Gürtelrose Schwangerschaft: Risiken & Gefahren für Mutter & Kind

Intro

Jeder, der in der Vergangenheit einmal Windpocken hatte, kann an Gürtelrose erkranken, auch Schwangere. Zu den Symptomen einer Gürtelrose gehört ein schmerzender oder juckender Ausschlag, der sich dabei gürtelförmig und meist einseitig über die betroffene Körperstelle zieht. Aber wie gefährlich ist eine Gürtelrose in der Schwangerschaft? 

In diesem Beitrag befassen wir uns mit den Ursachen, Symptomen und der Behandlung von Gürtelrose in der Schwangerschaft. Zudem gehen wir den Gefahren bei Gürtelrose für Mutter und Baby genauer auf den Grund und beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Thema Gürtelrose Schwangerschaft.

Alles über Gürtelrose gibt es hier

Keypoints: Das Wichtigste über Gürtelrose Schwangerschaft

  • Gürtelrose wird durch das gleiche Virus verursacht das auch die Windpocken auslöst
  • Bei einer Gürtelrose kommt es zu einem schmerzhaften Ausschlag, meist auf einer Körper- oder Gesichtshälfte
  • Die Häufigkeit von Gürtelrose bei schwangeren Frauen ist sehr gering
  • Wenn du schwanger bist und Symptome einer Gürtelrose aufweist such rasch möglichst einen Arzt auf
  • Während der Schwangerschaft Windpocken zu bekommen kann Gefahren sowohl für die Mutter als auch für das Kind bergen
  • Das Risiko für dein Baby auf Komplikationen bei einer Gürtelrose ist geringer als bei Windpocken

Gürtelrose Schwangerschaft Ursache

Nach einer Infektion mit Windpocken bleibt das Varizella-Zoster-Virus im Körper. Manchmal kann dieses wieder aktiv werden und dabei in Form einer Gürtelrose wieder aufflammen. Jeder, der schon einmal Windpocken hatte, kann eine Gürtelrose entwickeln, auch Schwangere

Mehr über Gürtelrose Ursachen findest du hier

Windpocken Schwangerschaft

Windpocken und Gürtelrose werden beide durch das Varizella-Zoster-Virus hervorgerufen. Etwa 95% der Erwachsenen in Deutschland sind gegen Windpocken immun, da sie die Infektion entweder bereits als Kind durchgemacht haben oder dagegen geimpft sind. Steckt sich eine Schwangere, die nicht immun ist, mit Windpocken an, kann das gefährlich für das ungeborene Kind werden und zu Fehlbildungen, neurologischen Erkrankungen oder Organstörungen beim Kind führen. Bei einer Ansteckung kurz vor der Geburt besteht für das Kind sogar die Gefahr eines lebensbedrohlichen Infektes. Das Varizella-Zoster-Virus wird bei Gürtelrose durch direkten Kontakt mit den Hautbläschen übertragen. 

Gürtelrose Schwangerschaft Symptome

Die ersten Anzeichen und Symptome einer Gürtelrose können Schmerzen, Juckreiz oder auch Kribbeln in dem Bereich sein, in dem sich später der typische Gürtelrose-Ausschlag entwickelt. Nach etwa 7-10 Tagen bilden sich Blasen, die anschliessend verschorfen. Weitere Symptome können Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder auch Bauchschmerzen sein. Selten kann eine Gürtelrose auch ohne Bläschen und Ausschlag auftreten.

Zu den Gürtelrose Symptomen und zur Frage: Wie sieht eine Gürtelrose aus? geht’s hier. Zum Gürtelrose Selbsttest gehts hier lang

Gürtelrose Schwangerschaft Behandlung 

Eine Gürtelrose Behandlung kann den Schweregrad der Gürtelrose lindern sowie das Risiko einer postherpetischen Neuralgie verringern. 

Medikamente gegen Gürtelrose in der Schwangerschaft

Eine Gürtelrose wird mit antiviralen Medikamenten behandelt. Dein Arzt kann dir dafür Medikamente verschreiben, die du auch während der Schwangerschaft ohne Bedenken einnehmen kannst sowie Arzneimittel gegen Schmerzen und Juckreiz empfehlen.

