Darmsanierung- Pro & Contra, Durchführung, Produkte & Essen

Intro

Darmkrankheiten sind bei weitem kein Einzelphänomen. Fast jeder 2. Deutsche Bürger soll im Laufe des Lebens von mindestens einer Form von Magen-Darm-Erkrankungen betroffen sein. Ursachen hierfür sind hauptsächlich Essensunverträglichkeiten wie auch Bakterien oder Viren und die Abwehrreaktionen unseres Körpers darauf sind neben Bauchschmerzen auch Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Die Verdauungsgesundheit ist ein wesentlicher Faktor, um sich gesund und wohlzufühlen. Ein wichtiges Organ dieses Verdauungssystems ist unser Dickdarm, auch Colon genannt. Eine Darmsanierung ist ein beliebtes alternatives Heilverfahren, von dem manche behaupten, dass es den Dickdarm von Gift- und Abfallstoffen befreien kann. Die meisten Darmreinigungsprodukte sollen dabei bei der Entgiftung des Dickdarms helfen und schädliche Stoffe, wie z. B. Schleim und trockenen Stuhl entfernen.

In diesem Text gehen wir darauf ein, was eine Darmsanierung ist, was sie bewirkt und wann sie Sinn macht. Zudem zeigen wir, wie man sicher eine Darmsanierung zu Hause durchführt, welche Produkte am besten dafür geeignet sind und wo man diese kaufen kann. Ausserdem klären wir über Risiken und Nebenwirkungen auf, zeigen einen Ernährungsplan für darmfreundliche Ernährung und wiegen pro und contra einer Darmsanierung ab. 

Definition: Was ist eine Darmsanierung?

Die Theorie hinter der natürlichen Darmsanierung

Eine Darmsanierung wird oft auch Darmreinigung oder Darmspülung genannt. Ein sauberer Dickdarm ist auch für bestimmte Vorsorgeuntersuchungen wie z. B. eine Koloskopie von entscheidender Bedeutung. 

Eine der wichtigsten Theorien hinter der Darmsanierung ist ein alter Glaube, die Theorie der Autointoxikation. Sie besagt, dass z. B. unverdautes Fleisch, wie auch andere Nahrungsmittel, Schleimablagerungen im Dickdarm verursachen. Diese Ablagerungen produzieren gemäss dieser Theorie Giftstoffe, die in den Blutkreislauf gelangen, den Körper dadurch vergiften und Symptome wie z. B. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme sowie Energiemangel verursachen. Diese Theorie wurde grösstenteils widerlegt. Mehr dazu später.

Darmreinigung

Die Praxis der natürlichen Darmreinigung oder Darmspülung geht bis ins alte Griechenland zurück. Bei einer Darmreinigung wird in der Regel meist mit Hilfe eines Einlaufes oder eines Abführmittels wie z. B. Glaubersalz, Bittersalz oder auch Flohsamender der gesamte Darm entleert. Die Darmreinigung ist ein Teil einer Darmsanierung und der Beginn vieler Heilfastenkuren. Üblicherweise wird eine Darmreinigung vor Darmspiegelungen sowie zur Vorbereitung auf gewisse Operationen durchgeführt. 

Darmsanierung

Eine Darmsanierung ist ein Programm, bei dem es um die Entgiftung und den anschliessenden Wiederaufbau der Darmflora und damit auch des Darmmikrobioms geht. 

Wirkung: Was bewirkt eine Darmsanierung? 

Eine Darmsanierung kann bei Problemen wie z. B. Verstopfung oder unregelmässigem Stuhlgang helfen. Andere Behauptungen zur Darmsanierung, wie die Beseitigung von Giftstoffen und Parasiten, sind hingegen eher fragwürdig und umstritten. Auch wenn es wissenschaftlich keine Belege für die Wirkung einer Darmsanierung gibt, sind viele von dessen Wirkung auf unser Wohlbefinden überzeugt. 

