Nierenschmerzen Test- Erkennen & Unterscheiden

Intro

Kaum jemand denkt bei Schmerzen im Rücken gleich an die Nieren … Nierenschmerzen werden deshalb oft nicht richtig erkannt, sondern häufig einfach als Rückenschmerzen wahrgenommen. Hinter schmerzenden Nieren können verschiedene Ursachen und Erkrankungen stecken. Gibt es einen Nierenschmerzen Test, der uns hilft Nierenschmerzen zu erkennen und richtig zu deuten?

In diesem Text werden wir definieren was Nierenschmerzen eigentlich bedeuten, was die Unterschiede zu Rückenschmerzen sind und welche Selbst- sowie ärztliche Tests dabei helfen können. Welche Ursachen und Behandlungen gibt es, wann sollte man zum Arzt und welche Tipps helfen bei Nierenschmerzen?

Was sind Nierenschmerzen? 

Bevor wir zum Nierenschmerzen Test kommen, müssen wir erst kurz festlegen, was Nierenschmerzen eigentlich sind. 

Die Nieren sind 2 faustgrosse sowie bohnenförmige Organe, die uns vor allem beim Entgiften behilflich sind und gleichzeitig ebenfalls dafür sorgen, dass wichtige Nährstoffe und Salze aus unserem Primärharn herausgefiltert werden. Sie befinden sich dabei direkt unterhalb des Brustkorbs, auf beiden Seiten der Wirbelsäule. Nierenschmerzen deuten nicht zwangsläufig auf ein Problem mit den Nieren selbst hin, sondern können ebenso auf ein Problem irgendwo im Harntrakt hinweisen.

Lokalisation

Als Nierenschmerzen bezeichnet man Beschwerden, welche in der Nierengegend auftreten. Diese machen sich entsprechend in den Seiten, im Rücken, im Bauch oder auch im Leistenbereich bemerkbar. Oft werden sie genau deshalb auch mit Rückenschmerzen verwechselt. 

Ursache 

Nierenschmerzen können z. B. durch Nierensteine, eine Infektion, eine Verletzung oder auch durch andere Erkrankungen verursacht werden. Deren Behandlung hängt dabei vor allem von der zugrunde liegenden Ursache ab. Mehr zu den verschiedenen Ursachen für Nierenschmerzen später detaillierter. 

Symptome

Nierenschmerzen können ganz unterschiedliche Symptome aufweisen. Einige der häufigsten sind:

  • Ein andauernder, dumpfer Schmerz im Rückenbereich
  • Schmerzen in den Flanken, unterhalb des Rippenbogens oder auch im Unterbauch
  • Starke, stechende Schmerzen, die wellenartig auftreten und sich dabei bis in die Leistengegend ausbreiten
  • Oft gehen Nierenschmerzen auch mit Übelkeit oder Erbrechen einher, insbesondere dann, wenn die Beschwerden auf Nierensteine zurückzuführen sind

Ursachen

Unsere Nieren sind mit der Blase sowie den Harnleitern, die den Urin von den Nieren zur Blase leiten, verbunden. Probleme in einem dieser Bereiche können zu verschiedenen Nierenbeschwerden führen. 

Nierenbeckenentzündung

Eine Nierenbeckenentzündung ist eine Infektion, die sehr starke Schmerzen im Nierenbereich verursacht und somit eine relativ häufige Ursache für Nierenschmerzen. Sie tritt meist zusätzlich begleitet von Fieber auf. Entstehen kann sie z. B. durch eine verschleppte Blasenentzündung und muss entsprechend mit Antibiotika behandelt werden. 

Nierenentzündung

Sie wird oft durch Medikamente wie auch Medikamentenmissbrauch ausgelöst.

Nierensteine

Nierensteine bilden sich durch die Ablagerung von Mineralien oder Substanzen in unserem Körper. Kleine Steine können den Körper von selbst verlassen, grössere hingegen können in den Harnwegen stecken bleiben und dadurch den Harnabfluss behindern. In beiden Fällen kann es zu starken Nierenschmerzen bis hin zu Nierenkoliken kommen.

Akuter Harnverhalt

Bei dieser Erkrankung kann die Blase nicht mehr vollständig entleert werden. Dies kann plötzlich oder auch schleichend vonstattengehen. 

