Hirnhautentzündung Selbsttest- Brudzinski/Kernig/Lasèguezeichen

Intro

Eine Hirnhautentzündung (Meningitis) ist eine Erkrankung, die durch eine Entzündung der Hirnhäute verursacht wird. Am häufigsten wird diese durch Viren ausgelöst, seltener, aber dafür viel gefährlicher ist eine durch Bakterien verursachte Hirnhautentzündung. Denn diese kann sich innerhalb kurzer Zeit zum lebensgefährlichen Notfall entwickeln. Impfungen helfen das Risiko einer Meningitis auf ein Minimum zu reduzieren. Zu den Haupt-Symptomen einer Hirnhautentzündung gehören neben Fieber auch starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Übelkeit, Erbrechen sowie Lichtempfindlichkeit. Bei einer bakteriellen Hirnhautentzündung ist es überlebenswichtig, Anzeichen rechtzeitig zu erkennen und entsprechend ärztliche Hilfe anzufordern. Welche Hirnhautentzündung Selbsttest können bei einer raschen Diagnosestellung helfen?

Wir zeigen euch hier verschiedene Hirnhautentzündung Selbsttest wie z. B. der Symptom-Check, Brudzinski-Kernig- und Lasègue-Zeichen sowie auch der Glastest zur Erkennung von Petechien mit Bildern und genauer Anleitung. Zudem gehen wir in diesem Text ebenfalls auf Arten, Ansteckung, Symptome, Ursachen, Risikofaktoren, ärztliche Tests, Behandlung, Folgen und Komplikationen wie auch Vorbeugung ein. 

Definition: Was ist eine Hirnhautentzündung?

Eine Hirnhautentzündung (Meningitis) ist eine Krankheit, die durch eine Entzündung der Hirnhäute verursacht wird. Hirnhäute sind jene Membranen, die das Gehirn sowie das Rückenmark umgeben. Es gibt 3 davon: Die innere, die mittlere und die äussere Hirnhaut. Die Ursache der Entzündung ist in der Regel eine Infektion der Flüssigkeit, die das Gehirn bzw. das Rückenmark umgibt.

Arten

Die 2 häufigsten Arten von Hirnhautentzündungen sind die virale und die bakterielle Meningitis. Eine nicht durch Bakterien verursachte Hirnhautentzündung wird dabei auch als aseptische Meningitis bezeichnet.

Virale Meningitis 

Die virale Meningitis ist wesentlich häufiger als die bakterielle und selten lebensbedrohlich. Sie kann durch verschiedene Viren verursacht werden wie z. B. Coxsackie-Virus A und B, Herpes simplex Virus Typ 1 und 2, FSME-Virus, Varizella-Zoster-Virus, Epstein-Barr-Virus, Mumps-Virus, Masern-Virus, HIV, Polio-Virus, Röteln-Virus. Art und Übertragung hängen dabei immer vom jeweiligen Virustyp ab. Coxsackie-Viren z. B. werden via Tröpfcheninfektion übertragen und man kann sich entsprechend über Husten, Niesen oder Sprechen infizieren. Bei FSME-Viren erfolgt die Übertragung durch blutsaugende Zecken.

Bakterielle Meningitis 

Viele Arten von Bakterien können eine Meningitis verursachen. Eine bakterielle Meningitis ist zwar selten, kann aber tödlich enden. Häufigste Erreger hier sind neben Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) auch Meningokokken (Neisseria meningitidis). Sie werden durch Körperflüssigkeiten übertragen und können innerhalb weniger Stunden zu einer Blutvergiftung (Meningokokken-Sepsis) führen. Eine gefürchtete Komplikation ist hier das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom mit septischem Schock.

