psychoanalytiker Sigmund Freud zurück. Freud behauptete, dass unerwünschte Erinnerungen in der Psyche unterdrückt werden können. Träume erleichtern diesen Verdrängungsprozess indem, indem sie es ermöglichen, diese Erinnerungen wieder aufleben zu lassen.

Eine Studie hat gezeigt, dass Schlaf nicht hilft unerwünschte Erinnerungen zu vergessen. Stattdessen könnte der REM-Schlaf sogar der freiwilligen Unterdrückung von Erinnerungen entgegenwirken, so dass sie leichter abgerufen werden können. 

Träume verstehen

Was uns kurz vor dem Einschlafen durch den Kopf geht, kann den Inhalt unserer Träume prägen. So träumen Studenten während der Prüfungszeit oft vom Lernstoff und Menschen in einer Beziehung träumen womöglich oft von ihrem Partner. Diese Beobachtungen deuten darauf hin, dass beim Übergang vom Wachzustand zum Schlaf alltägliche Elemente in Form von Traumbildern wieder auftauchen.

Psychologischer Aspekt der Träume

Die Hypothese, dass Träume Erfahrungen aus dem Wachleben widerspiegeln wird durch verschiedene Studien gestützt.

Im Jahr 1900 beschrieb Sigmund Freud eine Kategorie von Träumen, die als biografische Träume bezeichnet werden. Viele Autoren sind sich einig, dass Träume eine Genesungsfunktion haben. Eine Untersuchung stellt die Hypothese auf, dass der Hauptaspekt traumatischer Träume darin besteht, eine Erfahrung mitzuteilen die der Träumende im Traum macht, aber nicht versteht. Dies kann helfen, ein vergangenes Trauma zu rekonstruieren und zu verarbeiten.

Wissenschaftlicher Aspekt der Träume

Aus neuropsychologischer Sicht ist der Traum, ein für den Körper überaus wichtiger Mechanismus. Der Neurologe Michel Jouvet vertritt die These, dass Bilder und Szenen in unseren Träumen zur kontinuierlichen Programmierung unserer Gehirnzellen beitragen. Im Traum sind gewisse Nervenzellen ausgeschalten und verhindern das kritische Bewusstsein, sodass wir im Traum unlogische Ereignisse nicht als Widersprüche wahrnehmen.

Gemäss Wissenschaft ist Träumen …

  • Eine offline-Gedächtnisaufarbeitung bei der das Gehirn Lern- und Gedächtnisaufgaben vertieft sowie das Wachbewusstsein unterstützt und aufzeichnet 
  • Eine Vorbereitung auf mögliche künftige Bedrohungen
  • Eine kognitive Simulation realer Lebenserfahrungen zur Entwicklung kognitiver Fähigkeiten
  • Eine Reflexion unbewusster mentaler Funktionen 
  • Ein einzigartiger Bewusstseinszustand, der die Erfahrung der Gegenwart, die Verarbeitung der Vergangenheit und die Vorbereitung auf die Zukunft beinhaltet
  • Ein psychologischer Raum, in dem überwältigende und hochkomplexe Vorstellungen vom Träumenden zusammengeführt werden können
  • Das Bedürfnis nach psychologischem Gleichgewicht

Traumdeutung: Träume analysieren 

Charaktere

In Studien wurden die Personen und Figuren untersucht, die in Traumberichten auftauchen. Das Ergebnis:

  • 48 % der Traum-Charaktere stellt eine Person dar, die dem Träumenden bekannt ist
  • 35 % der Figuren wurden durch eine soziale Rolle oder eine Beziehung zum Träumenden gekennzeichnet
  • 16 % wurden nicht identifiziert

Beziehungen

Das Gefühl im Traum in Gefahr zu sein, zu fallen oder verfolgt zu werden hängt nach Ansicht einiger Experten mit zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen zusammen. 

Sexuelle Aspekte 

Das Gefühl im Traum zu Fliegen, Geld zu finden oder etwas Leckeres zu Essen wird mit sexuellen Motiven in Verbindung gebracht.

Angst vor Blamage

Im Traum nackt zu sein, eine Prüfung nicht zu bestehen, zu spät zu kommen, Zähne zu verlieren und unangemessen gekleidet zu sein wird mit sozialen Ängsten, vor allem der Angst vor Blamage in Verbindung gebracht.

Verfolgung 

Wer im Traum verfolgt wird, hat meist Angst sich einer Situation zu stellen, möchte diese vermeiden und sich nicht damit auseinandersetzen. 

