Demenz Test- Uhrentest, Mini-Mental-Test, DemTect & MoCa-Test

Intro

Demenz ist eine chronische Erkrankung, die die Gehirnfunktionen beeinträchtigt. Ein Demenz Test und damit eine frühzeitige Demenz-Diagnose kann Erleichterung verschaffen, da sie die Antworten für Gedächtnisschwächen, Verhaltensänderungen sowie Kommunikationsschwierigkeiten einer Person erklären kann. Demenz Tests können frühe kognitive Beeinträchtigungen aufzeigen und damit dazu beitragen, die frühen Stadien der Demenz bzw. ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer solchen zu erkennen.

In diesem Text gehen wir der Frage auf den Grund, wie man eine Demenz erkennt und welche Demenz Tests es gibt. Zudem schauen wir uns kognitive Demenz Tests, Mini-Mental-Test (MMST), Uhrentest, DemTect-Test und MoCa-Test sowie deren Durchführung und Auswertung genauer an und nehmen dabei auch Blutuntersuchungen, neurologische Testungen sowie bildgebende Verfahren und Fragebögen für Angehörige unter die Lupe.

Mehr zum Thema Demenz findest du hier

Keypoints: Alles wichtige über Demenz Test

  • Ärzte verwenden mehrere Tests und Untersuchungen, um die Ursache der Symptome zu ermitteln sowie andere Erkrankungen damit auszuschliessen
  • Die meisten Demenz Tests bestehen aus einer Reihe von Aufgaben, Fragebögen sowie Zeichenübungen
  • Zu den häufigsten demenz Tests gehören der Mini-Mental-Test (MMST), Uhrentest, DemTect Test und MoCa Test
  • Die Erkennung einer Demenz kann sowohl Betroffenen als auch ihren Angehörigen helfen
  • Zu den typischen Anzeichen und Symptomen einer Demenz gehören Gedächtnisverlust, Schwierigkeiten beim Planen, Probleme bei der Verrichtung vertrauter Aufgaben, Verwechslung von Zeit und Ort, Sprach- und Schreibprobleme, mangelndes Urteilsvermögen sowie sozialer Rückzug, Persönlichkeits- und Stimmungsveränderungen

Überblick: Welche Demenz Tests gibt es?

  • Kognitive Tests 
  • Mini-Mental-Test (MMST)
  • Uhrentest
  • DemTect Test
  • MoCa Test
  • Neurologische Untersuchungen 
  • Blutuntersuchungen 
  • Bildgebende Verfahren

Kognitive Demenz Tests

Mit diesen Tests lässt sich feststellen, ob jemand weitere Untersuchungen benötigt bzw. ob eine umfassende Demenzuntersuchung angezeigt ist. Im Allgemeinen messen kognitive Tests eine Reihe von geistigen Fähigkeiten, wie z. B.:

  • Zeitliche und örtliche Orientierung/Wahrnehmung
  • Kurz- und Langzeitgedächtnis
  • Sprache und Kommunikationsfähigkeit
  • Einfache mathematische Fertigkeiten
  • Visuelle sowie räumliche Wahrnehmung
  • Aufmerksamkeit und Konzentration
  • Die Fähigkeit Anweisungen zu befolgen

Die meisten Tests bestehen dabei aus einer Reihe von Fragen, die mündlich und schriftlich gestellt und anschliessend ausgewertet werden.

Mini-Mental-Test (MMST)

Der Mini-Mental-Test oder Mini-Mental-State-Examination (MMSE), ist der am häufigsten verwendete und einer der wichtigsten Tests, wenn es um Demenz geht. Er wird angewendet, um die Diagnose einer Demenz zu stellen sowie deren Verlauf und Schweregrad zu beurteilen. Der Test wurde 1975 von Marshal F. Folstein und Kollegen entwickelt und wird deshalb manchmal auch Folstein Test genannt. 

Was überprüft der Mini-Mental-Test?

Der Mini-Mental-Test ist ein Schnelltest für die Erfassung kognitiver Störungen bei älteren Menschen und der meistgenutzte psychometrische Test zur Diagnose Demenz. Er überprüft eine Reihe verschiedener geistiger Fähigkeiten, darunter Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Sprache und ist nur ein Teil der Evaluierung einer Demenzerkrankung.