Die verschiedenen Bakterienarten

  • Neisseria meningitis (Meningokokken): Diese Bakterien sind eine häufige Ursache für bakterielle Hirnhautentzündungen bei Kindern im Alter von 2-18 Jahren und werden im engen Kontakt durch Tröpfcheninfektion übertragen  
  • Streptococcus pneumoniae (Pneumokokken): Sie sind die häufigste und gleichzeitig auch die schwerste Form der bakteriellen Meningitis. Menschen mit einem schwachen Immunsystem gelten als besonders gefährdet dafür
  • Haemophilus influenzae Typ B: Durch die Entwicklung des Impfstoffs gegen Haemophilus influenzae Typ B ist die Zahl der Erkrankungsfälle entsprechend stark zurückgegangen 
  • Listeria monocytogenes: Dieser Erreger verursacht immer häufiger Meningitis bei Neugeborenen, schwangeren Frauen, Menschen über 60 Jahren sowie Menschen, die ein schwaches Immunsystem besitzen
  • Staphylokokken: Sie verursachen neben einer Meningitis auch Lebensmittelvergiftungen, Wundinfektionen und Blutvergiftung (Sepsis)
  • Enterobakterien inkl. Pseudomonas aeruginosa: Sie führen u. a. auch zu Durchfallerkrankungen sowie Darm- und Lungenentzündungen

Parasitäre Meningitis

Eine parasitäre Meningitis wird durch bestimmte Parasiten verursacht und wird auch als eosinophile Meningitis bezeichnet.

Was ist der Unterschied zwischen Meningitis und Enzephalitis?

Der Unterschied zwischen Meningitis und Enzephalitis ist die Lokalisation, also der Ort, wo die Entzündung entsteht. Bei einer Meningitis handelt es sich um eine Entzündung der schützenden Auskleidung von Gehirn und Rückenmark, bei einer Enzephalitis um eine Entzündung des Gehirns selbst.

Ist eine Hirnhautentzündung ansteckend?

Die Meningitis selbst, die Schwellung der Hirnhäute, ist nicht ansteckend, aber einige ihrer Ursachen schon. Denn die meisten bakteriellen und viralen Ursachen der Meningitis können von Mensch zu Mensch übertragen werden. 

Symptome

Zu Beginn einer Hirnhautentzündung treten grippeähnliche Symptome auf. Im Verlauf kommt es dann zu weiteren Beschwerden wie z. B. schmerzhafte Nackensteifigkeit (Meningismus), vor allem bei der Bewegung mit dem Kinn zum Brustkorb. Erste Symptome zeigen sich dabei 2-5 Tage nach der Ansteckung, bei Meningokokken sind es entsprechend 2-10 Tage.

Die häufigsten Symptome einer Hirnhautentzündung

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit sowie Erbrechen
  • Steifer Nacken
  • Lichtempfindlichkeit (Photophobie)
  • Verwirrung
  • Gelenkschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Schläfrigkeit
  • Krampfanfälle
  • Erhöhte Geräuschempfindlichkeit (Phonophobie)

Typische Symptome bei Kindern

  • Fieber
  • Häufiges und schrilles Schreien
  • Blasse sowie fleckige Hautfarbe
  • Fehlender Appetit
  • Erbrechen
  • Trinkschwäche 
  • Ungeduld und Gereiztheit
  • Gekrümmter Rücken
  • Schwere Erweckbarkeit
  • Kleine runde Flecken, die wie ein Ausschlag aussehen (Petechien)
  • Vorgewölbte Fontanelle 

Ursachen und Risikofaktoren

Bakteriellen Meningitis Ursachen

  • Streptokokken-Lungenentzündung
  • Streptokokken der Gruppe B
  • Neisseria meningitidis
  • Haemophilus influenzae
  • Listeria monocytogenes
  • E. coli
  • Mycobacterium tuberculosis

Virale Meningitis Ursachen

  • Nicht-Polio-Enteroviren
  • Mumps
  • Herpesviren (einschliesslich solche, die Mononukleose, Windpocken sowie Gürtelrose verursachen)
  • Masern
  • Grippe
  • Arboviren, wie z. B. das West-Nil-Virus
  • Lymphozytärer Choriomeningitis-Virus

