Gürtelrose und Corona- Zusammenhang, Infektion & Impfung

Intro

Gürtelrose und Corona … beides Viruserkrankungen und obwohl COVID-19 direkt keine Gürtelrose verursacht, besteht möglicherweise ein Zusammenhang zwischen den beiden Erkrankungen. Es gibt Berichte über Menschen, die nach der COVID-Impfung eine Gürtelrose bekommen haben und solche, die nach einer Corona-Infektion an Gürtelrose erkrankt sind.

In diesem Blog gehen wir auf den Zusammenhang zwischen Gürtelrose und Corona ein und nehmen dabei besonders Studienergebnisse, Verbindungen, mögliche Auslöser und Ursachen sowie Reaktionen auf Impfungen genauer unter die Lupe.  

Alles über Gürtelrose findest du hier

Keypoints: Das Wichtigste über Gürtelrose und Corona

  • Jede Art von Infektion kann das Immunsystem belasten und dabei einen Ausbruch der Gürtelrose verursachen. Das Virus, das COVID-19 verursacht, ist dabei auch keine Ausnahme
  • Menschen, die über 50 Jahre alt sind oder ein geschwächtes Immunsystem haben, haben wahrscheinlich ein höheres Risiko, während oder nach einer Corona-Erkrankung eine Gürtelrose zu entwickeln
  • Man kann sich gleichzeitig gegen Gürtelrose und COVID impfen lassen
  • Wer ein geschwächtes Immunsystem hat oder immunsuppressive Medikamente einnimmt, hat möglicherweise ein erhöhtes Risiko, nach der COVID-Impfung eine Gürtelrose zu entwickeln

Besteht ein Zusammenhang zwischen Corona und Gürtelrose?

Corona und Gürtelrose sind beide Virusinfektionen. Eine Gürtelrose wird durch ein anderes Virus als Corona verursacht, weshalb COVID-19 nicht direkt eine Gürtelrose verursacht. Es könnte jedoch ein Zusammenhang zwischen Corona und Gürtelrose bestehen. 

Corona

COVID-19 ist eine ansteckende Krankheit, die entsteht, wenn sich jemand mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem haben nachweislich ein höheres Risiko, an schweren Krankheitsverläufen dieser Infektion zu erkranken. 

Gürtelrose

Gürtelrose ist eine weit verbreitete Virusinfektion, die sich bei einer Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus (VZV) entwickeln kann, dasselbe Virus, das auch die Windpocken verursacht. Jeder, der schon einmal Windpocken hatte, kann eine Gürtelrose entwickeln. Trägt eine Person das VZV in sich, können verschiedene Faktoren wie z. B. das Alter und ein geschwächtes Immunsystem das Risiko für die Entstehung erhöhen.

Alles über Gürtelrose findest du hier

Kann Corona Gürtelrose auslösen?

Das Virus, das COVID verursacht, verursacht nicht direkt eine Gürtelrose. Aber Corona und Gürtelrose können durchaus zusammenhängen. Denn eine COVID-Erkrankung schwächt das Immunsystem, was wiederum dem Zoster-Virus die Chance gibt, aktiviert zu werden und zu einer Gürtelrose zu führen. 

Studienergebnisse zu Gürtelrose und Corona

In der Studie wurde festgestellt, dass eine COVID-19-Diagnose bei Personen über 50 Jahren mit einem deutlich erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Gürtelrose verbunden ist. In der Studie heißt es zudem, dass eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus zu einer Fehlfunktion des T-Zellen-Immunsystems führen kann, was eine Reaktivierung des latenten Varizella-Zoster-Virus (VZV) und damit eine Gürtelrose auslösen könnte. Eine weitere Studie ergab, dass Menschen, die an einer schweren COVID-Erkrankung litten, ein doppelt so hohes Risiko aufwiesen, eine Gürtelrose zu entwickeln.

Die Wissenschaft kann nicht mit Sicherheit sagen, dass eine COVID-Erkrankung das Gürtelrose-Risiko für jedermann erhöht. Aber ältere Menschen oder Menschen, die an Krankheiten leiden, die das Immunsystem beeinträchtigen, sollten sich diesem Risiko bewusst sein.

Gürtelrose und Corona Impfung

Verursacht der COVID-19-Impfstoff eine Gürtelrose?

Verursacher einer Gürtelrose ist das Varizella-Zoster-Virus. Es gibt Berichte über Menschen, die nach einer COVID-Impfung eine Gürtelrose entwickeln. Es ist jedoch unklar, ob es sich bei diesen Fällen nur um Zufälle handelt oder ob Gürtelrose tatsächlich eine mögliche Nebenwirkung des COVID-Impfstoffs ist.

Studien haben bei der Untersuchung dieser Fälle festgestellt, dass viele dieser Personen an Krankheiten litten, die das Immunsystem schwächen. In einer Studie aus Israel wurde zudem festgestellt, dass alle Personen, die nach der COVID-Impfung eine Gürtelrose bekamen, zugleich immunsuppressive Medikamente einnahmen.

Es ist zu beachten, dass die Varizella-Zoster-Reaktivierung ein bekanntes Phänomen sowohl bei Infektionen als auch bei anderen Impfstoffen ist, d. h. diese Nebenwirkung ist nicht COVID-19-spezifisch

Mehr über Gürtelrose Ursachen und Gürtelrose Symptome findest du hier

Forschungsergebnisse zu Gürtelrose und Corona Impfung

Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2022 zeigten, dass das Auftreten von Gürtelrose nach der COVID-19-Impfung vor allem mit den mRNA-COVID-19-Impfstoffen zusammenhängt, einschließlich der von Pfizer-BioNTech und Moderna hergestellten Impfstoffe.