Zur Gürtelrose Behandlung gehören die antiviralen Medikamente Acyclovir (Zovirax) und Valacyclovir (Valtrex). Bei vorschriftsmäßiger Einnahme sollten diese Medikamente auch während der Schwangerschaft sicher sein. Bevor du ein Arzneimittel in der Schwangerschaft einnimmst, lohnt es sich immer, Rücksprache mit dem Arzt zu halten.

Rezeptfreie Arzneimittel und Selbsthilfe für Gürtelrose in der Schwangerschaft

Zusätzlich zu den Medikamenten, die der Arzt verschreibt, gibt es auch rezeptfreie Arzneimittel und Selbsthilfemaßnahmen, um Schmerzen und Juckreiz bei Gürtelrose zu lindern. Dazu gehören:

  • Kalte Umschläge und kühle Bäder zur Schmerzlinderung
  • Lockere Kleidung und saubere Gazen auf betroffene Stellen, um die Heilung der Blasen zu beschleunigen und Infektionen zu vermeiden
  • Antihistaminika 
  • Haferflockenbäder und Calamin-Lotion zur Linderung des Juckreizes
  • Das rezeptfreie Schmerzmittel Paracetamol

Alles darüber wie man eine Gürtelrose behandelt findest du hier

Gürtelrose Schwangerschaft Gefahren: Wie gefährlich ist Gürtelrose für Schwangere?

Wenn du schwanger bist, halte dich von Personen fern, die Gürtelrose oder Windpocken haben. Denn wenn du schwanger und nicht immun gegen Windpocken bist und während der Schwangerschaft Windpocken bekommst, kann das zu Problemen sowohl für dich als auch für dein Baby führen. Eine Windpockenerkrankung während der Schwangerschaft kann das Risiko einer Lungenentzündung erhöhen. 

Hattest du wissentlich Kontakt mit einer von Gürtelrose oder Windpocken betroffenen Person? Wende dich an deinen behandelnden Arzt und warte damit nicht zu lange ab. Denn eine Gürtelrose Behandlung sollte, wenn indiziert, so rasch wie möglich erfolgen. Wenn du eine Schwangerschaft planst und dir Sorgen wegen einer Gürtelrose machst, sprich mit deinem Arzt über die Möglichkeit einer Gürtelrose-Impfung.

Zu den Gürtelrose Gefahren geht’s hier. Mehr über die Gürtelrose Impfung erfährst du hier

Wie ansteckend und gefährlich ist Gürtelrose für das Baby?

Eine Gürtelrose während der Schwangerschaft führt selten zu Komplikationen für das Baby. Wenn du in den Tagen nach der Geburt eine Gürtelrose bekommst, schütze dein Neugeborenes vor Kontakt mit dem Gürtelrose-Ausschlag. Decke den Gürtelroseausschlag ab und wasch dir häufig die Hände.

Windpocken während der Schwangerschaft können auch für das Baby gefährlich werden und ein erhöhtes Risiko für einen seltenen schweren Geburtsfehler, das so genannte kongenitale Varizellensyndrom, sein, wenn du in den ersten 20 Wochen der Schwangerschaft Windpocken bekommst. Erkrankst du unmittelbar vor der Geburt an Windpocken, besteht für dein Baby zudem ein erhöhtes Risiko für eine schwere Infektion, die sogenannten Neugeborenen-Varizellen.

Das Risiko für dein Baby auf Komplikationen bei einer Gürtelrose ist allerdings bei Gürtelrose geringer als bei Windpocken. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung minimiert zudem das Risiko von Komplikationen für dich und dein Baby.

Alles über die Gürtelrose Gefahren erfährst du hier

Was tun wenn der Partner Gürtelrose hat?

Menschen mit Gürtelrose können Gürtelrose nicht auf andere Menschen übertragen, aber Windpocken. Dies ist möglich durch Hautkontakt mit dem Ausschlag einer Person, die an Gürtelrose erkrankt ist und wenn man dabei selbst nicht gegen Windpocken immun ist. Immun gegen Windpocken ist man, wenn man selbst Windpocken hatte oder dagegen geimpft ist. Für die meisten Frauen, die während der Schwangerschaft an Gürtelrose erkranken, sind die Aussichten gut.

