Ist Gürtelrose gefährlich? Gefahren & Komplikationen

Intro

Gürtelrose, auch Herpes Zoster genannt, ist ein Hautausschlag, der durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht wird, dasselbe Virus, das auch Windpocken hervorruft. Eine Gürtelrose ist schmerzhaft, aber ist eine Gürtelrose auch gefährlich? 

In diesem Blogbeitrag klären wir, welche Komplikationen bei einer Gürtelrose auftreten können und für wen eine Gürtelrose dabei gefährlich werden kann? Zudem gehen wir auf Gürtelrose Symptome, Ansteckung und Behandlung ein und nehmen dabei besonders die Gefahren von Gürtelrose für Schwangere, was man bei einer Gürtelrose nicht tun sollte und wann man damit zum Arzt sollte ein.

Mehr über Gürtelrose gibt es hier

Keypoints: Das Wichtigste zur Frage ist Gürtelrose gefährlich?

  • Jeder, der schon einmal Windpocken hatte, kann eine Gürtelrose bekommen
  • Das Alter sowie ein geschwächtes Immunsystem erhöhen das Risiko an Gürtelrose zu erkranken
  • Es gibt einen Impfstoff zur Vorbeugung von Gürtelrose
  • Gürtelrose birgt eine grössere Gefahr für ältere Menschen, Schwangere oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem
  • In den meisten Fällen verläuft eine Gürtelrose komplikationslos und heilt dabei von allein ab. Manchmal führt eine Gürtelrose jedoch zu Komplikationen und kann gefährlich werden

Gürtelrose Gefahren: Kann eine Gürtelrose gefährlich werden?

Eine Gürtelrose ist für gesunde Menschen in der Regel nicht gefährlich und selten lebensbedrohlich, obwohl sie großes Leid verursachen kann. Als Folge einer Gürtelrose können jedoch manchmal Komplikationen auftreten. 

Tritt der Ausschlag z. B. in der Nähe des Auges auf, kann er zu bleibenden Schäden bis hin zum Verlust des Sehvermögens führen. In sehr seltenen Fällen kann eine Gürtelrose auch zu Lungenentzündung, Hörproblemen, Gehirnentzündung (Enzephalitis) oder sogar zum Tod führen. Bei etwa einer von fünf Personen bleiben zudem die starken Schmerzen auch nach dem Abklingen des Ausschlags bestehen. Solche Schmerzen werden als postherpetische Neuralgie (PHN) bezeichnet. Je älter die Menschen sind, desto wahrscheinlicher ist es, eine postherpetische Neuralgie zu entwickeln und umso wahrscheinlicher ist es auch, dass diese schwerwiegend ausfällt. 

Für wen ist eine Gürtelrose gefährlich?

Eine Gürtelrose birgt eine größere Gefahr für:

Ältere Menschen

Ältere Erwachsene haben ein höheres Risiko, an einer postherpetischen Neuralgie (PHN) zu erkranken als jüngere Menschen. 

Schwangere 

Eine Gürtelrose kann bei Schwangeren zu Komplikationen führen. Mehr über Gürtelrose Schwangerschaft findest du hier.

Menschen mit geschwächtem Immunsystem

Einer Studie zufolge verläuft die Gürtelrose bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem schwerwiegender. Für diese Personengruppe besteht ebenfalls ein höheres Risiko für verschiedene Gefahren und Komplikationen.

Gürtelrose Komplikationen

In manchen Fällen führt eine Gürtelrose zu Problemen. Hier die möglichen und die eher seltenen Komplikationen, die bei einer Gürtelrose auftreten können. 

Mögliche Komplikationen einer Gürtelrose

Zu den möglichen Komplikationen einer Gürtelrose gehören:

  • Postherpetische Neuralgie (PHN)
  • Augenerkrankungen
  • Ramsay-Hunt-Syndrom
  • Bakterielle Infektion des Ausschlags
  • Weiße Flecken (Pigmentverlust) oder Narbenbildung im Bereich des Ausschlags

Seltene Komplikationen einer Gürtelrose

Zu den eher seltenen Komplikationen einer Gürtelrose zählen: 

  • Lungenentzündung
  • Entzündung der Leber (Hepatitis) 
  • Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) 
  • Rückenmarksentzündung 
  • Hirnhautentzündung (Meningitis) 

Gürtelrose Symptome

Eine Gürtelrose beginnt in der Regel mit einem Ausschlag auf einer Seite des Gesichts oder des Körpers. Bevor sich der Ausschlag entwickelt, treten häufig Schmerzen, Juckreiz oder Kribbeln in dem Bereich auf, in dem sich später entsprechend der Ausschlag entwickelt. Weitere Symptome der Gürtelrose können auch Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost sowie Magenverstimmung sein.