Fallen

Der Traum vom Fallen hängt meist damit zusammen Angst zu haben etwas zu verlieren

Nacktsein

Hängt oft mit dem Gedanken sich nicht bereit für etwas zu fühlen zusammen, sowie die Angst vor dem Versagen

Zu spät kommen

Die Angst nicht alles meistern zu können. 

Der Tod einer nahestehenden Person 

Angst davor, ohne eine bestimmte Person nicht mehr zurecht zu kommen. 

Geschmäcke und Gerüche

Ergebnisse zeigten, dass Menschen mit Migräne häufiger Träume haben, die mit Geschmack und Geruch verbunden sind.

In bildgebenden Untersuchungen der Hirnaktivität während des REM-Schlafs fanden Wissenschaftler heraus, dass die Verteilung der Hirnaktivität auch mit bestimmten Traummerkmalen in Verbindung stehen könnte.

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Luzide Träume: Die Kunst des Klarträumens

Sagt euch der Film Inception was? Christopher Nolans Film Inception erzählt von einer Welt, in der Menschen sich in selbst designten Traumwelten verlieren. Aber auch fernab der Blockbuster-Welt gibt es so etwas wie Traumsteuerung

Beim luziden Träumen ist sich der Träumende bewusst das er träumt und kann dabei eine gewisse Einflussnahme auf seinen Traum nehmen. Häufig treten luzide Träume mitten in einem gewöhnlichen Traum auf, wenn die schlafende Person plötzlich merkt das sie träumt. Manche Menschen erleben das luzide Träumen zufällig, während andere berichteten, dass sie die Fähigkeit ihre Träume zu kontrollieren verbessern konnten. Eine Studie mit Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahren ergab, dass Linkshänder eher luzide Träume erleben und sich an Träume innerhalb anderer Träume erinnern als Rechtshänder. 

Gute Nachricht: Man kann lernen sich Träume zu Nutzen zu machen. Menschen mit luziden Träumen können lernen, bedrohliche Szenen in harmlose umzuwandeln und so besser zwischen Realität und Traum unterscheiden zu können. 

3 Möglichkeiten luzide Träume zu beeinflussen

  • 1. Traumtagebuch: Ein Traumtagebuch kann helfen wiederkehrende Traumthemen zu erkennen
  • 2. Realitätscheck: Träume ich oder bin ich wach? Wer sich diese Frage tagsüber auch immer wieder stellt, dem fällt es leichter sie auch im Traum zu stellen. Weitere Realitätschecks sind Nase zuhalten, hochspringen und einen Text lesen. Alles Dinge, die im Traum nur bedingt funktionieren
  • 3. WBTB: Wake-Back-to-Bed: Der REM-Schlaf ist die Phase mit der höchsten Wahrscheinlichkeit für einen Klartraum. Daher ist es sinnvoll, sich nach etwa 5 Stunden Schlaf in den frühen Morgenstunden einen Wecker zu stellen, sich eine halbe Stunde wachzuhalten um anschließend direkt in den Rem-Schlaf zu sinken

Alpträume

Träume können Visionen von Glück und Freude sein. Doch was, wenn Träume beängstigend, bedrohlich oder aufwühlend erscheinen?

Wenn ein schlechter Traum dazu führt, dass wir aufwachen, spricht man von einem Alptraum. Es ist normal, gelegentlich einen schlechten Traum zu haben. Bei manchen Menschen treten schlechte Träume jedoch häufig auf, stören den Schlaf und wirken sich negativ auf das wache Leben aus. 

Die Unterschiede zwischen schlechten Träumen, Alpträumen und Alptraumstörungen zu kennen ist ein 1. Schritt, um die Ursachen von Alpträumen zu beseitigen, eine Behandlung zu beginnen und dem Schlaf zu besserer Qualität zu verhelfen.

Alpträume sind beängstigende Träume, die beim Träumenden eine Reihe von beunruhigenden Gefühlen erzeugen und treten häufiger in der 2. Nachthälfte auf, wenn mehr Zeit im REM-Schlaf verbracht wird. Zu den häufigsten Reaktionen auf einen Albtraum gehören deshalb vor allem Angst und Beunruhigung. Beim Aufwachen nach einem Alptraum fühlen sich viele Menschen noch lange aufgeregt oder ängstlich. Auch körperliche Symptome wie Herzfrequenzveränderungen oder Schweißausbrüche können nach dem Aufwachen beobachtet werden.

Alptraum-Auslöser

  • Stress
  • Ängste
  • Traumata
  • emotionale Spannungen
  • Erkrankungen
  • die Einnahme von bestimmten Arzneimitteln sowie Drogen 

Was ist der Unterschied zwischen schlechten Träumen und Alpträumen?

