Gesichtsausdruck Demenz- Mimik & Körpersprache

Intro

Es gibt mehrere visuelle Anzeichen, die auf eine Demenzerkrankung hindeuten können. Mit zunehmendem Fortschreiten einer Demenz wird die nonverbale Kommunikation immer mehr zur Hauptkommunikationsart. Besonders in den späten Stadien der Demenz wird es dabei umso wichtiger, die Signale der Körpersprache gut zu verstehen. Sowohl Pflegekräfte wie auch Angehörige von Demenzkranken können davon profitieren, wenn sie lernen, in den Gesichtern von Erkrankten zu lesen und auf Gesichtsausdruck bei Demenz einzugehen.

In diesem Text gehen wir auf Mikromimik und Gesichtsausdruck bei Demenz ein und zeigen dabei den Nutzen der Körpersprache bei der Kommunikation mit Demenzerkrankten. Zudem nehmen wir die schiefe Körperlage bei Demenz sowie der bekannte starre Blick ins Leere genauer unter die Lupe.

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Mikromimik: Gesichtsausdruck bei Demenz

Mikromimik gehört zur nonverbalen Kommunikation. Mikroexpressionen sind flüchtige Gesichtsausdrücke, die nur für den Bruchteil einer Sekunde sichtbar sind. 44 Muskeln in unserem Gesicht können dabei mehr als 1000 Gefühle ausdrücken. Zu den 7 Grundemotionen gehören Freude, Trauer, Wut, Angst, Ekel, Überraschung sowie Verachtung

Mimik bei Demenz

Gerade im Umgang mit Demenzkranken, in einem Stadium, in welchem Betroffene nicht mehr sprechen, ist das Verständnis der Mimik und Gesichtsausdruck bei Demenz von enormer Bedeutung. Denn durch die Mimikerkennung lassen sich Gefühle und Bedürfnisse von Betroffenen besser verstehen. Gerade bei Demenzerkrankten kommt es dabei häufig zu einer Diskrepanz zwischen Wort und Mimik.  

Mikromimik üben

Um Feinheiten in der Mimik zu erkennen, braucht es Übung. Dies gelingt z. B. indem man beim Fernsehen einfach mal den Ton ausschaltet und sich dabei nur auf den Gesichtsausdruck der Menschen konzentriert. 

Welchen Gesichtsausdruck haben Menschen mit Demenz?

Menschen mit Demenz verlieren im Laufe ihrer Krankheit die Fähigkeit zu kommunizieren. Die Mimik von Menschen Demenzkranken kann schon in den frühen Stadien entsprechend beeinträchtigt sein. Diese Beeinträchtigung der Mimik ist eines der kognitiven Defizite, die das soziale Leben von Menschen mit Demenz deutlich erschweren können.

Der Gesichtsausdruck von Demenzerkrankten kann dabei manchmal der Situation unangemessen sein, wie z. B. ein Lachen in einer ernsten oder traurigen Situation oder plötzliches Weinen, wenn es augenscheinlich keinen Auslöser dafür gibt. Menschen mit Demenz können auch Gefühle der Angst, der Depression, der Unruhe, der Verwirrung oder des Mangels an Gefühlen im Gesicht widerspiegeln. 

Körpersprache bei Demenz: So gelingt die Kommunikation mit Demenzkranken

Wenn Wörter langsam schwinden, gewinnt die Körpersprache immer mehr an Bedeutung. Für Demenzerkrankte wird es dabei zunehmend schwieriger, sich an Gesprächen zu beteiligen, zu verstehen, was gesprochen wird, sowie die richtigen Worte zu finden, um sich korrekt auszudrücken. Was häufig in Verunsicherung und Frust endet. Verständigungsprobleme werden mit dem Fortschreiten der Erkrankung zunehmend schwieriger. 

Tipps zur Nutzung der Körpersprache bei der Kommunikation mit Demenzerkrankten 

  • Sorge für eine ruhige Atmosphäre
  • Geh auf Augenhöhe und halte dabei immer Augenkontakt
  • Sprich langsam, klar und verwende kurze Sätze
  • Unterstreiche Aussagen mit Mimik und Gestik 
  • Zeig auf Gegenstände über die gerade gesprochen wird
  • Gib genug Zeit für Antworten
  • Gib 2 Antwortmöglichkeiten zur Auswahl 
  • Achte auf deine Mimik sowie auf den wichtigen Tonfall
  • Bewege dich nicht hektisch sondern bleib immer ruhig 
  • Lege immer wieder Pausen während dem Reden ein 
  • Fasse gesagtes regelmässig zusammen 

Zu den 10 Regeln im Umgang mit Demenzkranken und Spielen für Demenzkranke gehts hier

Demenz Verhaltensauffälligkeiten: Was sind die ersten Anzeichen einer beginnenden Demenz?