Wie sieht eine Gürtelrose aus?

Der Gürtelrose-Ausschlag tritt in der Regel einseitig auf einer Seite des Körpers auf und besteht dabei aus rötlichen und mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen, die verkrusten. Der Gürtelrose-Ausschlag schlängelt sich dabei meist, wie der Name schon sagt, gürtelförmig um eine Körperhälfte. Selten kommt es auch zu einer Gürtelrose ohne Bläschen und Ausschlag.

Alles über Gürtelrose Symptome und Gürtelrose Ursachen findest du hier

Ist Gürtelrose ansteckend?

Eine Gürtelrose ist deutlich weniger ansteckend als die ursprünglichen Windpocken. Das Virus wird dabei durch direkten Kontakt mit dem Ausschlag übertragen und ist somit besonders in der Akutphase der Gürtelrose besonders ansteckend. Sobald die Bläschen verkrustet und verheilt sind, besteht keine Ansteckungsgefahr mehr. Halte dich von bestimmten Personengruppen fern, wenn du an Gürtelrose leidest. Du kannst zwar Gürtelrose nicht auf andere übertragen, aber Menschen, die noch nie Windpocken hatten, könnten sich bei dir damit anstecken. Vermeide deshalb den Kontakt zu:

  • Schwangeren, die noch nie Windpocken hatten
  • Personen mit einem geschwächten Immunsystem, z. B. Personen, die eine Chemotherapie erhalten
  • Babys unter 1 Monat

Mehr über Gürtelrose und Ansteckung gibt es hier nachzulesen

Gürtelrose Behandlung: Wie schnell muss Gürtelrose behandelt werden?

Zur Behandlung der Gürtelrose stehen mehrere antivirale Medikamente zur Verfügung. Diese Medikamente sollten dabei so bald wie möglich nach Auftreten des Ausschlags eingenommen werden und tragen dazu bei, den Krankheitsverlauf zu verkürzen sowie den Schweregrad der Erkrankung zu verringern. Auch Schmerzmittel können gegen die Schmerzen helfen.

Der Beginn der Behandlung 2-3 Tage nach dem Auftreten des Ausschlags kann die Dauer der Erkrankung erheblich verkürzen, Symptome lindern sowie das Risiko von Komplikationen wie PHN verringern. Auch wenn die Gürtelrose schon länger als 2-3 Tage besteht, sollte man aufgrund des Risikos von Komplikationen einen Arzt aufsuchen.

Alles über die Behandlung einer Gürtelrose findest du hier 

Gürtelrose Endstadium

Im Endstadium der Gürtelrose trocknen die Bläschen aus, verkrusten und fallen anschliessend ab. Üblicherweise dauert es nicht länger als 3 Wochen, bis sich die Krusten lösen und der Ausschlag entsprechend abheilt. 

Mehr über Gürtelrose Anfangs- und Endstadium sowie Gürtelrose Verlauf findest du hier

Ist Gürtelrose gefährlich für Schwangere?

Erkrankt eine Schwangere an Gürtelrose, besteht dabei kein Risiko für das ungeborene Kind. Eine Windpockeninfektion in der Schwangerschaft kann jedoch zu Entwicklungsstörungen beim Kind führen und damit für Mutter und Kind gefährlich werden. 

Alles über Gürtelrose Schwangerschaft findest du hier

Was sollte man bei einer Gürtelrose nicht tun?

Gürtelrose ist zwar nicht so stark ansteckend wie die Windpocken, dennoch kann das Virus übertragen werden. Solange der Gürtelrose-Ausschlag besteht, sollte deshalb der Kontakt zu Abwehrgeschwächten sowie Schwangeren unbedingt vermieden werden.

