Die Rolle von Antioxidantien in der Krebsprävention

Intro

Krebs ist eine der häufigsten Todesursachen weltweit. Oxidativer Stress ist ein Zustand, der zunehmend auch als Schlüsselfaktor für die Entstehung von Krebs gilt. Antioxidantien wirken als Radikalfänger und sagen damit oxidativem Stress den Kampf an. Wie ist die aktuelle Studienlage zur Rolle von Antioxidantien in der Krebsprävention und welche spezifischen Vitamine und Mineralstoffe werden zur Krebsvorbeugung und Krebstherapie eingesetzt? 

Keypoints

  • Antioxidantien sind Radikalfänger, d. h. sie neutralisieren freie Radikale und verhindern damit oxidativen Stress
  • Geht es um den Zusammenhang und die Rolle von Antioxidantien in der Krebsprävention, stehen dabei vor allem die Vitamine-A, C und E im Vordergrund
  • Beobachtungsstudien zur Vitamin-A-Supplementierung zur Krebs-Chemoprävention zeigten gemischte Ergebnisse
  • Vitamin-C kann als Antioxidans freie Radikale abfangen helfen
  • Sehr hohe Dosen Vitamin-B12 können das Wachstum von bereits vorhandenen Krebszellen verstärken
  • Studien ergaben, dass eine hohe Aufnahme von Vitamin-K2 das Krebsrisiko senken kann
  • Krebserkrankungen durch Selen vorzubeugen scheint nach jetziger Studienlage nicht möglich zu sein
  • Bei einer Chemotherapie kann die Gabe von Antioxidantien auch kontraproduktiv sein

Studien zu Antioxidantien und Krebs

Es gibt verschiedene klinische Studien, in denen die Rolle von antioxidativen Nahrungsergänzungsmitteln bei der Krebsprävention untersucht wurde.

  • Einige haben dabei ergeben, dass antioxidative Nahrungsergänzungsmittel wie beispielsweise Vitamin-A, Vitamin-C und Vitamin-E das Risiko für bestimmte Krebsarten verringern können
  • Andererseits weisen einige Studien wiederum auf ein erhöhtes Krebsrisiko bei der Einnahme von gewissen antioxidativen Nahrungsergänzungsmitteln hin

Während es zahlreiche Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen oxidativem Stress und Krebsentstehung auf zellulärer Ebene gibt, ist ein epidemiologischer Zusammenhang dagegen weniger deutlich zu erkennen.

Vitamin-A gegen Krebs

Beobachtungsstudien zur Vitamin-A-Supplementierung zur Krebs-Chemoprävention haben gemischte Ergebnisse gezeigt, die entweder ein verringertes oder unverändertes Risiko für die Krebsentwicklung belegen. 

  • Nachdem jedoch die Ergebnisse zweier großer, randomisierter klinischer Studien auf ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Lungenkrebs nach einer Beta-Carotin-Supplementierung hindeuteten, wurden keine weiteren Studien mit Vitamin-A zur Chemoprävention initiiert
  • Zwei randomisierte klinische Studien zur Chemoprävention mit Vitamin-A, eine zur Behandlung von Hautkrebs, die andere zur Behandlung von Plattenepithelkarzinomen im Kopf- und Halsbereich, ergaben keine signifikante Verringerung der Raten für das Auftreten neuer Krebserkrankungen. 

Mehr über Vorkommen und Wirkung von Vitamin-A findest du hier

Vitamin-C gegen Krebs

In den letzten Jahren entdeckten Wissenschaftler interessante Wirkmechanismen des wasserlöslichen Vitamin-C, sowohl im Zusammenhang mit der Krebsprävention als auch bei der Heilung. Veröffentlichte Ergebnisse aus dem Fachmagazin Cancer Research waren dabei sehr vielversprechend. Vitamin-C kann als Antioxidans freie Radikale abfangen.

Alles über Vitamin-C kannst du hier nachlesen

Vitamin-B12 gegen Krebs

Sehr hohe Dosen Vitamin-B12 können das Wachstum von bereits vorhandenen Krebszellen verstärken. Die Einnahme von Vitamin-B12-Präparaten, welche die tägliche Menge von 25 Mikrogramm nicht überschreiten, können bedenkenlos eingenommen werden. 

Mehr über Vitamin-B12 gibt es hier

Vitamin-K und Krebs

Studien ergaben, dass eine hohe Aufnahme von Vitamin-K2 das Krebsrisiko senken kann. Vitamin-K2 kommt vor allem in Käse vor. Bei Männern scheint dieser Effekt stärker zu sein als bei Frauen

Alles über Vitamin-K findest du hier

Flavonoide gegen Krebs

Die Studienlage über Flavonoide und Darmkrebs sind nicht eindeutig. 

Selen gegen Krebs

Krebserkrankungen durch Selen vorzubeugen scheint nach jetziger Studienlage nicht möglich zu sein. Insgesamt gibt es diesbezüglich keine Evidenz, dass eine erhöhte Selenaufnahme das Krebsrisiko entsprechend verringert.