Mediziner berücksichtigen den MMST-Wert einer Person zusammen mit deren Vorgeschichte, Symptomen, körperlichen Untersuchung und den Ergebnissen anderer Tests wie z. B. Schädel-Scan. Dieser Wert wird ebenfalls verwendet, um die Entwicklung einer Demenzerkrankung zu beurteilen und gibt dabei Aufschluss darüber, wie schwer die Symptome sind und wie schnell die Demenz dabei fortschreitet

Durchführung: Wie funktioniert der Mini-Mental-Test?

Dieser Test besteht aus 30 Fragen oder Aufgaben, die in die 5 Kategorien Orientierung, Merkfähigkeit, Rechenfähigkeit und Aufmerksamkeit sowie Erinnerungsfähigkeit und Sprache unterteilt sind.

Für den Test haben Testpersonen 30 Minuten Zeit zur Verfügung. Dazu benötigt werden Zettel, Stift und eine Uhr.

Kategorie 1: Orientierung

Hierfür stellt man der Testperson folgende Fragen:

  • Welches Datum haben wir heute?
  • Welches Jahr haben wir?
  • Welche Jahreszeit haben wir gerade?
  • Welchen Monat haben wir?
  • Welcher Wochentag ist heute?
  • In welchem Bundesland befinden wir uns?
  • In welcher Stadt halten wir uns gerade auf?
  • In welchem Stadtteil sind wir gerade?
  • In welcher Einrichtung befinden wir uns gerade?
  • In welchem Stockwerk sind wir hier?

Kategorie 2: Merkfähigkeit 

Hier gilt es, sich 3 Begriffe zu merken. Jeder korrekt genannte Begriff ergibt dabei 1 Punkt

Kategorie 3: Aufmerksamkeit und Rechenfertigkeit

Die Testperson soll hier beginnend bei 100 fünfmal in Folge 7 abziehen, d. h. 93, 86, 79, 72 und 65. Für jede richtige Antwort gibt es 1 Punkt

Kategorie 4: Erinnerungsfähigkeit 

Wie waren die 3 Begriffe von Frage 2? Für jede richtige Antwort gibt es hier 1 Punkt

Kategorie 5: Sprache

  • Bei dieser Aufgabe braucht es einen Stift und eine Uhr (Armbanduhr). Als erstes soll die Testperson die beiden Gegenstände benennen
  • Danach folgt der Satz: Kein wenn und oder aber der vorgesprochen und entsprechend von der Testperson mündlich wiederholt werden soll. Dieser Satz darf dabei höchstens 3-mal vorgesagt werden
  • Als nächstes erhält die Testperson ein Blatt Papier, gefolgt von 3 Kommandos, die nur einmal angesagt werden dürfen: Nehmen Sie das Blatt Papier / Falten Sie es in der Mitte / Lassen Sie es auf den Boden fallen

Es gibt jeweils 1 Punkt für jedes richtig befolgte Kommando.

Aufgabe: Schriftliche Anweisung befolgen

Für die nächste Aufgabe geht es darum, eine schriftliche Anweisung zu befolgen. Dafür schreibt man auf einem Blatt Papier den Text “Augen zu”. Dieser Zettel wird der Testperson entgegengehalten und beobachtet, ob diese die Augen daraufhin schliesst. Es gibt 1 Punkt für das Augenschliessen.

Aufgabe: Mündliche Anweisung umsetzen

Nun geht es darum, die mündliche Anweisung umzusetzen schreiben Sie irgendeinen Satz“. Dieser geschriebene Satz sollte dabei zumindest aus Subjekt und Prädikat bestehen, wie z. B. „Ich schreibe“. Grammatik oder Interpunktion sind hier irrelevant. 

Aufgabe: Objekt nachzeichnen 

Bei der nächsten Aufgabe geht es darum, ein vorgegebenes Objekt richtig nachzuzeichnen. Dafür skizziert man auf einem Blatt Papier 2 sich überschneidende 5-Ecke. Alle Ecken und Überschneidungen müssen dabei korrekt wiedergegeben werden, ob die Linien gerade sind oder die richtige Länge haben, spielt hierfür jedoch keine Rolle. 