Vesikoureteraler Reflux (VUR)

Damit ist der Rückfluss von Urin zu den Harnleitern oder Nieren gemeint. Ein VUR kann jeden treffen, am häufigsten tritt er jedoch bei Säuglingen sowie Kleinkindern auf.

Polyzystische Nierenerkrankung

Menschen mit dieser vererbten Erkrankung haben mit Flüssigkeit gefüllte Zysten in den Nieren. Dehnen sich die Zysten aus, kann das Nierenschmerzen verursachen. Neben diesen kommt es hier meist auch zu hohem Blutdruck, Blut im Urin sowie häufigen Harnwegsinfekten oder Nierensteinen.

Verletzungen

Erschütterungen, Aufprälle, Unfälle oder andere stumpfe Gewalteinwirkungen können ebenfalls zu einer Schädigung der Nieren führen. Die Folge davon kann z. B. Blut im Urin sein.

Nierenkrebs

Nierenkrebs ist einer der eher seltenen Krebserkrankungen. Die häufigste Form von Nierenkrebs, das Nierenzellkarzinom, betrifft in der Regel Menschen im Alter von 60-70 Jahren. Die Symptome können dabei Fieber, Müdigkeit, Blut im Urin oder Schmerzen in der Lendengegend sein.

Schwangerschaft

Bei Schwangeren kann sich die Lage des ungeborenen Kindes ungünstig auf die Nieren auswirken und Schmerzen verursachen. Auch Harnwegsinfektionen können in der Schwangerschaft vermehrt auftreten.

Nierenschmerzen vs. Rückenschmerzen 

Was ist der Unterschied zwischen Nierenschmerzen und Rückenschmerzen?

Viele Menschen verwechseln Nierenschmerzen oft mit Rückenschmerzen. Rückenschmerzen treten in der Regel in der Mitte des Rückens auf, im Bereich der Wirbelsäule und dabei am aller häufigsten im Bereich des unteren Rückens. Manchmal können die Schmerzen dabei auch in die Beine ausstrahlen. 

Im Vergleich dazu sind Nierenschmerzen typischerweise höher am Rücken angesiedelt und fühlen sich vom Empfinden her intensiver an. Meistens treten Nierenschmerzen unter den Rippen, rechts oder links von der Wirbelsäule auf, können dabei aber auch in andere Bereiche wie z. B. in den Bauch oder die Leiste ausstrahlen. 

Nierenschmerzen Selbst-Test

Hier ein paar Nierenschmerzen Tests für zu Hause:

Klopfen

Um zu unterscheiden, ob es sich bei den Beschwerden um Rückenschmerzen oder doch um Nierenschmerzen handelt, kann dieser einfache und geniale Test helfen: Klopfe mit der Handkante ca. 3 fingerbreit leicht über dem Beckenkamm. Treten dabei Schmerzen auf, ist eine Nierenproblematik sehr wahrscheinlich. 

Sind die Schmerzen bewegungsabhängig? 

Nierenschmerzen sind, anders als Rückenschmerzen, nicht bewegungsabhängig.

Schmerzlokalisation

Nierenschmerzen treten meist einseitig auf, entweder links oder rechts. Selten sind auch beide Nieren betroffen. Ein mittiger Schmerz spricht somit also eher für Rückenbeschwerden. 

Zusätzliche Beschwerden

  • Schmerzen beim Wasserlassen?
  • Veränderter Urin: Dunkler, blutig oder schäumend?
  • Fieber oder Schüttelfrost?
  • Bluthochdruck: Mehr als 140/90 mmHg?
  • Wassereinlagerungen (Ödeme)?

Je mehr dieser Fragen mit Ja beantwortet werden können, desto grösser ist die Chance an einer Nierenerkrankung zu leiden und ein Arztbesuch indiziert. 

Ärztlicher Test bei Nierenschmerzen

Urinuntersuchung

Mit einem Urintest wird nach Blut, weissen Blutkörperchen (die auf eine Infektion hindeuten können), Proteinen sowie bestimmten Molekülen gesucht.

Bildgebende Untersuchungen

Eine Ultraschalluntersuchung oder Computertomographie (CT) kann Bilder von der Beschaffenheit der Nieren wie auch der Harnwege liefern. Zudem können damit auch Steine lokalisiert und ein korrekter Urinfluss ermittelt werden.

