Magenschmerzen bei leerem Magen- mögliche Ursachen & Hilfe

Intro

Ein leerer Magen kann unangenehm werden und neben Rumoren auch heftige Schmerzen und Krämpfe verursachen. Ein Hungergefühl z. B. löst einen sogenannten Nüchternschmerz im Magen aus. Nüchternschmerzen treten, wie der Name schon sagt, nur bei leerem Magen auf. Während Bauchschmerzen nach dem Essen eher auf einen Reizmagen bzw. Reizdarm hinweisen, kann ein immer wiederkehrender Nüchternschmerz u. a. ein Anzeichen für ein Geschwür sein. In den meisten Fällen sind Nüchternschmerzen harmlos und die genaue Ursache dafür unklar. Jedoch sind bei einem Helicobacter pylori auch Magenschmerzen bei leerem Magen typisch, genauso wie bei einer Gastritis, einer Entzündung der Magenschleimhaut. 

In diesem Text gehen wir auf die verschiedenen Ursachen für Magenschmerzen bei leerem Magen ein und zeigen zudem auf, welche Massnahmen helfen können und wann man damit zum Arzt sollte.

Mehr zum Thema Magenschmerzen gibt es hier

Ursachen für Magenschmerzen bei leerem Magen

Nüchternschmerz

Der Nüchternschmerz ist ein Schmerz, der nach mehrstündiger Nahrungskarenz auftritt, typischerweise im Oberbauch lokalisiert ist und ca. 4 Stunden nach der letzten Nahrungsaufnahme in Erscheinung tritt. Nüchternschmerzen entstehen, wenn die Schleimhautbarriere des Magens geschwächt ist und durch Magensäure die freien Endigungen in der Organgangwand gereizt werden. Die Symptome verbessern sich in der Regel durch Nahrungsaufnahme, da der pH-Wert durch die im Nahrungsbrei vorhandenen Puffersubstanzen entsprechend angehoben wird. Mediziner vermuten, dass das Hungergefühl der Auslöser der Nüchternschmerzen ist. Vermutlich, weil wir im Hungerzustand aufgrund der Unterzuckerung empfindlicher werden, genau wie auch unser Magen sensibler wird und damit auch entsprechend die Schwelle für die Schmerzwahrnehmung sinkt. Nüchternschmerz bekämpft man, indem man regelmässig isst und trinkt … und zwar immer dann, wenn man Hunger oder Durst hat. 

Gastritis

Die Gastritis ist eine entzündliche Erkrankung der Magenschleimhaut. Diese kleidet das Innere unseres Magens aus und ihr zähflüssiger Schleim schützt die Magenwand entsprechend vor aggressivem Magensaft. Nüchternschmerzen treten als Symptom bei verschiedenen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes auf, auch so bei einer Gastritis, bei welcher die Magensäure bis zur Magenwand durchdringen kann. Der Magen eines Gastritikers sollte genau deshalb nie ganz leer sein.

Bestimmte Medikamente, wie z. B. NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) können die Magenschleimhaut ebenfalls angreifen, genauso wie Stress, hormonelle Störungen, Alkohol, Nikotin oder zu schnelles, zu heisses oder zu scharfes Essen. In 80% der Fälle ist ein Helicobacter pylori schuld an einer Gastritis. Mehr zum Helicobacter pylori später im Detail. 

Symptome Gastritis

  • Brennende Schmerzen im Oberbauch oder hinter dem Brustbein, die bis in den Rücken ausstrahlen können 
  • Brennendes und saures Aufstossen
  • Übelkeit und/oder Erbrechen 
  • Blähungen sowie Völlegefühl 
  • Durchfall 

Oftmals verbessern sich die Beschwerden nach dem Essen kurzzeitig. Die chronische Gastritis erhöht unbehandelt das Risiko für ein Magengeschwür sowie Magenkrebs

8 Ernährungstipps bei Gastritis

  • Ungesüsster Tee (z. B. Fenchel, Pfefferminze oder Kamille)
  • Zwieback
  • Knäckebrot 
  • Schleimsuppen
  • Nimm kleinere Zwischenmahlzeiten ein, wie z. B. Joghurt oder Bananen 
  • Achte auf schonendes Kochen und Zubereiten der Speisen, z. B. Dünsten oder Garen 
  • Iss langsam und Kaue gut
  • Der Magen sollte nie ganz leer sein 