Mini-Mental-Test Auswertung: Wie wird der Mini-Mental-Test ausgewertet?

Für jede richtig gelöste Aufgabe gibt es entsprechend 1 Punkt, insgesamt ist damit eine Maximalpunktzahl von 30 Punkten möglich. Der Grad der Demenz wird dabei folgendermassen bewertet: 

Gesamtpunktzahl Ergebnis
30-27 Keine Demenz 
26-20 Leichte Demenz
19-10  Mittelschwere Demenz 
0-10 Schwere Demenz

DemTect Test (Demenz-Detektions-Test)

Der DemTect Test, auch Demenz-Detektions-Test genannt, existiert seit dem Jahr 2000, dient zur Früherkennung kognitiver Einschränkungen bei Verdacht auf Demenz und dauert dabei etwa 10 Minuten.

Dieser Test gehört zur Gruppe der psychosomatischen Tests, bei denen eine Reihe kognitiver Fähigkeiten wie Wahrnehmung, Lernen sowie Denk – und Erinnerungsvermögen untersucht werden. 

Durchführung: Wie funktioniert der DemTect Test?

Der DemTect Test besteht aus 5 Teilen:

10 Wörter in der richtigen Reihenfolge wiederholen

Hier werden langsam und hintereinander jeweils 2 mal 10 Wörter genannt, welche von der Testperson entsprechend wiederholt werden müssen. Die Reihenfolge spielt dabei keine Rolle. Für jedes richtig genannte Wort gibt es jeweils 1 Punkt, maximal sind hier 20 Punkte möglich. 

Zahlen in Zahlwörter umwandeln

Bei dieser Aufgabe müssen jeweils 2 Zahlen in Buchstaben ausgeschrieben werden und umgekehrt 2 Zahlwörter in Ziffern wiedergegeben werden. Für jede richtige Umwandlung gibt es 1 Punkt. 4 Punkte sind hier das Punktemaximum.

Supermarktaufgabe

Bei dieser Aufgabe sollen Dinge aufgezählt werden, die es im Supermarkt zu kaufen gibt und das während 1 Minute lang. Für jeden richtig genannten Begriff gibt es dabei 1 Punkt, maximal sind hier 30 Punkte zu erreichen. 

Zahlenfolge rückwärts wiederholen 

Hier müssen vorgesagte Zahlen in der umgekehrten Reihenfolge wiedergegeben werden. Die Zahlenfolgen werden dabei jeweils um 1 Zahl gesteigert, beginnend mit 2 Zahlen.

Beispiele hierfür sind: 4-7, 5-4-8, 4-5-7-1, 3-6-5-8-1 und 2-1-3-8-5-7. Punkte gibt jeweils die längste richtig rückwärts genannte Zahlenfolge hintereinander. Maximal gibt es hier 6 Punkte zu erreichen.

Wortliste aus Aufgabe 1 wiederholen

Für jedes richtig genannte Wort aus der 1. Aufgabe gibt es jeweils 1 Punkt. Maximal 10 Punkte sind für diese Aufgabe zu erreichen. 

Auswertung DemTect-Test: Wie wird der DemTect-Test ausgewertet?

Die DemTect Test Auswertung erfolgt in 2 Schritten. Die Umwandlung der Punkte aus den einzelnen Aufgaben werden erst in Testwerte umgerechnet. Dafür stehen 2 Umrechnungstabellen zur Verfügung, eine für Testpersonen unter 60 Jahren und eine für Testpersonen, die älter als 60 Jahre sind. Zum Schluss werden die Testwerte addiert und anhand dieser Skala abgelesen:

Auswertung Aufgabe 1: Wortliste wiederholen

< 60 Jahre  60 +  Testwert 
0-7 0-6 0
8-10 7-8 1
11-12 9-10 2
13-20 11-20 3

Auswertung Aufgabe 2: Zahlen Umwandeln

<60 Jahre  60 +  Testwert 
0 0 0
1-2 1-2 1
3 3 2
4 4 3

Auswertung Aufgabe 3: Supermarktaufgabe

< 60 Jahre  60 + Testwert 
0-12 0-5 0
13-15 6-9 1
16-19 10-15 2
20-30 16-30 4

Auswertung Aufgabe 4: Zahlenfolge rückwärts

< 60 Jahre  60 + Testwert
0 0 0
2-3 2 1
4 3 2
5-6 4-6 3

Auswertung Aufgabe 5: Erneutes Abfragen der Wortliste

< 60 Jahre  60 + Testwert
0 0 0
1-3 1-2 1
4-5 3-4 2
6-10 5-10 5

Gesamtpunkte und Endergebnis

Gesamtpunkte  Endergebnis 
13-18 Keine Beeinträchtigung 
9-12 Leichte kognitive Beeinträchtigung 
0-8 Verdacht auf Demenz

