Divertikulitis und Psyche: Zusammenhang & Leitfaden

Intro

Neben lästigen körperlichen Symptomen wie z. B. Blähungen, Schmerzen im linken Unterbauch, wässriger Stuhlgang und Übelkeit leiden viele von Divertikulitis Betroffene ebenso unter psychischen Beschwerden wie z. B. Angstzustände oder Depression. Befragte geben ebenso an, unter einer ständigen Angst vor einem weiteren Anfall oder Angst vor längeren Reisen zu haben und sich dadurch sozial isoliert zu fühlen. Doch welchen Zusammenhang gibt es wirklich zwischen Divertikulitis und Psyche?

Keypoints

  • Menschen, die unter schweren psychischen Belastungen wie z. B. Depressionen leiden, erkranken überdurchschnittlich oft an Magen-Darm-Erkrankungen und Verdauungsstörungen
  • Stress schlägt auf den Magen … und den Darm
  • Wissenschaftler fanden heraus, dass viele Menschen mit Divertikulitis noch lange nach der akuten Erkrankung unter physischen Symptomen leiden
  • Eine Divertikulitis kann durch Stress begünstigt werden
  • Studien zeigen, dass Divertikelkrankheiten mit einer erhöhten Inzidenz von Depressionen und Angststörungen verbunden sind

Zusammenhang Divertikulitis und Psyche 

Begünstigen psychische Probleme die Entstehung einer Divertikulitis oder ist es die Divertikulitis, welche psychische Probleme nach sich zieht?

Wissenschaftler fanden heraus, dass viele Menschen mit Divertikulitis noch lange nach der akuten Erkrankung unter physischen, aber auch psychischen Symptomen leiden. Es gibt auch immer mehr Hinweise darauf, dass die Divertikulitis bei manchen Patienten über einzelne Anfälle hinausgeht und zu einer chronischen Erkrankung werden kann, die das Reizdarmsyndrom nachahmen kann, und psychisch sehr belastend ist.

Wechselwirkung zwischen Darm und Psyche

Darm und Psyche sind eng miteinander verbunden. Angst z. B. beschleunigt die Darmpassage und kann dabei Durchfall hervorrufen. Depressive Verstimmungen hingegen können Verstopfung fördern. Studien zeigen zudem, dass Menschen mit depressiven Verstimmungen ein verändertes Mikrobiom aufweisen.

Darm und Hirn kommunizieren miteinander, durch den Vagusnerv sind beide miteinander verbunden. Gleichzeitig produzieren Darmbakterien Stoffe, die unsere Stimmung beeinflussen.

Die Auswirkungen von Stressfaktoren auf Divertikulitis und Psyche 

Eine der wohl unausweichlichsten Begleiterscheinungen des modernen Lebens ist Stress. Er trifft früher oder später jeden Menschen in irgendeiner Form. Stress kann dabei sowohl beruflich bedingt sein als auch familiären Konflikten wie auch anderen psychischen Belastungssituationen zu Grunde liegen.

Sich nicht mit den Auswirkungen von Stress auseinanderzusetzen ist niemals eine Lösung, denn die kumulative Wirkung führt allzu oft zu verschiedensten Beschwerden und gesundheitlichen Problemen. Ein Bereich des Körpers, der von diesem Problem besonders betroffen ist, ist der Dickdarmbereich in der Nähe des Darms, wo Divertikel entsprechend Schäden verursachen können. 

Eine Divertikulitis kann durch Stress begünstigt werden. Neben der veränderten Darmtätigkeit bei psychischen Belastungssituationen hat Stress ebenfalls Auswirkungen auf unser Immunsystem und drosselt dieses. Ist das Immunsystem geschwächt, haben Erreger entsprechend leichteres Spiel, können sich in den Divertikeln anreichern und aufgrund der geschwächten Abwehr des Immunsystems zu einer Entzündung führen. Tipps und Strategien zur besseren Stressbewältigung folgen später im Text.

Was ist eine Divertikulitis?

Bevor wir zu den Zusammenhängen zwischen Divertikulitis und Psyche kommen, müssen wir uns erst einmal anschauen, was eine Divertikulitis eigentlich ist. Mit zunehmendem Alter entwickeln die meisten Menschen eine Divertikulose, eine Erkrankung, die durch die Bildung von Ausstülpungen in der Dickdarmschleimhaut gekennzeichnet ist. Mehr als 50 % der über 60-Jährigen sind davon betroffen. Diese Ausstülpungen verursachen für gewöhnlich keine Probleme, gelegentlich jedoch, entzünden sich diese und führen zu einer Erkrankung namens Divertikulitis, welche Schmerzen und Infektionen im Bauchraum verursacht. 