Behandlung von Nierenschmerzen

Die Behandlung von Nierenschmerzen hängt ganz von der Ursache der Beschwerden ab. Bei Nierenschmerzen aufgrund eines Infektes kann der Arzt oder die Ärztin z. B. Antibiotika verschreiben. Sind Nierensteine die Ursache von Nierenschmerzen, müssen diese möglicherweise entfernt werden.

Wenn Nierenschmerzen nicht bessern, nicht verschwinden oder zunehmen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bei zusätzlichen Beschwerden wie starke Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Schüttelfrost oder der Unmöglichkeit Wasser zulassen, sollte man sich zudem zügig in die Notaufnahme begeben. Mehr dazu, wann man bei Nierenschmerzen einen Arzt aufsuchen sollte, später im Text.

5 Tipps bei Nierenschmerzen

  • Viel Wasser trinken: Trinken hilft dabei Bakterien aus den Harnwegen zu spülen  
  • Verzicht auf koffeinhaltige Getränke sowie Alkohol
  • Wärme: Ein Heiz- oder Wärmekissen auf dem Rücken, dem Bauch oder der Seite kann helfen Nierenschmerzen zu lindern
  • Schmerzmittel: Gegen Fieber oder Unwohlsein können Schmerzmittel wie z. B. Paracetamol oder Ibuprofen eingenommen werden. Es sei denn, es liegen bekannte Leber- oder Nierenschäden vor und die Einnahme dieser Medikamente ist kontraindiziert. Cave: Bei längerer und hochdosierter Anwendung von Schmerzmitteln kann es zur Schädigung von Nierengewebe kommen
  • Kohlwickel: Die Inhaltsstoffe von Kohl können entzündungshemmend wirken. Dafür ganz einfach die Blätter des Kohls aufkochen und noch warm in ein Tuch wickeln. Das Tuch anschliessend auf die schmerzenden Stellen legen

Wann zum Arzt? 

Ein Arzt sollte konsultiert werden, wenn die Nierenschmerzen anhaltend sind, kolikartig auftreten oder wenn Rückenschmerzen zusammen mit folgenden Symptomen auftreten:

  • Fieber oder Schüttelfrost
  • starke Übelkeit oder Erbrechen
  • auffälliger Urin
  • ungewöhnlich häufiger Harndrang
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Blut im Urin
  • Abgang von festem Material (Steine) im Urin
  • Allgemeines Krankheitsgefühl, anhaltende Müdigkeit oder Antriebslosigkeit
  • Wasseransammlungen in den Beinen (Ödeme)

Fazit

Die Nieren sind 2 faustgrosse sowie bohnenförmige Organe, die uns vor allem beim Entgiften sowie Herausfiltern von Nährstoffen und Salzen aus dem Primärharn behilflich sind. Sie befinden sich direkt unterhalb des Brustkorbs, auf beiden Seiten der Wirbelsäule. Als Nierenschmerzen bezeichnet man Beschwerden, welche in der Nierengegend auftreten und werden deshalb auch oft mit Rückenschmerzen verwechselt. 

Ursachen für Nierenschmerzen können z. B. Nierensteine, eine Infektion, eine Verletzung, eine Nieren- oder Nierenbeckenentzündung sowie auch andere Erkrankungen sein.

Zum Nierenschmerzen Test gehören u. a. das Klopfen mit der Handkante über dem Beckenkamm, oder die Frage nach der Bewegungsabhängigkeit, der Schmerzlokalisation sowie zusätzlichen Beschwerden. Zu den ärztlichen Nierenschmerzen Test gehören u. a: Urinuntersuchungen sowie bildgebende Verfahren (Ultraschall oder CT). 

Ein Arzt sollte dann konsultiert werden, wenn die Nierenschmerzen anhaltend sind, kolikartig auftreten oder wenn Rückenschmerzen in Verbindung mit Fieber, Schüttelfrost, starker Übelkeit oder Erbrechen, auffällig gefärbter Urin, ungewöhnlich häufiger Harndrang oder Schmerzen beim Wasserlassen sowie Blut im Urin, Abgang von Steinen, ein allgemeines Krankheitsgefühl, anhaltende Müdigkeit und Antriebslosigkeit wie auch Wasseransammlungen in den Beinen (Ödeme) auftreten.