Indikation: Warum eine Darmsanierung?

Nach der Einnahme von Antibiotika wird oft eine Kur zur Darmsanierung empfohlen. Da diese Medikamente neben schädlichen Bakterien leider auch die guten Bakterien beeinträchtigen können. Aber auch bei einer falschen Ernährung kann eine Darmsanierung angezeigt sein. Viele Menschen fühlen sich nach einer Darmsanierungskur wohler und energiegeladener. Wissenschaftliche Beweise dafür gibt es allerdings keine. Mehr zum Pro und Contra einer Darmsanierung später im Detail.

Durchführung einer Darmsanierung zu Hause: Wie macht man eine Darmsanierung zu Hause?

Eine natürliche Darmsanierung kann zu Hause mit Wasser, Diät sowie freiverkäuflichen Produkten durchgeführt werden. 

Produkte und Durchführung

Wasser 

Wasser ist eine der einfachsten und sichersten Möglichkeiten, den Dickdarm auf natürliche Weise zu reinigen. Es tränkt den Stuhl und macht ihn voluminöser, was seine Passage durch den Dickdarm entsprechend erleichtert. Zudem enthält Wasser keine Kalorien

Viel Wasser zu trinken und hydriert zu bleiben, ist eine gute Möglichkeit, um das Verdauungssystem zu regulieren. Ausserdem ist es erwiesen, dass lauwarmes Wasser gut für unsere Verdauung ist. Versuche zudem, Lebensmittel mit hohem Wassergehalt zu konsumieren. Dazu zählen vor allem Obst und Gemüse wie z. B. Wassermelonen, Tomaten, Kopfsalat oder auch Sellerie.

Zitronensaft

Regelmässiges Trinken von Zitronensaft kann sich positiv auf die Verdauungsgesundheit auswirken. Am meisten profitiert man davon, wenn man den Saft auf nüchternen Magen trinkt, denn dann können die Inhaltsstoffe der Zitrone besser mit der Darmschleimhaut interagieren. Da Zitronensaft sehr viel Vitamin-C enthält, gilt er damit als er ein wirksames natürliches Darmreinigungsmittel. Mehr über Vitamin-C: Vorkommen, Aufgaben und Präparate hier.

Salzwasserspülung 

Eine Salzwasserspülung ist eine Option für Menschen, die unter Verstopfung und Stuhlunregelmässigkeiten leiden. Wissenschaftliche Beweise dafür gibt es allerdings wenig bis gar keine. Trink das Wasser bei einer Salzwasserspühlung rasch und unbedingt auf nüchternen Magen. Bei Bedarf kann die Reinigung jeweils morgens und abends durchgeführt werden. Idealerweise sollte man sich nach der Reinigung nicht zu weit weg vom Badezimmer entfernen, da möglicherweise mehrmals eine Toilette aufgesucht werden muss.

Ballaststoffreiche Ernährung 

Ballaststoffe sind ein wichtiger Makronährstoff in unserer Ernährung. Sie sind vor allem in Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Getreide, Nüssen sowie Samen enthalten. Sie regulieren Verstopfung und einen überaktiven Darm, während sie als Präbiotikum ebenfalls nützliche Bakterien fördern. Achte deshalb besonders auf einen hohen Anteil an ballaststoffreichen Lebensmitteln, die einen gesunden Dickdarm fördern.

Ballaststoffe machen den Stuhl voluminöser, was die Verweildauer im Dickdarm verkürzt und ebenso die Anzahl der Stuhlgänge erhöht. Viele natürliche und vollwertige Lebensmittel sind reich an Ballaststoffen, darunter z. B. Nüsse, Bohnen, Samen, Beeren, Vollkornprodukte und Getreide. Mehr über Ballaststoffe: Arten, Aufgaben und Vorkommen gibt es hier.

