Welche Schlafmittel gibt es?

Intro

Endlich leichter ein- oder durchschlafen … das erhoffen sich viele Menschen mit Schlafstörungen bei der Einnahme von Schlafmitteln. Es gibt freiverkäufliche Schlafmittel und solche, die ärztlich verschrieben werden müssen. Einige Substanzen können dabei die Schlafqualität zwar verbessern, jedoch nicht ganz ohne Nebenwirkungen. 

In diesem Text findest du rezeptpflichtige, rezeptfreie und pflanzliche Schlafmittel sowie eine Liste mit allen Schlafmitteln von A-Z. Zudem gehen wir auf die Wirkung von Melatonin als Schlafmittel ein, reden über Schlafmittel Risiken und Nebenwirkungen sowie Kontraindikationen und Wechselwirkungen und schauen und an was man im sicheren Umgang mit Schlafmitteln alles beachten muss. 

Mehr zum Thema Schlaf findest du hier

Keyfacts

  • Schlafmittel können helfen, leichter einzuschlafen oder länger durchzuschlafen, jedoch nicht ganz ohne Nebenwirkungen
  • Zu den in Deutschland zugelassenen verschreibungspflichtigen Schlafmitteln zählen Benzodiazepine, Z-Substanzen, Antipsychotika, Antidepressiva, hochdosiertes Melatonin sowie Antihistaminika
  • Zu den beliebten pflanzlichen Mitteln bei Schlafstörungen gehören Baldrian, Melisse, Hopfen sowie Passionsblume
  • Verschreibungspflichtige aber auch nicht verschreibungspflichtige Schlafmittel können Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben
  • Vor der Schlafmitteleinnahme sollte man den Beipackzettel durchlesen, sich entsprechend über Dosierung, Einnahmezeitpunkt sowie mögliche Nebenwirkungen informieren und keinesfalls eigenständig die verschriebene Dosierung ändern

Verschreibungspflichtige Schlafmittel

Verschreibungspflichtige Schlafmittel können helfen, leichter einzuschlafen oder länger durchzuschlafenoder beides. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen verschreibungspflichtigen Schlafmitteln sind unterschiedlich und davon abhängig, welche Art von Schlafstörung vorliegt.

Zu den in Deutschland zugelassenen verschreibungspflichtigen Schlafmitteln gehören Benzodiazepine, Benzodiazepin-Rezeptor-Agonisten (Z-Substanzen), Antipsychotika, Antidepressiva, hochdosiertes Melatonin sowie Antihistaminika.

Pflanzliche Schlafmittel ohne Rezept

Zu den beliebten pflanzlichen Mitteln bei Schlafstörungen und Unruhezuständen gehören Baldrian, Melisse, Hopfen sowie Passionsblume. Pflanzliche Schlafhilfen gibt es dabei in Form von Tabletten, Dragées, Tropfen oder auch Tee. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind bei rezeptfreien pflanzlichen Schlafmitteln nicht zu erwarten, allerdings ist im Gegenzug dazu ihre Wirkung wissenschaftlich auch nicht erwiesen. Zudem kann es zu Interaktionen mit Beruhigungsmitteln kommen. Mehr über Kontraindikation und Wechselwirkungen später im Text.

Zu den in Deutschland zugelassenen rezeptfreien Schlafmitteln gehören: 

  • Phytotherapeutika (pflanzliche Präparate) wie z. B. Baldrian 
  • Antihistaminika wie z. B. Diphenhydramin und Doxylamin 

Benzodiazepine

Benzodiazepine sind Beruhigungs- und Schlafmittel. Sie wirken angstlösend, dämpfend sowie entkrampfend und verkürzen zudem nachweislich die Einschlafzeit. Nachteilig kann die Wirkung von Benzos Tage lang bestehen bleiben und damit Reaktionsvermögen, Konzentration sowie Aufmerksamkeit reduzieren. Bei älteren Menschen kommt durch die muskelentspannende Wirkung zudem auch eine erhöhte Sturzgefahr hinzu. Im Weiteren machen diese Schlafmittel sehr schnell abhängig