Mehr zum Thema was essen bei Magenschmerzen? hier

Magengeschwüre

Geschwüre sind Wunden, die sich an der Innenseite des Magens sowie im oberen Teil des Dünndarms bilden können. Die häufigsten Ursachen für Magengeschwüre sind eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori (H. pylori) sowie die langfristige Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie z. B. Ibuprofen. Das häufigste Symptom bei Magengeschwüren sind brennende Magenschmerzen und das besonders auf leeren Magen. Stress und scharfes Essen verursachen per se zwar keine Magengeschwüre, können jedoch die Symptome entsprechend verschlimmern. Mehr zum Helicobacter pylori später im Text.

Liegt der Verdacht auf ein Geschwür vor, wird in der Regel eine Magenspiegelung durchgeführt. Schätzungen zufolge kommt es bei jedem 5. Geschwür zu einem Magendurchbruch, wo schnell gehandelt werden muss, da akute Lebensgefahr besteht. 

Magengeschwür Ursachen

Magengeschwüre entstehen, wenn die Säure im Verdauungstrakt die innere Oberfläche des Magens oder Dünndarms auffrisst. Dabei kann sie schmerzhafte offene Wunden verursachen, die auch bluten können. Der Magen-Darm-Trakt ist mit einer Schleimschicht überzogen, die normalerweise vor genau dieser Säure schützt. Nimmt jedoch die Säuremenge zu oder die Schleimmenge ab, kann ein Geschwür entstehen.

Magengeschwür Symptome

  • Brennender Magenschmerz
  • Völlegefühl sowie Blähungen 
  • Unverträglichkeit von fetthaltigen Lebensmitteln
  • Sodbrennen bzw. saures Aufstossen
  • Übelkeit

Seltener können Magengeschwüre schwere Symptome verursachen, wie zum Beispiel:

  • Veränderter Appetit
  • Erbrechen von Blut, das rot oder schwarz erscheinen kann
  • Dunkles Blut im Stuhl oder Teerstuhl
  • Atemprobleme
  • Benommenheit
  • Unerklärliche Gewichtsabnahme

Magengeschwür Risikofaktoren

  • Rauchen: Rauchen kann bei Menschen, die mit Helicobacter pylori infiziert sind, das Risiko für Magengeschwüre erhöhen
  • Alkohol: Alkohol erhöht die Menge der produzierten Magensäure und kann dabei die Magenschleimhaut zusätzlich reizen
  • Stress
  • Der Konsum von scharf gewürzten Speisen

Für sich genommen verursachen all diese Faktoren selber keine Geschwüre, sie können jedoch Geschwüre verschlimmern sowie die Heilung erschweren.

Magengeschwür Komplikationen

Unbehandelte Magengeschwüre können zu folgenden Komplikationen führen:

  • Innere Blutungen mit entsprechender Anämie (Blutarmut)
  • Ein Loch (Perforation) in der Magenwand, wodurch das Risiko einer schweren Infektion der Bauchhöhle (Peritonitis) entsteht
  • Verstopfung: Magengeschwüre können die Passage der Nahrung durch den Verdauungstrakt blockieren, was neben Völlegefühl auch zu Erbrechen sowie einem Gewichtsverlust führt
  • Magenkrebs: Studien zeigen, dass Menschen, die mit Helicobacter pylori infiziert sind, ein erhöhtes Risiko für Magenkrebs aufweisen

Helicobacter pylori

Typisch für den Helicobacter pylori ist der Nüchternschmerz, der Magenschmerz bei leerem Magen. Es ist unklar, wie genau sich die Helicobacter pylori Infektion genau ausbreitet, sie kann aber durch engen Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen werden. Ausserdem kann man sich ebenso über Lebensmittel und Wasser mit Helicobacter pylori infizieren. 

Helicobacter pylori Behandlung

Die Beschwerden lassen sich oft durch den Verzehr bestimmter Lebensmittel, welche die Magensäure neutralisieren helfen sowie auch durch die Einnahme eines säurehemmenden Medikaments (Säureblocker) lindern. Als bewährte Lebensmittel, die sich bei einem Helicobacter pylori Infekt eigenen, haben sich neben Broccoli auch Knoblauch, Joghurt, Ingwer sowie grüner Tee erwiesen. 