In der Schlafmedizin haben Alpträume eine klare Definition. Diese Definition hilft dabei, Alpträume von schlechten Träumen zu unterscheiden: Beide beinhalten einen beunruhigenden und verstörenden Trauminhalt aber nur ein Alptraum führt dazu, dass man aus dem Schlaf erwacht. 

Gute Nachricht: Man muss sich nicht mit Alpträumen abfinden, sie sind behandelbar. Der Hausarzt kann hier auch einen Psychotherapeuten oder einen Schlafmediziner empfehlen. Sind die Alpträume ein Ausdruck von Angststörungen oder anderen psychischen Erkrankungen, kann eine Psychotherapie unterstützen. Wird das nächtliche Kopfkino durch besonders viele Traumschlafphasen ausgelöst, können z. B. Medikamente infrage kommen die den Traumschlaf eindämmen.

Alptraumstörung

Etwa 2-8 % der Erwachsenen geben an, Probleme mit Alpträumen haben. Bei dieser Art von Schlafstörung, die durch häufige Alpträume gezeichnet wird, handelt sich um eine Schlafstörung die auch als Parasomnie bezeichnet wird. Zu den Parasomnien gehören verschiedene Arten von abnormen Verhaltensweisen während des Schlafs. Bei einer Alptraumstörung handelt es sich um wiederkehrende Alpträume, die das tägliche Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen.

Am häufigsten treten Alpträume bei Kindern im Alter zwischen 3-6 Jahren auf und mit zunehmendem Alter werden sie seltener. In einigen Fällen halten die Alpträume jedoch bis ins Jugend- und Erwachsenenalter an. Alpträume treten bei Männern und Frauen auf, wobei Frauen im Allgemeinen häufiger davon berichten und dies vor allem in der Pubertät und im mittleren Lebensalter.

Nach Ansicht vieler Experten sind Träume ein Teil der Methoden des Gehirns zur Verarbeitung von Emotionen und zur Festigung des Gedächtnisses. Schlechte Träume und Alpträume könnten also eine Komponente der emotionalen Reaktion auf Angst und Trauma sein. 

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Da es normal ist, von Zeit zu Zeit einen Alptraum zu haben, ist es schwer zu erkennen wann Alpträume ein Grund zur Sorge sind.

Mit einem Arzt über Alpträume sprechen muss man wenn: 

  • Alpträume mehr als 1 mal pro Woche auftreten
  • Alpträume den Schlaf, die Stimmung und/oder die täglichen Aktivitäten beeinträchtigen
  • die Alpträume gleichzeitig mit der Einnahme eines neuen Medikaments eingesetzt haben

Was kann helfen Alpträume besser zu verstehen?

Eine Hilfe im Verstehen von Alpträumen kann das Anlegen eines Schlaftagebuchs sein, indem alle Alpträume dokumentiert und festgehalten werden.

8 Tipps gegen Alpträume

  • 1. Schaffe eine geregelte und entspannte Routine vor dem Schlafengehen 
  • 2. Beschäftige dich vor dem Schlafengehen mit für dich beruhigende Tätigkeiten wie z. B. Bücher lesen, Musik hören oder ein warmes Bad nehmen 
  • 3. Meditation, tiefes Atmen sowie Entspannungsübungen können helfen 
  • 4. Sorge dafür, dass das Schlafzimmer gemütlich und ruhig ist damit du gut schlafen kannst
  • 5. Spreche über deine Träume: Was ist geschehen? Wer kam in dem Traum vor? Was hat die Situation so beängstigend gemacht? Erinnere dich daran … Alpträume sind nicht real
  • 6. Schreib einfach das Ende um. Stell dir dabei einfach mal ein Happy End Szenario für deinen Alptraum vor
  • 7. Weise Stress in seine Schranken. Wenn Stress oder Ängste ein Thema sind, rede darüber und hol dir Hilfe. Übe einfache Maßnahmen zum Stressabbau, wie z. B. tiefes Atmen oder Entspannungsübungen. Auch ein Psychiater kann bei Bedarf helfen
  • 8. Komfortmassnahmen: Fühle ich mich in meiner Schlafumgebung sicher und wohl? Unterstützend hier kann z. B. ein Nachtlicht sein, das sich beim Aufwachen beruhigend auswirkt

Träume als Verarbeitungsprozess: Wie Träume helfen können zu verarbeiten?