Mehr über Selen: Vorkommen und Wirkung findest du hier

Können Antioxidantien zur Krebsprävention beitragen?

Die bei oxidativem Stress entstehenden reaktiven Sauerstoffverbindungen (ROS) können DNA, Proteine und Lipide schädigen und dabei zelluläre Veränderungen begünstigen, die das Krebswachstum fördern. 

ROS entstehen bei einer ganzen Reihe von physiologischen Prozessen. Als Reaktion auf erhöhte ROS kann der Körper die Produktion antioxidativer Moleküle wie z. B. nicht-enzymatische Antioxidantien entsprechend hochfahren. Diese setzen sich aus zwei Untergruppen zusammen:

  • Nicht-enzymatische metabolische Antioxidantien
  • Nicht-enzymatische Nährstoffantioxidantien

Zu den nicht-enzymatischen metabolischen Antioxidantien gehören beispielsweise Bilirubin, Melatonin, Harnsäure, Coenzym Q10 und GSH. Nicht-enzymatische Antioxidantien, zu denen Vitamin-A, Vitamin-C sowie Vitamin-E gehören, werden häufig als Nahrungsergänzungsmittel verwendet.

Welche Nährstoffe wirken antioxidativ?

Einige Vitamine und Mineralstoffe wirken antioxidativ. Dazu gehören:

Antioxidantien in der Krebstherapie 

Normalerweise gelten Antioxidantien als gesundheitsfördernd, denn sie neutralisieren schädliche freie Radikale. Chemotherapien sind häufig Teil einer Krebstherapie. Die verabreichten Substanzen in Form von Spritzen, Tabletten oder Infusionen verteilen sich im Körper und greifen dabei Tumorzellen an. 

Betroffene greifen dabei häufig zu Antioxidantien im Glauben, die gesunden Zellen vor der Einwirkung einer Chemotherapie zu schützen. Die Zerstörung der Krebszellen kann bei einer Chemotherapie durch die Gabe von Antioxidantien jedoch eingeschränkt, ggf. sogar unterbunden werden.

  • Antioxidantien sind ein gängiger Bestandteil von Nahrungsergänzungsmitteln
  • In zu hohen Dosen können sie allerdings auch Schaden anrichten, insbesondere bei Krebspatienten und Menschen mit einem erhöhten Risiko für Krebserkrankungen wie z. B. Hautkrebs

Was wirkt krebsvorbeugend?

Ein gesunder Lebensstil kann Krebs vorbeugen. Dazu gehört u. a. 

  • Sich gesund zu ernähren
  • Nicht zu rauchen
  • Sich regelmässig zu bewegen

Krebs hat jedoch auch Ursachen, auf die wir keinen Einfluss haben.

Was sind Antioxidantien?

Antioxidantien sind Radikalfänger, d. h. sie neutralisieren freie Radikale und verhindern damit oxidativen Stress. Einige davon produziert unser Körper selbst, andere können entsprechend von außerhalb zugeführt werden. 

Welche Antioxidantien gibt es?

Zu den wirksamsten Antioxidantien-Gruppen gehören:

Vorkommen: Antioxidantien in Lebensmitteln

Lebensmittel, die besonders viele Antioxidantien enthalten, werden oft auch als Superfood oder Functional Food bezeichnet. Beste Quellen für Antioxidantien sind dabei pflanzliche Lebensmittel wie beispielsweise Obst und Gemüse.

Warum sind Antioxidantien so wichtig?

Antioxidantien können oxidativen Stress mindern und dadurch auch schädliche zelluläre Verbindungen abschwächen. Geht es um den Zusammenhang und die Rolle von Antioxidantien in der Krebsprävention, stehen dabei vor allem die Vitamine-A, C und E dabei im Vordergrund.

Das Zusammenspiel von ROS und Antioxidantien ist von entscheidender Bedeutung für die Entstehung von Krebs. Antioxidantien schützen unsere Zellen vor den schädlichen Auswirkungen von ROS, indem sie ihre eigenen Elektronen spenden, um freie Radikale damit zu neutralisieren. 

Mehr über Antioxidantien und antioxidantienreiche Lebensmittel findest du hier

Fazit

Es gibt verschiedene klinische Studien, in denen die Rolle von antioxidativen Nahrungsergänzungsmitteln bei der Krebsprävention untersucht wurde. 

Einige Vitamine und Mineralstoffe wirken antioxidativ, beispielsweise Vitamin-C, Vitamin-E, Beta-Carotin (Vorstufe des Vitamin-A), Selen sowie die sekundären Pflanzenstoffe Flavonoide

Geht es um den Zusammenhang und die Rolle von Antioxidantien in der Krebsprävention, stehen dabei vor allem die Vitamine A, C und E im Vordergrund.

Beste Quellen für Antioxidantien sind pflanzliche Lebensmittel wie beispielsweise Obst und Gemüse.