Wie entstehen Gallensteine?- Ursachen, Risiken & Vorbeugung

Intro

Gallensteine sind Ansammlungen von Kristallen in der Gallenblase oder in den Gallengängen. Sie bestehen dabei vorwiegend aus Cholesterin oder Bilirubin und können bis zu golfballgross werden. Oft bleiben sie unentdeckt, zumindest so lange, bis sie Symptome machen und es zu schmerzhaften Gallenkoliken kommt. Das Vorhandensein von Gallensteinen wird als Cholelithiasis bezeichnet. Doch wie entstehen Gallensteine eigentlich? 

In diesem Text gehen wir auf Gallensteine Ursachen, Risikofaktoren, Symptome sowie Vorbeugung ein und erklären, wie genau Gallensteine entstehen. Zudem zeigen wir, wie es bei Kindern und Hunden zur Entstehung von Gallensteinen kommt, wie man Gallensteine entfernt und welchen Zusammenhang es zwischen Gallensteine, Stress und Psyche gibt.

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Was sind Gallensteine? 

Bei Gallensteinen handelt es sich um harte, kieselsteinartige Ablagerungen, die in der Regel aus Cholesterin oder Bilirubin bestehen, sich in der Gallenblase bilden und von sandkornklein bis golfballgross werden können. Die Gallenblase ist ein birnenförmiges Organ im rechten Oberbauch. Viele wissen erst, dass sie an Gallensteinen leiden, bis diese Beschwerden verursachen. 

Gallensteine Anzeichen und Symptome

Gallensteine müssen nicht zwangsläufig Beschwerden verursachen. Wenn sich jedoch ein Gallenstein in einem Gallengang festsetzt und es dadurch zu einer Verstopfung kommt, können Symptome wie plötzlich einsetzende, kolikartige Schmerzen im rechten Oberbauch oder Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in die rechte Schulter oder den rechten Arm sowie Übelkeit und/oder Erbrechen auftreten. Diese Beschwerden treten in Schüben auf, dauern zwischen 30 min. und einigen Stunden an und lassen entsprechend nach, wenn der Stein sich bewegt und sich die Blockade wieder auflöst.

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Gallensteine Behandlung: Gallensteine entfernen

Entstehen Gallensteine und verursachen aber keine Beschwerden, müssen sie für gewöhnlich auch nicht behandelt werden. Bei Gallensteinbeschwerden ist in der Regel jedoch eine operative Entfernung der gesamten Gallenblase erforderlich. Denn man kann auch ohne Gallenblase ein durchaus normales und gesundes Leben führen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten und Verfahren, um Gallensteine zu entfernen, dazu gehören:  

ERCP, endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie

Eine endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie kann Gallensteine auffinden und entfernen. Bei dieser Untersuchung wird eine winzige Kamera am Ende eines langen Schlauches durch den Rachen in den oberen Magen-Darm-Trakt eingeführt. Durch diesen Schlauch können Instrumente eingeführt werden, um die vorgefundenen Steine damit zu entfernen.

Gallenblasen-OP: Cholezystektomie

Bei einer Gallenblasen-OP wird die gesamte Gallenblase mitsamt den darin liegenden Steinen entfernt. Dies kann in der Regel per Laparoskopie, einer minimalinvasiven Operationstechnik, geschehen oder durch eine offenen Gallenstein-OP, bei welcher sowohl der Krankenhausaufenthalt als auch die anschliessende Erholungszeit aufgrund des grösseren Schnittes deutlich länger sind, durchgeführt werden.

Laparoskopische Cholezystektomie

Bei der laparoskopischen Cholezystektomie werden kleine Schlüssellochschnitte im Bauchraum gesetzt, um mit Hilfe einer kleinen Kamera, dem Laparoskop, zu operieren.