Lange ging man davon aus, dass die Erkrankung akut auftritt und sich zwischen den Schüben relativ ruhig verhält, doch das trifft nicht auf Jeden zu. Einige Patienten leiden auch unter anhaltenden Beschwerden. In Studien fand man zudem heraus, dass Menschen, die an Divertikulitis leiden, ein vierfach höheres Risiko haben, nach ihrer Erkrankung ein Reizdarmsyndrom zu entwickeln. Zur Frage wie lang ist der Darm? geths hier.

Divertikulitis Formen

Akute unkomplizierte Divertikulitis

Hier haben Betroffene zwar Beschwerden, ernsthafte Komplikationen bleiben jedoch aus. 

Akute komplizierte Divertikulitis

Bei der akuten komplizierten Divertikulitis sorgen Entzündungen im Darm für Probleme und können z. B. einen Darmverschluss sowie ein Loch in der Darmwand verursachen. 

Chronisch-rezidivierende Divertikulitis 

Hier kehren die Symptome immer wieder zurück.

Wer bekommt eine Divertikulitis?

Etwa 20 % der Bevölkerung sind von Divertikulitis betroffen. Viel mehr Menschen jedoch haben mit einer ähnlich klingenden Krankheit, der Divertikulose, zu kämpfen. Hier hat etwa die Hälfte der Menschen zwischen dem 60. und 80. Lebensjahr mit den besagten Ausstülpungen zu tun. Doch auch wesentlich jüngere Menschen können an Divertikulitis erkranken. Übergewichtige, starke Raucher sowie Menschen mit einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit tendieren ebenfalls häufiger dazu. Darüber hinaus, kann auch eine Ernährung mit fettreichen Lebensmitteln sowie ein Mangel an Ballaststoffen einen idealen Nährboden zur Entstehung bieten. Mehr zu Nutzen und Wirkung von Ballaststoffe hier, alles über fettreiche Lebensmittel im Text Fette

Ursachen und Risikofaktoren für Divertikulitis

Faktoren, die das Divertikulitisrisiko erhöhen können, sind:

  • Älter werden: Die Häufigkeit der Divertikulitis nimmt mit dem Alter zu
  • Fettleibigkeit: Starkes Übergewicht erhöht die Wahrscheinlichkeit an Divertikulitis zu erkranken
  • Rauchen: Zigarettenraucher haben ein höheres Risiko an Divertikulitis zu erkranken als Nichtraucher
  • Bewegungsmangel
  • Ernährung mit hohem Anteil an tierischen Fetten und wenig Ballaststoffen: Eine ballaststoffarme Ernährung in Kombination mit einem hohen Verzehr von tierischen Fetten erhöht das Risiko auf eine Divertikulitis. Mehr zu Ballaststoffe und Fette hier
  • Medikamente: Gewisse Medikamente werden mit einem erhöhten Divertikulitisrisiko in Verbindung gebracht, darunter Steroide, Opioide und nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente wie z. B. Ibuprofen oder NaproxenDivertikulitis und Ernährung

Divertikulitis Symptome

Die Symptome einer Divertikulitis können von Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Durchfall reichen. Fieber, ein empfindlicher Magen oder Schmerzen im linken Unterbauch untermauern die Symptomatik zusätzlich.

Divertikulitis Diagnose und Behandlung

Eine milde Divertikulitis kann mit Ruhe, Ernährungsumstellung und Antibiotika behandelt werden. Eine schwere oder immer wiederkehrende Divertikulitis hingegen kann eine Operation erfordern.

Diagnosestellung

Dass sich Ausstülpungen in der Darmwand gebildet haben, erkennt man häufig im Rahmen einer Darmspiegelung. Bei Verdacht auf eine Divertikulitis wird der Arzt dabei den Bauch abtasten sowie Darmgeräusche abhören. Mehr zu wässiger Durchfall und Gluckern im Bauch hier. Ausserdem kann zusätzlich eine Blutuntersuchung auf die Anzahl weisser Blutkörperchen oder erhöhte CRP-Werte Hinweise auf entzündliche Vorgänge geben. Eine Ultraschalluntersuchung des Bauches sowie ein MRT oder CT können ebenfalls bei Bedarf durchgeführt werden.

Komplikationen bei Divertikulitis

Bei etwa 25 % der Menschen mit akuter Divertikulitis treten folgende Komplikationen auf:

  • Ein eitriger Abszess
  • Eine Verstopfung des Darms durch Vernarbung
  • Ein abnormaler Durchgang (Fistel) zwischen Darmabschnitten oder zwischen dem Darm und anderen Organen
  • Bauchfellentzündung (Peritonitis)

Divertikulitis vorbeugen

Folgende Massnahmen helfen einer Divertikulitis vorzubeugen:

  • Regelmässige körperliche Betätigung
  • Mehr Ballaststoffe essen: Ballaststoffreiche Lebensmittel gibts im Text Ballaststoffe
  • Genug Trinken: Ballaststoffe wirken, indem sie Wasser absorbieren
  • Rauchstopp

Psychische Gesundheit

Die psychische Gesundheit definiert, dass sich ein Mensch seelisch und geistig wohl fühlt. Eine gesunde Ernährung, regelmässige Bewegung sowie ausreichend Erholung und Schlaf können die psychische Gesundheit positiv unterstützen.

