Bitterer Geschmack im Mund nach dem Essen- Ursachen & Abhilfe

Intro

Ein bitterer Geschmack im Mund kann gerade nach dem Essen von scharfen oder sauren Speisen häufig auftreten und ist dabei nicht sofort ein Grund zur Sorge. Welche Ursachen für einen bitteren Geschmack im Mund gibt es und was kann man tun, wenn das Essen plötzlich bitter schmeckt?

Keypoints

  • Manchmal bleibt ein metallischer oder bitterer Geschmack im Mund zurück, nachdem man etwas gegessen oder getrunken hat. Verschwindet der Geschmack dabei auch nach dem Zähneputzen nicht, kann dies ein Zeichen für ein tiefer liegendes Problem sein
  • Hormonelle Veränderungen, eine schlechte Mundhygiene, die Einnahme von Medikamenten, Stress sowie andere mögliche Ursachen können dafür verantwortlich sein
  • Bei manchen Menschen können bestimmte Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel einen bitteren Geschmack im Mund verursachen. Dazu gehören bestimmte Antibiotika, Lithium-Medikamente, Herzmedikamente sowie Mineralstoffe wie z. B. Kupfer, Eisen oder Zink
  • Um ein bitterer Geschmack im Mund nach dem Essen nachhaltig zu behandeln, muss die Ursache dafür gefunden und behandelt werden

Was führt zu einem bitteren Geschmack im Mund nach dem Essen?

Manchmal bleibt ein metallischer oder bitterer Geschmack im Mund zurück, nachdem man etwas gegessen oder getrunken hat. Verschwindet der Geschmack dabei auch nach dem Zähneputzen nicht, kann dies ein Zeichen für ein tiefer liegendes Problem sein.

Essen wir Lebensmittel mit besonders vielen Bitterstoffen wie z. B. Fenchel, Artischocken oder Rosenkohl kann danach ein bitterer Geschmack im Mund zurückbleiben. Bei Nüssen und Kernen kann sich dieser manchmal auch erst Tage danach bemerkbar machen.

Was tun wenn das Essen bitter schmeckt?

Ein bitterer Geschmack im Mund ist normal, wenn man etwas Bitteres zu sich nimmt, wie z. B. Zichorie oder schwarzer Kaffee und verdirbt dabei vielen Betroffenen die Lust am Essen, was die Gefahr einer Mangelernährung birgt. Bittere Lebensmittel schmecken vielen nicht, auch wenn die darin enthaltenen Bitterstoffe meist sehr gesund sind. 

Schmecken Endiviensalat, Rucola oder Radicchio zu bitter, kann man diese kurz in lauwarmes Wasser einlegen. Chicorée schmeckt weniger bitter, wenn der Strunk entsprechend entfernt wird. Schmeckt der Spargel bitter, kann zum kochenden Wasser neben Salz auch etwas Zucker hinzugefügt werden, um Bitterstoffe damit zu neutralisieren. 

Ursachen für bitteren Geschmack im Mund

Ein bitterer Geschmack im Mund im Zusammenhang mit dem Essen kann nach dem Genuss von scharfen oder sauren Speisen auftreten. Aber auch hormonelle Veränderungen, eine schlechte Mundhygiene, die Einnahme von Medikamenten, Stress sowie andere mögliche Ursachen können dafür verantwortlich sein.

Viele der Ursachen für einen bitteren Geschmack im Mund sind dabei nicht gravierend. Die Symptome können jedoch irritierend sein und die Ernährung, den Appetit sowie die Lebensqualität beeinträchtigen. Folgende Faktoren können einen bitteren Geschmack im Mund verursachen:

Trockener Mund

Ein trockener Mund, auch Xerostomie genannt, entsteht, wenn zu wenig Speichel produziert wird. Da Speichel dazu beiträgt, die Bakterien im Mund zu reduzieren, bedeutet weniger Speichel, dass mehr Bakterien überleben können. 

Einen trockenen Mund bekommt man auch, wenn man eine verstopfte Nase hat, weil das Atmen durch den Mund diesen austrocknen kann.

Zahnprobleme

Eine schlechte Mundhygiene kann auch einen bitteren Geschmack im Mund verursachen. Sie kann zudem zu einer Zunahme von Karies, Infektionen sowie Zahnfleischentzündung führen. Viele gängige Zahnprobleme lassen sich durch regelmäßiges Zähneputzen sowie die Verwendung von Zahnseide vermeiden. 

Manche finden auch, dass die Verwendung eines Zungenschabers hilft, einige Symptome zu beseitigen. Ebenfalls kann die Anwendung einer antibakteriellen Mundspülung dazu beitragen, dass die Bakterien dabei auf ein Minimum reduziert werden.