Alles über Gallensteine entfernen: Indikation, Verfahren und Gefahren gibt es hier nachzulesen

Gallensteine Ursache und Entstehung

Auch wenn die genaue Ursache für die Entstehung von Gallensteinen nicht ganz klar ist, geht man davon aus, dass Gallensteinen entstehen, wenn sich zu viel Cholesterin in der Galle ansammelt, der Bilirubingehalt in der Leber zu hoch ist oder kein ordnungsgemässes Entleeren der Gallenblase stattfindet. Mehr darüber, wie Cholesterinsteine, Pigmentsteine oder gemischte Steine genau entstehen gleich.

Cholesterin Gallensteine Entstehung

Cholesterinsteine sind die häufigsten Gallensteine. Sie haben eine glatte Oberfläche und eine kristalline Struktur und treten meist einzeln auf. Sie entstehen, wenn sich die Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit verändert und dabei aus dem Gleichgewicht gerät, wie z. B. bei einem Cholesterinüberschuss oder einem Gallensäuremangel und führt dazu, dass sich das Cholesterin kristallisiert

Das Risiko für die Entstehung von Cholesterinsteinen ist besonders bei einem niedrigem HDL-Cholesterin erhöht. Weitere Risikofaktoren für Gallensteine später im Text. Alles über Cholesterin senken gibt es hier.

Pigment Gallensteine Entstehung

Pigmentsteine kommen eher selten vor. Zu Pigmentsteinen kommt es, wenn sich das Bilirubin im Körper erhöht, wie z. B. bei Lebererkrankungen oder Infekten. Der Hauptbestandteil von Pigmentsteinen ist über die Galle ausgeschiedenes Bilirubin, der Cholesterinanteil macht dabei nicht mehr als 20% der Gesamtmasse aus.

Schwarze Pigmentsteine sind hart und entstehen oft bei Vorliegen einer Grunderkrankung wie z. B. Sichelzellanämie, hohes Lebensalter oder Leberzirrhose. Braune Pigmentsteine sind eher weicher und bröckelnder und entstehen bei bakterieller Zersetzung von Bilirubin. Wodurch sich das Calciumsalz des Bilirubins bildet. Gründe dafür sind vor allem Cholangitis (Entzündung der Gallenwege) oder Verengungen der Gallenwege.  

Gemischte Gallensteine Entstehung

Gemischte Gallensteine bestehen aus Cholesterin und Pigment und haben eine höckerige Oberfläche. Der Cholesteringehalt von gemischten Steinen beträgt immer über 80%. 

Gallensteine Risikofaktoren: Wer bekommt Gallensteine?

Zu den Faktoren, die das Gallensteinrisiko erhöhen können, gehören:

  • Frau sein
  • Über 40 sein
  • Übergewicht/Fettleibigkeit
  • Schwangerschaft
  • Eine fett- sowie cholesterinreiche Ernährung (mehr zu Fette und fettreiche Lebensmittel hier. Alles über Cholesterin senken hier)
  • Ballaststoffarme Ernährung (mehr über Ballaststoffe sowie ballaststoffreiche Lebensmittel hier) 
  • Gallensteinleiden in der Familie
  • Diabetes
  • Bestimmte Blutkrankheiten, wie z. B. Sichelzellenanämie oder Leukämie
  • Rapide Gewichtsabnahme 
  • Die Einnahme von östrogenhaltigen Medikamenten, z. B. orale Verhütungsmittel (Antibabypille) oder Hormonpräparate
  • Lebererkrankungen
  • Radikale Diäten oder Fastenkuren (Mehr über verschiedene Diät-Formen und alles über das Intervallfasten hier)
  • Bewegungsmangel

Vorbeugung: Wie kann man Gallensteinen vorbeugen?

Das Risiko an Gallenblasensteinen zu erkranken, lässt sich verringern durch:

Hausmittel zur Vorbeugung von Gallensteinen

  • Zitronensaft: Der hohe Vitamin-C-Gehalt der Zitrone kann den Cholesterinabbau unterstützen
  • Apfelessig: Jeden Morgen 1 TL Zitronensaft mit 1 TL Apfelessig vermischt kann helfen Gallensteinschmerzen zu lindern
  • Mariendistel: Das in der Mariendistel enthaltene Silymarin unterstützt die Gallensteine dabei ausgespült zu werden. Dafür 1 Woche lang täglich 2-3 Tassen Mariendisteltee trinken
  • Löwenzahn: Das im Löwenzahn enthaltene Taraxacin unterstützt die Leberfunktion und damit auch die Ausscheidung von Gallensaft. Dafür 1 TL getrockneten Löwenzahn in 1 Tasse heissem Wasser ziehen lassen, aussieben und 2 Wochen lang zweimal täglich zu sich nehmen
  • Pfefferminze: Sie kann helfen die Gallenflüssigkeit abfliessen zu lassen. Anwendung: Für 4-6 Wochen zweimal täglich 1 Pfefferminztee trinken  
  • Flohsamenschalen: 2 TL davon in 1 Glas warmes Wasser geben und zweimal täglich trinken hilft dabei überschüssiges Cholesterin auszuschwemmen

Wie entstehen Gallensteine bei Kindern?

Heftige Bauchschmerzen können ein Anzeichen für Gallensteine sein, nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern, besonders wenn die Schmerzen dabei vom rechten Oberbauch ausgehen. Symptome bei Kindern können Fieber oder Erbrechen sein, in den meisten Fällen jedoch zeigen Kinder mit Gallensteine wenig Symptome und diese werden dabei eher zufällig diagnostiziert. Beobachtet werden sie jedoch in allen Altersgruppen, sogar bei Neugeborenen. Kinder mit symptomatischen Gallensteinen sollten an einen Kinderarzt überwiesen werden.

Ein erhöhtes Risiko für Gallensteine weisen Kinder mit Übergewicht oder bestimmten Grunderkrankungen wie z. B. chronisch entzündliche Darmerkrankungen auf. Zudem ist bei einem Drittel der jungen Patienten kein Eingriff erforderlich, da sich die Gallensteine von allein auflösen. 

Zusammenhang Gallensteine und Stress

Wenn einem die Galle hochkommt … die typischen Risikofaktoren für Gallensteine, wie oben bereits erwähnt, sind eine fettreiche Ernährung sowie Übergewicht. Dass es eine Verbindung zwischen Galle und psychischem Stress gibt, liegt jedoch auf der Hand. Denn die Galle steht sinnbildlich für Ärger, Bitterkeit und Aggression.

Gallensteine und Psyche

Die Galle hat eine grosse Bedeutung, wenn es um unsere Psyche geht. Bitterkeit, Wut und Gereiztheit sind ein regelrechter Trigger für die Gallenproduktion

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Fazit 

Bei Gallensteinen handelt es sich um harte, kieselsteinartige Ablagerungen, die in der Regel aus Cholesterin oder Bilirubin bestehen. Viele wissen erst, dass sie an Gallensteinen leiden, bis diese Beschwerden verursachen. 

Auch wenn die genaue Ursache dafür, wie Gallensteine entstehen nicht ganz klar ist, geht man davon aus, dass es zu Gallensteinen kommt, wenn sich zu viel Cholesterin in der Galle ansammelt, der Bilirubingehalt in der Leber zu hoch ist oder kein ordnungsgemässes Entleeren der Gallenblase stattfindet. 

Zu den Faktoren, die das Gallensteinrisiko erhöhen gehören u. a. Frau sein, über 40 sein, Übergewicht/Fettleibigkeit, fett- sowie cholesterinreiche Ernährung, ballaststoffarme Ernährung, Gallensteinleiden in der Familie, bestimmte Blutkrankheiten, rapide Gewichtsabnahme, die Einnahme von östrogenhaltigen Medikamenten, Lebererkrankungen, radikale Diäten oder Fastenkuren sowie Bewegungsmangel.

Ein erhöhtes Risiko für Gallensteine weisen Kinder mit Übergewicht oder bestimmten Grunderkrankungen wie z. B. chronisch entzündliche Darmerkrankungen auf.

Dass es eine Verbindung zwischen Galle und psychischem Stress gibt, liegt auf der Hand, denn die Galle steht sinnbildlich für Ärger, Bitterkeit, Aggression, Wut und Gereiztheit, welches alle regelrechte Trigger für die Gallenproduktion sind.