Benzodiazepin-Rezeptor-Agonisten (Z-Substanzen)

Benzodiazepin-Rezeptor-Agonisten oder Z-Substanzen, Z-Substanzen deshalb, weil alle ihre Namen (Zopiclon, Zaleplon und Zolpidem) mit einem Z beginnen, werden im Körper schneller als Benzodiazepine abgebaut, was die Wirkung entsprechend auch weniger nachhallen lässt. Dennoch machen auch diese Substanzen schnell abhängig und es kann auch hier am Folgetag noch zu einer entsprechenden Beeinträchtigung und nach Absetzen zu Entzugserscheinungen kommen. 

Allein in Deutschland sind knapp 1.5 Millionen Menschen von Benzodiazepinen oder Z-Substanzen abhängig. Weshalb auch empfohlen wird, eine Behandlung damit nach spätestens 4 Wochen wieder abzusetzen, jedoch nicht abrupt, da es dadurch verstärkt zu Entzugssymptomen kommen kann und neue Schlafstörungen drohen. Besser ist es, die Dosierung schrittweise sowie unter ärztlicher Rücksprache zu verringern. 

Antipsychotika oder Antidepressiva

Zur Behandlung von Schlafstörungen eignen sich Antidepressiva mit sedierender Wirkung, die vor allem bei Patienten mit Depressionen angewendet werden. Denn verschreibungspflichtige Medikamente, die zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden können, können in niedrigeren Dosierungen auch Schlaflosigkeit lindern. Antidepressiva machen nicht körperlich abhängig, trotzdem kann es nach Absetzen kurzfristig zu Unruhe kommen. 

Antipsychotika sind Medikamente gegen Psychosen. Einige davon wirken beruhigend und fördern die Müdigkeit, können jedoch zu Nebenwirkungen wie innerer Unruhe, Übelkeit sowie allergischen Reaktionen oder Herzrhythmusstörungen führen, vor allem in Kombination mit Alkohol oder anderen Medikamenten

Melatonin als Schlafmittel

Melatonin-Präparate werden bei Menschen ab 55 Jahren mit Schlafstörungen, Schlafstörungen bei Minderjährigen sowie bei Jetlag angewendet. Neben verschreibungspflichtigen Melatonin-Tabletten gibt es auch rezeptfreie Melatonin-Nahrungsmittelergänzungsittel im Handel.

Was ist Melatonin?

Melatonin steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus und ist ein Hormon, das bei Dunkelheit gebildet wird, um nachts gut schlafen zu können. Melatonin wird auch als Schlafhormon bezeichnet. Natürlich wird es von der Zirbeldrüse im Gehirn gebildet, geringe Mengen davon produzieren auch die Netzhaut der Augen und der Darm. Wie viel Melatonin unser Körper bildet und ausschüttet, hängt von der Lichtintensität der Umgebung ab. Dunkelheit regt die Ausschüttung an, Licht stoppt hingegen die Melatoninproduktion.

Niedriger Melatoninspiegel

Ein niedriger Melatoninspiegel kann durch das Alter sowie den übermässigen Konsum von koffeinhaltigen Getränken, Alkohol oder Nikotin bedingt sein. Auch dauerhafter Stress oder Medikamente wie NSAR bei abendlicher Anwendung lassen den Melatoninspiegel sinken.

Verträglichkeit

Im Allgemeinen sind Melatoninpräparate als Einschlafhilfe gut verträglich, jedoch auch nicht völlig bedenkenlos. Die Gefahr einer Abhängigkeit besteht bei Melatoninpräparaten jedoch nicht. Mehr über Melatonin Wirkung auf Schilddrüse findest du hier.

