Fersensporn tapen- Schritt für Schritt Anleitung mit Bild sowie Tipps

Intro

Die Ferse wird bei jedem Schritt unserem gesamten Körpergewicht ausgesetzt und beeinflusst dabei wesentlich unsere Steh- bzw. Bewegungsfähigkeit. Ein Fersensporn (Kalkaneussporn) ist ein knöcherner Auswuchs, der unterhalb des hinteren Fersenbeins aus dem Fuss ragt und entsteht durch kleine Sehnenverletzungen, die hauptsächlich aufgrund von Fehl- oder Überlastungen auftreten. Er tritt bei etwa 15 % der Menschen auf. Die meisten merken nicht, dass sie einen Fersensporn haben, bis sie wegen Fersenschmerzen ärztliche Hilfe suchen. In diesem Text zeigen wir euch nicht nur, wie ihr selber einen Fersensporn tapen könnt, sondern auch, was ein Fersensporn ist und welche Ursachen, Risikofaktoren sowie Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Zudem gehen wir dem Geheimnis der Kinesio-Bänder auf den Grund, gehen kurz auf Wirkung, Farbe sowie Tipps zum Thema Tapen ein, zeigen euch die besten Kinesio-Tapes und liefern eine einfache und klare Schritt für Schritt Anleitung mit Bild zum Fersensporn tapen.  

Was ist ein Fersensporn?

Bevor wir zum Fersensporn tapen kommen, ein kurzer Überblick darüber, was ein Fersensporn überhaupt ist. Ein Fersensporn ist eine knöcherne Geschwulst, die an der Unterseite der Ferse hervorsteht, dort wo der Fersenknochen mit dem Band zwischen Ferse und dem Fussballen (Plantarfaszie) verbunden ist. In der medizinischen Fachsprache wird ein Fersensporn auch als Exostose bezeichnet.

Ein Fersensporn entwickelt sich im Laufe der Zeit und kann zwar nicht geheilt werden, jedoch entweder durch einen chirurgischen Eingriff entfernt, oder nicht-operativ mit verschiedenen Methoden behandelt werden, um die damit verbundenen Symptome zu lindern. Mehr zu den verschiedenen Behandlungsmethoden des Fersensporns später im Text.

Symptome

Ein Fersensporn kann stechende Schmerzen beim Stehen oder Gehen im hinteren Fussgewölbe verursachen.

Ursachen

Ein Fersensporn ist die Reaktion des Körpers auf Belastung der Bänder und Sehnen im Fuss. So reagiert der Körper beispielsweise bei einer Plantarfasziitis mit der Bildung eines Fersensporns auf die entstandene Überbelastung. Auf die Plantarfasziitis gehen wir später im Text noch genauer ein.

Ein Fersensporn kann sich bei einer Gangstörung bilden, aber auch mit zunehmendem Alter, denn damit wird die Plantarfaszie unflexibler, anfälliger für Verletzungen und auch anfälliger für die Entwicklung einer Plantarfasziitis. Laufsportler sind häufig von Schmerzen in der Ferse betroffen, die hier oft aufgrund von Überlastung auftreten. Fersenschmerzen können aber auch andere Ursachen wie z. B. Durchblutungsstörungen, Knochenbrüche, verkürzte Sehen oder rheumatische Erkrankungen haben. 

Risikofaktoren für die Entstehung eines Fersensporns

  • Risikosportarten, wie z. B. Joggen, Tennis, Fussball, Tanzen oder Basketball
  • Das Gehen und Stehen auf harten Untergründen: Beim Laufen, Spazieren oder Joggen sollten deshalb weiche Untergründe harten Untergründen wie z. B. Gehwegen und Pflasterungen vorgezogen werden
  • Falsches Schuhwerk: Keine hohen Absätze. Bevorzuge hier Schuhe, die gut sitzen und das Fussgewölbe stützen
  • Fehlbeanspruchung, falscher Gang: Verändere deinen Gang, damit weniger Druck auf die Fersen entsteht
  • Übergewicht: Werde überschüssige Pfunde los (Mehr zum Thema Diät hier)
  • Überbelastung oder lange auf den Beinen stehen
  • Gering ausgebildete Fussmuskulatur 
  • Plantarfasziitis (Entzündung der Fussohlensehne) oder Schleimbeutelentzündungen im Bereich des Plantarfaszienansatzes 
  • Überlastung oder krankhafte Veränderung der Achillessehne 
  • Fussfehlstellung (Knick- Senk- oder Plattfuss) 
  • Nervenschädigungen an Bein oder Fuss
  • Veranlagung
  • Gicht
  • Rheuma 
  • Durchblutungsstörungen

