Helicobacter Selbsttest- Symptome, Risikobeurteilung & Heimtest

Intro

Helicobacter pylori ist eine Bakterienart, die den Magen besiedelt, das Gewebe im Magen sowie dem ersten Abschnitt des Dünndarms (den Zwölffingerdarm) schädigt und Magengeschwüre im oberen Verdauungstrakt verursachen kann. Viele Menschen sind mit Helicobacter pylori infiziert, die meisten jedoch bekommen weder Geschwüre, noch zeigen sie irgendwelche anderen Symptome, denn nur rund ein Fünftel der Keimträger macht auch wirklich Beschwerden. Das Bakterium Helicobacter pylori stellt ein Enzym namens Urease her, neutralisiert die Magensäure, schwächt damit unsere Magenschleimhaut ab und kann zu Entzündungen oder auch Geschwüren führen. Helicobacter pylori ist zudem der wichtigste Risikofaktor für Magenkrebs. Wie erkennt man einen Helicobacter pylori und welche Helicobacter Selbsttest können dabei helfen?

In diesem Text gehen wir auf Helicobacter Selbsttest wie z. B. der Symptom-Check, Risikobeurteilung: Wie hoch ist mein persönliches Risiko? sowie den Helicobacter pylori Heimtest zur Eigenanwendung ein. Zudem nehmen wir Definition, Ansteckung, Übertragung, Anzeichen, Ursachen, Helicobacter bei Kindern, Folgen und Komplikationen wie auch ärztliche Tests, Behandlung sowie Vorbeugung genauer unter die Lupe.

Definition: Was ist Helicobacter pylori? 

Helicobacter pylori (H. pylori) ist ein schraubenförmiges Bakterium. Der Name leitet sich dabei von den Wörtern „Helix“ für Schraube und „Pylorus“ für Magenausgang ab.

Eine Infektion mit Helicobacter pylori ist weit verbreitet, etwa zwei Drittel der Weltbevölkerung tragen den Krankheitserreger in sich. Bei den meisten Menschen verursacht er jedoch keine Geschwüre oder andere Beschwerden. Problematisch wird es in der Regel erst, wenn sich der Keim in der Magenschleimhaut einnistet und die Magenschutzschicht angreift. Es gibt Medikamente, welche die Keime vernichten und gleichzeitig auch die Genesung unterstützen können. Dank des immer besseren Zugangs zu sauberem Trinkwasser sowie auch sanitären Einrichtungen infizieren sich heute deutlich weniger Menschen mit dem Bakterium als im Vergleich zu früher.

Helicobacter pylori und Magen

Normalerweise macht unsere aggressive Magensäure Bakterien ja unschädlich. Das Bakterium Helicobacter pylori allerdings produziert ein spezifisches Eiweiss namens Urease, welches den im Magen vorhandenen Harnstoff in Ammoniak und Kohlendioxid umwandelt. Mit Hilfe des entstandenen Ammoniaks schafft es das Bakterium einen Schutzschild zu bilden, welcher die Magensäure neutralisiert und im Stande ist, im sauren Milieu des Magens zu überleben, sich in der Magenschleimhaut anzusiedeln und sich entsprechend zu vermehren. H. pylori greift die Schleimhaut an, die unseren Magen schützt und kann zu Geschwüren in der Magenschleimhaut sowie im oberen Teil des Dünndarms führen. In manchen Fällen kann eine solche Infektion auch zu Magenkrebs führen.

Ansteckung und Übertragung

Wie genau eine Übertragung von Helicobacter pylori vonstatten geht, ist wissenschaftlich weitgehend unklar, vermutet werden dabei 2 Übertragungswege:

  • oral-oral: z. B. durch Küssen oder bei Kleinkindern über den Schnuller 
  • fäkal-oral: Durch den Verzehr von Lebensmitteln, die mit Erregern aus dem Stuhl in Berührung gekommen sind. Dazu gehört vor allem verunreinigtes Trinkwasser

Auch über Küchenutensilien kann man sich mit H. pylori infizieren. In Ländern oder Gegenden, in denen es kein sauberes Wasser bzw. kein gutes Abwassersystem gibt, tritt es entsprechend häufiger auf. Auch durch Kontakt mit Speichel oder anderen Körperflüssigkeiten infizierter Menschen kann man sich mit den Keimen anstecken. Die Erreger leben dabei jahrelang im Körper, bevor Symptome auftreten und nicht jeder Betroffene bekommt auch wirklich Beschwerden. Warum nur manche Menschen nach einer solchen Infektion ein Geschwür entwickeln, ist unklar. Auch Medikamente wie z. B. nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) können ebenfalls die Magenschleimhaut schädigen.