Saftfasten: Obstsäfte, Gemüsesäfte und Smoothies 

Säfte sind ein sehr beliebtes Mittel zur Reinigung des Dickdarms. Dazu gehören Obst- und Gemüsesaftfasten sowie auch Reinigungskuren. Rohe Obst- und Gemüsesäfte enthalten viele Elemente, die zur Reinigung des Dickdarms beitragen können, wie z. B. Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe (Phytonährstoffe) sowie natürlicher Zucker, der als Abführmittel wirkt (Sorbit und Fruktose). Einige Darmsanierungspläne empfehlen dabei, einige Tage lang nur Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um den Dickdarm und den Verdauungstrakt zu reinigen.

Eine Studie aus dem Jahr 2015 zeigt, dass Vitamin-C zur Reinigung des Dickdarms beitragen kann. Vitamin-C ist in vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten und daher sehr häufig in Saftmischungen vertreten. Mehr über Vitamin-C hier.

Anhänger von Saftkuren empfehlen folgenden Safttypen:

  • Apfel, einschliesslich der Schale
  • Pflaume
  • Birne
  • Banane
  • Kiwi
  • Weintraube
  • Zitrone

Da beim Entsaften das Fruchtfleisch sowie auch die Schale entfernt werden, enthalten Säfte entsprechend im Vergleich zu Smoothies weniger Ballaststoffe. Säfte und Smoothies lassen sich einfach und bequem in die tägliche Ernährung integrieren. Versuche es z. B. mit einem Saft oder Smoothie täglich.

Resistente Stärkesorten

Resistente Stärken wirken ähnlich wie Ballaststoffe und sind in Lebensmitteln wie z. B. Kartoffeln, Reis, Hülsenfrüchten, grünen Bananen sowie Getreide enthalten. Sie fördern einen gesunden Dickdarm, indem sie die Darmmikroflora stärken. Bei einer kohlenhydratarmen Ernährung können Optionen gewählt werden, die weniger Blutzuckerspitzen verursachen. 

Zu den Lebensmitteln mit einem hohen Anteil an resistenter Stärke gehören:

  • Kartoffeln
  • Süsskartoffeln 
  • Zuckerrüben
  • Rohrzucker
  • Zuckermais
  • Grüne Bananen
  • Gemüsestängel, Knollen und Wurzeln
  • Reis
  • Buchweizen 
  • Hirse
  • Bissfeste Nudeln
  • Weissbrot
  • Cornflakes und Müsli

Probiotika 

Fermentierte Lebensmittel enthalten oft einen hohen Anteil an Probiotika, nützlichen Bakterien, die zu einer guten Darmgesundheit beitragen. Sie helfen dem Darm, den Stuhl regelmässig aus dem Dickdarm zu befördern und verringern dabei das Risiko von Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung sowie Infektionen. Die Zugabe von Probiotika zur Ernährung ist eine gute Möglichkeit, den Dickdarm zu reinigen. Denn diese fördern die allgemeine Gesundheit auf vielerlei Arten.

Zu den gängigen fermentierten Lebensmitteln, die Probiotika enthalten, gehören:

  • Joghurt 
  • Apfelessig
  • Kefir
  • Sauerkraut
  • Essiggurken
  • Einige Käsesorten

Kräutertees 

Auch Kräutertees können die Gesundheit der Verdauung über den Dickdarm unterstützen. Abführende Kräuter wie Flohsamen, Aloe Vera, Eibischwurzel und Ulme können dabei vor allem bei Verstopfung sehr hilfreich sein. Andere Kräuter wie z. B. Ingwer, Knoblauch und Cayennepfeffer enthalten antimikrobielle phytochemische Stoffe (Phytonährstoffe). Man nimmt an, dass diese die schlechten Bakterien zurückdrängen können. Entsprechend können natürliche Teesorten wie z. B. Ingwer- oder Zitronentee die Verdauung fördern und werden deshalb auch in vielen Reinigungskuren verwendet. Mehr über Phytonährstoffe gibt es hier. Mehr zur Frage welcher Tee bei Magenschmerzen? hier.