Die Gründe, warum die COVID-19-Impfstoffe das Gürtelrose-Risiko erhöhen können, sind noch nicht ganz geklärt. Denkbar wäre, dass dies auf Veränderungen des Immunsystems nach einer Impfung zurückzuführen ist. Experten beobachten dies auch bei Impfstoffen gegen andere Krankheiten. Eine Studie aus dem Jahr 2021 hingegen zeigte keine erhöhten Risikofaktoren durch eine Covid-Impfung auf eine Gürtelrose.

Mehr über die Gürtelrose Impfung kannst du hier nachlesen

Welcher Abstand ist zwischen Corona- und Gürtelrose-Impfung einzuhalten? 

Verschiedene Totimpfstoffe benötigen keinen zeitlichen Abstand voneinander. Bei Lebendimpfstoffen hingegen müssen jeweils 4 Wochen Abstand zwischen den 2 Injektionen eingehalten werden. 

Der Gürtelrose-Impfstoff Shingrix ist ein adjuvantierter Totimpfstoff gegen Gürtelrose. Bei allen in der EU zugelassenen Impfstoffen gegen Corona handelt es sich ebenfalls um Totimpfstoffe (mRNA-basierte, vektor-basierte, proteinbasierte sowie Ganzvirus-Protein-Impfstoffe). Gemäss der STIKO (Ständigen Impfkommission) muss deshalb zwischen Covid-19-Impfungen und anderen Totimpfstoffen kein Abstand eingehalten werden. 

Alles über die Gürtelrose Impfung findest du hier

Gürtelrose nach Corona

Haben Menschen, die COVID-19 hatten, ein höheres Risiko, eine Gürtelrose zu bekommen?

Bei älteren Menschen ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie nach einer Corona-Erkrankung eine Gürtelrose bekommen. Ähnlich wie bei der Gürtelrose nach einer COVID-19-Impfung ist der Grund, warum COVID-19 zu Gürtelrose führen kann, unklar. Im Verdacht steht dabei eine durch COVID-19 hervorgerufene Störung des Immunsystems.

Gürtelrose Ursachen: Welche Krankheiten können Gürtelrose auslösen?

Verursacher der Gürtelrose ist das Varizella-Zoster-Virus. Auslöser dafür können ein geschwächtes Immunsystem, Stress, Krebserkrankungen, HIV, eine immunsuppressive Therapie oder andere Infektionskrankheiten sein, u. a. auch Corona.

Alles über Gürtelrose Ursachen findest du hier

Was sollte man bei einer Gürtelrose nicht tun?

An den Bläschen des Gürtelrose-Ausschlages sollte auf keinen Fall gekratzt werden, auch dann nicht, wenn der Ausschlag juckt, 1. weil der Ausschlag ansteckend ist und 2. weil dadurch die Infektionsgefahr steigt, ebenso wie das Risiko auf Narbenbildung. 

Mit einer akuten Gürtelrose sollte man, solange ein Ausschlag mit Bläschen besteht, den Kontakt zu Risikopersonen wie immungeschwächten Personen und Schwangeren gemieden werden. 

Zur Frage: Was darf man bei Gürtelrose nicht machen? gehts hier. Mehr über Gürtelrose Schwangerschaft findest du hier

Die häufigsten Fragen über Corona und Gürtelrose

Verursacht der COVID-19-Impfstoff eine Gürtelrose?

Nein. Die COVID-Impfung verursacht keine Gürtelrose – nur das Varizella-Zoster-Virus ist für die Ursache und Entstehung einer Gürtelrose verantwortlich. Es ist jedoch nicht eindeutig geklärt, ob COVID-Impfstoffe die Entstehung einer Gürtelrose begünstigen können.

Schützt der COVID-19-Impfstoff vor Gürtelrose?

Nein, der COVID-Impfstoff schützt nicht vor Gürtelrose. Gürtelrose und Corona werden durch unterschiedliche Viren verursacht. Dementsprechend kann auch derselbe Impfstoff nicht gegen beide Erreger schützen. Es gibt einen wirksamen Impfstoff gegen Gürtelrose.

Kann man sich gleichzeitig gegen Gürtelrose und Corona impfen lassen?

Ja, man kann sich ohne Einhalten eines Abstands gegen Gürtelrose und COVID impfen lassen. 

Mehr zum Thema Gürtelrose findest du hier

Fazit

Verursacher der Gürtelrose ist das Varizella-Zoster-Virus. Auslöser dafür können ein geschwächtes Immunsystem, Stress, Krebserkrankungen, HIV, eine immunsuppressive Therapie oder andere Infektionskrankheiten sein, u. a. auch Corona

Corona und Gürtelrose sind beide Virusinfektionen, werden jedoch durch ein unterschiedliches Virus verursacht. Dennoch könnte ein indirekter Zusammenhang bestehen. 

Wissenschaftlich kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, dass eine COVID-Erkrankung das Gürtelrose-Risiko für jedermann erhöht. Eine COVID-Erkrankung schwächt das Immunsystem, was wiederum dem Zoster-Virus die Chance gibt, aktiviert zu werden.

Die Varizella-Zoster-Reaktivierung ist ein bekanntes Phänomen sowohl bei Infektionen als auch bei Impfstoffen und ist nicht COVID-19-spezifisch

Der Gürtelrose-Impfstoff Shingrix ist ein adjuvantierter Totimpfstoff gegen Gürtelrose. Gemäss der STIKO (Ständigen Impfkommission) muss zwischen Covid-19-Impfungen und anderen Totimpfstoffen kein Abstand eingehalten werden.