Psychologischer Effekt von chronischen Schmerzen

Intro

Schmerzen können im Alltag massive Beeinträchtigungen mit sich bringen. Dabei sind chronische Schmerzen und die psychische Gesundheit oft eng miteinander verbunden. In diesem Blogbeitrag gehen wir auf psychologischer Effekt von chronischen Schmerzen ein, zeigen, welche Auswirkungen chronische Schmerzen auf die Psyche haben können und was man dagegen tun kann. 

Keypoints

  • Ein psychologischer Effekt von chronischen Schmerzen tritt häufig auf
  • Es besteht ein sehr enger Zusammenhang zwischen chronischen Schmerzen Angstzustände, und Depression
  • Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass sich Schmerzen negativ auf die kognitiven Fähigkeiten auswirken können
  • Häufig wirken bei einer chronischen Schmerzstörung körperliche, soziale sowie auch psychische Einflüsse zusammen
  • Schmerz ist unmittelbar mit Emotionen verbunden 
  • Einige Behandlungen und Ansätze können sowohl bei psychischen Erkrankungen als auch bei Schmerzzuständen helfen

Wie wirken sich chronische Schmerzen auf die Psyche aus?

Man schätzt, dass in Deutschland etwa rund 10 % der Menschen von chronischen Schmerzen betroffen sind. Am häufigsten vertreten sind dabei:

  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Tumorschmerzen

Psychologische Effekte und chronische Schmerzen treten dabei häufig gemeinsam auf. Tatsächlich deuten Forschungsergebnisse darauf hin, dass chronische Schmerzen und psychische Probleme sich gegenseitig begünstigen bzw. verschlimmern können.

  • Chronische Schmerzen können den Schlaf beeinträchtigen, das Stressniveau erhöhen sowie auch das Auftreten von Depressionen fördern
  • Untersuchungen deuten darauf hin, dass psychische Erkrankungen und chronische Schmerzen gemeinsame biologische Mechanismen aufweisen
  • Andererseits können Depressionen wiederum die Schmerzempfindlichkeit einer Person entsprechend erhöhen
  • Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen chronischen Schmerzen und Depression: Die Wahrscheinlichkeit, an einer Depression zu erkranken, ist bei Menschen mit chronischen Schmerzen dabei dreimal so hoch
  • Die mit chronischen Schmerzen verbundenen Ängste sind durchaus real. Selbst in Zeiten, in denen der Schmerz nicht vorhanden ist, können chronische Schmerzpatienten dabei Angst vor der Rückkehr des Schmerzes haben, was die Lebensqualität massiv beeinträchtigt

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Wie verändern uns chronische Schmerzen?

Angstzustände und Depressionen treten häufig gleichzeitig und im Zusammenhang mit chronischen Schmerzen auf, die durch Erkrankungen wie beispielsweise Fibromyalgie, Rückenprobleme, Migräne oder auch Arthritis verursacht werden.

  • Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass sich Schmerzen negativ auf die kognitiven Fähigkeiten auswirken
  • Während kurzzeitige Schmerzen die Kognition kaum beeinträchtigen, können anhaltende chronische Schmerzen hingegen deutliche Veränderungen in den Gehirnsystemen verursachen, die die kognitive Funktion steuern

Was tun gegen chronische Schmerzen mit psychologischen Effekten?

Einige Behandlungen und Ansätze können sowohl bei psychischen Erkrankungen als auch bei Schmerzzuständen helfen, dazu gehören u. a. Psychotherapie und Entspannungstechniken.

  • Medikamente, darunter einige Antidepressiva sowie bestimmte Antikonvulsiva, können bei der Behandlung von psychologischen Effekten von chronischen Schmerzen ebenfalls hilfreich sein
  • Änderungen der Gewohnheiten und der Lebensweise, wie z. B. Bewegung, eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Schlaf können hilfreich sein, um Schmerzen zu lindern UND psychische Symptome damit zu verbessern

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Welche Auswirkungen haben Schmerzen auf den Menschen?

