Was essen bei Magenschmerzen?

Intro

Bei Magenschmerzen fällt das Essen oft schwer, doch unser Körper braucht auch in dieser Situation wichtige Nährstoffe. Einige Lebensmittel können dabei die Symptome einer Magenverstimmung verschlimmern, während andere helfen können, diese zu lindern. Was sollten wir essen und trinken bei Magenschmerzen und welche Lebensmittel sollten wir in dieser Situation lieber meiden? In diesem Text zeigen wir gute sowie schlechte Lebensmittel bei Magenschmerzen.

Alles über Magenschmerzen: Arten, Ursachen und Behandlung findest du hier

Was essen bei Magenschmerzen? Diese Lebensmittel schonen den Bauch

Einige Nahrungsmittel können helfen eine Magenverstimmung zu lindern oder weitere Komplikationen zu verhindern. Hier einige Lebensmittel, die wir bei Magenschmerzen essen sollten:

Apfelmus

Äpfel enthalten Antioxidantien, sogenannte Polyphenole. Diese können dazu beitragen, Entzündungen zu lindern und das Darmmikrobiom zu verbessern. Apfelkompott oder Apfelmus sind dabei leichter zu verdauen als die ganze Frucht. Apfelmus ist ein Teil der BRAT Diät, mehr dazu später detaillierter. 

Bananen

Bananen sind leicht verdaulich und können helfen Kalium, ein wichtiger Mineralstoff, der vor allem bei Durchfall oder Erbrechen verloren geht, wieder aufzufüllen. Auch Bananen sind Teil der BRAT Diät.

Ingwer

Ingwer besitzt entzündungshemmende Eigenschaften und kann helfen, Unwohlsein, Übelkeit oder Brechreiz bei Magenbeschwerden zu lindern. Ingwertee kann man ganz einfach zubereiten, indem man frischen Ingwer in Scheiben schneidet oder reibt und diesen anschliessend mit heissem Wasser aufgiesst. Zur Frage welcher Tee bei Magenschmerzen? geht es hier.

Leinsamen

Leinsamen sind gute Helfer bei Verstopfung. Leinöl und die gleichzeitige Erhöhung der Flüssigkeitsaufnahme können helfen, weiche Stühle zu fördern und damit zu einem regelmässigen Stuhlgang beitragen. Leinsamen kann man z. B. über das Frühstücksmüsli streuen oder die Samen in einen Smoothie geben.

Während der Einnahme von Leinsamen ist es wichtig, reichlich Wasser zu trinken, da der Stuhl sonst breiig und hart werden kann und damit Verstopfungen verschlimmert.

Reis 

Vor allem weisser Reis. Dieser kann auch dazu beitragen, den Stuhlgang zu festigen und Durchfall zu stoppen.

Probiotika

Probiotika bieten gesundheitliche Vorteile für das Verdauungssystem UND das Immunsystem. Der Verzehr von probiotischen Lebensmitteln empfiehlt sich als Zusatzbehandlung bei chronischen Verdauungsproblemen. Zu den probiotikareichen Lebensmitteln gehören z. B. ungesüsster Naturjoghurt

Toast 

Einfaches Weissbrot ist besser als ballaststoffreiches Vollkorn, wenn man Magenbeschwerden hat. Vollkorngetreide enthält eine Art von Ballaststoffen, die gut sind, wenn man gesund ist. Bei einer Magenverstimmung hingegen sind sie nicht optimal, besonders dann, wenn man unter Durchfall oder Übelkeit leidet. Auch Toast gehört zur BRAT Diät. Mehr darüber später im Text. Zur Frage, welches Brot darf man bei Gastritis essen? gehts hier.

Zwieback statt Vollkorn

Zwieback versorgt den Körper mit nahrhaften Kohlenhydraten, Eiweiss sowie auch Ballaststoffen, enthält nur wenig Fett und ist deshalb eine besonders leicht verdauliche Schonkost.

Haferflocken beruhigen die Magenschleimhaut

Haferflocken sind ein besonders magenfreundliches Frühstück und vor allem bei einer gereizten Magenschleimhaut sehr empfehlenswert. 

Gekochtes basisches Gemüse

Vor allem basische Lebensmittel schonen den gereizten Bauch. Dazu gehören z. B. Kartoffeln, Karotten, Fenchel sowie auch Zucchini. Zu den basischen Lebensmittel gehts hier.

Säurearme Obstsorten für einen empfindlichen Magen

Ist der Magen belastet, sollten nur Obstsorten auf dem Speiseplan stehen, die möglichst säurearm sind. Zu Obst, das wenig Säure enthält, zählen z. B. Äpfel, Bananen, Kiwi, Pfirsiche oder auch Melonen

Welche Lebensmittel sollte man bei Magenschmerzen nicht essen? Lebensmittel die den Magen belasten

Folgende Lebensmittel sollten bei Magenschmerzen gemieden werden: 

Blähende Lebensmittel

Hülsenfrüchte, Zwiebeln, fast alle Kohlsorten sowie auch Paprika sind alles Gemüsesorten, welche zu Blähungen führen können und sollten deshalb bei Magenproblemen entsprechend gemieden werden.