Risikofaktoren

Folgende Risikofaktoren erhöhen das Risiko für eine Meningitis:

  • Alter: Etwa 70 % aller Fälle von bakterieller Meningitis betreffen Kinder unter 5 Jahren
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Leben in einer Wohngemeinschaft 
  • Milzerkrankungen 
  • Kopfverletzung oder Schädel-Hirn-Trauma
  • Schwerer Alkoholmissbrauch 

Hirnhautentzündung Selbsttests

Hirnhautentzündung Selbsttest: Der Symptom-Check

Diese typischen Symptome können auf eine Hirnhautentzündung hindeuten:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Steifer Nacken
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Lichtempfindlichkeit (Photophobie)
  • Gelenk- und Gliederschmerzen
  • erhöhte Geräuschempfindlichkeit (Phonophobie)

Typische Symptome bei Kindern sind:

  • Fieber
  • Häufiges und schrilles Schreien
  • Blasse sowie fleckige Hautfarbe
  • Fehlender Appetit
  • Erbrechen
  • Trinkschwäche 
  • Ungeduld und Gereiztheit
  • Schwere Weckbarkeit
  • Kleine runde Flecken, die wie ein Ausschlag aussehen (Petechien)
  • Vorgewölbte Fontanelle 

Hirnhautentzündung Selbsttest: Brudzinski-Zeichen

Das Brudzinski-Zeichen ist ein klinisches Zeichen, welches im Rahmen einer neurologischen Untersuchung überprüft wird und kann u. a. auch auf das Vorliegen einer Meningitis hinweisen. 

Durchführung 

Für diesen Test legt man sich flach auf den Rücken und beugt den Kopf dabei kräftig im Nacken zur Brust hin. Werden bei der Durchführung dieser Übung die Beine dabei angezogen, spricht dies für ein positives Brudzinski-Zeichen. Die Beugung des Kopfes verursacht einen Zug auf die dorsalen Anteile der Meningen, welcher auf die lumbalen Nervenwurzeln übertragen wird. Liegt hier eine Reizung vor, versucht man automatisch durch das Anziehen der Beine den Schmerz entsprechend zu vermeiden und die Nervenwurzeln dabei zu entlasten.

Hirnhautentzündung Selbsttest: Kernig-Zeichen

Das Kernig-Zeichen dient dem Nachweis eines Nervendehnungsschmerzes und kann dabei auch bei der Diagnosestellung Meningismus hilfreich sein. Für diese Übung wird evtl. eine 2. Person zur Hilfestellung bei der Durchführung benötigt.

Durchführung

Hirnhautentzündung Selbsttest Kernig

Für diese Übung legt man sich flach auf den Rücken. Anschliessend werden die Beine bei gestrecktem Knie im Hüftgelenk gebeugt. Werden dazu die Knie aufgrund von Schmerzen mitgebeugt, ist das Kernig-Zeichen positiv. 

Alternativ kann das Kernig-Zeichen auch durch die Beugung des Beines im Hüftgelenk mit gebeugten Knien erfolgen und die Prüfung erfolgt entsprechend durch das Strecken der Beine im Kniegelenk. Ist das Strecken im Kniegelenk schmerzhaft, wird das Kernig-Zeichen ebenfalls als positiv bewertet. 

Hirnhautentzündung Selbsttest: Lasègue-Zeichen

Das Lasègue-Zeichen basiert auf der Auslösung eines Dehnungsschmerzes im Bereich der Spinalnervenwurzeln der Rückenmarkssegmente L4-S2 sowie des Nervus ischiadicus und wird ebenfalls beim Verdacht auf Meningismus angewendet. Auch bei dieser Übung sollte man sich von einer 2. Person helfen lassen.

