Divertikulitis und Psyche- Darm & mentale Gesundheit

Intro

Divertikulitis: Neben lästigen körperlichen Symptomen wie z. B. Blähungen, Schmerzen im linken Unterbauch, wässriger Stuhlgang und Übelkeit leiden viele von Divertikulitis Betroffene ebenso unter psychischen Beschwerden wie z. B. Angstzustände oder Depression. Befragte geben ebenso an, unter einer ständigen Angst vor einem weiteren Anfall oder Angst vor längeren Reisen zu haben und sich dadurch sozial isoliert zu fühlen. Doch welchen Zusammenhang gibt es wirklich zwischen Divertikulitis und Psyche?

Was ist eine Divertikulitis? Welche Formen, Symptome und Risikofaktoren gibt es und wer bekommt sie? Wann sollte man damit zum Arzt, welche entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten gibt es und was kann man vorbeugend dagegen tun? Welche Schlüsselrolle spielen Stress, Angst und Depression wenn es um Divertikulitis geht? Dies und mehr in diesem Text …   

Divertikulitis

Bevor wir zu den Zusammenhängen zwischen Divertikulitis und Psyche kommen, müssen wir uns erst einmal anschauen, was eine Divertikulitis eigentlich ist. Mit zunehmendem Alter entwickeln die meisten Menschen eine Divertikulose, eine Erkrankung, die durch die Bildung von Ausstülpungen in der Dickdarmschleimhaut gekennzeichnet ist. Mehr als 50 % der über 60-Jährigen sind davon betroffen. Diese Ausstülpungen verursachen für gewöhnlich keine Probleme, gelegentlich jedoch, entzünden sich diese und führen zu einer Erkrankung namens Divertikulitis, welche Schmerzen und Infektionen im Bauchraum verursacht. 

Lange ging man davon aus, dass die Erkrankung akut auftritt und sich zwischen den Schüben relativ ruhig verhält, doch das trifft nicht auf Jeden zu. Einige Patienten leiden auch unter anhaltenden Beschwerden. In Studien fand man zudem heraus, dass Menschen, die an Divertikulitis leiden, ein vierfach höheres Risiko haben, nach ihrer Erkrankung ein Reizdarmsyndrom zu entwickeln.

Divertikulitis Formen

Akute unkomplizierte Divertikulitis

Hier haben Betroffene zwar Beschwerden, ernsthafte Komplikationen bleiben jedoch aus. 

Akute komplizierte Divertikulitis

Bei der akuten komplizierten Divertikulitis sorgen Entzündungen im Darm für Probleme und können z. B. einen Darmverschluss sowie ein Loch in der Darmwand verursachen. 

Chronisch-rezidivierende Divertikulitis 

Hier kehren die Symptome immer wieder zurück.

Wer bekommt eine Divertikulitis?

Etwa 20 % der Bevölkerung sind von Divertikulitis betroffen. Viel mehr Menschen jedoch haben mit einer ähnlich klingenden Krankheit, der Divertikulose, zu kämpfen. Hier hat etwa die Hälfte der Menschen zwischen dem 60. und 80. Lebensjahr mit den besagten Ausstülpungen zu tun. Doch auch wesentlich jüngere Menschen können an Divertikulitis erkranken. Übergewichtige, starke Raucher sowie Menschen mit einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit tendieren ebenfalls häufiger dazu. Darüber hinaus, kann auch eine Ernährung mit fettreichen Lebensmitteln sowie ein Mangel an Ballaststoffen einen idealen Nährboden zur Entstehung bieten. Mehr zu Nutzen und Wirkung von Ballaststoffe hier, alles über fettreiche Lebensmittel im Text Fette

Risikofaktoren

Faktoren, welche das Divertikulitisrisiko erhöhen können, sind:

  • Älter werden: Die Häufigkeit der Divertikulitis nimmt mit dem Alter zu
  • Fettleibigkeit: Starkes Übergewicht erhöht die Wahrscheinlichkeit an Divertikulitis zu erkranken
  • Rauchen: Zigarettenraucher haben ein höheres Risiko an Divertikulitis zu erkranken als Nichtraucher
  • Bewegungsmangel
  • Ernährung mit hohem Anteil an tierischen Fetten und wenig Ballaststoffen: Eine ballaststoffarme Ernährung in Kombination mit einem hohen Verzehr von tierischen Fetten erhöht das Risiko auf eine Divertikulitis. Mehr zu Ballaststoffe und Fette hier
  • Medikamente: Gewisse Medikamente werden mit einem erhöhten Divertikulitisrisiko in Verbindung gebracht, darunter Steroide, Opioide und nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente wie z. B. Ibuprofen oder Naproxen

Symptome

Die Symptome einer Divertikulitis können von Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Durchfall reichen. Fieber, ein empfindlicher Magen oder Schmerzen im linken Unterbauch untermauern die Symptomatik zusätzlich.

Diagnose und Behandlung

Eine milde Divertikulitis kann mit Ruhe, Ernährungsumstellung und Antibiotika behandelt werden. Eine schwere oder immer wiederkehrende Divertikulitis hingegen kann eine Operation erfordern.

Diagnosestellung

Dass sich Ausstülpungen in der Darmwand gebildet haben, erkennt man häufig im Rahmen einer Darmspiegelung. Bei Verdacht auf eine Divertikulitis wird der Arzt dabei den Bauch abtasten sowie Darmgeräusche abhören. Ausserdem kann zusätzlich eine Blutuntersuchung auf die Anzahl weisser Blutkörperchen oder erhöhte CRP-Werte Hinweise auf entzündliche Vorgänge geben. Eine Ultraschalluntersuchung des Bauches sowie ein MRT oder CT können ebenfalls bei Bedarf durchgeführt werden.

Komplikationen

Bei etwa 25 % der Menschen mit akuter Divertikulitis treten folgende Komplikationen auf:

  • Ein eitriger Abszess
  • Eine Verstopfung des Darms durch Vernarbung
  • Ein abnormaler Durchgang (Fistel) zwischen Darmabschnitten oder zwischen dem Darm und anderen Organen
  • Bauchfellentzündung (Peritonitis)

Vorbeugung

  • Regelmässige körperliche Betätigung
  • Mehr Ballaststoffe essen: Ballaststoffreiche Lebensmittel gibts im Text Ballaststoffe
  • Genug Trinken: Ballaststoffe wirken, indem sie Wasser absorbieren
  • Rauchstopp

Da auch die Psyche einen grossen Einfluss auf unsere Darmtätigkeit hat, sollte Stress weitgehend vermieden werden, will man einer Divertikulitis vorbeugen. Mehr dazu später detaillierter.  

Zusammenhang Divertikulitis und Psyche 

Begünstigen psychische Probleme die Entstehung einer Divertikulitis oder ist es die Divertikulitis, welche psychische Probleme nach sich zieht

Wissenschaftler fanden heraus, dass viele Menschen mit Divertikulitis noch lange nach der akuten Erkrankung unter physischen, aber auch psychischen Symptomen leiden. Es gibt auch immer mehr Hinweise darauf, dass die Divertikulitis bei manchen Patienten über einzelne Anfälle hinausgeht und zu einer chronischen Erkrankung werden kann, die das Reizdarmsyndrom nachahmen kann, und psychisch sehr belastend ist.

Interessanter Fakt  

Menschen, die unter schweren psychischen Belastungen wie z. B. Depressionen leiden, erkranken überdurchschnittlich oft an Magen-Darm-Erkrankungen und Verdauungsstörungen. Stress schlägt eben doch auf den Magen … und den Darm.

Stress

Eine der wohl unausweichlichsten Begleiterscheinungen des modernen Lebens ist Stress. Er trifft früher oder später jeden Menschen in irgendeiner Form. Stress kann dabei sowohl beruflich bedingt sein als auch familiären Konflikten wie auch anderen psychischen Belastungssituationen zu Grunde liegen. Sich nicht mit den Auswirkungen von Stress auseinanderzusetzen ist niemals eine Lösung, denn die kumulative Wirkung führt allzu oft zu verschiedensten Beschwerden und gesundheitlichen Problemen. Ein Bereich des Körpers, der von diesem Problem besonders betroffen ist, ist der Dickdarmbereich in der Nähe des Darms, wo Divertikel entsprechend Schäden verursachen können. 