Schwangerschaft

Ein bitterer oder metallischer Geschmack im Mund ist eine häufige Erscheinung im ersten Trimester der Schwangerschaft. Der Hormonspiegel schwankt während der Schwangerschaft. Diese Schwankungen können sich auch auf den Geschmackssinn auswirken. Dies kann lästig sein, verschwindet aber in der Regel im weiteren Verlauf der Schwangerschaft oder spätestens nach der Entbindung wieder.

Burning-Mouth-Syndrom 

Das Syndrom des brennenden Mundes ist eine Erkrankung, die ein brennendes Gefühl im Mund verursacht. Manche empfinden dabei auch einen bitteren oder ranzigen Geschmack im Mund.

Menopause

Bei Frauen in den Wechseljahren kann es neben anderen Wechseljahrbeschwerden auch zu einem bitteren Geschmack im Mund kommen. Grund dafür könnte ein geringer Östrogenspiegel im Körper sein, der zu einer sekundären Erkrankung wie dem Syndrom des brennenden Mundes führen kann oder auf eine anhaltende Mundtrockenheit zurückzuführen ist.

Saurer Reflux

Ein unerwünschter, bitterer Geschmack im Mund kann durch die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) oder einen sauren Reflux verursacht werden und ist dabei die wahrscheinlich häufigste Ursache für einen bitteren Geschmack im Mund. Diese Erkrankungen treten auf, wenn Säure oder Galle in die Speiseröhre aufsteigen. 

Mundschleimhautentzündung

Eine Soorinfektion im Mund verursacht oft weiße Flecken auf der Zunge, im Mund oder im Rachen und kann dabei auch ein bitterer oder unangenehmer Geschmack im Mund verursachen, der so lange bestehen bleibt, bis die Infektion entsprechend behandelt ist.

Das Pinienkern-Syndrom

Auch wenn es sich nicht um eine Allergie handelt, können manche Menschen auf Pinienkerne reagieren. Diese Reaktion hinterlässt einen bitteren oder metallischen Geschmack im Mund, der in der Regel ein bis drei Tage nach dem Verzehr der Nüsse auftritt und dabei mehrere Wochen lang anhalten kann. Das Syndrom zeigt keine anderen Beschwerden und verschwindet nach ein paar Wochen von alleine wieder.

Stress und Ängste

Starker Stress und Angstzustände können den Geschmackssinn verändern.

Nervenschädigungen

Wie andere Sinnesorgane sind auch die Geschmacksknospen direkt mit den Nerven im Gehirn verbunden. Eine Schädigung der Nerven kann deshalb zu einer Veränderung des Geschmacksempfindens führen. Nervenschäden können durch Kopfverletzungen, Epilepsie, Multiple Sklerose, Hirntumore sowie Demenz entstehen. 

Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel

Bei manchen Menschen können bestimmte Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel einen bitteren Geschmack im Mund verursachen. Was daran liegen kann, dass die Medikamente bitter schmecken oder dass die in ihnen enthaltenen Chemikalien im Speichel ausgeschieden werden.

Krankheiten

Bestimmte Erkrankungen wie z. B. Nasennebenhöhlenentzündungen oder Erkältungen können mit einem bitteren Geschmack im Mund einhergehen. Bei derartigen Erkrankungen schüttet der Körper Entzündungsproteine aus, um schädliche Zellen zu bekämpfen. Diese Proteine können auch die Zunge und die Geschmacksknospen angreifen, was zu einem bitteren Geschmack im Mund führt.

Krebstherapie

Personen, die sich einer Krebsbehandlung unterziehen, können beim Essen oder Trinken einen unangenehmen Geschmack im Mund verspüren. Chemotherapie und Bestrahlung können bei manchen Menschen die Geschmacksknospen reizen und dabei zu einem bitteren oder unangenehmen Geschmack im Mund führen.

Bitterer Geschmack im Mund nach dem Rauchen

Geschmacksknospen, die mit Giftstoffen wie Nikotin in Kontakt kommen können über Jahre hinweg irreparabel geschädigt werden. Viele Nikotinabhängige schmecken weniger, in vielen Fällen bleibt auch ein konstant bitterer Geschmack im Mund nach dem Rauchen zurück. 

Mehr über bitterer Geschmack im Mund nach dem Rauchen findest du hier

Bitterer Geschmack im Mund am Morgen

Tritt gerade morgens ein bitterer Geschmack im Mund auf, geht dies häufig darauf zurück, dass die Speichelproduktion nachts verringert ist und dabei die Mundschleimhaut austrocknet. Begünstigt werden kann dies auch durch Schnarchen oder Schlafen mit offenem Mund.