Durchführung

Hirnhautentzündung Selbsttest Lasègue

Für diese Übung legt man sich flach auf den Rücken, wobei das gestreckte Bein langsam im Hüftgelenk um 90° gebeugt wird. Wird diese Übung aufgrund von Schmerzen im Bein, Gesäss oder Rücken bei einer Beugung von 70-80° abgebrochen, gilt das Lasègue-Zeichen als positiv. Ein positives Lasègue-Zeichen kann auch auf eine Entzündung im Bereich der Nervenwurzeln im Rahmen eines Bandscheibenvorfalls hindeuten.

Hirnhautentzündung Selbsttest: Der Glastest zur Erkennung von Petechien

Wie lassen sich Petechien von einem Ausschlag unterscheiden?

Zur Unterscheidung, ob es sich um einen Ausschlag oder doch um Petechien handelt, kann dieser einfache Selbsttest angewendet werden. Für die Durchführung dieses Tests wird ein durchsichtiges Glas benötigt.

Durchführung

Hirnhautentzündung Selbsttest Petechien

Für diesen Test drückt man den Boden eines durchsichtigen Glases fest auf die betroffene Hautstelle. Bleiben die Punkte dabei bestehen und behalten ihre rötliche intensive Färbung, handelt es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um Petechien. Verschwinden die Flecken oder werden blasser, handelt es sich dabei eher um einen Ausschlag.

Mehr zum Thema Ausschlag und Haut hier

Ärztliche Hirnhautentzündung Tests

Anamneseerhebung 

Bei der Anamneseerhebung wird vor allem nach Symptomen, Vorerkrankungen, Medikamente, Allergien, Risikokontakten sowie auch Auslandsaufenthalten gefragt.  

Körperliche Untersuchung 

Bei der körperlichen Untersuchung wird neben dem typischen Kinn zur BrustTest, um eine schmerzhafte Nackensteifigkeit festzustellen auch auf Brudzinski-Kernig- sowie Lasègue-Zeichen getestet.

Hautuntersuchung

Bei einer schweren bakteriellen Meningitis können kleine Einblutungen auf der Haut (Petechien) auftreten. Diese sehen zunächst aus wie kleine blaue oder bräunliche Pünktchen und werden im Verlauf zu grösseren Flecken, die sich typischerweise mit einem durchsichtigen Gegenstand (Glas) nicht wegdrücken lassen. Sie sind ein Alarmsignal. Mehr zum Hirnhautentzündung Selbsttest: Der Glastest zur Erkennung von Petechien weiter oben im Text. 

Lumbalpunktion (Rückenmarkspunktion)

Dabei wird eine Nadel in den unteren Rücken, den Rückenmarkskanal, eingeführt, wobei eine kleine Menge Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) entnommen und auf Infektionen oder andere Probleme untersucht werden kann. 

Blutuntersuchung

Hierfür wird Blut entnommen und entsprechend auf Infektionen untersucht.

Stuhlprobe

Dabei wird im Labor eine Stuhlprobe auf Anzeichen einer Infektion untersucht.

CT oder MRT

Eine CT- oder MRT-Untersuchung kann durchgeführt werden, um Bilder des Gehirns zu machen und dabei nach etwaigen Entzündungen zu suchen.

Mehr zum Thema MRT im Text MRT was anziehen? 

Nasen- oder Rachenabstrich

Dabei entnimmt der Arzt mit einem Stäbchen (Tupfer) eine entsprechende Probe aus der Nase bzw. dem Rachen. Ein Labor überprüft diese Probe anschliessend auf Infektionszeichen.

Wann zum Arzt?

Eine bakterielle Meningitis ist ein medizinischer Notfall, der sich rapide verschlimmern kann. Bei Symptomen einer Hirnhautentzündung, beim Verdacht darauf oder nach engem Kontakt mit jemandem, der eine Meningitis hat, ist schnelle medizinische Hilfe gefordert.