Diagnose Fersensporn

Schmerzen in den Fersen können verschiedene Ursachen haben. In der Regel untersuchen die Ärzte bei Verdacht auf einen Fersensporn den betroffenen Fuss und fragen dabei auch nach körperlichen Aktivitäten, welche die Fersenschmerzen verursacht haben könnten. Röntgenaufnahmen gehören zu den häufigsten Untersuchungsverfahren, mit denen Ärzte einen Fersensporn diagnostizieren.

Behandlung

  • Schon- und Ruhigstellung
  • Fuss hochlagern
  • Anwendung von Kältepackungen, Kältetherapie oder Eis
  • Stosswellentherapie zur Reizung und Durchblutungsanregung 
  • Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten wie z. B. Diclofenac oder Ibuprofen
  • Das Tragen von Schuhen oder Schuheinlagen, die das Fussgewölbe sowie die Plantarfaszie schützen indem sie die Fusssohle abfedern
  • Operation
  • Physiotherapie zur Dehnung der Sehnenplatte der Fusssohle (Plantarfaszie), Wadenmuskulatur und Achillessehne
  • Infiltrationstherapie mit lokaler Betäubung oder Kortison zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung
  • Tapen: Mehr zu dieser alternativen Behandlungsmethode später detaillierter 

Plantarfasziitis-OP

Der Fersensporn kann im Rahmen einer Plantarfasziitis-Operation entfernt werden, ein Eingriff, der jedoch eher selten durchgeführt wird. Ein einmal ausgebildeter Fersensporn ist von Dauer und eine Operation die einzige Möglichkeit, diesen wieder zu entfernen. Da ein Fersensporn in der Regel jedoch in den meisten Fällen keine Schmerzen verursacht, sollte mehr Gewicht auf die Ursachenbehandlung des Fersensporns gelegt werden.

Plantarfasziitis und Fersensporn

Fersensporn und Plantarfasziitis sind verwandte Erkrankungen, unterscheiden sich aber dennoch voneinander. Eine Plantarfasziitis tritt auf, wenn die Plantarfaszie, das Band, das zwischen Ferse und Fussballen verläuft, durch Überlastung überdehnt wird oder reisst. Wer an Plantarfasziitis leidet, verspürt häufig starke, stechende Fersenschmerzen, die den ganzen Tag über kommen und gehen. Der Schmerz lässt nach, wenn man eine Weile geht, aber kehrt zurück, wenn man sich hinsetzt und dann wieder aufsteht, um weiterzugehen. 

Ein Fersensporn ist das, was als Reaktion auf die Belastung und Entzündung durch eine Plantarfasziitis entstehen kann. Mit der Zeit reagiert der Körper nämlich auf die Belastung, indem er zusätzliches Knochengewebe aufbaut. Dieses zusätzliche Gewebe entwickelt sich anschliessend zu einem Fersensporn. Die meisten Menschen verspüren keine Schmerzen aufgrund des Fersensporns, aber wenn doch, sind die Schmerzen mit denen der Plantarfasziitis vergleichbar.

Kinesio Tape

Immer häufiger sieht man Sportler mit bunten Klebebändern auf irgendeinem Körperteil. Die Kunst nennt sich: Kinesiologisches Tapen, kurz K-Tape und erfreut sich immer grösserer Beliebtheit. Ziel der Behandlung mit Kinesio-Tapes ist die Aktivierung und Unterstützung der körpereigenen Selbstheilungskräfte

Was sind Kinesio-Tapes? Das Geheimnis hinter dem Kinesiologie-Band

Kinesiologie ist ein alternatives Behandlungskonzept aus dem Bereich der Körpertherapie und Chiropraktik und ein Verfahren, dessen Behandlungsgegenstand die Muskulatur ist. Das Kinesio-Tape trägt seinen Namen, da es zur Unterstützung der Muskelbewegung eingesetzt wird. Entsprechende Tapes können sich, ähnlich wie unsere Haut auch, um ca. 30-40 % dehnen. Verschiedene Tape-Marken bieten auch unterschiedliche Eigenschaften betreffend Elastizität, Grösse, Farbe und Tragedauer.  