Angstzustände und Depression

Neben gastrointestinalen Symptomen gehören zu den chronischen Folgen einer akuten Divertikulitis auch die Angst vor einem erneuten Schub auf Reisen oder einer entsprechenden Komplikation. Studien zeigen ebenfalls, dass Divertikelkrankheiten mit einer erhöhten Inzidenz von Depressionen und Angststörungen verbunden sind. Darüber hinaus konnten Divertikelerkrankungen ebenfalls mit einer signifikant erhöhten Verschreibungsrate von Antidepressiva in Verbindung gebracht werden.

Stressmanagent Strategien und deren Einfluss auf Divertikulitis

Da auch die Psyche einen grossen Einfluss auf unsere Darmtätigkeit hat, sollte dabei vor allem Stress weitgehend vermieden werden, will man einer Divertikulitis vorbeugen. Ein gutes Stressmanagement ist wichtig … auch im Zusammenhang mit einer Divertikulitis. Folgende Anti-Stress-Tipps können dabei helfen:

  • Tempo reduzieren: Oranisiere um und nimm etwas Tempo raus
  • Scheue dich nicht nach Unterstützung zu fragen
  • Prioritäten setzen
  • Öfters mal Nein sagen
  • Erstelle To-Do-Listen und arbeite diese ab
  • Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Autogenes Training können helfen runter zu kommen

Divertikulitis und Ernährung

Ernährung und Darm

Ernährung kann sowohl die Darmgesundheit beeinflussen, wie auch Einfluss auf unsere psychische Gesundheit nehmen. Eine gesunde Ernährung kann bei psychischen Erkrankungen therapeutisch wirken. Umgekehrt können Vitaminmangelerscheinungen negativen Einfluss auf unsere Psyche nehmen. Mehr zu Vitaminmangel im Text Vitamine. Mehr zu Nahrungsergänzungsmittel hier. 

Verringern Ballaststoffe und Milchprodukte das Risiko auf eine Divertikulitis?

Ballaststoffe fördern die Verdauung, eine ballaststoffreiche Ernährung vermindert damit auch das Risiko auf eine Divertikulitis. Eine ballaststoffreiche Kost vermindert den Innendruck des Colons und kann damit zu einer Besserung der Beschwerden bei Divertikeln führen.

Um eine gesunde Darmflora zu fördern eignen sich auch bestimmte Milchsäurebaktierien. Unter den Milchprodukten sind dies Joghurt, Buttermilch oder Kefir. Werden Milchprodukte jedoch schlecht vertragen können sie an der Entstehung von Divertikel beteiligt sein.

Ernährungstipps zur Verbesserung der Darmgesundheit

Folgende Ernährungstipps helfen deine Darmgesundheit zu verbessern:

  • Geniess Alkohol, Softdrinks und Kaffee nur in Massen
  • Meide stark verarbeitete Lebensmittel und entscheide dich lieber für Frische und Qualität
  • Greif zu Pro- und Präbiotika: Zu den probiotischen Lebensmitteln gehören Sauerkraut, Naturjoghurt, Kefir oder Apfelessig. Zu den Präbiotika gehören Inulin, das z. B. in Artischocken vorhanden ist

Gute Lebensmittel für den Darm

Zu den guten Lebensmitteln für den Darm gehören:

  • Hülsenfrüchte
  • Vollkornprodukte
  • Saisonales Obst und Trockenobst
  • Saisonales Gemüse
  • Ballaststoffe

Fazit 

Neben körperlichen Symptomen leiden viele von Divertikulitis Betroffenen ebenso unter psychischen Beschwerden wie z. B. Angstzustände oder Depressionen.

Da die Psyche einen grossen Einfluss auf unsere Darmtätigkeit hat, sollte ein gutes Stressmanagement betrieben werden, will man einer Divertikulitis vorbeugen. Denn Stress ist ein Faktor, der eine Divertikulitis durchaus begünstigen kann.

Wissenschaftler fanden heraus, dass viele Menschen mit Divertikulitis noch lange nach akuter Erkrankung unter physischen, aber auch psychischen Symptomen leiden. Zu den chronischen Folgen einer akuten Divertikulitis kann auch die Angst vor einem erneuten Schub auf Reisen oder entsprechenden Komplikationen dazugehören.

Studien zeigen ebenfalls, dass Divertikelkrankheiten mit einer erhöhten Inzidenz von Depressionen und Angststörungen verbunden sind. Stress schlägt eben doch auf den Magen … und den Darm.