Unser Gehirn verarbeitet emotionale Erfahrungen während des Schlafs. Dabei wird das Erlebte zwar als Erinnerung gespeichert, die damit verbundenen Gefühle aber stark gedämpft. Wer einen schlimmen Alptraum erlebt ist froh wieder daraus aufzuwachen. Dabei haben schlechte Träume oft etwas Gutes … sie können uns bei der Bewältigung negativer Emotionen im Alltag helfen. 

Traumfänger 

Geschichte des Traumfängers

Traumfänger gelten überall auf der Welt als Glücksbringer und sollen im wahrsten Sinne des Wortes die Alpträume einfangen und nur positive Träume in das Unterbewusstsein des Schlafenden lassen. Das Design des Traumfängers, seine vielen Punkte aus zusammengebundenen Schnüren, stehen dabei für verschiedene Geschichten. Die Tradition des Aufhängens von gewebten Traumfängern stammt von den amerikanischen Ureinwohnern. Traumfänger sind sehr beliebte Tattoo-Motive und werden oft auf der Haut verewigt.

Traumfänger gibt es hier …

Sich wiederholende Träume: Träumen in der Endlosschleife 

Wiederkehrende und sich wiederholende Träume hängen meist mit unterdrückten Emotionen zusammen und weisen auf bislang noch ungelöste Probleme hin. Unerfüllte Bedürfnisse können zu wiederkehrenden Träumen und in manchen Fällen auch zu wiederkehrenden Alpträumen führen, die ein Versuch sind, diese Erfahrungen zu verinnerlichen und zu verarbeiten. 

Träume und Forschung 

Dem Traum auf der Spur … Versuchspersonen schlafen in Kernspintomographen. Diesen haben wir es zu verdanken, dass wir wissen das im Traum vor allem die Bereiche im Hirn aktiv sind, die für das emotionale Empfinden, visuelle Wahrnehmungen und Motorik zuständig sind. 

Neurowissenschaftler und Psychologen sind sich einig: Jeder kann lernen sich besser an seine Träume zu erinnern, sich Träume zu Nutzen zu machen und sie so sogar zu steuern. Träume sind ein schwer fassbares Phänomen und bis heute sind Ursache und Funktion von Träumen noch nicht umfänglich erforscht. 

Träume Facts

  • Blinde träumen im Vergleich zu sehenden Menschen mehr mit anderen Sinneskomponenten und haben im Vergleich zu Sehenden weniger visuelle Traumeindrücke
  • Traumberichte von Menschen mit Querschnittlähmung berichten, dass sie in ihren Träumen oft laufen, rennen oder schwimmen
  • Jedes Gesicht, das in einem Traum auftaucht, wurde schon einmal gesehen 
  • Alpträume machen fast 40% aller Kinderträume aus
  • 12 % aller Menschen träumen in Schwarz/Weiss
  • Kinder beginnen ab 3 Jahren von sich selbst zu träumen 
  • Die längsten Träume dauern zwischen 30-45 min 
  • Auch Tiere träumen 
  • Während man Schnarcht, kann man nicht träumen

Fazit 

Träume sind einer der komplexesten und rätselhaftesten Aspekte des Schlafs und Geschichten und Bilder, die unser Verstand im Schlaf hervorbringt. Sie sind ein Bewusstseinszustand der durch sensorische, kognitive und emotionale Vorgänge während des Schlafs gekennzeichnet ist. Dabei bestehen signifikante Unterschiede zwischen den neurowissenschaftlichen und psychoanalytischen Ansätzen in der Traumanalyse.

Studien zur Gehirnaktivität legen nahe, dass die meisten Menschen jede Nacht zwischen 3-6 mal träumen. 95 % der Träume sind dabei bereits vergessen, wenn wir aus dem Bett steigen. Es gibt Hinweise darauf, dass die Traumerinnerung mit Beginn des Erwachsenenalters allmählich nachlässt, nicht jedoch im höheren Alter.

Die Hypothese, dass Träume Erfahrungen aus dem Wachleben widerspiegeln, wird durch verschiedene Studien gestützt. In bildgebenden Untersuchungen der Hirnaktivität während des REM-Schlafs fanden Wissenschaftler heraus, dass die Verteilung der Hirnaktivität auch mit bestimmten Traummerkmalen in Verbindung stehen könnte.

Alpträume sind beängstigende Träume. Zu den häufigsten Reaktionen auf einen Alptraum gehören deshalb vor allem Angst und Beunruhigung. Dabei haben schlechte Träume oft etwas Gutes … sie können uns bei der Bewältigung negativer Emotionen im Alltag helfen.