Schmerz ist in erster Linie ein überlebenswichtiges Signal für unser Gehirn und signalisiert dem Gehirn dabei, dass es sich auf Kampf oder Flucht vorbereiten soll. Als Reaktion darauf verändert sich unser Gehirn sowohl physisch als auch chemisch. Damit verbunden sind auch verschiedene körperliche Veränderungen wie z. B.:

Auswirkungen von chronischem Stress

Während der Körper all diese Veränderungen für gewöhnlich problemlos behebt und danach wieder zur Normalität zurückkehrt, stellt sich bei chronischen Schmerzen ein anderes Problem ein.

Denn chronische, anhaltende Schmerzen verlängern diese systemischen und chemischen Veränderungen im Gehirn und führen dabei zu realen psychologischen Veränderungen. Mit der Zeit können sich diese Veränderungen massiv auf die Gehirnfunktion auswirken und zu entsprechenden Verhaltensänderungen führen. 

Darüber hinaus beschränken sich chronischer Stress und chronische Schmerzen nicht nur auf psychische Auswirkungen und psychologischer Effekt. 

  • Chronische Schmerzen und die daraus resultierende anhaltende Stressreaktion können ebenfalls zu Herzproblemen sowie Magen-Darm-bedingten Problemen führen
  • Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden, habenzusätzlich ein erhöhtes Risiko für psychische Probleme wie z. B. Depressionen, Angstzustände sowie Suchtmittelmissbrauch
  • Schätzungsweise 35 % – 45 % aller Menschen mit chronischen Schmerzen leiden unter Depressionen

Was ist eine chronische Schmerzstörung?

  • Von chronischen Schmerzen spricht man, wenn diese konstant bestehen oder immer wiederkehren, länger als drei Monate andauern und dabei das Leben und die Lebensqualität von Betroffenen massiv einschränken
  • Eine chronische Schmerzstörung äußert sich z. B. durch hartnäckige Rücken- oder Kopfschmerzen, die dabei nur schwer in den Griff zu bekommen sind
  • Häufig wirken bei einer chronischen Schmerzstörung körperliche, soziale sowie auch psychische Einflüsse zusammen
  • Zudem kommen zu den Schmerzen im Laufe der Zeit oft weitere Beschwerden wie beispielsweise Schlafstörungen oder depressive Verstimmungen hinzu

Seelischer Schmerz und körperliche Symptome

Zu Sorgen und Ängsten können bei Schmerzen auch körperliche Symptome wie beispielsweise Verspannungen, Schmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden oder sogar Herzleiden hinzukommen. Insbesondere Muskelschmerzen durch psychischen Stress gehören dabei zu den gängigen psychosomatischen Symptomen.

Zusammenhang Schmerz und Emotionen

Schmerz ist unmittelbar mit Emotionen verbunden. Denn körperlicher Schmerz und seelischer Schmerz basieren dabei auf nahezu denselben Schaltkreisen des Nervensystems. Deshalb ist es auch nicht sonderlich überraschend, dass chronische Schmerzen entsprechend häufig auch mit emotionalen Veränderungen einhergehen.

Fazit

Chronische Schmerzen und psychische Probleme können sich gegenseitig begünstigen bzw. verschlimmern.

Während kurzzeitige Schmerzen die Kognition kaum beeinträchtigen, können anhaltende chronische Schmerzen hingegen deutliche Veränderungen in den Gehirnsystemen verursachen, die die kognitive Funktion steuern.

Änderungen der Lebensweise, wie z. B. Bewegung, eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Schlaf können hilfreich sein, um Schmerzen zu lindern UND psychische Symptome damit zu verbessern. 

Körperlicher Schmerz und seelischer Schmerz basieren auf nahezu denselben Schaltkreisen des Nervensystems.