Reizmagen und Übelkeit: Ursachen & Behandlung

Intro

Typische Anzeichen für einen Reizmagen sind neben Völlegefühl und Sodbrennen auch Übelkeit sowie Erbrechen, besonders nach der Nahrungsaufnahme. Experten vermuten bei den Ursachen von Reizmagen und der damit verbundenen Übelkeit eine Kombination aus physiologischen und psychologischen Stressfaktoren.

Key Takeaways

  • Ein Reizmagen äußert sich durch Symptome wie Völlegefühl, Oberbauchschmerzen und Übelkeit ohne organische Ursache dafür
  • Diagnose und Therapie basieren auf Medikation sowie individuellen Anpassungen im Lebensstil
  • Anhaltende Beschwerden erfordern eine ärztliche Abklärung zur Ausschlussdiagnose sowie gezielter Behandlung

Ursachen von Reizmagen und Übelkeit

Reizmagen und Übelkeit können eine Vielzahl von Ursachen haben. Von organischen Erkrankungen bis hin zu psychosozialen Faktoren ist das Spektrum der möglichen Auslöser entsprechend breit gefächert.

Organische Ursachen für Reizmagen und Übelkeit

Ernährungs- und Lebensstilfaktoren für Reizmagen und Übelkeit

Folgende Lebens- und Ernährungsgewohnheiten spielen eine wesentliche Rolle wenn es um Reizmagen und Übelkeit geht:

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Alkohol und Rauchen können die Magenschleimhaut reizen und entsprechend zu Symptomen führen
  • Übergewicht kann den Druck im Bauchraum erhöhen und dabei Magenbeschwerden verursachen

Psychosoziale Faktoren für Reizmagen und Übelkeit

Psychosoziale Aspekte dürfen nicht vernachlässigt werden, wenn es um Reizmagen und Übelkeit geht:

  • Ein erhöhtes Stresslevel kann sich negativ auf die Magenfunktion auswirken
  • Schlafstörungen, Depression sowie Angst sind psychischen Zustände die oft mit Magenbeschwerden assoziiert werden

Therapie- und Behandlung bei Reizmagen und Übelkeit

Die Behandlung des Reizmagensyndroms fokussiert sich auf eine Symptomlinderung und kann dabei medikamentöse sowie nicht-medikamentöse Ansätze umfassen.

Medikamentöse Behandlung bei Reizmagen und Übelkeit

Für die zeitlich begrenzte Linderung der Symptome können verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen.

  • Ein häufig verschriebener Wirkstoff sind Prokinetika, die die Bewegungen des Magens anregen und dabei die Nahrungsaufnahme verbessern
  • Weiter können H2-Rezeptor-Antagonisten oder Antazida bei Sodbrennen und zur Neutralisierung von Magensäure eingesetzt werden
  • In einigen Fällen kann auch die Einnahme von Antibiotika sinnvoll sein, sofern eine bakterielle Infektion vorliegt

Ernährung und Lebensstiländerungen bei Reizmagen und Übelkeit

Veränderungen bei den Ernährungsgewohnheiten spielen eine entscheidende Rolle in der Behandlung von Reizmagen und Übelkeit.

  • Eine ausgewogene Diät, die individuelle Unverträglichkeiten berücksichtigt, kann zur Symptomlinderung beitragen
  • Regelmäßige Bewegung und Sport fördern allgemein das Wohlbefinden und können ebenfalls stressbedingte Symptome des Reizmagens reduzieren
  • Entspannungstechniken, wie z. B. Progressive Muskelentspannung, Meditation oder Yoga helfen, Stress zu minimieren und die Lebensqualität damit zu steigern
  • Ein regelmäßiger und erholsamer Schlaf trägt zur Senkung des Stresslevels bei und kann die Beschwerden eines Reizmagens mindern
  • Das Führen eines Reizmagen-Symptom-Tagebuch kann Muster in den Beschwerden aufzeigen und dabei helfen, Auslöser zu identifizieren und zu vermeiden

Alternative und unterstützende Therapien gegen Reizmagen und Übelkeit

  • Für die unterstützende Behandlung kommen häufig Heilpflanzen wie z. B. Kamille oder Pfefferminze zum Einsatz, die eine krampflösende und beruhigende Wirkung haben können
  • In manchen Fällen kann eine Psychotherapie sinnvoll sein, insbesondere wenn Depressionen oder Angststörungen als Begleiterscheinungen auftreten

Häufig ist eine Kombination aus verschiedenen Verhaltens- und Mentalstrategien der Schlüssel zur Linderung der Symptome.

