Bauchspeicheldrüse Durchfall- Zusammenhang & Therapie

Intro

Durchfall (Diarrhoe) kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Lebensmittelunverträglichkeiten, Stress, Reizdarm und Magen-Darm-Infektionen, sie alle können zu Durchfall führen. Sobald wir den ersten Bissen Nahrung zu uns nehmen, schüttet unsere Bauchspeicheldrüse Verdauungsenzyme aus, welche die Nahrung in kleine Moleküle zerlegen, damit sie unser Körper entsprechend aufnehmen kann. Ist die Bauchspeicheldrüse geschädigt, läuft der Verdauungsprozess dabei nicht immer ganz so reibungslos ab. Es gibt eine Reihe von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, darunter akute Pankreatitis, chronische Pankreatitis und auch Bauchspeicheldrüsenkrebs, wo neben Oberbauchschmerzen auch Durchfall mit zu den häufigsten Symptomen gehört. Wie hängen Bauchspeicheldrüse und Durchfall zusammen? Was sind die Symptome bei Bauchspeicheldrüssenbeschwerden, welche Ursachen und entsprechende Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Welche Arten von Durchfall gibt es, wann sollte man damit zum Arzt und welche Therapien gibt es?

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Bauchspeicheldrüsenbeschwerden

Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)

Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse wird als Pankreatitis bezeichnet. Es gibt eine ganze Reihe von Faktoren, die eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen können, dazu gehören Gallenblasenerkrankungen, Gallensteine, Infektionen, Medikamente sowie auch Autoimmunerkrankungen wie z. B. Lupus oder entzündliche Darmerkrankungen. Zum Gallensteine Selbsttest geht es hier.

Es gibt 2 verschiedene Formen der Bauchspeicheldrüsenentzündung, die akute und die chronische Pankreatitis. Obwohl sich beide Formen bis zu einem gewissen Grad überschneiden, fallen die langfristigen Verläufe dabei recht unterschiedlich aus. Die akute Pankreatitis beginnt in der Regel plötzlich und obwohl sie in den gravierendsten Fällen lebensbedrohlich sein kann, können die meisten Patienten dabei von einer vollständigen Erholung der Pankreasfunktion ausgehen. Im Gegensatz dazu, ist die chronische Pankreatitis durch eine fortschreitende und irreversible Schädigung der Bauchspeicheldrüse geprägt, die letztendlich zum Verlust sowohl der exokrinen als auch endokrinen Funktion der Bauchspeicheldrüse führt. Infolgedessen müssen Menschen mit chronischer Pankreatitis unter Umständen mit Diabetes und andauernden Verdauungsproblemen fertig werden. Auf die exokrine Pankreasinsuffizienz werden wir später im Text noch genauer eingehen.

Symptome bei Bauchspeicheldrüsenproblemen

Zu den Hauptsymptomen bei einer Bauchspeicheldrüsenproblematik gehören:

  • Fieber
  • Übelkeit 
  • Erbrechen
  • Schluckauf
  • Geblähter Bauch
  • Schmerzen im Oberbauch, welche besonders nach dem Essen auftreten und dabei bis in den Rücken ausstrahlen können
  • Druckempfindlichkeit bei Berührung des Bauches
  • Schneller Puls
  • Durchfall

Zu den Anzeichen und Symptomen der chronischen Pankreatitis gehören zudem:

  • Unterleibsschmerzen, die sich nach dem Essen deutlich verschlimmern
  • Unerklärliche Gewichtsabnahme 
  • Fettiger sowie übelriechender Stuhl (Steatorrhoe)

Der grosse Symptom-Check gibts im Text Bauchspeicheldrüse Selbsttest

Bauchspeicheldrüse und Verdauung

Die Bauchspeicheldrüse hilft bei der Verdauung der Nahrung sowie auch bei der Kontrolle des Blutzuckerspiegels. Bei Menschen mit chronischer Pankreatitis funktioniert die Bauchspeicheldrüse dabei nicht mehr ordnungsgemäss, was vor allem zu Schwierigkeiten bei der Verarbeitung von Fett in der Nahrung führt (exokrine Pankreasinsuffizienz). Dies kann neben Durchfall auch zu lockerem, fettigem und sehr übelriechendem Stuhl führen, der sich auch nur schwer runterspülen lässt und kann neben einem Vitamin- und Nährstoffmangel auch zu einem ungewollten Gewichtsverlust führen. Diese Symptome treten in der Regel allerdings erst auf, wenn die Bauchspeicheldrüse etwa 90 % ihrer Funktion verloren hat.