Antihistaminika

Allergikern ist die Nebenwirkung von Antihistaminika zu genüge bekannt … Müdigkeit. Im Fall von Schlaflosigkeit könnten diese allerdings zum Vorteil werden. Zu den rezeptfreien Wirkstoffen zählen hier Diphenhydramin und Doxylamin. Wirkstoffe wie Hydroxyzin und Promethazin sind verschreibungspflichtig. Als Nebenwirkungen können unter der Einnahme Kopfschmerzen, Schwindel sowie Konzentrations- und Sehstörungen auftreten. Die Einnahme von Antihistaminika als Schlafmittel sollte immer vorher mit einem Arzt abgesprochen werden.

Liste aller Schlafmittel im Überblick

Agomelatin 

Agomelatin ist ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum, ähnlich aufgebaut wie das körpereigene Hormon Melatonin und wird ausserhalb der Zulassung (off-label Use) zur Behandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen angewendet. 

Alprazolam

Dieser Wirkstoff dient der Behandlung von Angstzuständen und Panikstörungen, gehört zur Gruppe der Benzodiazepine und fällt dabei unter das Betäubungsmittelgesetz. Da Alprazolam rasch abhängig macht, darf es nur kurzfristig angewendet werden. Zudem besteht die Gefahr einer Toleranzentwicklung und es darf nicht abrupt abgesetzt werden (Rebound-Effekt).  

Amitriptylin 

Amitriptylin gehört zu den trizyklischen Antidepressiva und wird bei depressiven Erkrankungen, neuropathischen Schmerzen sowie Migräne eingesetzt. Im Off-Label-Use auch bei ADHS, Essstörungen oder Tinnitus

Bromazepam 

Bromazepam gehört zur Gruppe der Benzodiazepine und kann schnell zu Abhängigkeit führen, weshalb eine Behandlung damit auch nur kurzzeitig erfolgen sollte. Es wird zur Linderung von chronischen Erregungs-, Spannungs- sowie Angstzuständen eingesetzt und ist als Schlafmittel nur gerechtfertigt, wenn auch eine beruhigende Wirkung während des Tages erwünscht ist. 

Brotizolam

Brotizolam, ein Arzneimittel aus der Gruppe der Benzodiazepine, wirkt beruhigend, angstlösend und kann dabei auch zur kurzzeitigen Behandlung von Ein- und Durchschlafstörungen verordnet werden. 

Chloralhydrat 

Chloralhydrat ist eines der ältesten Schlafmittel. Es hat sedierende und schlaffördernde Eigenschaften und ist zudem verschreibungspflichtig

Chlorprothixen 

Chlorprothixen ist ein Antipsychotikum aus der Gruppe der Thioxanthene, wirkt gegen psychotische Symptome und ist im Off-label-Use schlaffördernd.  

Clobazam

Clobazam ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Benzodiazepine mit beruhigenden sowie angstlösenden Eigenschaften

Clomethiazol 

Ein sedierender Wirkstoff, der auch bei behandlungsresistenten Schlafstörungen eingesetzt wird. 

Clonazepam

Clonazepam ist ein Mittel aus der Gruppe der Benzodiazepine und wird in erster Linie bei epileptischen Krampfanfällen eingesetzt. 

Daridorexant

Daridorexant ist ein neuartiges Arzneimittel zur Behandlung von Schlafstörungen mit geringerem Abhängigkeitspotenzial. Auch Entzugssymptome nach Absetzen sind hier deutlich geringer als bei anderen Schlafmitteln. Es enthält einen Wirkstoff aus der Gruppe der Orexin-Rezeptor-Antagonisten. Orexine sind körpereigene Botenstoffe, die unser Essverhalten sowie unseren Schlafrhythmus beeinflussen. 

Dexmedetomidin

Dexmedetomidin ist zur Sedierung erwachsener Intensivpatienten zugelassen. 