Rohes Obst und Gemüse

Rohkost ist grundsätzlich super und gesund. Bei Magenbeschwerden jedoch, können die darin enthaltenen Ballaststoffe alles noch schlimmer machen. Warte deshalb lieber, bis es dir besser geht, bevor du sie wieder in deinen Speiseplan aufnimmst und fang dann mit kleinen Portionen an.

FODMAP-reiche Lebensmittel

Die Bezeichnung FODMAP ist die englische Abkürzung für fermentable oligo-, di-, monosaccharides and polyols. Vereinfacht: Vergärbare Mehrfach- Zweifach-, Einfachzucker und mehrwertige Alkohole. Diese werden vom Darm nur schlecht aufgenommen.

Lebensmittel mit einem hohen Anteil an FODMAPS können Symptome auslösen wie z. B. Magenschmerzen, Unwohlsein, Blähungen sowie Veränderungen der Stuhlgewohnheiten. 

Beispiele für Lebensmittel mit hohem FODMAP-Gehalt

  • Bestimmte Gemüsesorten wie z. B. Knoblauch, Zwiebeln, Spargel, Blumenkohl, Staudensellerie oder Champignons 
  • Hülsenfrüchte wie Bohnen
  • Bestimmte Früchte, darunter Avocado, Birnen, Beeren, Grapefruit sowie Mango
  • Wurstwaren
  • Weizenhaltige Produkte
  • Milchprodukte inkl. Sojamilch

Milchprodukte

Milch, Käse und Eiscreme sind bei einer Magenverstimmung absolut Tabu. Sie sind für den Körper schwer verdaulich, unter anderem weil sie fetthaltig sind. Zudem enthalten Milchprodukte den Milchzucker Laktose, der bei einer Laktoseintoleranz kurz nach dem Verzehr zu Symptomen wie z. B. Magenschmerzen, Krämpfe, Blähungen, Übelkeit sowie Durchfall führen kann.

Fettige und frittierte Lebensmittel

Fettige Lebensmittel sind schwer verdaulich und können bestehende Magenbeschwerden zusätzlich verschlimmern. Frittierte Lebensmittel enthalten viel Öl und Fett und sind daher ebenfalls schwer verdaulich.

Beispiele für besonders fettreiche Lebensmittel

  • Fast Food
  • Fettreiches Fleisch
  • Fettreiche Käsesorten, einschliesslich Frischkäse
  • Vollmilch oder Milch mit 2 % Fett
  • Sahne, bzw. saure Sahne
  • Lebensmittel mit Zusatz von Butter, Margarine sowie Öl

Zuckerhaltige Lebensmittel 

Der Verzehr von zuckerhaltigen Lebensmitteln kann zu einem Zustand führen, der auch als Dumping-Syndrom oder schnelle Magenentleerung bekannt ist. Dabei entleert sich der Mageninhalt schnell in den Zwölffingerdarm, den oberen Teil des Dünndarms.

Beispiele für zuckerhaltige Lebensmittel

  • Gebäck, Kuchen sowie Kekse
  • Eiscreme
  • Schokoladenmilch
  • Die meisten aromatisierten Joghurts

Scharfes Essen

Unser Verdauungssystem muss härter arbeiten, um scharfe Speisen zu verdauen. Dies kann eine Magenverstimmung verschlimmern.

Nüsse

Nüsse sind schwer verdaulich für unseren Magen und sollten entsprechend bei akuten Magenbeschwerden nicht konsumiert werden.

Was trinken bei Magenschmerzen? Magenschonende Getränke

Aufgrund von Durchfall oder Erbrechen geht eine grosse Menge Flüssigkeit verloren. Diese verlorene Flüssigkeit und Elektrolyte müssen wieder aufgefüllt werden, um eine Dehydrierung zu verhindern. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist aber nicht nur bei Durchfall, sondern auch bei Verstopfung wichtig. Denn Flüssigkeit macht den Stuhl weicher, so dass dieser entsprechend leichter durch den Darm fliessen kann und trägt damit zu einem regelmässigen Stuhlgang bei.

Zur Beruhigung einer Magenverstimmung empfehlen Ärzte deshalb häufig eine kurzfristige klare Flüssigkeitsdiät. Hier eine Liste mit Getränken, die helfen können, Wasser und Elektrolyte wieder aufzufüllen, ohne dabei den Magen zusätzlich zu belasten:

Wasser 

Wasser ist die reinste Flüssigkeit, die man seinem Organismus zuführen kann und auch sollte. 

Verdünnter Fruchtsaft

Wie z. B. Apfelsaft. Idealerweise im Verhältnis Fruchtsaft zu Wasser: 1:3

Elektrolytgetränke

Elektrolytlösungen schaffen neben ausreichend Flüssigkeit schnelle Abhilfe bei Durchfall. Das grösste Problem bei Durchfall ist der Flüssigkeitsverlust und mit ihm gehen dabei auch wertvolle Elektrolyte verloren. 

