Magenschmerzen nachts- Ursachen, Behandlung & Selbsthilfe

Intro

In unserem Bauch befinden sich: Magen, Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse sowie Dünn- und Dickdarm. Es gibt verschiedene Magenschmerzarten, dazu gehören akute, chronische oder progressive Magenschmerzen. Wir legen uns abends ins Bett und hoffen, dass wir uns ausruhen und friedlich ein- und durchschlafen können. Aber was ist, wenn wir aufgrund von quälenden Magenschmerzen nachts aufwachen?

Was sind die Ursachen für nächtliche Magenschmerzen, welche Bedeutung haben speziell Bauchschmerzen um 3 Uhr nachts und welchen Zusammenhang gibt es zwischen Magenbeschwerden nachts, Stress, Schwitzen und Rückenschmerzen? Was hilft gegen Magenschmerzen nachts, was kann man selbst dagegen tun und wann sollte man damit zum Arzt?

Alles über Magenschmerzen: Arten, Ursachen, Behandlung sowie gute Tipps gibt es hier nachzulesen

Über Magenschmerzen

Zu den Aufgaben unseres Magens gehört, die Nahrung mit Hilfe des Magensaftes entsprechend zu Brei zu verarbeiten. Magenbeschwerden können sich leicht, stark, dumpf, stechend, brennend, krampf- oder kolikartig (bei Nieren- und Gallensteinen), konstant, intermittierend, lokalisiert auf eine Stelle bezogen oder generalisiert eher breitflächig manifestieren.

Es gibt zahlreiche Gründe und Ursachen für Magenschmerzen. Dazu gehören u. a. Verletzungen, Stress, Blähungen, Verdauungsprobleme, Magen-Darm-Infekt, Infektionen, Entzündungen, zyklusabhängige Beschwerden bei Frauen, Reflux, Sodbrennen, Nahrungsmittelallergien oder -Unverträglichkeiten wie z. B. Laktoseintoleranz oder Zöliakie, Lebensmittelvergiftung, Divertikulitis, Endometriose, Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung), Gallensteine, Nierenschmerzen, Eierstockzysten, Eileiterschwangerschaft oder auch Geschwüre.

Mehr über Magenschmerzen: Arten Ursachen und Behandlung gibt es hier

Ursachen: Warum hat man nachts Magenschmerzen?

Magenschmerzen im Liegen und speziell in der Nacht können verschiedene Ursachen haben. Oft sind sie dabei auf Blähungen oder Verdauungsprobleme nach grossen Mahlzeiten oder blähenden Lebensmitteln sowie auf übermässigen Alkoholkonsum zurückzuführen. Manchmal liegt ihnen aber auch ein schwerwiegendes Problem zugrunde.

Eine häufige Ursache für Magenschmerzen nachts ist ebenfalls das Essen kurz vor dem Schlafengehen. Isst man und legt sich kurz darauf zum Schlafengehen hin, findet die Verdauung entsprechend im Liegen statt, was es der Magensäure einfacher macht, den Verdauungstrakt wieder hoch zu steigen. Du kannst aufhören, nachts mit Magenbeschwerden aufzuwachen, wenn du die Ursache dafür herausfindest. Mögliche Ursachen für Magenschmerzen nachts sind:

Blähungen oder andere Verdauungsprobleme

Stechende Magenbeschwerden können auf Blähungen zurückzuführen sein. Diese können auftreten, wenn spätabends noch genascht wird. Und da sich die Verdauung in der Nacht verlangsamt, wird die Nahrung nachts auch entsprechend schlechter verdaut. Alles über was tun gegen Blähbauch? hier.

Saurer Reflux (Sodbrennen)

Wacht man nachts mit Magenschmerzen, Brennen und Übelkeit auf, ist dies häufig auf den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre zurückzuführen. Häufige Auslöser dafür sind neben Übergewicht auch scharf gewürzte Speisen, übermässiger Alkoholkonsum sowie das Hinlegen nach dem Essen. Mehr über Magenschmerzen nach Alkohol hier. Alles über stiller Reflux hier.