Diazepam

Diazepam zählt zu den am häufigsten verordneten verschreibungspflichtigen Schlafmitteln. Darüber hinaus wirkt der Wirkstoff als Sedativum, Antiepileptikum, muskelrelaxierend sowie angstlösend. Es gehört zur Gruppe der Benzodiazepine und wird auch entsprechend bei Schlafproblemen eingesetzt. Diazepam kann bei längerem Gebrauch sowohl zu körperlicher als auch seelischer Abhängigkeit führen. Beim Absetzen sollte die Dosis zudem schrittweise reduziert werden. 

Doxepin 

Doxepin gehört zur Arzneimittelgruppe der trizyklischen Antidepressiva und wird u. a. bei depressiven Erkrankungen, Angst- und Unruhezuständen sowie Schlafstörungen eingesetzt. 

Eszopiclon 

Dies ist ein Schlafmittel aus der Gruppe der Z-Substanzen, wird bei Erwachsenen mit Ein- und Durchschlafstörungen eingesetzt und löst im Vergleich zu anderen Schlafmitteln entsprechend seltener Gedächtnisstörungen aus. 

Flunitrazepam

Flunitrazepam gehört zu den Benzodiazepinen und wird zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen eingesetzt. Die Behandlung muss so kurz wie möglich erfolgen, da es sonst schnell zu Gewöhnung und Abhängigkeit kommen kann. Zudem ist das Arzneimittel dafür bekannt, eine anterograde Amnesie auszulösen und wird deshalb manchmal missbräuchlich auch als Date-Rape-Drug (Ko-Tropfen) verwendet. 

Flurazepam

Ein Schlafmittel aus der Gruppe der langwirksamen Benzodiazepinen. Es wirkt krampflösend und muskelentspannend, kann aber auch bei Schlafstörungen eingesetzt werden. Der Wirkstoff macht schon nach wenigen Wochen abhängig. Insbesondere bei älteren Menschen sind auch paradoxe Wirkungen möglich. Wird die Einnahme abrupt gestoppt, kommt es zum Rebound-Effekt

Haloperidol 

Haloperidol ist ein stark wirksames Antipsychotikum (Neuroleptikum) aus der Klasse der Butyrophenone und wird u. a. gegen Psychosen eingesetzt. 

Levomepromazin 

Ein Antipsychotikum aus der Gruppe der Phenothiazine. Es wirkt beruhigend, schmerzlindernd, schlaffördernd sowie schwach antipsychotisch und zudem auch gegen Übelkeit und Erbrechen

Lormetazepam

Ein Wirkstoff aus der Gruppe der mittelwirksamen Benzodiazepine. Das Medikament beruhigt, lindert Ängste und sorgt ausserdem dafür, dass man leichter ein- und durchschläft. Zudem kann es Krampfanfälle stoppen, Muskeln entspannen und auch zum Einleiten einer Narkose eingesetzt werden. 

Melatonin 

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, welches unseren Tag-Nacht-Rhythmus steuert. Melatoninhaltige Ergänzungen gelten als Einschlafhilfen bei Schlafstörungen. Mehr über Melatonin als Schlafmittel später.  

Melperon 

Melperon gehört zur Gruppe der Antipsychotika mit schwacher antipsychotischer Wirkung und wird deshalb auch häufig bei Schlafstörungen und Unruhezuständen eingesetzt.

Midazolam

Midazolam ist ein Benzodiazepin und wird u. a. zur Sedierung vor Operationen, Einleitung einer Narkose sowie auch bei Kurzzeitbehandlungen von Schlafstörungen angewendet. 

Mirtazapin 

Dies ist ein Vertreter der tetrazyklischen Antidepressiva und wird im Off-label-Use auch bei Schlafstörungen eingesetzt. 

Nitrazepam

Ein Wirkstoff aus der Gruppe der Benzodiazepine, der auch für die kurzzeitige Behandlung von Schlafstörungen verwendet wird. Nitrazepam beruhigt, löst Ängste und wirkt zudem muskelentspannend und krampflösend

Oxazepam

Oxazepam gehört zu den wichtigsten Mitteln gegen Angstzustände und Schlafstörungen, gehört zur Gruppe der Benzodiazepine und wird dabei oft bei Durchschlafproblemen verwendet. Das Absetzen sollte ausschleichend erfolgen. 