Ein Kinesio-Tape ist ein dünnes und hochelastisches Pflaster aus Stoff. Das Tapen selber geht auf Kenzo Kase zurück, ein japanischer Chiropraktiker, der in den 70er Jahren mit dehnbaren Verbandsmaterialien schmerzende Muskeln und Gelenke behandelte.

Die Hauptaufgabe eines Kinesio-Tapes besteht darin, die Selbstheilungskräfte zu mobilisieren und unseren Körper dabei bei der Heilung zu unterstützen. Kinesio-Tapes können bei Verletzungen oder Entzündungen von Muskeln, Bändern sowie auch Gelenken helfen, Schmerzen lindern wie auch Schwellungen und Entzündungen verringern und Gelenke und Muskeln unterstützen … und das, ohne dabei die Beweglichkeit einzuschränken.

Wirkung von Kinesio-Tapes

  • Hilfe bei Verletzungen oder Entzündungen von Muskeln, Bändern wie auch Gelenken: Da ein Kinesio-Tape an der Haut fixiert ist, wird bei entsprechender Bewegung die Haut gegen darunterliegendes Gewebe verschoben. Dieser Reiz soll durch Aktivierung verschiedener Rezeptoren Muskelspannung regulieren helfen und zudem eine Signalübertragung an das zentrale Nervensystem auslösen
  • Unterstützung zur Selbstheilung 
  • Verbesserter Blutfluss durch Anregung der Durchblutung. Daraus resultieren ebenfalls eine erhöhte Sauerstoffzufuhr sowie ein Rückgang von Entzündungen und Schwellungen
  • Schmerzreduktion 
  • Stabilisierung von geschädigten Muskeln, Gelenken wie auch Bändern
  • Reizung gewisser Akupunkturpunkte: Kenzo Kase ging weiter davon aus, dass Kinesio-Tapes in der Lage sind, gewisse Akupunkturpunkte zu reizen
  • Unterstützung des Lymphsystems beim Abbau von Abfallprodukten wie z. B. Milchsäure aus hart arbeitenden Sportlermuskeln

Tape-Bänder Farben

Bedeutung und Wirkung von Tapes-Bändern sind an die chinesische Lehre angelehnt und orientieren sich dabei, auch was die Farben anbelangt, an der chinesischen Farbenlehre. Weshalb die meisten Hersteller bei blauen Bändern auch von einer kühlenden und schmerzlindernden Wirkung sprechen und rote Bänder hier eher den Stoffwechsel anregen sollen.

Kann man einen Fersensporn tapen? 

Fersenschmerzen können mit Hilfe von kinesiologischem Taping behandelt werden. Dabei verfolgt das Tapen der Ferse das Ziel, eine Reizung der Sehne zu vermeiden. Eine einfache Schritt für Schritt Anleitung mit Bild zum selber Fersensporn tapen später im Text. 

Tapebänder kaufen

Die besten Tape-Bänder gibt es hier:

Wie legt man ein Kinesio-Tape an?

Ein Kinesio-Tape sollte in erster Linie von einer Fachperson angelegt werden. Allerdings können einfache Anleitungen mit Bild sowie Taping Tipps, wie später im Text erwähnt, wie auch etwas Übung nach professioneller Anleitung helfen, selber einen Fersensporn zu tapen.

Taping Risiken

In seltenen Fällen wird das Kinesio-Tape zu straff angespannt und es können entsprechend Durchblutungsstörungen auftreten, welche sich z. B. in Kribbeln, Schmerzen oder einer Weiss- oder Blauverfärbung der Haut zeigen. Zudem gilt: Kein Tape-Band auf offene Wunden.