Reizdarmsyndrom

Ein Reizdarm beeinträchtigt das Verdauungssystem und kann dabei nächtliche Magenschmerzen zur Folge haben. Darüber hinaus treten zusätzliche Symptome wie Blähungen, Durchfall, Verstopfung sowie Magenkrämpfe auf. Auch das Aufwachen mit Magenbeschwerden kann auf dieses Leiden hinweisen. Mehr über wässriger Durchfall und Gluckern im Bauch hier.

Morbus Crohn

Morbus Crohn tritt auf, wenn sich die Schleimhaut des Verdauungstrakts entzündet und führt neben Gewichtsverlust und einer starken Müdigkeit auch zu Magenschmerzen

Verstopfung

Die Ansammlung von Abfallstoffen im Dickdarm kann zu Verstopfung führen. In der Folge treten tagsüber aber auch nachts Magenschmerzen auf. 

Zwerchfellbruch (Hiatushernie)

Durch Druck im Bauchraum, Überanstrengung beim Stuhlgang oder starken Hustenanfällen kann ein Teil des Magens in die Brusthöhle rutschen. Eine Hiatushernie ist ein möglicher Grund für Magenschmerzen, die einen nachts aufwecken, da sich diese im flachen Liegen verstärken können.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten 

Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Zöliakie oder Laktoseintoleranz können zu Magenbeschwerden führen, auch nachts.

Magen- Darmgeschwüre

Geschwüre in Magen oder Darm können ein brennendes Gefühl in der Magengegend verursachen, die sich sowohl nach dem Essen als auch bei leerem Magen verschlimmern. Ursachen dafür können u. a. Helicobacter pylori sowie der übermässige Gebrauch von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) sein. Zum Helicobacter Selbsttest geht’s hier. Mehr zu Magenschmerzen nach dem Essen oder Magenschmerzen bei leerem Magen gibt es hier nachzulesen.

Gallensteine 

Blockieren Gallensteine und führen dabei zu einer Verstopfung im Gangsystem, kommt es zu Magenschmerzen sowie starken Koliken. Bei wiederkehrenden Gallenblasenschmerzen oder -entzündungen kann auch eine Operation zur Entfernung der Gallenblase erforderlich sein. Zum Gallensteine Selbsttest geht’s hier. Mehr über Gallenstein entfernen und zur Frage wie entstehen Gallensteine? geht’s hier.

Gastroenteritis (Magen Darm Infekt)

Ein Magen Darm Infekt, auch Magen-Darm-Grippe oder Gastroenteritis genannt, kann durch Bakterien, Viren oder auch Parasiten verursacht werden. Mehr über Magen Darm Infekt: Ursachen, Symptome und Behandlung gibt es hier nachzulesen.

Lebensmittelvergiftung 

Eine Lebensmittelvergiftung ist eine Erkrankung, die durch den Verzehr von verunreinigten Lebensmitteln verursacht wird. Zu den Symptomen einer Lebensmittelvergiftung gehören neben Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auch Magenbeschwerden oder Unterleibskrämpfe. Alles über Lebensmittelvergiftung Dauer hier.

Kardiales Ereignis 

Zu den kardialen Ereignissen, die sich im Zusammenhang mit Magenschmerzen äussern können, gehören z. B. eine Myokardischämie. Zum Herzmuskelentzündung Selbsttest geht’s hier.

Magenschmerzen nachts um 3 Uhr 

Du leidest immer um 3 Uhr nachts unter Bauchschmerzen? Dies könnte die Ursache dafür sein. Laut TCM (traditionell chinesischer Medizin) haben alle Organe in unserem Körper feste Zeiten, an denen sie besonders aktiv arbeiten oder sich regenerieren. Zwischen 1 und 3 Uhr nachts ist die Zeit der Leber, Zeit den Organismus zu entgiften.

Oberbauchschmerzen nachts

Schmerzen im Oberbauch können von dort befindlichen Organen ausgehen, dies sind Magen, Zwölffingerdarm, Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse und Milz. Aber auch Lunge und Herz können bis in den Oberbauch reichen. Entsprechende Erkrankungen können dabei u. a. Gallensteine (zum Gallensteine Selbsttest geht’s hier), Herzinfarkt, Lebererkrankungen, Lungenentzündung (zum Lungenentzündung Selbsttest geht’s hier), Bauchspeicheldrüsenentzündung (zum Bauchspeicheldrüsen Selbsttest geht’s hier), Gallenrückfluss sowie Magengeschwüre sein.