Symptome

Die meisten Menschen tragen das Bakterium seit Jahren in sich und wissen nichts davon … da sie keine Symptome entwickeln.

Typische Symptome und Beschwerden 

Zu den typischen Beschwerden im Zusammenhang mit Helicobacter pylori gehören dumpfe oder brennende Schmerzen im Bauch. Dieser Schmerz kann kommen und gehen, am stärksten spürt man ihn jedoch, wenn der Magen leer ist, z. B. zwischen den Mahlzeiten oder in der Nacht. Die Beschwerden können dabei nur einige Minuten oder auch mehrere Stunden lang anhalten. Auch kann es sein, dass die Beschwerden nach dem Essen, nach dem Trinken von Milch oder nach der Einnahme eines Magensäuremittels bessern. Mehr zu Magenschmerzen bei leerem Magen hier.

Weitere Anzeichen und Symptome für einen Helicobacter sind:

  • Blähungen
  • Sodbrennen oder Aufstossen
  • Appetitlosigkeit
  • Unwohlsein sowie Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schmerzen im Oberbauch (Magenschmerzen)
  • Druck- oder Völlegefühl im Magen
  • Durchfall
  • Mundgeruch
  • Teerstuhl 

Symptome eines Magengeschwürs

  • Anhaltende dumpfe Bauch- oder Unterleibsschmerzen
  • Beschwerden, die typischerweise 2-3 Stunden nach dem Essen auftreten
  • Schmerzen, die mehrere Tage oder Wochen lang kommen und gehen
  • Beschwerden, die mitten in der Nacht auftreten, besonders dann, wenn der Magen leer ist
  • Schmerzen die verschwinden, wenn man etwas isst oder Medikamente einnimmt, die den Magensäurespiegel senken (Protonenpumpenhemmer)
  • Ungewollte Gewichtsabnahme
  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen oder Völlegefühl
  • Sodbrennen oder Aufstossen
  • Magenschmerzen 
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Eine H. pylori Infektion kann Magenkrebs verursachen, welcher anfangs nur wenige Symptome, wie z. B. Sodbrennen verursacht. Mehr zum Helicobacter Selbsttest: Der Symptom-Check später im Text.

Ursachen, Auslöser und Risikofaktoren

Jahrzehntelang gingen Mediziner davon aus, dass Menschen Magengeschwüre durch Stress, scharfes Essen, Rauchen oder andere Lifestyle-Gewohnheiten bekommen. Doch als Wissenschaftler 1982 Helicobacter pylori entdeckten, stellten sie fest, dass diese Bakterien die Hauptursache für die meisten Magengeschwüre sind.

Nachdem H. pylori in den Körper eingedrungen ist, greift es die Magenschleimhaut an, die unseren Körper normalerweise vor Säure schützt und wir zur Verdauung der Nahrung benötigen. Haben die Bakterien erst einmal Schaden angerichtet, kann die Säure durch die Auskleidung hindurchdringen und dadurch die Bildung von Geschwüren fördern. Diese können Bluten, Infektionen hervorrufen oder den Transport der Nahrung durch den Verdauungstrakt beeinträchtigen. Zu den Risikofaktoren für Helicobacter pylori gehört auch die Einnahme bestimmter Medikamente wie z. B. NSAR, Tabak sowie Stress. Einen Helicobacter Selbsttest zur persönlichen Risikoeinschätzung später im Text.

Helicobacter bei Kindern

H. pylori ist eine sehr häufige Ursache für Magengeschwüre bei Erwachsenen, kann aber durchaus auch bei Kindern auftreten.

Symptome bei Kindern

  • Plötzliche, stechende Schmerzen im Unterleib
  • Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhlgang
  • Bluterbrechen oder Erbrochenes, das wie Kaffeesatz aussieht

Folgen und Komplikationen

Wenn man sich mit Helicobacter pylori infiziert, kann es neben chronischer Gastritis auch zu schmerzhaften Entzündungen kommen, die auch als Magengeschwüre bezeichnet werden. Diese Geschwüre bilden sich dabei im oberen Verdauungstrakt und können neben Blutungen auch ein Loch oder eine Perforation in der Magenwand wie auch Magenkrebs verursachen.

Verschiedene Helicobacter Selbsttest

Helicobacter Selbsttest: Der Symptom-Check

Folgende typische Symptome können auf einen Helicobacter pylori hindeuten: 

  • Unwohlsein oder Übelkeit 
  • Erbrechen 
  • Schmerzen im Oberbauch 
  • Druck- oder Völlegefühl im Magen 
  • Magenschmerzen, vor allem bei leerem Magen mit Besserung nach dem Essen 
  • Sodbrennen 
  • Aufstossen 
  • Geblähter Bauch 
  • Durchfall 
  • Appetitlosigkeit 
  • Mundgeruch 
  • Teer- oder Kaffeesatz Stuhl 

Helicobacter Selbsttest: Risikobeurteilung: Wie hoch ist mein persönliches Risiko an Helicobacter pylori zu erkranken?