Prophylaxe: Helicobacter pylori Vorbeugung

Vor Infektionen, wie z. B. Helicobacter pylori, kann man sich schützen, indem man sich häufig die Hände mit Wasser und Seife wäscht und nur Lebensmittel isst, die vollständig gegart wurden. 

Mehr zu Helicobacter pylori sowie ein Helicobacter Selbsttest gibt es hier. 

Regelmässiger Gebrauch von Schmerzmitteln (NSAR) 

Die Einnahme von Aspirin sowie von so genannten nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), können die Magen- und Dünndarmschleimhaut reizen oder entzünden. Zu diesen Medikamenten gehört u. a. Ibuprofen. Die Einnahme bestimmter anderer Medikamente in Kombination mit NSAR, wie z. B. Steroide, Antikoagulanzien, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), Alendronat (Fosamax) oder Risedronat (Actonel), können das Risiko auf die Entwicklung von Geschwüren ebenfalls stark erhöhen. Mit der Einnahme von Schmerzmitteln wie NSAR sollte man deshalb entsprechend vorsichtig umgehen. Ausserdem ist Alkohol in Kombination mit Medikamenten Tabu. Evtl. muss zur NSAR-Einnahme zusätzlich ein Protonenpumpenhemmer, einen Säureblocker oder ein Zytoprotektivum eingenommen werden. Mehr zu Magenschmerzen Medikament hier.

Hilfe und Tipps für Magenschmerzen bei leerem Magen

Treten Magenschmerzen vor allem bei leerem Magen auf, kann es helfen, eine leichte und kleine Mahlzeit einzunehmen. Umgekehrt sollte bei Magenschmerzenzunahme nach dem Essen am besten eine längere Essenspause eingelegt werden. Gutes Kauen, ausreichend Zeit und Ruhe beim Essen genauso wie der Verzicht auf kohlensäurehaltige und alkoholische Getränke können ebenfalls Abhilfe schaffen. Mehr zu Magenschmerzen nach dem Essen gibt es hier. 

Stress ist zweifelsfrei auch ein Faktor, der mit Magenschmerzen in Verbindung stehen kann. Sind die Magenschmerzen stressbedingt, kann auch in der Akutphase Entspannung sowie die Einnahme von warmen Getränken wie z. B. Tees auf der Basis von Pfefferminze oder Kamille, warme Kompressen für den Bauch sowie eine Wärmeflasche für den Oberbauch für Besserung sorgen. Mehr zum Thema Magenschmerzen Stress hier.

Wann zum Arzt? 

Kommen zu Magenschmerzen auf leeren Magen Symptome wie Fieber, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, eine Gewichtsabnahme oder Blutungen dazu, sollte ein Arzt aufgesucht werden. 

Mehr zu Magenschmerzen hier 

Fazit

Zu den Ursachen für Magenschmerzen bei leerem Magen gehören neben Nüchternschmerz auch Gastritis, Magengeschwüre, Helicobacter pylori sowie auch der regelmässige Gebrauch von Schmerzmitteln wie NSAR. Treten Magenschmerzen vor allem bei leerem Magen auf, kann es ernährungstechnisch helfen, eine leichte und kleine Mahlzeit einzunehmen. Gutes Kauen, ausreichend Zeit und Ruhe beim Essen genauso wie der Verzicht auf kohlensäurehaltige und alkoholische Getränke können ebenfalls Abhilfe schaffen.

Da Stress zweifelsfrei auch ein Faktor ist, der mit Magenschmerzen in Verbindung stehen kann, können in der Akutphase Entspannung sowie die Einnahme von warmen Getränken wie z. B. Tees auf der Basis von Pfefferminze oder Kamille, warme Kompressen oder auch eine Wärmeflasche für den Oberbauch für Besserung sorgen.

Kommen zusätzlich zu Magenschmerzen auf leeren Magen Symptome wie z. B. Fieber, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Gewichtsabnahme oder Blutungen dazu, sollte ein Arzt aufgesucht werden.