Magenschmerzen nachts und Stress

Magenschmerzen sind häufig auch Anzeichen für chronischen Stress. Unsere Verdauung verlangsamt sich durch den Einfluss von Stresshormonen und führt u. a. dazu, dass die Nahrung länger im Magen verweilt. Mehr über Magenschmerzen Stress gibt es hier.

Magenschmerzen nachts und Schwitzen

Schwitzen ist bei Schmerzen nicht ungewöhnlich und dabei auf eine Aktivierung des Nervensystems zurückzuführen. Häufiges und starkes nächtliches Schwitzen ist ernst zu nehmen und kann, muss aber nicht, im Zusammenhang mit Magenschmerzen nachts auch für eine mögliche Tumorerkrankung sprechen.  

Nachts Magen- und Rückenschmerzen

Rückenschmerzen im Zusammenhang mit nächtlichen Magenschmerzen können ein Anzeichen auf Entzündungen der Bauchspeicheldrüse oder Erkrankungen im oberen Dünndarm sein, die in den mittleren Rücken ausstrahlen. Gallen- oder Nierenkoliken strahlen ebenfalls typischerweise in den Rücken aus. Zum Gallensteine Selbsttest geht’s hier. Zum Nierenschmerzen Test hier und zum Bauchspeicheldrüsen Selbsttest geht’s hier lang. Rückenschmerzen Übungen für einen starken Rücken findest du hier.

Wie liegen mit Magenschmerzen?

Unangenehmes Sodbrennen ist eine häufige Ursache für Magenschmerzen im Liegen und lässt sich dabei durch das Schlafen auf der linken Seite reduzieren, da die Magenöffnung in dieser Schlafposition nach oben zeigt während sich die Magensäfte im unteren Magenbereich befinden und es entsprechend schwieriger haben, zurück in die Speiseröhre zu gelangen.

Mehr über Magenschmerzen im Liegen hier

Magenschmerzen morgens beim aufwachen

Mit Magenbeschwerden und Unbehagen aufzuwachen, ist sicherlich nichts, was man sich beim Einschlafen wünscht. Anhand der Symptome, die zusätzlich zu den Magenschmerzen auftreten, können mögliche Ursachen und die dazu erforderliche Behandlung ermittelt werden.

Behandlung: Was hilft gegen Magenschmerzen nachts?

Die Behandlung von nächtlichen Magenschmerzen richtet sich ganz nach deren Ursache. So kann z. B. Sodbrennen mit einem rezeptfreien Antazidum oder durch Schlafen mit erhöhtem Oberkörper gelindert werden. Bei milden nächtlichen Magenschmerzen kann zudem versucht werden, auf fettige und scharfe Lebensmittel zu verzichten und stattdessen zu Schonkost wie z. B. gekochten Kartoffeln oder Karotten zu greifen. Blähungen können durch den Verzicht von blähenden Lebensmitteln und Medikamenten gelindert werden. Bei einer Gastritis können je nach Ursache Antibiotika und Allergietests zum Einsatz kommen. Antibiotika helfen ebenfalls bei Magen-Darmgeschwüren wie z. B. Helicobacter pylori. Handelt es sich um Gallensteine, kann es helfen, mehr Ballaststoffe zu essen und bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Zöliakie oder Laktoseintoleranz ist es wichtig die jeweiligen Lebensmitteletiketten auf ihre Inhaltsstoffe zu überprüfen, Auslöser zu meiden oder alternativ zu ersetzen.

Mehr über Magenschmerzen Medikament und zur Frage was hilft gegen Magenschmerzen? gibt es hier

Tipps zur Selbsthilfe: Was kann man selbst gegen Magenschmerzen nachts tun?