Folgende Faktoren können das Risiko erhöhen:

  • Zunehmendes Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt auch das Risiko an Helicobacter zu erkranken zu
  • Genetische Veranlagung: Angeborene Störung der Immunabwehr im Darm 
  • Rauchen 
  • Übermässiger Alkoholkonsum 
  • Stress
  • Medikamente wie z. B. NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika)
  • Enger Kontakt mit Erkrankten im Umfeld 
  • Schlechte Hygiene
  • Verunreinigtes Trinkwasser

Je mehr dieser oben genannten Punkte zutreffen, desto höher ist das Risiko, an Helicobacter pylori zu erkranken. 

Helicobacter Selbsttest: Der Heimtest zur Eigenanwendung

Eine Möglichkeit, Helicobacter pylori nachzuweisen, ist ein Schnelltest. Diesen gibt es auch für zu Hause. Dafür wird eine kleine Blutprobe aus dem Finger entnommen. Die Testdurchführung ist schnell und unkompliziert und das Resultat liegt bereits innert 10 Minuten vor. 

Hier gibt es den Heimtest zu kaufen: 

Wichtig: Besteht der Verdacht auf Helicobacter pylori, sollte ärztlicher Rat aufgesucht werden. Selbsttests ersetzen keine ärztliche Diagnose. 

Ärztliche Tests

Bestehen keine Anzeichen oder Symptome für ein Geschwür, wird der Arzt vermutlich auch nicht spezifisch auf Helicobacter pylori testen. Gerade deshalb ist es wichtig, auf Symptome und Anzeichen zu achten und diese auch entsprechend beim Arzt zu erwähnen. Für den Nachweis eines Helicobacter pylori Bakteriums stehen sowohl invasive als auch nicht invasive Methoden zur Verfügung.

Invasive Verfahren

Zu den invasiven Verfahren zählen:

Gastroskopie (Magenspiegelung)

Dafür wird ein biegsamer Schlauch mit Kamera durch den Mund, in die Speiseröhre und bis zum Magen eingeführt. Damit können Veränderungen der Magenschleimhaut, Entzündungen sowie auch Tumore erkannt werden. Gegebenenfalls kann auch direkt eine Probe entnommen werden, um diese auf das Vorhandensein des Bakteriums zu untersuchen. 

Biopsie 

Hier werden mit einer Zange Gewebeproben aus dem Magenbereich entnommen, um diese im Labor unter dem Mikroskop auf eine mögliche Helicobacter Infektion zu untersuchen.

Nicht invasive Verfahren 

Zu den nicht invasiven Verfahren gehören:

Anamnese und körperliche Untersuchung

Zu Beginn wird der Arzt Fragen zu der Krankengeschichte, etwaigen Symptomen sowie auch der Einnahme von Medikamenten stellen. Anschliessend folgt eine körperliche Untersuchung, bei welcher der Bauch abgeklopft wird, um Schwellungen, Druckempfindlichkeit oder Schmerzen zu erkennen. 

Blutprobe

Im Blut kann auf Antikörper für Helicobacter pylori getestet werden. Allerdings können hier jahrelang noch Antikörper im Blut nachgewiesen werden, selbst wenn eine medikamentöse Therapie bereits stattgefunden hat. 

Stuhl- und Speichelproben

Auch im Stuhl, Urin oder Speichel können Helicobacter pylori Antikörper gefunden werden. 

Harnstoff Atemtest

Mit diesem Test kann überprüft werden, ob nach dem Schlucken einer Harnstoff-Tablette, die Kohlenstoffmoleküle enthält, Kohlenstoff in der Atemluft nachgewiesen wird. Befindet sich Helicobacter pylori im Körper, verstoffwechselt das entsprechende Bakterium den Harnstoff in Ammoniak und Kohlendioxid.

Wann zum Arzt?

Geschwüre können in Magen oder Darm bluten, was gefährlich werden kann. 