Symptome des Reizmagens

Ein Reizmagen, medizinisch als funktionelle Dyspepsie bezeichnet, äußert sich durch eine Vielzahl von Symptomen, die dabei allesamt das Wohlbefinden und den Alltag der Betroffenen erheblich beeinträchtigen können. Dazu gehören:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Völlegefühl sowie Appetitlosigkeit
  • Schmerzen im Oberbauch
  • Sodbrennen bzw. saures Aufstoßen
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Verstopfung

Reizmagen Diagnostik und Untersuchungen

Die Diagnose eines Reizmagens erfordert eine detaillierte Anamnese sowie eine körperliche Untersuchung, um andere Ursachen auszuschließen. Die Diagnostik umfasst dabei neben der Anamnese weitere spezialisierte Verfahren, um eine genaue Diagnose zu stellen und eine geeignete Therapie einzuleiten.

Anamnese und körperliche Untersuchung

Die Anamnese bildet den Grundstein bei Verdacht auf Reizmagen. Der Arzt erfasst dabei die medizinische Vorgeschichte des Patienten und die genaue Beschreibung der Symptome. Zu den häufigen Beschwerden zählen hier:

  • Magenschmerzen
  • Übelkeit
  • Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln

Ausschlussdiagnose und weiterführende Tests

Bei der Ausschlussdiagnose werden mithilfe von Laboruntersuchungen andere Erkrankungen wie beispielsweise Magenschleimhautentzündung oder Magengeschwüre ausgeschlossen. Weiterführende Tests umfassen Blut- und Stuhlproben.

Spezialisierte Verfahren

Zu weiteren Untersuchung gehören unter anderem eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums sowie eine Magenspiegelung, um die Magenschleimhaut direkt zu begutachten. Diese Verfahren helfen dabei, strukturelle Veränderungen zu identifizieren oder auszuschließen und unterstützen dabei die Diagnose von Reizmagen zusätzlich zu den geschilderten Beschwerden und der Anamnese.

Prävention und Langzeitmanagement

Die Vorbeugung und das Langzeitmanagement von Reizmagen und Übelkeit erfordern eine gezielte Optimierung des Lebensstils sowie Ernährungsanpassungen. Folgende Maßnahmen können helfen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

  • Lebensstiloptimierung mit regelmäßiger körperlicher Betätigung, Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum sowie auch das Erlernen von Entspannungstechniken
  • Auslöser identifizieren und mögliche Unverträglichkeiten besser erkennen
  • Das Einhalten regelmäßiger Essenszeiten sowie einer ausgewogenen Ernährung
  • Ernährungsanpassungen zu einer Ernährung die reich an Ballaststoffen ist und wenig fettreiche Speisen enthält
  • Beachtung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Sich Zeit für Mahlzeiten zu nehmen und langsam zu essen, um die Verdauung damit zu fördern

Durch die Beachtung dieser Ratschläge kann die Häufigkeit und Schwere von Symptomen erfolgreich verringert werden.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wichtige Warnsignale, bei denen ein Arzt konsultiert werden sollte sind:

  • Ungewollter Gewichtsverlust
  • Anhaltende oder wiederkehrende Schmerzen
  • Häufiges Erbrechen
  • Veränderung der Stuhlgewohnheiten

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wie können psychosomatische Faktoren einen Reizmagen beeinflussen?

Psychosomatische Faktoren wie z. B. Stress und emotionale Belastungen können die Symptome eines Reizmagens beeinflussen und zur Verstärkung von Magenschmerzen, Übelkeit und anderen Verdauungsbeschwerden beitrragen.

Wie lange können die Symptome eines Reizmagens anhalten?

Die Symptome eines Reizmagens können unterschiedlich lange anhalten. Sie reichen dabei von vorübergehenden Beschwerden bis hin zu chronischen Zuständen, die über Wochen oder Monate persistieren können.

Welche Diagnoseverfahren gibt es für Reizmagen?

Zur Diagnose eines Reizmagens können verschiedene Verfahren eingesetzt werden, darunter eine ausführliche Anamnese, eine körperliche Untersuchung, Bluttests und in einigen Fällen auch eine Gastroskopie.

Inwiefern kann die Psyche einen Reizmagen verursachen oder verschlimmern?

Die Psyche kann einen bedeutenden Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf eines Reizmagens haben. Psychischer Stress kann die Magen-Darm-Funktion direkt beeinträchtigen und damit die Symptomatik verursachen oder entsprechend verschlimmern.

Welche Medikamente helfen bei Reizmagen und Übelkeit?

Für die Behandlung eines Reizmagens mit Übelkeit stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, darunter Protonenpumpenhemmer, Antazida und Mittel gegen Übelkeit.

Welche Erfahrungen haben Personen mit Reizmagen gemacht und was hat ihnen geholfen?

Personen mit Reizmagen und Übelkeit berichten häufig von positiven Erfahrungen durch Anpassungen der Ernährung und die Reduzierung von Stress. Auch bestimmte Medikamente können in vielen Fällen Linderung verschaffen.