Gefahren bei Darmsanierung zu Hause 

Eine sanfte Reinigung zu Hause gilt in der Regel als sicher. Die Kombination mit Fasten oder die Erhöhung der Häufigkeit der Anwendung kann jedoch auch gewisse Risiken bergen. Wer z. B. unter hohem Blutdruck leidet und entsprechend die Natriumzufuhr niedrig halten muss, sollte Salzwasserspülungen vermeiden.

Produkte für Darmsanierung

Mit einer guten Vorbereitung kann man eine Darmsanierung auch zu Hause durchführen. Hier einige Tipps, was die Auswahl der Abführmittel angeht.

Die verschiedenen Abführmittel

Klistiers

Bei einer Darmreinigung mit Einlauf, auch Darmspülung oder Hydro-Colon-Therapie genannt, wird Flüssigkeit, meist Wasser oder ein Ölgemisch mittels eines Klistiers in den After gelegt, wodurch die Stuhlentleerung angeregt wird. 

Glaubersalz oder Bittersalz

Bei einer Darmreinigung mit oral eingenommenen Abführmitteln wie Glaubersalz oder Bittersalz wird die Flüssigkeit entsprechend eingenommen.

Flohsamenschalen

Milder als eine Darmreinigung mit Salz ist die Darmreinigung mit Flohsamenschalen. Flohsamen quellen beim Kontakt mit Flüssigkeit auf. Durch die Volumenzunahme des Darminhaltes wird der Druck auf die Darmwand entsprechend erhöht, die Darmbewegung angeregt und damit auch die Darmentleerung erleichtert. Eine ähnliche Wirkung wird auch Leinsamen oder Chiasamen nachgesagt. Das Wichtigste hier: Viel Flüssigkeit trinken, da es sonst zum gegenteiligen Effekt, nämlich zu Verstopfung kommen kann. 

Apfelessig

Eine Darmreinigung mit Apfelessig ist probiotisch. Dafür über einen Zeitraum von ca. 6 Wochen jeden Morgen vor dem Frühstück ein Glas lauwarmes Wasser mit 1-2 EL Apfelessig trinken. 

Produkte kaufen

Die besten Produkte zur Darmsanierung gibt es hier zu kaufen: 

Risiken und Nebenwirkungen von Darmsanierungen 

Häufigste Nebenwirkungen von Darmsanierungen

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schwindel
  • Dehydrierung
  • Elektrolytungleichgewicht
  • Krämpfe

Tritt eines dieser Symptome auf, muss die Kur sofort abgebrochen und ein Arzt aufgesucht werden. Ein Einlauf oder eine Darmsanierung, die gelegentlich durchgeführt wird, stellt für einen gesunden Menschen kaum ein Risiko dar. Eine übermässige Anwendung jedoch kann schnell zu chronischer Verstopfung oder sogar Darmschäden führen. 

Vorsicht ist auch bei der Verwendung von Kräutertees zur Darmreinigung geboten. Denn einige Kräuter können bestimmte Medikamente beeinflussen. Wer unter chronischen Erkrankungen leidet, sollte ebenfalls mit einem Arzt Rücksprache halten, bevor eine Darmsanierung durchgeführt wird. Denn Darmreinigungen sind nicht für jeden geeignet.

Potenzielle Risiken einer Darmsanierung

  • Schwäche
  • Reizbarkeit
  • Elektrolytungleichgewicht 
  • Dehydrierung
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Unterleibskrämpfe
  • Schwindel bzw. Ohnmacht
  • Verlust der gesunden Darmmikroflora 
  • Erhöhtes Infektionsrisiko
  • Durchfall, der zu Dehydrierung führen kann 
  • Darmgeschwüre- und Infektionen
  • Nierenschäden bis hin zu Nierenversagen
  • Bakterielle Infektionen durch unpasteurisierten Saft
  • Nährstoffmangel
  • Kopfschmerzen
  • Schwäche und Ohnmacht