Exokrine Pankreasinsuffizienz

Unsere Bauchspeicheldrüse produziert Pankreasenzyme um Nahrungsmittel aufzuspalten. Täglich sind dies jeweils 1.5 – 3 Liter Verdauungssaft, der entsprechend mit Enzymen gefüllt ist. Bildet die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar keine Verdauungsenzyme, sprechen Ärzte von einer exokrinen Pankreasinsuffizienz. 

Bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz werden Eiweisse, Kohlenhydrate und Fette nicht aufgespalten. Als Folge davon kann der Körper die benötigten Nährstoffe nicht oder nur ungenügend aufnehmen, was neben Appetitlosigkeit auch zu Durchfall führen kann. Da die Bauchspeicheldrüse nicht die notwendigen Verdauungsenzyme produziert, können Nährstoffe auch nicht richtig absorbiert werden. Stattdessen verbleiben diese im Dünndarm, ziehen Wasser und verursachen dadurch Durchfall

Produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar keine Hormone, spricht man dabei von einer endokrinen Pankreasinsuffizienz. Insulin und Glukagon sind die bekanntesten Beispiele für Pankreashormone, sie regulieren gemeinsam unseren Blutzuckerspiegel.

Durchfall

Häufiger, dünner oder auch wässriger Stuhlgang wird im Allgemeinen als Durchfall (Diarrhoe) bezeichnet. Häufig wird Durchfall auch von weiteren Beschwerden wie z. B. Blähungen, Darmkrämpfe sowie Übelkeit begleitet. Der Durchfall selbst ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern vielmehr ein Symptom, das bei vielen unterschiedlichen Erkrankungen auftreten kann. Durchfall kann verschiedene Ursachen haben … auch die Bauchspeicheldrüse kann dafür verantwortlich sein. 

Durchfall Arten

Mediziner unterscheiden bei Durchfall zwischen akutem Durchfall, welcher durchschnittlich 1 – 2 Wochen dauert, anhaltender Durchfall, der 2 – 4 Wochen besteht, oder einer chronischen Diarrhoe, die bis zu 4 Wochen andauert.

Wann zum Arzt?

Durchfall, der länger als 3 Tage andauert, blutig ist oder von Fieber begleitet wird sollte immer medizinisch abgeklärt werden. Ärztliche Tests zur Ursachenfindung können neben Stuhluntersuchungen auch Bluttests, Ultraschall oder eine Darmspiegelung beinhalten.

Behandlung

Neben der Behandlung der Durchfallursache steht hier vor allem der Flüssigkeitsersatz im Vordergrund. Neben Flüssigkeit verliert der Körper durch den Durchfall auch lebensnotwendige Elektrolyte. Insbesondere bei Kleinkindern, sowie auch älteren und geschwächten Menschen kann Durchfall sehr schnell zu einem Flüssigkeitsmangel führen und dadurch rasch gefährlich werden.