Perazin 

Perazin ist ein Antipsychotikum der Gruppe Phenothiazine. Es wirkt antipsychotisch und erleichtert zudem das Einschlafen

Pipamperon 

Dieser Wirkstoff wird bei Schlafstörungen und Unruhezuständen eingesetzt und ist ein Antipsychotikum der ersten Generation

Promethazin

Ein Antipsychotikum aus der Gruppe der Phenothiazine, das mittlerweile vor allem wegen seiner beruhigenden und antiallergischen Eigenschaften genutzt wird. Es lindert darüber hinaus Übelkeit und hat eine schlaffördernde Wirkung.  

Prothipendyl

Ein typischer antipsychotischer Wirkstoff, der Angst und Unruhezustände lindert und durch seine schlaffördernde Wirkung ausserdem bei Schlafstörungen hilft. 

Quetiapin 

Dieser Wirkstoff gehört zu den Antipsychotika der zweiten Generation und wird zur Behandlung von Schizophrenie sowie bipolaren Störungen eingesetzt. 

Temazepam

Ein Wirkstoff aus der Gruppe der Benzodiazepine, der häufig bei Schlafstörungen zum Einsatz kommt.

Trazodon 

Ein Mittel zur Behandlung von Depressionen, das zusätzlich dazu eine schlaffördernde Wirkung aufweist. 

Triazolam

Ein kurzwirksames Schlafmittel, das bei Schlafstörungen eingesetzt wird und ein Arzneimittel aus der Gruppe der Benzodiazepine ist.

Trimipramin 

Trimipramin gehört zu den trizyklischen Antidepressiva. Es wirkt stimmungsaufhellend, angstlösend sowie schlaffördernd und hat ausserdem eine stark hemmende Wirkung auf die Stresshormonfreisetzung

Tryptophan

Tryptophan ist ein lebenswichtiger Eiweissbaustein den der Körper mit der Nahrung aufnehmen muss und wird auch als natürliches Antidepressivum bezeichnet. Das aus Tryptophan über Serotonin hergestellte Melatonin wird auch als Schlafhormon bezeichnet. Besonders hohe Mengen an Tryptophan findet man in Hartkäse, Sojabohnen, dunkler Schokolade sowie Erdnüssen. Es fördert die Schlafbereitschaft und erleichtert damit das Einschlafen

Zolpidem

Ein Wirkstoff aus der Gruppe der Z-Substanzen (Z-Drugs), der schlaffördernd und beruhigend wirkt und zur kurzzeitigen Behandlung von Erwachsenen mit Schlafstörungen eingesetzt wird. 

Zopiclon

Zopiclon gehört ebenfalls zur Gruppe der Z-Substanzen und zählt zu den wichtigsten Arzneimitteln bei Ein- und Durchschlafstörungen

Schlafmittel als Hilfe bei Schlafstörungen

Schlafstörungen beeinträchtigen Leben und Alltag. Mit Hoffnung auf Besserung setzten Betroffene auf Schlafmittel. Verschreibungspflichtige Schlafmittel sind nicht als Dauertherapie gedacht, denn Schlafmittel bekämpfen nicht die Ursache der Schlafstörung, können aber vorübergehend beim Ein- oder Durchschlafen unterstützen.

Alles über Schlafstörungen gibt es hier nachzulesen. Tipps für einen gesunden und erholsamen Schlaf findest du hier

Schlafmittel Risiken und Nebenwirkungen

Alle verschreibungspflichtigen Schlafmittel sind mit Risiken verbunden, speziell für Menschen mit bestimmten Erkrankungen, wie Leber- oder Nierenerkrankungen, sowie für ältere Erwachsene. Zudem können verschreibungspflichtige oder auch nicht verschreibungspflichtige Schlafmittel Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben.