Nachts wegen Magenbeschwerden aufzuwachen ist eine Strafe. Doch was hilft sicher und schnell dagegen? Hier einige Tipps, die bei Magenschmerzen nachts helfen können: 

Schmerzmittel 

Zu den rezeptfreien Behandlungsmöglichkeiten gehören hier Säurehemmer und Medikamente gegen Magenverstimmungen

Ändere deinen Lebensstil

Sind die Magenschmerzen nachts die Folge von saurem Reflux (Sodbrennen), solltest du deine Gewohnheiten überdenken, denn die könnten möglicherweise die Ursache dafür sein. Übermässiges Essen oder Trinken kann zum Problem beitragen, ebenso wie Übergewicht oder zu frühes Hinlegen nach einer Mahlzeit.

Kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt 

Die erste Massnahme gegen Magenschmerzen nachts besteht darin, über den Tag verteilt kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Mehr über Magenschmerzen bei leerem Magen und Magenschmerzen nach dem Essen hier.

Kein Essen vor dem Schlafengehen

Vermeide es kurz vor dem Schlafengehen noch etwas zu essen

Führe ein Tagebuch

Wer in letzter Zeit häufig mit Magenbeschwerden aufgewacht ist, sollte ein Tagebuch führen und sich dabei notieren, was, wann gegessen wurde und welche Symptome dabei aufgetreten sind. Diese Notizen werden sowohl dir als auch deinem Arzt helfen, etwaige Muster zu erkennen. Wichtig: Bleiben die Symptome trotz Behandlung und Änderung der Lebensgewohnheiten bestehen, ist es an der Zeit, einen Arzt aufzusuchen.

Mehr Magenschmerzen Hausmittel und zur Frage welcher Tee bei Magenschmerzen? gibt es hier

Wann zum Arzt?

Wer häufiger als ein- oder zweimal pro Woche unter Magenschmerzen nachts leidet, sollte sich ärztliche Hilfe holen. Helfen übliche Schmerzmittel und Säureblocker nicht die Beschwerden zu verbessern, sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden. Viele Magenschmerzenursachen sind leicht zu behandeln, liegt einmal eine entsprechende Diagnose vor.

Fazit 

Magenschmerzen in der Nacht können verschiedene Ursachen haben. Oft sind sie dabei auf Blähungen oder Verdauungsprobleme nach grossen Mahlzeiten, blähenden Lebensmitteln, übermässigen Alkoholkonsum, sauren Reflux oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Zöliakie oder Laktoseintoleranz zurückzuführen. Manchmal liegt ihnen aber auch eine Erkrankung zugrunde wie z. B. Morbus Crohn, Zwerchfelldurchbruch, Magen-Darmgeschwüre, Gallenrückflus, Gallensteine, Magen Darm Infekt, Lebererkrankungen, Lungenentzündung, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Lebensmittelvergiftung oder ein kardiales Ereignis.

Chronischer Stress lässt unsere Verdauung verlangsamen und führt dazu, dass die Nahrung länger im Magen verweilt. Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Gallen- oder Nierenkoliken strahlen typischerweise in den Rücken aus.

Die Behandlung von nächtlichen Magenschmerzen richtet sich ganz nach deren Ursache und kann u. a. aus rezeptfreien Antazida oder Schlafen mit erhöhtem Oberkörper bei Sodbrennen, der Verzicht von fettigen und scharfen Lebensmitteln, Medikamente sowie der Verzicht auf blähende Lebensmittel bei Blähungen, Antibiotika und Allergietests bei Gastritis oder Magen-Darmgeschwüren, Lebensmitteletikette auf Inhaltsstoffe prüfen und nach Alternativen zu suchen sowie Auslöser meiden bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten und mehr Ballaststoffe essen bei Gallensteinen gelindert werden. 

Tipps zur Selbsthilfe bei Magenschmerzen nachts sind neben Schmerzmitteln auch Lebensstiländerung, kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen, kein Essen vor dem Schlafengehen sowie Tagebuchführen

Wer häufiger als ein- oder zweimal pro Woche unter nächtlichen Magenbeschwerden leidet, der sollte einen Arzt aufsuchen. Helfen übliche Schmerzmittel und Säureblocker nicht die Beschwerden zu verbessern sollte ebenfalls ärztlicher Rat eingeholt werden. Denn viele Magenschmerzenursachen sind leicht zu behandeln, liegt einmal eine entsprechende Diagnose vor.