Elektrolytlösung selber machen

Zutaten:

  • 1 Liter stilles Wasser 
  • 1 TL Kochsalz 
  • 7-8 TL Traubenzucker oder Haushaltszucker

Zubereitung:

Mische alle Zutaten gründlich, bis sich Zucker und Salz im Wasser aufgelöst haben. Trink zwei Liter der zubereiteten Lösung bei akutem Durchfall über den Tag verteilt. Eine frisch angesetzte Lösung hält sich während 24 Stunden im Kühlschrank.

Brühen trinken bei Magenschmerzen

Knochenbrühe enthält die Aminosäure Glutamin. Glutamin spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Darmbarriere und hilft, den Körper vor schädlichen Krankheitserregern und Toxinen zu schützen. Auch Gemüsebrühen schonen den Magen und ermöglichen damit eine optimale Nährstoffversorgung.  

Kräutertee hilft gegen Magenschmerzen

Bei Magenschmerzen eignen sich ganz besonders Kräutertees mit Heilkräutern wie z. B. Kamille, Pfefferminze, Ingwer, Anis, Fenchel, Kümmel sowie Melisse. Diese helfen, den Magen-Darm-Trakt zu beruhigen.

Zur Frage welcher Tee bei Magenschmerzen? gehts hier

Getränke die den Magen belasten

Alkoholische Getränke

Alkohol trägt dazu bei, unsere Magenschleimhaut zu reizen und zu viel Säure im Magen zu bilden. Magenschmerzen sind nach dem Konsum von Alkohol deshalb auch keine Seltenheit. Ein Schnaps nach dem Essen tut dem Magen gut? Nein, denn er verlängert in Wirklichkeit den Verdauungsprozess nur zusätzlich.

Mehr zum Thema Magenschmerzen nach Alkohol findest du hier

Softdrinks 

Süssgetränke können Durchfall und damit verbundene Magenschmerzen zusätzlich verschlimmern. Somit erweist sich Coca Cola als Hilfe bei Magenschmerzen leider als eine falsche Vorstellung … Mythos busted. 

Kaffee 

Magenschmerzen durch den Konsum von Kaffee können entstehen, da das Heissgetränk die Säureproduktion im Magen ankurbelt. Auch können die Bitterstoffe im Kaffee die Magenschleimhaut angreifen. Zur Frage wie viel Koffein hat Kaffee? geths hier.

Kohlensäurehaltige Getränke reizen den Magen

Bei einem empfindlichen Magen sollte lieber auf Kohlensäure verzichtet werden, da diese den Magen reizt und zu Sodbrennen führen kann. Auch wer unter einem Blähbauch leidet, sollte besser auf kohlensäurehaltige Getränke verzichten.

BRAT-Diät

Bei der BRAT Diät handelt es sich um eine diätetische Ernährungsweise, um Magenbeschwerden zu lindern. Die Bezeichnung BRAT bedeutet dabei so viel wie B für Banane, R für Reis, A für Apfelmus und T für Toast … alles leicht verdauliche Schonkost für unseren Magen. 

Zur Diät in Form einer Langzeiternährung ist die BRAT Diät nicht geeignet und zudem auch gefährlich. Denn auf Dauer kann eine solche Ernährung zu Mangelerscheinungen führen. Ist Essen aufgrund von Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall jedoch vorübergehend nur bedingt möglich, können diese magenschonenden Lebensmittel durchaus hilfreich sein und besser als gar nichts oder das falsche zu essen. 

Bananen enthalten beispielsweise Pektine, welche die Aufnahme von Wasser und Elektrolyten fördern, genauso wie wichtiges Kalium. Zudem sind Bananen bei Durchfall sehr hilfreich, da sie stopfen. Auch Äpfel enthalten Pektin und sind damit magenfreundlich. Die Kohlenhydrate im Toast und Reis sorgen für ein Sättigungsgefühl und das, ohne den Magen damit zusätzlich zu reizen. 

Mehr über Magenschmerzen findest du hier, zum Magen Darm Infekt gehts hier

Fazit

Einige Nahrungsmittel wie z. B. Apfelmus, Bananen, Ingwer, Leinsamen, Reis, Probiotika, Toast, Zwieback, Haferflocken, gekochtes basisches Gemüse sowie auch säurearme Obstsorten können helfen, eine Magenverstimmung zu lindern oder weitere Komplikationen zu verhindern.

Zu den Lebensmitteln, die bei Magenschmerzen gemieden werden sollten gehören neben blähenden Lebensmitteln auch rohes Obst und Gemüse, FODMAP-reiche Lebensmittel, Milchprodukte, fettige, frittierte und zuckerhaltige Lebensmittel, scharfes Essen sowie auch Nüsse.

Zur Beruhigung einer Magenverstimmung empfehlen Ärzte häufig eine kurzfristige klare Flüssigkeitsdiät mit Wasser, klare Brühen, verdünntem Fruchtsaft, Elektrolytgetränke sowie auch Kräutertees. Zu den eher schlechten Getränken bei Magenschmerzen gehören neben alkoholischen – und kohlensäurehaltigen Getränken auch Softdrinks und Kaffee.