Nebenwirkungen von verschreibungspflichtigen Schlaftabletten

  • Schwindel oder Benommenheit 
  • Kopfschmerzen 
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Durchfall 
  • Erhöhte Schläfrigkeit tagsüber 
  • Erhöhte Sturzgefahr 
  • Allergische Reaktionen 
  • Unruhe 
  • Gedächtnislücken 
  • Leistungseinbussen
  • Halluzinationen 

Nebenwirkungen von Antidepressiva mit sedierender Wirkung

  • Schwindel
  • Kopfschmerzen 
  • Übelkeit 
  • Anhaltende Schläfrigkeit 
  • Trockener Mund 
  • Beschleunigter Puls 
  • Herzrhythmusstörungen 
  • Gewichtszunahme  
  • Verstopfung
  • Suizidale Gedanken
  • Sexualstörungen 
  • Paradoxe Erregung (Alpträume, Halluzinationen)
  • Orthostatische Hypotonie 

Melatonin Nebenwirkungen

  • Schmerzen in der Brust 
  • Übelkeit 
  • Kopfschmerzen, Migräne 

Nebenwirkungen von Antihistaminika

  • Ausgeprägte Müdigkeit 
  • Mundtrockenheit 
  • Erhöhter Puls 
  • Weitstellung der Pupillen (Mehr über Pupillenreflex hier)

Nebenwirkungen von Benzodiazepinen

  • Hohes Abhängigkeitspotenzial 
  • Gedämpfte Emotionen 
  • Müdigkeit 
  • Schwindel 
  • Kopfschmerzen 
  • Hang-over am Folgetag mit Kopfschmerzen und Benommenheit
  • Gedächtnisstörungen 
  • Verdauungsprobleme 
  • Ataxie (Verlust der Muskelkoordination) 
  • Erhöhtes Sturzrisiko 
  • Paradoxe Erregung (Alpträume, Halluzinationen) 
  • Gesteigerter Appetit 
  • Libidoverlust 
  • Atemdepression 
  • Muskelschwäche 

Benzodiazepine-Rezeptor-Antagonisten Nebenwirkungen

  • Gedämpfte Emotionen 
  • Müdigkeit 
  • Schwindel 
  • Kopfschmerzen 
  • Gedächtnisstörungen 
  • Verdauungsprobleme 
  • Ataxie (Verlust der Muskelkoordination) 
  • Erhöhtes Sturzrisiko 
  • Paradoxe Erregung (Alpträume, Halluzinationen) 

Schlafmittel Kontraindikationen und Wechselwirkungen

Wann dürfen Schlafmittel nicht eingesetzt werden?

Benzodiazepine und Z-Substanzen sind bei Myasthenia Gravis, einer neuromuskulären Erkrankung, Engwinkelglaukom (Augenerkrankung) sowie bestehenden Atemproblemen wie z. B. Schlafapnoe oder COPD und Ataxie kontraindiziert und sollten ausserdem bei einer bekannten Abhängigkeitsproblematik nur zurückhaltend angewendet werden. 

Sedierende Antidepressiva dürfen nicht gleichzeitig mit MAO-Hemmern (Antidepressiva) eingenommen werden. Trizyklische Antidepressiva sind ausserdem kontraindiziert unmittelbar nach einem Herzinfarkt, bei Erregungsleitungsstörungen am Herzen sowie einem Engwinkelglaukom

H1-Antihistaminika sollten nicht angewendet werden bei einer vergrösserten Prostata mit Bildung von Restharn in der Blase, einem Windeck-Block-Glaukom oder einer Verengung des Magenausganges. Melatonin ist zudem, wie alle anderen Schlafmittel auch, in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht geeignet. 

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Auch rezeptfreie Schlafmittel können Medikamentenwechselwirkungen hervorrufen und dabei die Wirkung anderer Medikamente entsprechend abschwächen oder verstärken. Deshalb sollte die Einnahme von Schlafmitteln, auch rezeptfreie, immer vorher mit einem Arzt besprochen werden.