Mehr über bitterer Geschmack im Mund am Morgen findest du hier

Welche Medikamente und Mineralstoffe verursachen einen bitteren Geschmack im Mund?

Zu den Medikamenten, die zu einem bitteren Geschmack führen können, gehören:

  • Bestimmte Antibiotika
  • Manche Herzmedikamente
  • Mineralstoffe wie Kupfer, Eisen oder Zink
  • Lithium-Medikamente

Was trinken bei bitterem Geschmack im Mund?

Viel trinken kann allgemein gegen einen bitteren Geschmack im Mund helfen, auch nach dem Essen. Zudem können hier ebenfalls Tees mit Melisse oder Salbei für Abhilfe sorgen.

Behandlung von bitterem Geschmack im Mund

Um einen bitteren Geschmack im Mund nachhaltig zu behandeln, muss die Ursache dafür gefunden und behandelt werden. Wenn der bittere Geschmack im Mund durch Säurereflux verursacht wird, kann der Arzt zu rezeptfreien oder verschreibungspflichtigen Antazida raten.

Wenn die Einnahme bestimmter Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel den bitteren Geschmack verursacht, kann der Arzt möglicherweise ein anderes Medikament oder Präparat verschreiben oder die Dosierung entsprechend anpassen.

Hausmittel und Tipps gegen bitterer Geschmack im Mund nach dem Essen

Hausmittel können bei einigen Menschen zu einer vorübergehenden Linderung der Symptome führen. Zu den Hausmitteln, die helfen können, einen bitteren Geschmack im Mund zu reduzieren, gehören:

  • Regelmäßige Zahnpflege durch Zähneputzen, der Verwendung von Zahnseide sowie einer antibakteriellen Mundspülung
  • Genug trinken
  • Zuckerfreien Kaugummi kauen, um damit den Speichel im Mund zu fördern
  • Vermeidung von Risikofaktoren für sauren Reflux, wie z. B. fettige oder scharfe Speisen
  • Reduktion oder Vermeidung von Tabakwaren und Alkohol
  • Mund mit einem Teelöffel Natron in einem Glas Wasser aufgelöst spülen

Bitterer Geschmack im Mund Bauchspeicheldrüse

Oft tritt ein bitterer Geschmack im Mund im Zusammenhang mit der Arbeit von Organen auf, die an der Synthese und Sekretion von Galle beteiligt sind. Hier können z. B. Gallensteine den normalen Fluss der Galle stören und entsprechend zu Problemen und Entzündungen führen.

Darüber hinaus tritt ein bitterer Geschmack im Mund manchmal auch als Folge von Erkrankungen des Verdauungssystems, wie z. B. einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung auf.

Mehr über bitterer Geschmack im Mund Bauchspeicheldrüse findest du hier

Kann bitterer Geschmack im Mund vom Magen kommen?

Refluxerkrankungen (Sodbrennen) äußern sich durch saures Aufstossen können aber auch zu Beschwerden wie Heiserkeit oder einen bitteren Geschmack im Mund führen und sind dabei auf den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre zurückzuführen. 

Dysgeusie

Ein anhaltend veränderter Geschmack im Mund wird medizinisch als Dysgeusie bezeichnet. Menschen mit Dysgeusie können einen konstanten Geschmack erleben, der dabei oft als bitter, metallisch, ranzig, faul oder salzig beschrieben wird.

Der Geschmackssinn

Der Geschmackssinn ist ein äußerst komplexer Sinn, der durch viele Faktoren beeinträchtigt werden kann, wie etwa durch schlechte Mundhygiene, Mundtrockenheit oder Schwangerschaft. 

Bittere Geschmäcker nehmen wir dabei ganz hinten auf der Zunge wahr. Am Zungenboden tief im Rachen sitzen die meisten Geschmacksknospen, die auf Bitterstoffe reagieren.

Fazit

Ein bitterer Geschmack im Mund ist normal, wenn man etwas Bitteres zu sich nimmt. Manchmal jedoch bleibt ein metallischer oder bitterer Geschmack im Mund noch länger zurück, nachdem man etwas gegessen oder getrunken hat. Verschwindet der Geschmack dabei auch nach dem Zähneputzen nicht, kann dies ein Zeichen für ein tiefer liegendes Problem sein. 

Hormonelle Veränderungen, eine schlechte Mundhygiene, die Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln, Stress sowie andere mögliche Ursachen können für einen bitteren Geschmack im Mund verantwortlich sein.

Viel trinken kann allgemein gegen einen bitteren Geschmack im Mund helfen, auch nach dem Essen. Zudem können hier ebenfalls Tees mit Melisse oder Salbei Abhilfe schaffen. Um einen bitteren Geschmack im Mund nachhaltig zu behandeln, muss die Ursache dafür gefunden und behandelt werden.