Demenz Uhrentest

Der Uhrentest gehört zu den psychometrischen Tests. Er hat eine hohe Aussagekraft und wird dabei häufig zur Abklärung bei Alzheimer Demenz angewendet. Ein Uhrentest allein reicht jedoch nicht aus, um eine Demenzerkrankung zu diagnostizieren, er kann lediglich einen ersten Hinweis darauf geben. 

Der Uhrentest untersucht 2 zentrale Kompetenzen der Testperson, Gedächtnisleistung und Raumwahrnehmen. Mit dem Test zum Zeichnen einer Uhr soll festgestellt werden ob ein Verlust der kognitiven Fähigkeiten der getesteten Person vorliegt. Beim Ablesen von Uhren müssen die Anordnung der Zeiger auf der Uhr sowie die Zeit, die sie anzeigen richtig gedeutet werden. Diese Fähigkeiten sind bei Menschen mit früher Demenz entsprechend oft nicht mehr vorhanden. 

Es gibt zahlreiche verschiedene Uhrentests, die alle nach ihren jeweiligen Erfindern benannt sind und unterscheiden sich dabei leicht Aufgabenstellung und Auswertung. Bei allen geht es jedoch darum, sich das Aussehen einer Uhr zu vergegenwärtigen und ein Zifferblatt zu zeichnen. Der Uhrentest ist einfach, schnell (5-10 Minuten), benötigt als Material nur ein Blatt Papier und einen Stift und funktioniert ebenfalls unabhängig von Sprachbarrieren

Durchführung: Wie funktioniert der Uhrentest? 

Ein typischer Uhrentest kann von einem Arzt oder einer anderen qualifizierten Fachkraft durchgeführt werden und erfordert dabei nur einen Bleistift und ein Blatt Papier mit einem vorgezeichneten Kreis. Beim Uhrentest nach Sunderland muss der Proband auch den Kreis selbst zeichnen. 

Als nächstes wird die Testperson dazu aufgefordert, die fehlenden Zahlen auf dem Zifferblatt der Uhr einzuzeichnen. Anschliessend müssen die Zeiger so auszurichten werden, dass sie eine bestimmte Uhrzeit anzeigen. Es können dabei verschiedene Zeiten verwendet werden, die meisten wählen dabei 10 min. nach 11 als Standardwert aus. Beim Uhrentest nach Watson entfällt das Zeichnen der Zeiger, hier wird nur das Zifferblatt bewertet. 

Auswertung Uhrentest: Wie wird der Uhrentest ausgewertet?

Bewertung nach Punkten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Uhrentest zu bewerten:

  • Auswertungsskala nach Shulman: 1 – 6 (1 = korrekt, 6 = keine Uhr erkennbar)
  • Auswertungsskala nach Sunderland: 1 – 10 (10 = korrekt, 1 = keine Uhr erkennbar)
  • Auswertung nach Watson: 1 – 7 (0 = korrekt, 7 = falsche Position der Ziffern)

Auswertung Beurteilung nach Shulman

Beurteilung nach Shulman Auffälligkeiten 
1 Punkt = Keine Anzeichen für eine Demenz vorhanden  – Alle Ziffern sind richtig gesetzt und die Uhr zeigt dabei die korrekte Uhrzeit an
2 Punkte = Leichte visuell räumliche Fehler  – Ziffernabstände sind unregelmässig oder liegen ausserhalb des Kreises
– Ziffern stehen auf dem Kopf 
– Hilfslinien wurden aufgezeichnet 
3 Punkte = Fehlerhafte Uhrzeit trotz richtiger Uhr  – Nur 1 Zeiger ist dargestellt
– Es ist keine Uhrzeit angegeben 
4 Punkte = Mittelgradige visuell räumliche Fehler  – Fehlende Ziffern 
– Mehr als 12 Ziffern 
– Ziffern falsch eingetragen 
5 Punkte = Schwere visuell räumliche Orientierungsprobleme  – Auffälligkeiten wie z. B. zusätzliche Kreise
6 Punkte = Keine Uhr dargestellt  – Keine Uhr erkennbar