Ist die werdende Mutter nicht immun gegen Windpocken und ihr Partner an Gürtelrose erkrankt, besteht die Gefahr, dass sich die Schwangere durch direkten Kontakt mit dem Ausschlag der Gürtelrose mit Windpocken infiziert. 

Mehr über die Frage: Ist Gürtelrose ansteckend? findest du hier

Gürtelrose Schwangerschaft was tun?

Wenn du schwanger bist und einen Ausschlag oder Gürtelrose Symptome bemerkst, wende dich sofort an deinen Arzt oder deine Ärztin. Dieser kann dir sagen, ob du an Gürtelrose leidest. 

Wie kann man sich vor Gürtelrose in der Schwangerschaft schützen?

Wer nicht immun gegen Windpocken ist, sollte sich am besten schon vor der Schwangerschaft gegen Windpocken impfen lassen, um sich und sein Baby zu schützen. Wenn du nicht sicher bist, ob du gegen Windpocken immun bist, sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin, dieser kann einen Bluttest veranlassen, um festzustellen ob du immun dagegen bist.

Alles über die Gürtelrose Impfung findest du hier

Gürtelrose Schwangerschaft FAQs

Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Thema Gürtelrose und Schwangerschaft:

Erhöht eine Gürtelrose das Risiko für schwangerschaftsbedingte Probleme?

In jeder Schwangerschaft kann es zu Komplikationen kommen. Eine Gürtelrose kann ebenfalls Risiken und Komplikationen verursachen. Es wurde jedoch keine direkte Studie durchgeführt, um festzustellen, ob eine Gürtelrose in der Schwangerschaft andere schwangerschaftsbedingte Probleme wie z. B. Frühgeburten (Geburt vor der 37. Woche) oder ein niedriges Geburtsgewicht verursachen kann.

Kann Gürtelrose auch in der Schwangerschaft behandelt werden?

Wenn du schwanger bist und eine Gürtelrose bekommst, sprich mit deinem Arzt/ deiner Ärztin über die Behandlung der Gürtelrose. Gürtelrose kann in der Regel mit antiviralen Medikamenten auch während der Schwangerschaft behandelt werden.

Kann ich stillen wenn ich Gürtelrose habe?

Ja, das Virus, das die Gürtelrose verursacht, konnte nicht in der Muttermilch nachgewiesen werden. Es ist jedoch wichtig, dass das Baby dabei nicht direkt mit dem Ausschlag oder den Bläschen in Berührung kommt, um das Risiko einer Verbreitung des Varizella-Zoster-Virus entsprechend zu verringern.

Mehr über das Thema Gürtelrose kannst du hier nachlesen

Fazit 

Jeder, der schon einmal Windpocken hatte, kann eine Gürtelrose entwickeln, auch Schwangere. Menschen mit Gürtelrose können Gürtelrose nicht auf andere Menschen übertragen, aber Windpocken. Die Häufigkeit von Gürtelrosen bei schwangeren Frauen ist sehr gering.

Steckt sich eine Schwangere, die nicht immun ist, mit Windpocken an, kann das sowohl für die Mutter als auch für das ungeborene Kind gefährlich werden.

Eine Gürtelrose wird mit antiviralen Medikamenten behandelt. Bei vorschriftsmäßiger Einnahme sind diese Medikamente auch während der Schwangerschaft sicher

Das Risiko für das Baby auf Komplikationen ist bei einer Gürtelrose geringer als bei Windpocken. Auch für die meisten Frauen, die während der Schwangerschaft an Gürtelrose erkranken, sind die Aussichten gut.

Ist die werdende Mutter nicht immun gegen Windpocken und ihr Partner an Gürtelrose erkrankt, besteht die Gefahr, dass sich die Schwangere durch direkten Kontakt mit dem Ausschlag mit Windpocken ansteckt. Wer nicht immun gegen Windpocken ist, sollte sich am besten schon vor der Schwangerschaft gegen Windpocken impfen lassen, um sich und sein Baby damit zu schützen. Ein Bluttest kann Klarheit darüber geben, ob eine Immunität gegen Windpocken besteht.