7 Tipps zum Fersensporn tapen

  • Tape 1 Stunde vor körperlicher Aktivität anlegen
  • Schmutz, Crèmes oder Lotionen vor dem Tapen von der Haut entfernen
  • Faltenbildung beim Anlegen vermeiden
  • Tape nicht länger als 7 Tage tragen
  • Für eine optimale Haftung Stellen mit starker Körperbehaarung vorher rasieren
  • Das Ende des Tapes immer ohne Zug anlegen
  • Pflasterallergie? Kein Problem, es gibt auch antiallergene Kinesio-Tapes

Selber Fersensporn tapen: Schritt für Schritt Anleitung mit Bild

Anleitung zum kinesiologischen Fersensporn tapen

  • Material: 2 Streifen 
  • Tragedauer: 4 Tage
  • Richtige Position: Bevor das Tape angebracht wird, sollte der Fuss in max. Dorsalextension sein, was so viel bedeutet wie Zehenspitzen so nah wie möglich in Richtung Knie ziehen.

Anlegen der Streifen

Generell gilt beim Anlegen der Streifen: Den Anfang des Tapes ohne Zug aufbringen und auf die Haut drücken, den mittleren Teil dann unter Zug zu spannen und das Ende dann wieder ohne Spannung fixieren.

1. Streifen: Ende des Stretchbandes ohne Stretch an der Fussohle hinter dem Fussballen aufkleben und anschliessend mit 50% Stretch über die Ferse und entlang der Achillessehne nach oben aufkleben. Das Ende des Tapes dabei ohne Zug aufkleben. Streifen faltenfrei und fest andrücken.

2. Streifen: Der 2. Streifen mit 50 % Stretch von unten beginnend um die Ferse herumtapen. Dabei die beiden Ende des Tapes nach oben hin ohne Stretch auf dem Innen- und Aussenknöchel auslaufen lassen. Streifen wieder faltenfrei gut festdrücken. 

Am Ende sollte unser getapte Fersensporn so aussehen

Bei Bedarf kann noch ein weiteres Tapeband so hinzugefügt werden:

3. Streifen: Stretchband mit 50% Stretch quer hinten über die Ferse kleben. Das innere Ende des Stretchbandes dabei ohne Stretch auslaufen lassen. Das äussere Ende auch wieder ohne Stretch über die Knöchel ziehen und oben auf dem seitlichen Fussrücken ohne Stretch aufkleben. 

Fazit

Ein Fersensporn ist eine knöcherne Geschwulst, die an der Unterseite der Ferse hervorsteht und wird in der medizinischen Fachsprache auch als Exostose bezeichnet. Ein Fersensporn entwickelt sich im Laufe der Zeit und kann nicht geheilt werden, jedoch durch einen chirurgischen Eingriff entfernt oder auch nicht-operativ mit verschiedenen Methoden behandelt werden, um die damit verbundenen Symptome zu lindern. Laufsportler sind häufig von Schmerzen in der Ferse aufgrund von Überlastung betroffen. Fersenschmerzen können aber auch andere Ursachen wie z. B. Durchblutungsstörungen, Knochenbrüche, verkürzte Sehen sowie rheumatische Erkrankungen haben.

Kinesiologisches Tapen, Kinesio-Tape oder kurz K-Tape erfreut sich immer grösserer Beliebtheit. Das Kinesio-Tape trägt seinen Namen, da es zur Unterstützung der Muskelbewegung eingesetzt wird und ist ein dünnes und hochelastisches Pflaster aus Stoff. Es kann bei Verletzungen und Entzündungen von Muskeln, Bändern wie auch Gelenken helfen, Schmerzen lindern, wie auch Schwellungen verringern und Gelenke und Muskeln unterstützen … und das ohne dabei die Beweglichkeit einzuschränken. Die Hauptaufgabe eines Kinesio-Tapes besteht darin, Selbstheilungskräfte zu mobilisieren.

Kinesio-Tapes sollten in erster Linie immer von einer Fachperson angelegt werden. Allerdings können einfache Anleitungen mit Bild, Taping Tipps, wie auch etwas Übung nach professioneller Anleitung helfen, selber einen Fersensporn tapen zu können.