Menschen mit Nierenproblemen sollten keine grossen Mengen Saft trinken, da er zu viel Oxalat enthalten kann, was zu entsprechenden Nierenproblemen führt. Menschen mit vorbestehenden Darmerkrankungen sollten ebenfalls Darmreinigungsmethoden vermeiden, es sei denn, ein Arzt führt sie durch oder verschreibt sie. Aggressive Darmreinigungsmethoden können auch bei Menschen mit bestimmten Erkrankungen ein Aufflackern der Symptome verursachen, wie z. B. Reizdarmsyndrom, Colitis, Nierenoder Lebererkrankungen, frühere Darmoperationen oder auch Herzerkrankungen. Menschen mit Diabetes und anderen Stoffwechselkrankheiten sollten auf Entgiftungskuren verzichten und stattdessen eine gesunde, vom Arzt empfohlene Ernährung einhalten.

Ernährungsplan für darmfreundliche Ernährung

Während einer Darmsanierung sollte man Nahrung zu sich nehmen, welche den Darm nicht behindert. Am besten eignet sich hierfür vor allem eine ballaststoffreiche Schonkost. Für einen möglichst grossen Effekt sollte eine Darmsanierung mehrere Wochen dauern. Weitgehend sollte während dieser Zeit auf industriell verarbeitete Lebensmittel wie Fertiggerichte, fettreiches Essen, Süssigkeiten, zu viel Zucker, Kaffee oder Alkohol verzichtet werden.

Integriert werden sollten hingegen probiotische Lebensmittel, Haferflocken, Porridge, Naturreis, Kartoffeln, Pilze, Gemüse, Obst, Vollkornprodukte sowie fettarme Milchprodukte. Fisch und weisses Fleisch dürfen dabei gelegentlich auf den Teller kommen. Zudem sollte immer viel Wasser getrunken werden.   

Frühstück 

Ein darmfreundlicher Morgen könnte z. B. mit einem Porridge oder Haferflocken starten.

Mittagessen 

Mittags könnten darmfreundliches Gemüse wie z. B. Gemüsesuppen auf dem Menüplan stehen. 

Abendessen 

Das Abendessen könnte beispielsweise aus Kartoffeln mit Quark bestehen. 

Snack 

Für den kleinen Hunger zwischendurch eignen sich hier Naturjoghurt, Äpfel sowie anderes Obst.  

Detox Nahrungsmittel und Antioxidantienlieferanten  

  • Avocado 
  • Knoblauch
  • Zitrusfrüchte
  • Spargel
  • Ingwer
  • Petersilie 
  • Kurkuma 
  • Koriander

Mehr über Antioxidantien und antioxidantienreiche Lebensmittel gibt es hier.

Pro und contra: Die Vor- und Nachteile der Darmsanierung

Pro: Vorteile der Darmreinigung

Die Behauptungen der Hersteller von Darmreinigungsprodukten sind umfassend und sehr weitreichend. Das Hauptziel besteht darin, den Dickdarm von grossen Mengen angeblich giftiger Abfälle zu befreien, die sich an den Wänden des Dickdarms festgesetzt haben.

Zu den angeblichen Vorteilen gehören neben einer Verbesserung des Immunsystems, auch eine Gewichtsabnahme sowie die Verringerung des Risikos von Dickdarmkrebs. Wissenschaftliche Untersuchungen zur Untermauerung dieser Behauptungen liegen jedoch nicht vor.

Befürworter von Darmreinigungen argumentieren, dass Darmsanierungen einen grossen Nutzen für die Gesundheit haben, u. a:

  • Steigerung der Energie
  • Beseitigung von Giftstoffen
  • Verbesserung der Leberfunktion
  • Stärkung des Immunsystems
  • Unterstützung der Gewichtsabnahme
  • Linderung von Blähungen und Krämpfen
  • Verringerung des Risikos von Dickdarmkrebs

Contra: Ist eine natürliche Darmsanierung wirklich notwendig?