1. Massnahme bei der Behandlung von Durchfall ist immer der Flüssigkeitsersatz, der besonders bei Kleinkindern sehr wichtig ist, da ihr Körper schnell austrocknet. Dieser kann dabei in Form von isotonischen Getränken erfolgen, gelegentlich ist auch die Verabreichung einer Infusion notwendig. Auch die Einnahme von probiotischen Darmbakterien sowie Medikamenten gegen Durchfall können helfen. Weitere Behandlungsmöglichkeiten bei Durchfall sind zudem:

Enzympräparate 

Zur Verbesserung der Verdauung können Enzyme eingesetzt werden. Denn der Verlust von Verdauungsenzymen ist eine der Hauptursachen für die Beeinträchtigung der Lebensqualität von Menschen mit chronischer Pankreatitis. Bei chronischer Pankreatitis, die zu Durchfall oder Gewichtsverlust führt, können Pankreasenzympräparate dem Körper helfen die Nährstoffe aus der Nahrung aufzuspalten und zu verarbeiten. Diese werden entsprechend zu jeder Mahlzeit eingenommen.

Fettarme Diät

Eine fettarme Diät kann einen Teil der mit dieser Krankheit verbundenen Durchfälle reduzieren. Diätvergleiche sowie gute Diät Tipps im Text Diät.

Säurehemmende Medikamente

Eine Behandlung mit säurehemmenden Medikamenten wie z. B. Omeprazol oder Lansoprazol kann ebenfalls erfolgreich sein. Diese Medikamente reduzieren den Säuregehalt in den ersten Zentimetern des Dünndarms und ermöglichen damit den Enzymen der Bauchspeicheldrüse entsprechend effektiver zu arbeiten.

Steatorrhoe

Obwohl alle Arten von Makronährstoffen in der Ernährung (Kohlenhydrate, Proteine und Fette) bei chronischer Pankreatitis schlecht verdaut werden, ist Durchfall im Zusammenhang mit der Bauchspeicheldrüse am ehesten auf unverdautes Fett im Magen-Darm-Trakt zurückzuführen. Zu viel Fett im Stuhl, ein Zustand, der auch Steatorrhoe genannt wird, kann neben Durchfall auch zu Krämpfen, Blähungen sowie einem Gewichtsverlust führen. Zudem kann eine schlechte Fettaufnahme ebenfalls zu einem Mangel an den Vitaminen-A, D, E und K führen, alles Nährstoffe, die fettlöslich sind und entsprechend mit dem Stuhl ausgeschieden werden.

Zum Bauchspeicheldrüse Selbsttest geht es hier

Fazit 

Die chronische Pankreatitis führt zum Verlust der sowohl exokrinen als auch endokrinen Funktion der Bauchspeicheldrüse und kann infolgedessen unter Umständen neben Diabetes auch andauernden Verdauungsprobleme mit sich ziehen.

Die Bauchspeicheldrüse hilft neben der Kontrolle des Blutzuckerspiegels auch bei der Verdauung der Nahrung. Obwohl alle Arten von Makronährstoffen in der Ernährung bei einer chronischen Pankreatitis schlecht verdaut werden, ist Durchfall im Zusammenhang mit der Bauchspeicheldrüse am ehesten auf unverdautes Fett im Magen-Darm-Trakt zurückzuführen. Zu viel Fett im Stuhl wird auch als Steatorrhoe bezeichnet und kann neben Durchfall auch zu Krämpfen, Blähungen, einem Gewichtsverlust sowie einem Mangel an den Vitaminen-A, D, E und K führen.

Unsere Bauchspeicheldrüse produziert Pankreasenzyme, um Nahrungsmittel aufzuspalten, täglich sind dies jeweils 1.5 – 3 Liter Verdauungssaft, der entsprechend mit Enzymen gefüllt ist. Bildet die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar keine Verdauungsenzyme, sprechen Ärzte dabei von einer exokrinen Pankreasinsuffizienz, bei welcher Eiweisse, Kohlenhydrate und Fette nicht aufgespalten werden. Stattdessen verbleiben diese im Dünndarm, ziehen Wasser und verursachen dadurch Beschwerden wie z. B. Durchfall

Häufiger, dünner oder auch wässriger Stuhlgang wird im Allgemeinen als Durchfall (Diarrhoe) bezeichnet. Durchfall selbst ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern vielmehr ein Symptom, das bei vielen unterschiedlichen Erkrankungen auftreten kann, u. a. kann auch die Bauchspeicheldrüse dafür verantwortlich sein.