Auswertung Beurteilung Uhrentest nach Sunderland

Hier wird eine Skala von 1-10 Punkten unterschieden. 5 Punkte entfallen dabei auf die Zeichnung des Zifferblattes, die anderen 5 Punkte auf das Zeichnen der Uhrzeit bzw. die beiden Zeiger. 

Auswertung Uhrentest nach Watson 

Hier wird zur Auswertung die Uhr in 4 Viertel geteilt. In jedem Viertel sollten dabei jeweils 3 richtige lesbare Zahlen zu finden sein. Für jedes Viertel, in dem ein Fehler gemacht wurde, werden entsprechend Fehlerpunkte gezählt. Bei 3 oder mehr Punkten ist eine kognitive Einschränkung naheliegend, ab 5 Punkten ist eine Demenz wahrscheinlich. 

Studien deuten darauf hin, dass der Test zum Zeichnen einer Uhr eine frühe Demenz erkennen kann, selbst wenn andere Tests wie der Mini-Mental-State-Test (MMST) normal ausfallen. Als sinnvoll erweist sich in Studien ein Uhrentest in Kombination mit dem Mini Mental Status Test.  

MoCa-Test (Montreal Cognitive Assessment Test)

Der MoCa-Test ist besonders geeignet, um frühe Demenzstadien sowie leichte kognitive Einbussen zu erkennen. Der Test wurde von Dr. Ziad Nasreddine entwickelt und 2003 erstmals durch Studien belegt. Mit ihm lassen sich Krankheiten wie z. B. Alzheimer Demenz, vaskuläre Demenz, Lewy Körperchen Demenz oder eine frontotemporale Demenz bestimmen, genauso wie Parkinson, Multiple Sklerose oder ALS und psychische Erkrankungen wie Depression oder Schizophrenie. 

Der Test besteht aus einem 10-minütigen Test mit 30 Fragen. Getestet wird dabei Gedächtnisleistung, Sprache, zusammenhängendes Denken, Rechnen, zeitliche und räumliche Orientierung sowie die Fähigkeit, Formen und Muster zu erkennen

Durchführung: Wie funktioniert der MoCa-Test? 

Der Testinhalt besteht aus folgenden Aufgaben: 

Raumwahrnehmung und Gedächtnisleistung

  • Uhrenzeichnen

Gedächtnisleistung 

  • 4 verschiedene Wörter mit zeitlichem Abstand wiederholen 

Rechnen 

  • Mehrere Zahlen in Folge voneinander subtrahieren, z. B. 100 Minus 7, Minus 7 usw.

Räumliche und zeitliche Orientierung 

  • Ort, Datum und Uhrzeit benennen lassen 

Wortfindung

  • Z. B. ein Tier auf einem Bild erkennen und richtig benennen

Zusammenhängendes Denken 

  • Zahlen und Buchstaben passend miteinander verbinden 

Wortfluss 

  • In 1 Minute möglichst viele Wörter nennen die mit dem Buchstaben E beginnen

Auswertung MoCa-Test: Wie wird der MoCa-Test ausgewertet?

Maximal können bei diesem Test 30 Punkte erreicht werden. Bei einem Ergebnis von unter 26 spricht man dabei von einer kognitiven Beeinträchtigung. Testpersonen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung erreichen einen Durchschnittswert von 22, während Menschen mit einer Alzheimer Demenz einen Durchschnittswert von etwa 16,2 erreichten.

Wie erkennt man eine beginnende Demenz?

Die Erkennung einer Demenz kann Betroffenen und ihren Angehörigen dabei helfen zu planen, solange diese noch in der Lage sind eigenständige Entscheidungen über die künftige Pflege, Unterstützung sowie Behandlung zu treffen und verschafft ebenso Zeit, rechtliche sowie finanzielle Angelegenheiten vorgängig zu regeln. Zudem hilft eine frühe Demenz-Diagnose auch Angehörigen sich besser auf die Herausforderungen vorzubereiten, die mit dem Fortschreiten der Krankheit einhergehen werden.