Was gibt es im Umgang mit Schlafmitteln zu beachten?

Bevor man Schlaftabletten einnimmt, sollte man vorher einen Arzt aufsuchen und sich untersuchen lassen. Zudem sollte man den Beipackzettel des Schlafmittels vorher durchlesen und sich entsprechend über Dosierung, Einnahmezeitpunkt sowie mögliche Nebenwirkungen informieren und keinesfalls eigenständig die verschriebene Dosierung ändern.

Ausserdem sollte man während der Einnahme von Schlafmitteln auf Alkohol verzichten, denn dieser kann die Wirkung des Schlafmittels verstärken und dabei schlimmstenfalls zu einer Atemlähmung führen. Ebenso sollte der gleichzeitige Konsum von Opioiden und Schlaftabletten verhindert werden, da eine entsprechende Kombination zu einem Atemstillstand führen kann. Einige Schlafmittel können nicht einfach abgesetzt werden, informiere dich deshalb vorgängig bei deinem Arzt oder befolge die Anweisungen im dazugehörenden Beipackzettel

Welche Schlafmittel machen abhängig?

Bei pflanzlichen Schlafmitteln oder melatoninhaltigen Präparaten sowie Antidepressiva und Antipsychotika muss man sich keine Sorgen um eine eventuelle Abhängigkeit machen. Bei Benzodiazepinen oder Z-Substanzen jedoch besteht ein grosses Abhängigkeitspotenzial. Auch bei gewissen Antihistaminika kann es zu einem Gewöhnungseffekt kommen. 

Mehr zum Thema Schlaf: Arten und Phasen findest du hier. Tipps wie man leichter einschlafen kann gibt es hier

Schlafmittel FAQ

Welche Schlafmittel machen nicht abhängig?

Bei pflanzlichen Schlafmitteln, melatoninhaltigen-Präparaten sowie Antidepressiva und Antipsychatika besteht kein Abhängigkeitspotential. Benzodiazepine und Z-Substanzen bergen jedoch ein sehr grosses Abhängigkeitsrisiko. Auch bei Anhihistaminika kann es zu einem Gewöhnungseffekt kommen.

Sind Schlafmittel in der Schwangerschaft und Stillzeit erlaubt?

Auf Schlafmittel sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit nur zurückgegriffen werden, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Schlafmittel wie Benzodiazepine und Z-Substanzen sollten strikt vermieden werden, da sie dem Kind schaden zufügen können.

Gibt es Schlafmittel für Kinder?

Schlafmittel jeglicher Art sind für Kinder nicht geeignet. Leiden Kinder an Schlafproblemen sollte immer Rücksprache mit dem Kinderarzt gehalten werden.

Fazit 

Schlafmittel können helfen, leichter einzuschlafen oder länger durchzuschlafen, jedoch nicht ganz ohne Nebenwirkungen.

Zu den in Deutschland zugelassenen verschreibungspflichtigen Schlafmitteln gehören Benzodiazepine, Benzodiazepin-Rezeptor-Agonisten (Z-Substanzen), Antipsychotika oder Antidepressiva, hochdosiertes Melatonin sowie Antihistaminika

Zu den beliebten pflanzlichen Mitteln bei Schlafstörungen zählen Baldrian, Melisse, Hopfen sowie Passionsblume

Bevor man Schlaftabletten einnimmt, sollte man einen Arzt aufsuchen, den Beipackzettel vorher durchlesen und sich entsprechend über Dosierung, Einnahmezeitpunkt sowie mögliche Nebenwirkungen informieren.

Bei Benzodiazepinen oder Z-Substanzen besteht ein grosses Abhängigkeitsrisiko. Auch bei gewissen Antihistaminika kann es dabei zu einem Gewöhnungseffekt kommen. Auch rezeptfreie Schlafmittel können Medikamentenwechselwirkungen hervorrufen.