Sofortige ärztliche Hilfe sollte aufgesucht werden bei: 

  • Blutigem, dunkelrotem oder schwarzem Stuhlgang
  • Atemnot
  • Schwindel oder Ohnmacht
  • Grundlose, extreme Müdigkeit
  • Blasse Gesichtsfarbe
  • Blutiges Erbrechen oder Erbrechen, dass wie Kaffeesatz aussieht
  • Heftige Magenschmerzen

Behandlung

Medikamentöse Therapie

Eine gängige Therapie gegen Helicobacter pylori ist die Triple-Therapie. Diese besteht aus einer Kombination von 2 verschiedenen Antibiotika sowie einem Protonenpumpenhemmer. Schlägt diese Therapie nicht oder nur ungenügend an, kann eine auf eine sogenannte Vierfach-Therapie umgestellt werden. Welche ergänzend zum Protonenpumpenhemmer und den 2 Antibiotika ein 3. Antibiotikum vorschreibt. Die meisten durch Helicobacter pylori verursachten Geschwüre heilen einigen Wochen nach der Behandlung wieder ab. 

Antibiotika 

Um Helicobacter pylori Bakterien abzutöten, können Antibiotika wie z. B. Amoxicillin, Clarithromycin, Metronidazol, Tetracyclin sowie auch Tinidazol eingesetzt werden.

Protonenpumpenhemmer

Protonenpumpenhemmer sind Medikamente, welche die Magensäuremenge reduzieren. Beispiele hierfür sind Esomeprazol, Lansoprazol, Omeprazol oder Pantoprazol. Diese Medikamente werden eingesetzt, um die Magensäuremenge zu reduzieren, indem sie das Hormon Histamin blockieren. Histamin ist an der Säurebildung beteiligt.

Magenschonende Ernährung

Ein weiterer Baustein, welcher den Genesungsprozess bei Helicobacter pylori unterstützen kann, ist eine magenschonende Ernährung. Dazu gehört vor allem eine leichte Mischkost. Deshalb gilt: Finger weg von scharfen oder frittierten Speisen, Zitrusfrüchten sowie anderen schwer verdaulichen Lebensmitteln wie z. B. Weisskohl oder Paprika. Auch auf Alkohol sowie zu viel Kaffee sollt verzichtet werden. Auch wird empfohlen, lieber mehrere kleine, anstatt wenig grosse Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Als geeignete Zubereitungsmethoden sind hier Dünsten oder Garen zu erwähnen. 

Vorbeugung

Vor einer Helicobacter pylori Infektion kann man sich mit denselben Massnahmen schützen, mit denen man auch andere Keime im Zaum hält. Das sind in erster Linie gute Hygienemassnahmen wie z. B. Händewaschen nach dem Toilettengang und vor der Zubereitung oder dem Verzehr von Speisen sowie ein gutes Stressmanagement. Stress, Rauchen sowie auch scharfes Essen können zwar nicht direkt Beschwerden auslösen, können diese jedoch zusätzlich noch weiter verschlimmern. 

Fazit

Helicobacter pylori (H. pylori) ist ein schraubenförmiges Bakterium, welches die Magenschleimhaut angreift und kann zu Geschwüren in der Magenschleimhaut, im oberen Teil des Dünndarms sowie in manchen Fällen auch zu Magenkrebs führen. Eine Infektion mit Helicobacter pylori ist weit verbreitet, bei den meisten Menschen verursacht er jedoch keine Beschwerden.

Dank des immer besseren Zugangs zu sauberem Trinkwasser sowie sanitären Einrichtungen infizieren sich heute deutlich weniger Menschen mit dem Bakterium als im Vergleich zu früher. Wie genau eine Übertragung von Helicobacter pylori vonstatten geht, ist wissenschaftlich weitgehend unklar, vermutet werden dabei 2 Übertragungswege: oral-oral oder fäkal-oral. 

Warum allerdings nur manche Menschen nach einer solchen Infektion auch ein Geschwür entwickeln, ist unklar. Die meisten Menschen tragen das Bakterium Jahre in sich und wissen nichts davon, da sie einfach keine Symptome entwickeln. Zu den typischen Beschwerden im Zusammenhang mit Helicobacter pylori gehören dumpfe oder brennende Schmerzen im Bauch, vor allem wenn der Magen leer ist. Auch kann es sein, dass die Beschwerden nach dem Essen, nach dem Trinken von Milch oder nach der Einnahme eines Magensäuremittels bessern. H. pylori kann auch bei Kindern auftreten.

Helicobacter pylori Selbsttest wie z. B. der Symptom-Check, Risikobeurteilung: Wie hoch ist mein persönliches Risiko an Helicobacter pylori zu erkranken? und der Heimtest zur Eigenanwendung können bei der Diagnose helfen. Geht es um ärztliche Tests, stehen dabei sowohl invasive als auch nicht invasive Methoden zur Verfügung.

Vor einer Helicobacter pylori Infektion kann man sich mit denselben Massnahmen schützen, mit denen man auch andere Keime im Zaum hält. Dazu gehören gute Hygienemassnahmen sowie ein gutes Stressmanagement.