Behandlung

Die Behandlung einer Meningitis hängt immer von der jeweiligen Ursache ab. Abgeklärt werden muss in erster Linie, ob es sich dabei um eine bakterielle oder virale Meningitis handelt, da diese unterschiedlich behandelt werden. Einige Tage bis Wochen nach Beginn der Behandlung einer Meningitis kann bereits eine Besserung der Beschwerden eintreten. Bis zur vollständigen Genesung kann es allerdings Wochen bis Monate dauern.

Behandlung der bakteriellen Meningitis

Zur Behandlung einer bakteriellen Meningitis werden intravenös Antibiotika eingesetzt, zusätzlich manchmal auch ein Glukokortikoid (Kortison) namens Dexamethason, welches entzündungshemmend wirkt. Dabei gilt: Je früher die Behandlung begonnen wird, desto besser sind auch die Erfolgsaussichten. Steroide haben sich bei der Behandlung von bakterieller Meningitis bei Säuglingen und Kindern als sehr hilfreich erwiesen, während sie bei Erwachsenen eher selten eingesetzt werden. Bei einer Meningokokken-Meningitis werden zudem vorbeugend auch Kontaktpersonen ebenfalls mit Antibiotika behandelt. 

Behandlung der viralen Meningitis

Die Behandlung der viralen Meningitis zielt in der Regel darauf ab die Symptome zu lindern. Helfen können hier vor allem Bettruhe wie auch fiebersenkende bzw. schmerzlindernde Medikamente.

Behandlung der Pilzmeningitis

Bei einer Pilzmeningitis werden zur Behandlung Antimykotika eingesetzt.

Folgen und Komplikationen

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass 10-20 % aller Menschen, die an Meningitis erkrankt sind, langfristige gesundheitliche Probleme entwickeln. Bei bakterieller Meningitis ist die Wahrscheinlichkeit dauerhafter gesundheitlicher Folgen deutlich höher als bei anderen Arten von Meningitis, denn diese kann zu einer gefährlichen Sepsis führen, welche wiederum zu Gewebe-, Blutgefäss- sowie Organschäden führen kann. In extremen Fällen können Organe sogar komplett versagen. Flächige rote Flecken auf der Haut (Petechien) können ein Anzeichen für eine durch bakterielle Meningitis verursachte Sepsis sein. In manchen Fällen kann eine Hirnhautentzündung bleibende neurologische Schäden hinterlassen, dazu gehören z. B. Gehörschäden sowie Lähmungserscheinungen.

Sepsis

Eine mögliche Komplikation bei einer Meningokokken-Infektion ist eine Sepsis (Blutvergiftung). Meningokokken tragen auf ihrer Oberfläche schädliche Zuckerketten (Endotoxine). Beim Zerfall dieser Bakterien werden entsprechende Giftstoffe ins Blut freigesetzt, was eine unkontrollierte Blutgerinnunsreaktion im Körper auslöst und zur Bildung zahlreicher Thromben (Blutgerinnsel) führt, welche Blutgefässe verstopfen können. 

Zum Thrombose Selbsttest geht es hier

Petechien 

Zudem werden durch die Gerinnselbildung die für die Blutgerinnung notwendigen Gerinnungsfaktoren aufgebraucht, was die Entstehung von kleinen Einblutungen in Haut und Schleimhaut zur Folge hat. Diese Petechien sind zunächst stecknadelkopfgross, rot oder braun, werden im Verlauf grösser und sehen dabei aus wie blaue Flecken. Einen Hirnhautentzündung Selbsttest: Der Glastest zur Erkennung von Petechien gibt es weiter oben im Text.