Mehr Dinge, die man mit Gürtelrose nicht tun sollte findest du hier

Gürtelrose Vorbeugen

Folgende Tipps helfen der Verbreitung einer Gürtelrose vorzubeugen:  

  • Bedecke den Ausschlag
  • Wasch dir häufig die Hände
  • Vermeide es, dich zu kratzen oder den Ausschlag zu berühren
  • Vermeide bis zum Abklingen des Ausschlags den Kontakt mit Säuglingen, Schwangeren die nicht immun gegen Windpocken sind sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem

Kann Gürtelrose von allein heilen? 

Eine Gürtelrose heilt bei Menschen ohne erhöhtes Risiko meist nach 2-4 Wochen von allein wieder ab. Das Virus selbst lässt sich bei einer Gürtelrose nicht mit Hausmittel behandeln, allerdings können Symptome dadurch gelindert werden und den Heilungsprozess damit unterstützen. 

Zur Frage: Heilt Gürtelrose von allein? gehts hier

Gürtelrose wann zum Arzt

Einen Arzt oder eine Ärztin sollte man bei ersten Anzeichen und Symptomen einer Gürtelrose aufsuchen. Schwere Verläufe gehören immer zum Arzt. Auch allen Patienten ab 50 Jahren wird ebenfalls geraten, bei Verdacht auf eine Gürtelrose ärztlicher Rat einzuholen. 

Eine Gürtelrose auf der oberen Gesichtshälfte, egal wie mild sie ist, gehört wegen der Gefahr einer Schädigung des Auges unverzüglich in ärztliche Behandlung. Wenn man glaubt, eine Gürtelrose zu haben, sollte man so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Denn eine Behandlung ist wirksamer, wenn sie frühzeitig eingeleitet wird.

Gürtelrose Selbsttest

Eine Gürtelrose kann anhand ihrer Anzeichen und Symptome sowie aufgrund ihres typischen Hautausschlages erkannt werden.

Zum Gürtelrose Selbsttest geht’s hier

FAQs: Die wichtigsten Fragen zu den Gefahren bei Gürtelrose

Welche Komplikationen können bei einer Gürtelrose auftreten?

Abhängig von der Schwere des Krankheitsverlaufes können bei einer Gürtelrose auch innere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden und dabei Leber-, Lungen- oder Hirnhautentzündungen hervorrufen. Zudem besteht das Risiko auf eine postherpetische Neuropathie (PHN), bei der Schmerzen lange nach dem Abklingen des Ausschlages noch vorhanden bleiben.

Gibt es einen Impfstoff gegen Gürtelrose?

Ja, es gibt eine Gürtelrose Impfung. Diese besteht aus 2 Impfdosen im Abstand von 2 – 6 Monaten. Empfohlen wird eine Gürtelrose Impfung durch die Ständige Impfkommission (STIKO) Personen ab 65 Jahren oder bei Vorerkrankungen bereits ab 50 Jahren.

Wann sollte man mit einer Gürtelrose zum Arzt? 

Zum Arzt gehören Gürtelrose-Ausschläge, die auf der oberen Gesichtshälfte oder in den Gehörgängen auftreten. Ebenfalls sollten sich alle Personen ab 50, die an einer Gürtelrose erkranken, in ärztliche Behandlung begeben. 

Wie schnell sollte eine Gürtelrose behandelt werden? 

So schnell wie möglich. Denn der Beginn der Behandlung 2-3 Tage nach dem Auftreten des Ausschlags kann sowohl die Dauer der Erkrankung erheblich verkürzen wie auch Symptome lindern und das Risiko von Komplikationen wie PHN verringern. 

Mehr über Gürtelrose findest du hier

Fazit

Eine Gürtelrose ist für gesunde Menschen in der Regel nicht gefährlich und selten lebensbedrohlich. Als Folge einer Gürtelrose können manchmal jedoch Komplikationen auftreten. Je älter die Menschen sind, desto wahrscheinlicher ist es, eine postherpetische Neuralgie (PHN) zu entwickeln.

Eine Gürtelrose birgt eine größere Gefahr für: Ältere Menschen, Schwangere sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Halte dich deshalb von bestimmten Personengruppen fern, wenn du an Gürtelrose leidest. 

Einen Arzt oder eine Ärztin sollte man bei ersten Anzeichen und Symptomen einer Gürtelrose aufsuchen, insbesondere, wenn die Gürtelrose im oberem Gesichtsbereich auftritt.