Es gibt keinen alleinigen kognitiven Test zur Diagnose Demenz. Ärzte verwenden mehrere Tests und Untersuchungen, um die Ursache der Symptome zu ermitteln sowie andere Erkrankungen damit auszuschliessen.

Demenz Symptome: Typische Anzeichen für Demenz

Zu den typischen Anzeichen bzw. Symptomen einer Demenz gehören: 

Gedächtnisverlust

Gedächtnisverlust ist ein sehr häufiges Symptom bei Demenz. Einem Demenzkranken kann es dabei schwerfallen, sich an kürzlich erlernte Informationen zu erinnern und ist deshalb auf Freunde, Familie oder andere Gedächtnisstützen angewiesen, um den Überblick zu behalten.

Die meisten vergessen mit zunehmendem Alter irgendetwas. In der Regel kann man sich jedoch später an die entsprechenden Dinge wieder erinnern, wenn der Gedächtnisverlust altersbedingt und nicht auf eine Demenz zurückzuführen ist.

Schwierigkeiten beim Planen oder Lösen von Problemen

Demenzkranken fällt es oft schwer, einem Plan zu folgen. So kann es z. B. schwierig werden, beim Kochen ein Rezept zu befolgen, beim Autofahren Wegweisern zu folgen sowie beim Rechnungen bezahlen Summen zusammenzuzählen.

Probleme bei der Verrichtung vertrauter Aufgaben

Einem Demenzerkrankten kann es plötzlich schwer fallen Aufgaben zu erledigen, die er sonst immer problemlos meistert, wie z. B. Computer bedienen oder eine Tasse Tee kochen

Verwechslung von Zeit und Ort

Bei einer Demenzerkrankung kann es schwierig sein, das Zeitempfinden zu beurteilen. Betroffene können dabei auch vergessen, wo sie sich gerade befinden, wie sie dorthin gekommen sind und warum überhaupt. Auch haben sie Schwierigkeiten mit der korrekten Datumsangabe

Einschränkungen beim Verständnis visueller Informationen

Hier kann es z. B. plötzlich schwierig werden zu Lesen, Entfernungen einzuschätzen sowie Farbunterschiede zu erkennen.

Sprach- und Schreibprobleme

Demenzkranken fällt es oft schwer, sich an Gesprächen zu beteiligen. Sie können auch vergessen, was sie gerade sagen wollten oder was jemand anderes gerade gesagt hat. Auch Rechtschreibung, Zeichensetzung sowie Grammatik können sich dabei zunehmend verschlechtern. 

Tendenz Dinge zu verlegen

Demenzerkrankte können sich möglicherweise nicht mehr erinnern, wo sie Alltagsgegenstände wie die z. B. Fernbedienung, das Telefon, die Geldbörse oder ihre Schlüssel abgelegt haben. Dieses Verlegen von Gegenständen kann frustrierend sein und ebenso dazu führen, dass der Betroffene andere des Diebstahls beschuldigt.

Mangelndes Urteilsvermögen und schlechte Entscheidungsfähigkeit

Für Demenzkranke kann es schwierig sein, zu erkennen, was vernünftig und angemessen ist. Was dazu führt, dass man z. B. zu viele Dinge kauft, die man gar nicht braucht. Manche achten auch weniger auf ihre Körperpflege oder ihr Auftreten.

Sozialer Rückzug

Betroffene ziehen sich sozial zurück oder vernachlässigen Hobbys oder Aktivitäten mit anderen Menschen

Persönlichkeits- oder Stimmungsveränderungen

In diesem Bereich können Betroffene dabei besonders reizbar, depressiv, ängstlich und nervös wirken oder aber stark enthemmt sein und sich unangemessen verhalten. 

Mehr über Demenz Symptome erfährst du hier

Demenz Bluttest

Um andere Ursachen für auftretende Anzeichen und Symptome auszuschliessen, wie z. B. ein hormonelles Ungleichgewicht oder einen Vitaminmangel, kann der Arzt auch Blutuntersuchungen anordnen. Dazu gehören u. a. ein vollständiges Blutbild, Leber-, Nieren- und Schilddrüsenfunktionstests, Vitamin B12– und Folsäurespiegel sowie das HbA1c zur Überprüfung auf Diabetes.