Unser Körper ist durchaus selbst in der Lage, sich zu entgiften. Dies tun z. B. natürliche Bakterien im Dickdarm, sie können Nahrungsreste abbauen. Auch unsere Leber neutralisiert Giftstoffe. Zudem können Schleimhäute im Dickdarm verhindern, dass unerwünschte Stoffe wieder ins Blut und ins Gewebe gelangen. 

Derzeit gibt es keine erwiesenen Vorteile von Darmreinigungen, ob natürlich oder nicht. Deshalb ist die Vorstellung falsch, dass durch den Verdauungsvorgang Rückstände im Körper zurückbleiben, die durch eine Darmsanierung entfernt werden müssen. Bei einem gesunden Verdauungstrakt ist dies nicht der Fall. Ist jedoch die Darmflora gestört (Dysbiose), kann eine Darmreinigung durchaus Sinn machen. Die Ursachen für eine Störung der Darmflora können vielseitig sein und von zu viel Zucker, Alkohol und künstlichen Zusatzstoffen bis hin zu schlechten Fetten, wie sie in Fast Food oder verarbeiteten Lebensmitteln z. B. vorkommen, reichen. Aber auch chronischer Stress, Rauchen sowie Medikamente können hier eine Rolle spielen.

Fazit

Eine der wichtigsten Theorien hinter der Darmsanierung ist ein alter Glaube, die Theorie der Autointoxikation. Diese besagt, dass Nahrungsmittel Schleimablagerungen im Dickdarm verursachen, welche gemäss dieser Theorie Giftstoffe produzieren, die in den Blutkreislauf gelangen, den Körper dadurch vergiften und Symptome wie z. B. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme sowie Energiemangel verursachen. Die Praxis geht dabei bis ins alte Griechenland zurück.

Die Darmreinigung ist ein Teil einer Darmsanierung und der Beginn vieler Heilfastenkuren, welche u. a. auch vor Darmspiegelungen oder zur Vorbereitung auf gewisse Operationen durchgeführt wird. Eine Darmsanierung ist ein Programm, bei dem es um die Entgiftung und den anschliessenden Wiederaufbau der Darmflora und damit des Darmmikrobioms geht. Auch wenn es wissenschaftlich keine Belege für die Wirkung einer Darmsanierung gibt, sind viele von dessen Wirkung auf unser Wohlbefinden überzeugt.

Eine natürliche Darmsanierung kann zu Hause mit Wasser, Zitronensaft, Salzwasserspülung, ballaststoffreiche Ernährung, Saftfasten, resistenten Stärkesorten, Probiotika oder auch Kräutertees durchgeführt werden. Als Abführmittel können neben Klistiers auch Glaubersalz, Bittersalz, Flohsamenschalen oder Apfelessig zum Einsatz kommen. 

Darmreinigungen sind nicht für jeden geeignet. Zu den potenziellen Risiken einer Darmsanierung zählen u. a. ein Elektrolytungleichgewicht, Dehydrierung, Durchfall, Kopfschmerzen sowie Nährstoffmangel.

Was den Ernährungsplan anbelangt, sollte man sich bei einer Darmsanierung vor allem auf ballaststoffreiche Schonkost fokussieren und während dieser Zeit weitgehend auf Fertiggerichte, fettreiches Essen, Süssigkeiten, zu viel Zucker, Kaffee oder Alkohol verzichten. Integriert werden sollten hingegen probiotische Lebensmittel, Haferflocken, Porridge, Naturreis, Kartoffeln, Pilze, Gemüse, Obst, Vollkornprodukte sowie auch fettarme Milchprodukte. Befürworter von Darmreinigungen argumentieren, dass Darmsanierungen einen grossen Nutzen für die Gesundheit haben. Zum Contra gibt es zu sagen, dass unser Körper durchaus selbst in der Lage ist, sich zu entgiften.