Zum Durchblutungsstörung Selbsttest geht’s hier

Langfristige Auswirkungen 

Zu den langfristigen Auswirkungen einer Meningitis gehören:

  • Seh- oder Hörverlust
  • Gedächtnis- sowie Konzentrationsschwierigkeiten
  • Epilepsie
  • Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen
  • Verhaltensauffälligkeiten sowie auch Lernschwächen bei Kindern
  • Arthritis
  • Organschäden

Vorbeugung

Es gibt mehrere Impfstoffe zur Vorbeugung von bakteriellen Hirnhautentzündungen. Diese werden Säuglingen und Kindern empfohlen. Darüber hinaus werden zusätzlich 2 Dosen im Alter von 11-18 Jahren angeraten. Unter bestimmten Umständen kann der Arzt oder die Ärztin auch eine Meningitis-Impfung empfehlen, z. B. bei 

  • Chronischen Lungenerkrankungen, wie Emphysem oder COPD
  • Herzkrankheiten
  • Diabetes
  • Chronischem Nierenversagen
  • Reisen in Länder, in denen Meningitis häufig vorkommt
  • Abgeschwächte Immunität
  • Bestimmte Blutkrankheiten
  • Beschädigte oder entfernte Milz

Eine weitere Massnahme zur Vorbeugung einer Hirnhautentzündung ist eine gute Hygiene. Dazu gehören z. B. häufiges Händewaschen, vor allem nach dem Toilettengang und vor der Zubereitung von Speisen, sowie das Bedecken von Mund und Nase wenn man hustet oder niest, wie auch das sichere Zubereiten von Lebensmitteln. 

Fazit 

Eine Hirnhautentzündung (Meningitis) ist eine Krankheit, die durch eine Entzündung der Hirnhäute entsteht. Die Ursache der Entzündung ist in der Regel eine Infektion der Flüssigkeit, die das Gehirn bzw. das Rückenmark umgibt. Die 2 häufigsten Arten von Hirnhautentzündungen sind die virale und die bakterielle Meningitis. Die virale Meningitis ist dabei die wesentlich häufigere. Eine bakterielle Meningitis ist zwar selten, kann aber tödlich enden. Häufigste Erreger hierfür sind Pneumokokken oder Meningokokken. Eine gefürchtete Komplikation ist das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom mit septischem Schock. Die Meningitis selbst ist nicht ansteckend, aber einige ihrer Ursachen schon.

Zu Beginn einer Hirnhautentzündung treten typischerweise grippeähnliche Symptome auf. Im Verlauf kommt es dann zu weiteren Beschwerden wie z. B. schmerzhafte Nackensteifigkeit (Meningismus), vor allem bei der Bewegung mit dem Kinn zum Brustkorb

Eine Meningitis kann schnell zum Notfall werden. Hirnhautentzündung Selbsttest wie z. B. der Symptom-Check, Brudzinski-Zeichen, Kernig-Zeichen, Lasègue-Zeichen sowie auch der Glastest zur Erkennung von Petechien können entscheidend bei der raschen Diagnosestellung helfen. Zu den ärztlichen Hirnhautentzündung Tests gehören eine Anamneseerhebung, eine körperliche Untersuchung, eine Inspektion der Haut auf das Vorliegen von Petechien sowie auch eine Lumbalpunktion (Rückenmarkspunktion),  Blutuntersuchung, Stuhlprobe, CT/MRT oder einen Nasen- bzw. Rachenabstrich.   

Die Behandlung einer Meningitis hängt immer von der jeweiligen Ursache ab und bis zur vollständigen Genesung davon kann es Wochen bis Monate dauern. Forschungsergebnisse deuten zudem darauf hin, dass 10-20 % aller Menschen, die an Meningitis erkrankt sind, langfristige gesundheitliche Probleme entwickeln. Bei bakterieller Meningitis ist die Wahrscheinlichkeit dauerhafter gesundheitlicher Folgen dabei deutlich höher. In manchen Fällen kann eine Hirnhautentzündung bleibende neurologische Schäden hinterlassen. Impfstoffe, sowie auch eine gute Hygiene können bei der Vorbeugung von Hirnhautentzündungen helfen.