Eine Divertikulitis kann somit durch Stress begünstigt werden. Neben der veränderten Darmtätigkeit bei psychischen Belastungssituationen hat Stress ebenfalls Auswirkungen auf unser Immunsystem, Dauerstress drosselt unser Immunsystem. Ist dieses geschwächt, haben Erreger entsprechend leichteres Spiel, können sich in den Divertikeln anreichern und aufgrund der geschwächten Abwehr des Immunsystems zu einer Entzündung führen. Deshalb: Ein gutes Stressmanagement ist wichtig … auch im Zusammenhang mit Divertikulitis.

Angst und Depression

Neben gastrointestinalen Symptomen gehören zu den chronischen Folgen einer akuten Divertikulitis auch die Angst vor einem erneuten Schub auf Reisen oder einer entsprechenden Komplikation. Studien zeigen ebenfalls, dass Divertikelkrankheiten mit einer erhöhten Inzidenz von Depressionen und Angststörungen verbunden sind. Darüber hinaus konnten Divertikelerkrankungen ebenfalls mit einer signifikant erhöhten Verschreibungsrate von Antidepressiva in Verbindung gebracht werden.

Ernährung und Darm

Ernährung kann sowohl die Darmgesundheit beeinflussen, wie auch Einfluss auf unsere psychische Gesundheit nehmen. Eine gesunde Ernährung kann bei psychischen Erkrankungen therapeutisch wirken. Umgekehrt können Vitaminmangelerscheinungen negativen Einfluss auf unsere Psyche nehmen. Mehr zu Vitaminmangel im Text Vitamine. Mehr zu Nahrungsergänzungsmittel hier. 

Wann zum Arzt?

Ein Symptom, welches dringenden Behandlungsbedarf aufweist, ist das Auftreten von rektalen Blutungen.

Fazit 

Neben körperlichen Symptomen wie Blähungen, wässrigem Stuhlgang, Schmerzen im linken Unterbauch und Übelkeit leiden viele von Divertikulitis Betroffenen ebenso unter psychischen Beschwerden wie z. B. Angstzustände oder Depressionen. Da auch die Psyche einen grossen Einfluss auf unsere Darmtätigkeit hat, sollte ein gutes Stressmanagement betrieben werden, will man einer Divertikulitis vorbeugen. Denn Stress ist ein Faktor, der eine Divertikulitis durchaus begünstigen kann. Neben der veränderten Darmtätigkeit bei psychischen Belastungssituationen hat Stress ebenfalls Auswirkungen auf unser Immunsystem, Dauerstress drosselt unser Immunsystem. Ist dieses geschwächt, haben Erreger entsprechend leichteres Spiel, können sich in den Divertikeln anreichern und aufgrund der geschwächten Immunabwehr zu einer entsprechenden Entzündung führen. 

Wissenschaftler fanden zudem heraus, dass viele Menschen mit Divertikulitis noch lange nach akuter Erkrankung unter physischen, aber auch psychischen Symptomen leiden. Menschen, die unter schweren psychischen Belastungen wie z. B. Depressionen leiden, erkranken überdurchschnittlich oft an Magen-Darm-Erkrankungen wie auch Verdauungsstörungen. Zu den chronischen Folgen einer akuten Divertikulitis kann auch die Angst vor einem erneuten Schub auf Reisen oder entsprechenden Komplikationen dazugehören. Studien zeigen ebenfalls, dass Divertikelkrankheiten mit einer erhöhten Inzidenz von Depressionen und Angststörungen verbunden sind, wie auch mit einer signifikant erhöhten Verschreibungsrate von Antidepressiva in Verbindung gebracht werden kann. Stress schlägt eben doch auf den Magen … und den Darm.