Zu den frühen Anzeichen und Symptomen der Demenz gehören Gedächtnislücken, insbesondere die fehlende Erinnerung an kürzliche Ereignisse, zunehmende Verwirrtheit, nachlassende Konzentration, Lern- und Reaktionsfähigkeit, Persönlichkeits- oder Verhaltensänderungen, Stimmungsschwankungen, Teilnahmslosigkeit, Zurückgezogenheit oder depressive Verstimmung sowie der Verlust der Fähigkeit alltägliche Aufgaben zu meistern.

Mehr über Demenz Symptome findest du hier. Zum Demenz Test gehts hier

Schiefe Körperhaltung bei Demenz 

Demenz kennt viele Formen. Allen gemeinsam ist der Verlust von kognitiven Fähigkeiten sowie körperliche Beeinträchtigungen unterschiedlicher Art. Bei einer Demenz leiden zunehmend auch Motorik und praktisches Geschick

Besonders bei der Lewy Körperchen Demenz, einer neurodegenerativen Demenzform, kommt es dabei neben einer ausgeprägten Bewegungsstörung und Störungen im Gangbild auch zu der Neigung zu einer Körperseite beim Gehen oder Stehen. Auch bei der Parkinson Demenz kommt es neben einer starren Mimik auch zunehmend zu Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen.

Eine Lewy Körperchen Demenz zeichnet sich u. a. durch Symptome wie motorische Muskelsteifigkeit (Rigor), Zittern der Hände (Tremor) sowie ein gestörtes Gangbild aus, bei welchem es zu kurzen und kleinen Schritten sowie zu einer nach vorne oder zur Seite geneigten Körperhaltung kommt, auch als das Pisa Syndrom bezeichnet.

Mehr über die Lewy Körperchen Demenz und die Parkinson Demenz kannst du hier nachlesen

Demenz Blick ins Leere

Niemand weiss, wie es im Gehirn eines Demenzkranken wirklich aussieht. Im späten Stadium der Demenz reden Betroffene kaum mehr. Neben motorischen Fähigkeiten lässt auch die Mimik nach und es kommt dabei zu dem typischen Blick der ins Leere starrt. Doch was passiert im Kopf beim Blick ins Leere?

Mind blanking

Ins Leere zu starren stärkt das Denkvermögen. Mind blanking tritt vor allem dann auf, wenn man müde ist. Wissenschaftler fanden zudem heraus, dass im Gehirn von jungen und gesunden Menschen während des Mind blanking langsame Gehirnwellen auftreten. Diese sind auch ein charakteristisches Merkmal des Schlafes.  

Mehr zum Thema Demenz: Arten, Behandlung und Tipps gibt es hier nachzulesen

Fazit 

Mit zunehmendem Fortschreiten einer Demenz wird die nonverbale Kommunikation immer mehr zur Hauptkommunikationsart. Deshalb wird es besonders in den späten Stadien der Demenz dabei umso wichtiger, die Signale der Körpersprache richtig zu verstehen.

Wenn Wörter langsam schwinden, gewinnt die Körpersprache immer mehr an Bedeutung. Mikromimik gehört zur nonverbalen Kommunikation. Gerade im Umgang mit Demenzkranken, in einem Stadium, in welchem Betroffene nicht mehr sprechen, ist das Verständnis der Mimik von enormer Bedeutung. Um Feinheiten in der Mimik zu erkennen, muss man üben.

Besonders bei der Lewy Körperchen Demenz, einer neurodegenerativen Demenzform, kommt es dabei neben einer ausgeprägten Bewegungsstörung und Störungen im Gangbild auch zu der Neigung zu einer Körperseite beim Gehen oder Stehen. Auch bei der Parkinson Demenz kommt es neben einer starren Mimik auch zunehmend zu Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen. Neben motorischen Fähigkeiten lässt dabei auch die Mimik nach und es kommt zum typischen ins Leere starren.