Der PrecivityAD-Bluttest untersucht zudem spezifische Marker im Blut, die mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindung stehen. Anhand dieser Marker lässt sich feststellen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine Person Amyloid-Plaques im Gehirn bildet wie Beta-Amyloid oder Apolipoprotein E (APOE).

Neurologische Demenz Tests

Im Allgemeinen werden hier Kriterien wie Wachheitsgrad, Gemütszustand, Wahrnehmungsvermögen, Sprache, Muskelkraft und Muskeltonus, Koordination, Reflexe, Beweglichkeit und Gangart sowie sensorische Fähigkeiten überprüft.

Bildgebende Demenz Tests

In manchen Fällen kann eine bildgebende Untersuchung des Gehirns erforderlich sein, um Veränderungen im Gehirn festzustellen und andere Erkrankungen dabei auszuschliessen, die die Symptome verursachen könnten, wie z. B. Hirntumore, Infarkte und Hydrozephalus (Ansammlung von Flüssigkeit im Gehirn). Bildgebende Tests umfassen z. B. CT- oder MRT-Untersuchung sowie PET-Scan

Demenz Test für Angehörige

Geht es um Angehörige, kann es helfen, die oben erwähnten ersten Anzeichen und Symptome von Demenz zu kennen und dabei richtig zu deuten. Deuten Anzeichen auf eine Demenz, ist es sinnvoll, Kontakt mit dem betreuenden Arzt des Betroffenen aufzunehmen und weitere Schritte gemeinsam zu besprechen.

Zu den bekanntesten Demenz Tests gehören neben dem Uhrentest auch der Mini Mental Status sowie MoCa und DemTect Test. Mehr Informationen über deren Durchführung und Auswertung findest du weiter oben im Text.

Demenz Test 30 Punkte 

Beim Mini Mental Status Test (MMST) liegt die maximale Punktzahl bei 30 Punkten. Auch beim MoCa Test kann ebenso eine maximale Punktzahl von 30 Punkten erreicht werden. Mehr über diese beiden Demenz Test Verfahren findest du weiter oben im Text.

Demenz Test Fragebogen

Die meisten Demenz Tests bestehen aus einer Reihe von Aufgaben, Fragebögen sowie Zeichenübungen. Gerade nahestehende Personen können anhand von Fragebögen den kognitiven Abbau bei Betroffenen besser einschätzen. Zu diesen Fragen können u. a. gehören:

  • Was für ein Tag haben wir heute?
  • Welches Datum haben wir heute?
  • In welcher Stadt sind wir gerade?
  • Gibt es Probleme bei der Erledigung von finanziellen Angelegenheiten?
  • Werden häufiger Dinge verlegt und sind nicht mehr auffindbar?
  • Werden wichtige Termin, Geburtstage oder andere Anlässe vergessen? 

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Fazit

Demenz Tests und Untersuchungen helfen, die Ursache von auftretenden Demenz Anzeichen und Symptomen zu ermitteln sowie andere Erkrankungen damit auszuschliessen.

Der Mini-Mental-Test ist der am häufigsten verwendete und einer der wichtigsten Test, wenn es um Demenz und deren Verlauf geht. Der DemTect-Test (Demenz-Detektions-Test) dient zur Früherkennung kognitiver Einschränkungen bei Verdacht auf Demenz. Der Uhren-Test gehört zu den psychometrischen Tests, hat eine hohe Aussagekraft und wird häufig zur Abklärung eines Demenzverdachts, z. B. bei Alzheimer Demenz, angewendet.

Der MoCa-Test ist besonders geeignet, um frühe Demenzstadien und leichte kognitive Einbussen zu erkennen. Mit ihm lassen sich Krankheiten wie z. B. Alzheimer Demenz, vaskuläre Demenz, Lewy Körperchen Demenz oder eine frontotemporale Demenz bestimmen, genauso wie Parkinson, Multiple Sklerose oder ALS und psychische Erkrankungen wie Depression oder Schizophrenie.